Glossar für Wasserfilter und Trinkwasser
Adsorption, Porenfeinheit, Rückhaltevermögen: die Fachbegriffe, die in Datenblättern und Prüfberichten auftauchen – jeweils in einem Satz erklärt.
62 Begriffe in 10 Gruppen
Filterverfahren4
Wie ein Filter Stoffe aus dem Wasser holt.
- AdsorptionEin physikalisch-chemischer Filterprozess, bei dem gelöste Stoffe aus dem Wasser an der Oberfläche eines Feststoffes haften bleiben – meist an Aktivkohle.
- Katalytische WasserfilterungEine chemische Reaktion zur gezielten Entfernung bestimmter Schadstoffe aus dem Wasser.
- Mechanische WasserfilterungEin physikalisches Verfahren, bei dem feststoffliche Verunreinigungen wie grobe Partikel, Sand, Rost oder Schwebstoffe durch ein Sieb oder eine poröse Struktur aus dem Wasser herausgefiltert werden.
- IonentauscherKein Filter im eigentlichen Sinn, sondern ein Prozess, der unerwünschte Stoffe wie Kalk, Schwermetalle oder Nitrat gezielt gegen andere Ionen tauscht.auch: Ionenaustauscher
Membranverfahren5
Vier Feinheitsstufen, von grob nach fein – und was dabei herauskommt.
- MikrofiltrationEin Verfahren der Membranfiltration, bei dem Partikel, Sand, Schwebstoffe oder Bakterien ohne chemische Zusätze aus dem Wasser gefiltert werden – rein mechanisch, ähnlich einem sehr feinen Sieb.auch: MF
- UltrafiltrationEin physikalisches Trennverfahren, bei dem Wasser unter Druck durch eine halbdurchlässige Membran gepresst wird und dabei auch Viren zurückgehalten werden.auch: UF
- NanofiltrationEin Verfahren der Membranfiltration zur Reinigung und Enthärtung von Wasser, feiner als Ultrafiltration und gröber als Umkehrosmose.auch: NF
- UmkehrosmoseUmkehrosmose ist ein Membranverfahren, bei dem Wasser unter Druck durch eine semipermeable Membran gepresst wird, die nahezu alle gelösten Stoffe zurückhält.auch: Reverse Osmosis, RO
- Permeat und KonzentratBei der Membranfiltration ist Permeat das Wasser, das die Membran durchdrungen hat, und Konzentrat der aufkonzentrierte Rest, der abgeführt wird.auch: Abwasser, Ausbeute
Filtermedien9
Das Material, das die Arbeit macht.
- AktivkohleAktivkohle ist ein hochporöses Kohlenstoffmaterial mit sehr großer innerer Oberfläche, das durch Karbonisierung und anschließende Aktivierung aus pflanzlichen oder fossilen Rohstoffen hergestellt wird.auch: Aktivkohlefilter
- Gesinterter AktivkohleblockEin gesinterter Aktivkohleblock ist ein Filterelement, bei dem Aktivkohlepulver unter Hitze und Druck zu einem festen, porösen Körper verbacken wird, sodass das Wasser den Block durchdringen muss und nicht an ihm vorbeiströmen kann.auch: Sinterblock, Carbon Block
- Granulat-AktivkohleGranulat-Aktivkohle, kurz GAC für granular activated carbon, ist Aktivkohle in loser Kornform, die als Schüttung in eine Kartusche oder einen Filterbehälter gefüllt wird.auch: GAC, granular activated carbon
- HohlfasermembranBesteht aus einer Vielzahl sehr feiner, röhrenförmiger Fasern mit poröser Wandstruktur, die als Filtermembran arbeiten.
- IonenaustauscherharzIonenaustauscherharz ist das Filtermedium eines Ionentauschers: kleine Kunstharzkugeln, deren Oberfläche mit austauschbaren Ionen besetzt ist.auch: Austauscherharz
- ZeolithZeolithe sind kristalline Alumosilikate mit einem regelmäßigen Porengerüst, die in Wasserfiltern als Ionentauscher und Adsorbens für Ammonium und bestimmte Schwermetalle eingesetzt werden.auch: Alumosilikat
- KDF-FiltermediumEin Granulat aus einer Kupfer-Zink-Legierung, das Schadstoffe nicht bindet, sondern über eine Redoxreaktion chemisch umwandelt.auch: KDF-55, KDF-85, Kupfer-Zink-Legierung
- EM KeramikEine Keramik, die vor dem Brennen mit sogenannten Effektiven Mikroorganismen fermentiert wurde und als Zusatz in einzelnen Filtereinsätzen sitzt.auch: Effektive Mikroorganismen-Keramik
- SilberimprägnierungBei der Silberimprägnierung wird Filtermaterial mit Silber versetzt, um das Wachstum von Bakterien im Filter zu bremsen; dabei gelangen geringe Silbermengen ins gefilterte Wasser.auch: bakteriostatisch
Bauteile und Anschluss9
Was zwischen Leitung und Filtermedium sitzt.
- FiltergehäuseDas Filtergehäuse ist der druckfeste Behälter, der die Filterkartusche aufnimmt und an die Wasserleitung angeschlossen wird.
- FilterkartuscheDie Filterkartusche, auch Filtereinsatz genannt, ist das austauschbare Innenleben eines Wasserfilters und enthält das eigentliche Filtermaterial.auch: Filtereinsatz
- SedimentfilterEin Sedimentfilter hält ungelöste Feststoffe wie Sand, Rost und Schwebstoffe rein mechanisch zurück und entfernt keine gelösten Stoffe.
- VorfilterEin Vorfilter ist jede Filterstufe, die vor der eigentlichen Hauptstufe sitzt und deren Standzeit verlängert, indem sie Grobstoffe oder Chlor vorab entfernt.
- SchutzfilterEin Schutzfilter ist der mechanische Filter direkt hinter der Wasseruhr, der die Hausinstallation vor Partikeln schützt; seine zulässige Durchlassweite von 80 bis 150 Mikrometern ist in DIN EN 13443-1 festgelegt.auch: DIN EN 13443-1
- RückspülfilterEin Rückspülfilter ist ein Schutzfilter am Hausanschluss, dessen Siebeinsatz durch Umkehrung der Fließrichtung gereinigt wird, statt ausgetauscht zu werden.
- RückflussverhindererEin Rückflussverhinderer ist ein Ventil, das Wasser nur in eine Richtung durchlässt und verhindert, dass verunreinigtes Wasser in die Trinkwasserleitung zurückgelangt.
- EckventilDer kleine Absperrhahn an der Wand, an dem der Anschlussschlauch einer Armatur oder eines Geräts hängt.auch: Kugelhahn, Spindelventil
- NiederdruckarmaturEine Armatur für offene, drucklose Warmwasserspeicher, erkennbar an drei Anschlüssen unter der Spüle statt zwei.auch: drucklose Armatur, offener Warmwasserspeicher
Kennwerte eines Filters9
Die Zahlen, an denen sich ein Filter messen lassen muss.
- PorenfeinheitGibt an, wie groß die Durchlässe in der Filterstruktur sind und damit, wie klein ein Partikel sein muss, um hindurchzukommen.auch: Porengröße
- RückhaltevermögenBeschreibt die Fähigkeit eines Wasserfilters, bestimmte Stoffe oder Partikel zurückzuhalten und daran zu hindern, den Filter zu durchdringen.auch: Rückhalterate, Abscheidegrad
- DurchflussrateGibt an, wie viel Wasser pro Zeiteinheit bei konstantem Druck durch den Filter fließen kann, ohne dass er überlastet wird oder an Filterleistung verliert.auch: Durchsatz, Durchflussgeschwindigkeit
- StandzeitDie Standzeit ist die Dauer oder Wassermenge, über die ein Filter seine angegebene Leistung erbringt, bevor er gewechselt werden muss.auch: Filterkapazität
- FilterdurchbruchEin Filterdurchbruch ist der Punkt, an dem ein Adsorptionsfilter gesättigt ist und der zurückgehaltene Stoff wieder im gefilterten Wasser erscheint.
- AdsorptionskapazitätDie Adsorptionskapazität gibt an, wie viel eines Stoffes ein Filtermedium an seiner Oberfläche binden kann, bezogen auf seine Masse, meist in Milligramm je Gramm.
- Innere OberflächeDie innere Oberfläche ist die Gesamtfläche aller Porenwände eines Filtermaterials, angegeben in Quadratmetern je Gramm, und bestimmt, wie viel ein Material adsorbieren kann.
- LeerbettkontaktzeitDie Leerbettkontaktzeit, englisch empty bed contact time, ist die rechnerische Zeit, die das Wasser im Filterbett verbringt: Bettvolumen geteilt durch Durchfluss.auch: EBCT, empty bed contact time
- FließdruckDer Fließdruck ist der Wasserdruck, der bei geöffneter Entnahmestelle tatsächlich anliegt, im Unterschied zum Ruhedruck bei geschlossener Armatur.auch: Ruhedruck
Messgrößen des Wassers5
Was am Wasser selbst gemessen wird.
- WasserhärteDie Wasserhärte gibt die Konzentration von Calcium- und Magnesiumionen im Wasser an, in Deutschland meist in Grad deutscher Härte (°dH), international in Millimol je Liter.auch: °dH, Grad deutscher Härte, Härtebereich
- KarbonathärteDie Karbonathärte ist der Anteil der Wasserhärte, der an Hydrogencarbonat gebunden ist, und der Teil, der beim Erhitzen als Kalk ausfällt.auch: Carbonathärte
- HydrogencarbonatEin natürlich gelöstes Anion, das zusammen mit Calcium und Magnesium die Karbonathärte bildet und beim Erhitzen als Kalk ausfällt.auch: Bikarbonat, HCO₃⁻
- TDSTDS steht für die Summe aller im Wasser gelösten Feststoffe in Milligramm je Liter und wird in der Praxis fast immer nicht gemessen, sondern aus der elektrischen Leitfähigkeit geschätzt.auch: Total Dissolved Solids, gelöste Feststoffe
- TrübungDie Trübung misst, wie stark ungelöste Teilchen im Wasser Licht streuen; sie wird in NTU angegeben, und die Trinkwasserverordnung setzt den Grenzwert bei 1,0 NTU.auch: NTU
Wasserbehandlung6
Verfahren, die das Wasser verändern statt es zu filtern.
- EntkalkungEntkalkung, Enthärtung und Kalkschutz sind drei verschiedene Dinge: Entkalkung entfernt vorhandene Ablagerungen, Enthärtung nimmt Calcium und Magnesium aus dem Wasser, Kalkschutz verhindert nur, dass sich Kalk festsetzt.auch: Enthärtung, Kalkschutz
- EntsalzungDer Prozess, bei dem gelöste Salze aus Wasser entfernt werden – hauptsächlich Natriumchlorid, aber auch Sulfate, Kalzium, Magnesium oder Nitrat.
- ChlorungEin chemisches Desinfektionsverfahren, bei dem dem Wasser gezielt Chlor oder chlorhaltige Stoffe zugesetzt werden.auch: Trinkwasserchlorung
- FlockungFlockung ist ein Aufbereitungsschritt im Wasserwerk, bei dem feinste Schwebstoffe durch Zugabe eines Flockungsmittels zu größeren Flocken zusammengeführt und anschließend abgetrennt werden.auch: Flockungsmittel
- DenitrifikationDenitrifikation ist die mikrobielle Umwandlung von Nitrat zu molekularem Stickstoff und damit das Verfahren, mit dem Wasserwerke Nitrat biologisch aus dem Wasser entfernen.
- Kalkschutz-Granulat (CLC)Eine physikalische Wasserbehandlung, bei der spezielles Granulat Kalkablagerungen in Leitungen, Wasserhahn und Wasserkocher reduziert.auch: CLC, Calcium Long-Life Crystals
Wasserarten2
Woher das Wasser kommt, bevor es Trinkwasser wird.
Hygiene und Desinfektion6
Was in der Leitung passiert und was die Desinfektion hinterlässt.
- StagnationStagnation ist der Stillstand von Wasser in einer Leitung; das dabei entstehende Stagnationswasser nimmt Stoffe aus dem Rohrmaterial auf und erwärmt sich, was Keimwachstum begünstigt.auch: Stagnationswasser
- TotraumEin Totraum ist ein Leitungsabschnitt, der zwar mit Wasser gefüllt ist, aber nicht mehr durchströmt wird, etwa nach dem Rückbau einer Entnahmestelle.auch: Totleitung
- AerosolEin Aerosol ist ein Gemisch aus feinsten Wassertröpfchen und Luft; es ist der einzige Weg, auf dem Legionellen in die Lunge und damit in den Körper gelangen.
- DesinfektionsnebenprodukteDesinfektionsnebenprodukte sind Verbindungen, die entstehen, wenn Chlor oder Ozon im Wasser mit organischen Stoffen reagieren.auch: DNP
- TrihalogenmethaneTrihalogenmethane sind die mengenmäßig wichtigste Gruppe der Desinfektionsnebenprodukte; die Trinkwasserverordnung begrenzt ihre Summe auf 0,050 Milligramm je Liter.auch: THM
- ChloramineChloramine entstehen, wenn Chlor im Wasser mit Ammonium oder Stickstoffverbindungen reagiert; sie desinfizieren schwächer als freies Chlor, halten sich dafür länger im Netz.
Normen und Regelwerke7
Woran sich Trinkwasserinstallationen und Filter messen lassen.
- DIN EN 806DIN EN 806 ist die europäische Normenreihe für Trinkwasser-Installationen innerhalb von Gebäuden und regelt in fünf Teilen Begriffe, Planung, Rohrweiten, Installation sowie Betrieb und Wartung.
- DIN 1988DIN 1988 ist die deutsche Ergänzungsnorm zu DIN EN 806 und enthält die technischen Regeln für Trinkwasser-Installationen, die die europäische Norm der nationalen Festlegung überlässt.
- DVGW-Arbeitsblatt W 551Das DVGW-Arbeitsblatt W 551 ist die technische Regel zur Vermeidung von Legionellen in Trinkwassererwärmungs- und Leitungsanlagen.auch: W 551
- NSF/ANSI-StandardsNSF/ANSI sind US-amerikanische Prüfstandards für Wasseraufbereitungsgeräte, deren Nummern angeben, worauf ein Filter geprüft wurde.auch: NSF/ANSI 42, NSF/ANSI 53, NSF/ANSI 58
- Technischer MaßnahmenwertEin technischer Maßnahmenwert ist ein Schwellenwert, bei dessen Überschreitung die Anlage untersucht und instandgesetzt werden muss, ohne dass damit eine unmittelbare Gesundheitsgefahr festgestellt wäre.
- IndikatorparameterIndikatorparameter sind Messgrößen, die nicht selbst gesundheitlich bewertet werden, sondern anzeigen, ob bei Aufbereitung, Verteilung oder Installation etwas nicht in Ordnung ist.
- MetabolitEin Abbauprodukt, das aus einem Wirkstoff im Boden oder im Wasser entsteht und eigenen Bewertungsregeln unterliegt.auch: Abbauprodukt, nicht relevanter Metabolit
Kein Begriff gefunden. Fehlt etwas? Schreiben Sie uns, wir nehmen ihn auf.
Ein Begriff fehlt oder ist unklar erklärt? Schreiben Sie uns – wir nehmen ihn auf.
