Braunes Wasser? Feststoffpartikel im Trinkwasser? Diese unerwünschten Verschmutzungen ihres Wassers erleben Haus- und Wohnungsbesitzer nur in Ausnahmefällen. Die zumindest optisch zweifellose Sauberkeit des Wassers wird dabei allerdings nicht – wie oft angenommen – allein durch die Wasseraufbereitung im Wasserwerk sichergestellt.
Einen wesentlichen Beitrag zur Filterung des Wassers leisten auch Hauswasserfilter, die je nach Rohrsystem empfohlen und bei metallischen Rohren in Neubauten sogar vorgeschrieben sind. Doch wie sehen die Vorschriften genau aus? Wie funktionieren die Filtersysteme?
1 Warum werden Hauswasserfilter benötigt?
Die Notwendigkeit des Einbaus eines Hauswasserfilters ergibt sich durch den langen Weg, den das Wasser vom Wasserwerk oder Wasserspeicher bis zum Hausanschluss zurückzulegen hat. Bei der Weiterleitung durch das weit verzweigte Rohrnetz können beispielsweise Sand- und Rostteilchen eingespült werden, die sich von den Rohrwänden ablösen. Hinzu kommen eventuelle Verunreinigungen durch Montagearbeiten an den Rohren.
Nicht zuletzt muss schließlich auch der erhöhte Druck beachtet werden, der bei Feuerwehreinsätzen durch den plötzlich höheren Wasserverbrauch entsteht. Die Feuerwehr zapft mittels Hydranten die zentralen Leitungen an.
Der hohe Druck kann wiederum vor allem zur Anlagerung von Kalk und Eisen im Wasser führen.
- Verfärbung: Sand-, Rost- und Kalkpartikel machen das Wasser unansehnlich.
- Korrosionsschäden: Die Partikel können Rohre und Armaturen angreifen.
- Verstopfung: Ablagerungen verengen Rohrleitungen und Armaturen.
2 Wie sehen die gesetzlichen Vorgaben aus?
Der Einbau eines geeigneten Hauswasserfilters ist nach der deutschen Norm DIN 1988-200 in Häusern mit metallischen Rohren Pflicht und wird bei Kunststoffrohren empfohlen; die europäische Normenreihe DIN EN 806 (Teile 1 bis 5) ergänzt die technischen Regeln für Trinkwasser-Installationen. Genauso formuliert es auch das Gesundheitsamt Bremen in seinen FAQ zum Hauswasserfilter: Bei Metallrohren, etwa aus Kupfer, muss der Filter hinter dem Wasserzähler eingebaut sein, bei Kunststoffrohren wird er empfohlen; für ältere Installationen ohne Filter besteht keine Pflicht zum nachträglichen Einbau.
Die Normen schreiben dabei sowohl den genauen Standort des Filters als auch die Ermittlung des Rohrinnendurchmessers, seinen Aufbau in Teilen, die Installation, den Betrieb und die Wartung vor.
Der Hauswasserfilter (Grobfilter) muss demnach laut Hauswasseranschluss Schema direkt hinter dem Wasserzähler montiert werden und in seiner Funktionsweise der aktuellen Norm für Filteranlagen genügen. Zugelassen sind dabei grundsätzlich zwei Bauformen: rückspülbare und nicht rückspülbare Filter.
In jedem Fall müssen die verwendeten Filter das aktuelle Prüfsiegel tragen und der Monteur muss auf die vorgeschriebenen Wartungsintervalle hinweisen. Um die richtige Dimensionierung des Filters zu gewährleisten, müssen ebenfalls die Vorgaben der Norm beachtet werden.
In vielen Fällen stimmt der Rohrdurchmesser mit der Anschlussdimension der Filter überein. Nach DIN EN 13443-1, der Norm für mechanisch wirkende Filter in der Trinkwasserinstallation, muss die Durchlassweite zwischen 80 und 150 Mikrometer betragen. Hauswasserfilter sind grundsätzlich nur vom zertifizierten Installateur einzubauen.
3 Existiert eine Pflicht, alte Wassersysteme nachzurüsten?
Eine Pflicht zur Nachrüstung besteht bei älteren Gebäuden nicht bzw. noch nicht. Unter Umständen kann allerdings ein nachträglicher Einbau empfehlenswert sein, z.B. wenn alte Rohre aufgrund zu starker Korrosion oder weil sie noch aus dem Schwermetall Blei sind ausgetauscht werden.
4 Rückspülbar oder nicht rückspülbar – der Vergleich
Die wesentliche Differenz zwischen rückspülbaren und nicht rückspülbaren Wasserfiltern liegt für den Hausbesitzer im Aufwand, den die Wartung der Anlage erfordert.
| Kriterium | Nicht rückspülbar | Rückspülbar |
|---|---|---|
| Wartung | Filtereinsatz wird spätestens alle sechs Monate durch einen Fachmann ersetzt | Wird auf Knopfdruck saubergespült, dazu nur Kugelventil öffnen |
| Inspektionsintervall (DIN EN 806-5) | alle sechs Monate | mindestens halbjährlich; Gesundheitsamt Bremen empfiehlt Spülung alle zwei Monate |
| Reaktion bei Druckabfall | Filterwechsel nötig | Rückspülung auch früher möglich |
| Komfort | Fachmann nötig | mit automatischer Rückspülung sogar ohne Nutzereingriff |
Nach DIN EN 806-5 sind rückspülbare Hauswasserfilter mindestens halbjährlich zu inspizieren und zu warten; die Rückspülung selbst ist spätestens alle sechs Monate durchzuführen, bei erkennbarem Druckabfall durch Verschmutzung auch früher; das Gesundheitsamt Bremen empfiehlt darüber hinaus, rückspülbare Filter alle zwei Monate zu spülen. Zu diesem Zweck müssen Sie lediglich das Kugelventil an der Anlage öffnen. Eine noch komfortablere Alternative stellen Filter mit automatischer Rückspülung dar. Diese werden in regelmäßigen Abständen über einen angeschlossenen Automaten ohne weitere Einwirkung des Nutzers rückgespült.
5 Was unterscheidet Hauswasserfilter von zusätzlichen Trinkwasserfiltersystemen?
Klar abzugrenzen sind Wasserfilter am Hausanschluss grundsätzlich von Filtersystemen, die Sie direkt an Ihrem Wasserhahn, beispielsweise auch als Mieter einer einzigen Wohnung in Ihrer Küche, anschließen können. Die hier besonders häufig verwendeten Aktivkohlefilter werden zur Entfernung von weiteren Stoffen eingesetzt, die vom Hauswasserfilter nicht herausgefiltert werden. Dazu gehören je nach Filtermodell zum Beispiel Chlor und Chlorverbindungen oder Bakterien und andere Keime.
Der Hauswasserfilter (Grobfilter) reicht aus, wenn …
- es nur um Sand-, Rost- und Kalkpartikel aus dem Leitungsnetz geht
- Sie die gesetzliche Pflicht bei metallischen Rohren erfüllen wollen
Ein zusätzlicher Trinkwasserfilter ist sinnvoll, wenn …
- Sie auch Chlor und Chlorverbindungen aus dem Trinkwasser entfernen möchten
- Bakterien und andere Keime eine Rolle spielen
- Sie als Mieter nur die eigene Küche filtern können, nicht den Hausanschluss
6 Häufige Fragen zum Hauswasserfilter
Ist ein Hauswasserfilter Pflicht?
Bei metallischen Rohrleitungen ja, nach DIN 1988-200 in Verbindung mit DIN EN 806. Bei Kunststoffrohren wird er nur empfohlen.
Wo wird der Hauswasserfilter eingebaut?
Direkt hinter dem Wasserzähler, wie im Hauswasseranschluss-Schema vorgeschrieben.
Muss ich einen Hauswasserfilter nachrüsten, wenn mein Haus älter ist?
Nein, für ältere Installationen ohne Filter besteht keine Nachrüstpflicht. Bei stark korrodierten oder bleihaltigen Altrohren kann ein nachträglicher Einbau trotzdem sinnvoll sein.
Was ist der Unterschied zwischen rückspülbaren und nicht rückspülbaren Filtern?
Nicht rückspülbare Filtereinsätze werden spätestens alle sechs Monate durch einen Fachmann ersetzt. Rückspülbare Filter lassen sich per Kugelventil auf Knopfdruck saubergespült – manche sogar automatisch.
Filtert der Hauswasserfilter auch Chlor oder Bakterien?
Nein. Dafür braucht es einen zusätzlichen Trinkwasserfilter am Wasserhahn, etwa einen Aktivkohlefilter.
7 Fazit: Pflicht bei Metallrohren, sinnvolle Ergänzung für den Wasserhahn
Der Hauswasserfilter schützt die gesamte Installation vor Sand-, Rost- und Kalkpartikeln und ist bei metallischen Rohren gesetzlich vorgeschrieben. Für Chlor, Bakterien und andere Stoffe im Trinkwasser braucht es zusätzlich einen Filter direkt am Wasserhahn.
Pflicht bei Metallrohren, schützt vor Sand, Rost und Kalk direkt hinter dem Wasserzähler.
Ergänzt den Hauswasserfilter um die Entfernung von Chlor, Bakterien und weiteren Stoffen am Wasserhahn.
Quellen
- DVGW – Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (2024): TWIN – Wasseraufbereitung in der Trinkwasserinstallation. URL: https://www.dvgw.de/medien/dvgw/leistungen/publikationen/twin-wasseraufbereitung-trinkwasserinstallation-maerz-2024.pdf
- Gesundheitsamt Bremen: FAQ Hauswasserfilter. URL: https://www.gesundheitsamt.bremen.de/was-wir-bieten/gesundheitsschutz/wasser-und-umwelt/trinkwasser/faq-hauswasserfilter-26241
- ikz Praxis (2001)- Filterung von Trinkwasser im Ein- und Mehrfamilienhaus
- Klaas, A. (2006): Hauswasserfilter. URL: https://lexikon.wasser.de/index.pl?begriff=Hauswasserfilter&job=te
- Bosy, Bruno (2017): Trinkwasser-Hausanschluss. URL: Trinkwasser-Hausanschluss

