Kalkschutz-Granulat (CLC)
Kalkschutz-Granulat (CLC) ist eine physikalische Wasserbehandlung, bei der spezielles Granulat Kalkablagerungen in Leitungen, Wasserhahn und Wasserkocher reduziert. Es entfernt nichts aus dem Wasser.
Wie es funktioniert
Auf der Oberfläche des Granulats entstehen im Kontakt mit Wasser laufend mikroskopisch kleine Impfkristalle. Sie lösen sich ab und bieten den gelösten Härtebildnern Calcium und Magnesium eine Ansatzfläche. Der Kalk kristallisiert dann an diesen Keimen zu feinen Schwebeteilchen, statt sich als harter Belag an Rohren, Heizstäben und Armaturen festzusetzen. Der Fachbegriff dafür ist Impfkristall-Verfahren, international Template Assisted Crystallization.
Die Abkürzung CLC wird von den Herstellern unterschiedlich aufgelöst, eine einheitliche Bedeutung gibt es nicht. Für die Funktion spielt das keine Rolle.
Was das für Trinkwasser bedeutet
Die Wasserhärte bleibt unverändert. Eine Analyse zeigt danach denselben Härtegrad wie vorher, und das ist kein Mangel, sondern die Funktionsweise: Calcium und Magnesium bleiben als Mineralstoffe im Wasser, nur ihre Neigung zum Anhaften sinkt. Der Geschmack ändert sich nicht, Chemie wird nicht zugesetzt, nachgefüllt werden muss nichts.
Die Grenzen gehören dazu. Die Wirkung hängt stark von der Zusammensetzung des Eingangswassers, von Temperatur und Durchfluss ab und ist mit einer echten Enthärtung nicht vergleichbar. Und sie wirkt ausschließlich vorbeugend: Vorhandener Kalk im Wasserkocher verschwindet davon nicht.
Geprüft werden solche Geräte nach den DVGW-Arbeitsblättern W 510 für Kalkschutzgeräte in Trinkwasser-Installationen und W 512 für das Prüfverfahren zur Verminderung der Steinbildung. Ein Hersteller, der keine dieser Prüfungen vorlegt, hat die Wirksamkeit nicht nachgewiesen.
Abgrenzung
Gegen den Ionentauscher: Der tauscht Calcium und Magnesium gegen Natrium und senkt die gemessene Härte. CLC tauscht nichts. Gegen die Entkalkung mit Säure: Die entfernt vorhandene Ablagerungen, CLC verhindert neue. Gegen EM-Keramik: ebenfalls ein Zusatz und kein Filter, aber ohne beschreibbaren physikalischen Wirkmechanismus.
Filtereinsätze mit CLC
Der Alvito ABF Primus CLC kombiniert den Aktivkohleblock mit CLC-Granulat und EM-Keramik. Daneben steckt CLC in Pflegemitteln für Spül- und Waschmaschinen.
Quellen
- DVGW-Arbeitsblatt W 510 - Kalkschutzgeräte in Trinkwasser-Installationen
- DVGW-Arbeitsblatt W 512 - Verfahren zur Prüfung von Wasserbehandlungsanlagen zur Verminderung der Steinbildung
- Herstellerangaben Alvito zum Filtereinsatz ABF Primus CLC
Verwandte Begriffe
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