1 Definition: Was ist demineralisiertes Wasser?
Demineralisiertes Wasser ist Wasser, welchem alle vorkommenden Ionen und Salze entzogen wurden. Dieser Vorgang ändert die Eigenschaften des Wassers grundlegend, denn die Mineralien in der Flüssigkeit sorgen in der Regel für einen neutralen pH-Wert von 7.
Sind diese Elemente nicht mehr vorhanden, dann haben Sie es mit einem Wasser zu tun, welches über einen veränderten und leicht sauren pH-Wert von 5 verfügt.
2 Herstellung: Destillation und Ionenaustausch
In der Regel wird demineralisiertes Wasser aus einfachem Leitungswasser gewonnen. Dieses wird unter Einsatz einer großen Menge Energie und Kühlwasser destilliert – ein entsprechend kostspieliges Verfahren. In einem Dampfer wird das Wasser erhitzt, bis es verdampft und anschließend in einem Kondensator wieder dem flüssigen Zustand zugeführt. Die Mineralien und Salze bleiben dabei zurück. Dieser Vorgang kann beliebig oft wiederholt werden, sodass am Ende keine Zusatzstoffe mehr zurückbleiben.
Alternativ kommt ein Ionenaustauschverfahren zum Einsatz: Im Leitungswasser werden dabei zum Beispiel Calcium-Kationen gegen Natrium-Kationen ausgetauscht – das Wasser ist im Anschluss weniger kalkhaltig.
3 Abgrenzung zu destilliertem und zu Osmosewasser
Das destillierte Wasser wird ebenfalls aus normalem Leitungs- oder Quellwasser gewonnen, aber gänzlich von Ionen, Spurenelementen und etwaigen Verunreinigungen befreit. Gewonnen wird dieses Wasser ausschließlich durch Destillation. Grundsätzlich ist die Herstellungsart ähnlich, unterscheidet sich aber im Aufwand: Im demineralisierten Wasser werden die Salze durch Verdampfen abgespalten. Destilliertes Wasser ist in der Herstellung kostenintensiver als demineralisiertes Wasser, weshalb Letzteres häufiger zum Einsatz kommt. Im Gegensatz zum destillierten Wasser ist bei demineralisiertem Wasser jedoch keine absolute Keimfreiheit garantiert.
Mit und ohne Mineralien
Auch Umkehrosmose-Wasser (Osmosewasser) zählt zu den stark mineralstoffreduzierten Wässern. Hierbei presst eine Membran das Wasser unter Druck durch feinste Poren und hält so einen Großteil der gelösten Stoffe – Schadstoffe wie auch Mineralien – zurück. Als Aufbereitungsverfahren gilt die Umkehrosmose als eine der wirksamsten Methoden überhaupt, um gelöste Stoffe nahezu vollständig aus dem Wasser zu entfernen. Genau das führt aber eben auch dazu, dass kaum noch Mineralien im Wasser verbleiben.
Im Einkauf ist demineralisiertes Wasser günstiger als Osmose- oder destilliertes Wasser, da es einfacher und kostengünstiger herzustellen ist.
Wer sein Trinkwasser von Schadstoffen befreien, aber die enthaltenen Mineralien nicht verlieren möchte, ist mit einem Aktivkohle-Wasserfilter besser beraten als mit demineralisiertem oder osmotisch aufbereitetem Wasser. Aktivkohleblock-Filter entfernen Schadstoffe, ohne dem Wasser wichtige Mineralien zu entziehen. Mehr dazu im Vergleich Aktivkohle-Filter vs. Umkehrosmose.
Im Überblick: Leitungswasser, entmineralisiertes, destilliertes und Osmose-Wasser
| Wasserart | Herstellung | Mineraliengehalt | Typische Verwendung |
|---|---|---|---|
| Leitungswasser (ggf. aktivkohlegefiltert) | Kommunale Aufbereitung, optional Filterung am Wasserhahn | Enthält natürliche Mineralien (u. a. Calcium, Magnesium) | Tägliches Trinkwasser |
| Entmineralisiertes Wasser | Ionenaustausch | Nahezu mineralfrei | Haushaltsgeräte, Bügeleisen, technische Anwendungen |
| Destilliertes Wasser | Verdampfung und Kondensation | Praktisch mineral- und keimfrei | Labor, Medizintechnik, Solaranlagen |
| Osmose-Wasser (Umkehrosmose) | Filtration unter Druck durch eine feinporige Membran | Stark reduziert (Schadstoffe wie Mineralien) | Trinkwasseraufbereitung, wenn eine sehr weitgehende Entfernung gelöster Stoffe gewünscht ist |
4 Ist entmineralisiertes Wasser trinkbar?
Ja, in haushaltsüblichen Mengen ist entmineralisiertes Wasser genießbar. Anders als normales Leitungswasser entspricht es allerdings nicht mehr den Indikatorparametern der Trinkwasserverordnung (TrinkwV). Diese schreibt für Trinkwasser einen pH-Wert zwischen 6,5 und 9,5 vor – der abgesenkte pH-Wert von rund 5 bei entmineralisiertem Wasser liegt darunter.
Auch die elektrische Leitfähigkeit, ein Maß für den gelösten Mineral- und Salzgehalt, sinkt durch die Entmineralisierung nahezu auf null. Während die TrinkwV für Leitungswasser einen Grenzwert von 2.790 µS/cm bei 25 °C zulässt. Der Unterschied zu gewöhnlichem Leitungswasser ist also nicht nur geschmacklich, sondern messbar. Entmineralisiertes Wasser enthält praktisch keine Mineralien mehr und kann so nicht mehr dabei helfen, den Mineralhaushalt des Menschen auszugleichen.
Gesund ist demineralisiertes Wasser also nicht unbedingt, in normalen Mengen aber auch nicht ungesund. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist in ihrer Publikation "Nutrients in Drinking-water" darauf hin, dass der dauerhafte, ausschließliche Konsum von mineralarmem oder -freiem Wasser den Elektrolythaushalt des Körpers beeinflussen und insbesondere zu einem verstärkten Verlust von Natrium- und Kaliumionen aus den Körperzellen führen kann.

Gut zu wissen:
Grundsätzlich ist entmineralisiertes Wasser trinkbar, ohne die Gesundheit unmittelbar zu gefährden. Von einer dauerhaften, ausschließlichen Einnahme rät die WHO jedoch ab, da dem Körper wichtige Mineralien entzogen werden können.
5 Anwendungsbereiche
Destilliertes und demineralisiertes Wasser wird häufig im Haushalt verwendet, etwa zur Befüllung von Haushaltsgeräten. Beim Bügeln gelingt es Ihnen mit diesem Wasser, die Kleidung kalkfrei zu halten; auch zur Wartung von Solaranlagen ist dieses Wasser bestens geeignet [1].
6 Häufige Fragen zu entmineralisiertem Wasser
Ist entmineralisiertes Wasser dasselbe wie destilliertes Wasser?
Nein. Beide sind stark mineralstoffreduziert, aber demineralisiertes Wasser entsteht meist per Ionenaustausch und ist günstiger in der Herstellung; destilliertes Wasser wird ausschließlich durch Destillation gewonnen und ist praktisch mineral- und keimfrei.
Darf man entmineralisiertes Wasser trinken?
Ja, in haushaltsüblichen Mengen ist es genießbar. Dauerhaft als alleiniges Trinkwasser eignet es sich aber nicht, da es den Mineralhaushalt des Körpers nicht unterstützt.
Wofür wird entmineralisiertes Wasser typischerweise verwendet?
Vor allem für Haushaltsgeräte wie Bügeleisen und Dampfgarer sowie zur Wartung von Solaranlagen, da es keine Kalkrückstände hinterlässt.
Wie unterscheidet sich entmineralisiertes Wasser von Osmosewasser?
Osmosewasser entsteht durch Filtration unter Druck durch eine feinporige Membran und zählt ebenfalls zu den stark mineralstoffreduzierten Wässern, ist aber aufwendiger und teurer herzustellen als demineralisiertes Wasser.
7 Fazit: Nützlich technisch, ungeeignet als Dauertrinkwasser
Demineralisiertes Wasser eignet sich hervorragend für technische Anwendungen wie Bügeleisen, Dampfgarer oder Solaranlagen, da es keine Kalkrückstände hinterlässt. Getrunken werden kann es in normalen Mengen bedenkenlos, doch als dauerhaftes Trinkwasser füllt es den Mineralhaushalt des Körpers nicht auf und kann ihn bei ausschließlichem, langfristigem Konsum sogar belasten.
Ideal für Bügeleisen, Dampfgarer und Solaranlagen, da keine Kalkrückstände entstehen.
Füllt den Mineralhaushalt nicht auf und kann ihn bei langfristigem, alleinigem Konsum belasten.
Entfernt Schadstoffe aus dem Leitungswasser, ohne die wichtigen Mineralien zu entziehen.
Quellen
- Spektrum Magazin (2003) - Leserfrage: Darf man destilliertes Wasser trinken?
- World Health Organization (2005) - Nutrients in Drinking-water
- Trinkwasserverordnung (TrinkwV), Anlage 3 - Indikatorparameter (pH-Wert, elektrische Leitfähigkeit)

