Der Begriff „Redox“ setzt sich aus den Wörtern „Reduktion“ und „Oxidation“ zusammen, zwei chemische Prozessen, die sich gegenseitig bedingen und zusammen die „Redox-Reaktion“ bilden. Das „Redox-Potenzial“ nennt man nun also die Fähigkeit oder Bereitschaft eines Moleküls, Elektronen abzugeben oder aufzunehmen. Ein negatives Redoxpotenzial bedeutet, dass das Molekül mehr Elektronen und somit mehr Energie enthält.
Trinken Sie Wasser mit Elekronenmangel, was bei normalem Leitungs- bzw. Mineralwasser häufig der Fall ist, muss Ihr Körper dem Wasser zunächst Elektronen zuführen, bevor er es aufnehmen und verwerten kann, was grundsätzlich einen zusätzlichen Energieaufwand bedeutet.
1 Was der rH2-Wert über die Wasserqualität aussagt
Gemessen wird das Redoxpotenzial zunächst in Millivolt (mV), etwa mit einer Redox-Elektrode. Aus diesem Messwert und dem pH-Wert der Probe lässt sich rechnerisch der sogenannte rH2-Wert ableiten, eine logarithmische, vom pH-Wert unabhängige Kennzahl für das Elektronenpotenzial, die vor allem durch den französischen Hydrologen Louis-Claude Vincent und seine „Bioelektronische Terrain-Analyse“ bekannt wurde.
Je niedriger der Wert der Elektronen im Wasser ist, umso höher der rH2-Wert und somit der Grad der Oxidation. Das Problem daran ist, dass durch die fehlenden Elektronen viele sogenannte „freie Radikale“ im Wasser sind, die den Körper schädigen können, da sie dessen Zellen angreifen.
Freie Radikale sind die Hauptursache für Krankheiten im Körper, da sie die fehlenden Elektronen von umliegenden Zellen „stehlen“ und somit das Gewebe schädigen. Umgekehrt hat jedoch Wasser mit einem niedrigen rH2-Wert und somit vielen Elektronen eine stark antioxidative Wirkung, neutralisiert die bereits im Körper befindlichen freien Radikale und ist gut für den Körper.
Aus diesem Grund ist das Redox-Potenzial eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale für Wasser.
Interessant:
Mittels Redoxpotential lässt sich der Grad der antioxidativen Wirkung des Wassers bestimmen. Da die antioxidative Wirkung für den Menschen gut ist, lassen sich somit Rückschlüsse auf die Qualität des Wassers schließen.
2 Oxidatives Wasser
Unbelegten Aussagen zufolge soll der rH2-Wert gesunden Trinkwassers etwa zwischen 22 und 26 rH2 liegen. Leitungswasser und handelsübliches Mineralwasser sollen demnach oft einen Redox-Wert zwischen 30 und 34 rH2 besitzen. Im Handel gibt es bereits einige Geräte, mit denen Sie diesen Wert zu Hause überprüfen können.
Wasser, das stark oxidativ ist, tut zwar Ihrem Körper nicht gut, lässt jedoch auch krankmachenden Bakterien keine Chance, da diese in diesem Milieu nicht gedeihen können. Es sorgt somit für ein sehr steriles Umfeld. Genau dieser Effekt macht das Redoxpotenzial in der Praxis auch außerhalb der Trinkwasserfrage nützlich. In der Schwimmbad- und Wasseraufbereitungstechnik wird der Redox-Wert seit Langem als Kenngröße herangezogen, um die Wirksamkeit einer Desinfektion laufend zu überwachen.
3 Basisches Wasser durch Ionisierung
Um einen Elektronenüberschuss im Wasser zu erhalten, können Sie es in einem Gleichstrom-Dialyse-Apparat aufbereiten. Es wird zu basischem, ionisiertem Wasser, auch Aktivwasser oder Redox-Wasser genannt, besitzt einen Überschuss an basischen Wasserstoff-Ionen und ist mit gelöstem Wasserstoff gesättigt, was ein sehr niedriges Redoxpotenzial erzeugt. Ein verwandtes Konzept aus der Wasserbelebung, bei dem die Struktur des Wassers durch Verwirbelung statt durch Elektrolyse verändert wird, ist die Herstellung von hexagonalem Wasser.
Da basisches Wasser die Reduktion zweier Stoffe verhindert, kann es auch eingesetzt werden, um beispielsweise Rost, der bei der Oxidation von Sauerstoff mit Eisen entsteht, zu verhindern.
4 Zu hohes Redoxpotential - Ist Leitungswasser somit ungenießbar?
Dass das deutsche Leitungswasser eines der am stärksten kontrollierten Lebensmittel sei, wird immer wieder gesagt. Das liegt an den strengen Vorgaben der Trinkwasserverordnung, die zahlreiche mikrobiologische und chemische Grenzwerte vorschreibt. Das mag zwar sein, bedeutet jedoch nicht, dass es in seinem ursprünglichen Zustand Ihrer Gesundheit zuträglich ist.
Freie Radikale und die Belastung durch verschiedene Verunreinigungen sorgen dafür, dass das Wasser aus dem Hahn durchaus schädigend sein kann. Dies ist bei handelsüblichem Mineralwasser allerdings oft nicht anders, da auch bei diesem der Redox-Wert oftmals deutlich zu hoch ist.
Es kann daher sinnvoll sein, Wasser zu filtern und etwas Geld in einen Wasserfilter oder in Verfahren zur Wasserbelebung bzw. Wirbeltechnik zu investieren, die dafür sorgen, dass Sie das Wasser in seiner gesamten Wirkung genießen können.
5 Häufig gestellte Fragen zum Redoxpotenzial
Ist ein niedriges Redoxpotenzial automatisch besser?
Ein niedriges Redoxpotenzial (niedriger rH2-Wert) steht für einen höheren Elektronengehalt und damit für eine stärkere antioxidative Wirkung des Wassers. Ein sehr hohes Redoxpotenzial spricht dagegen für ein stark oxidatives, keimarmes Milieu.
Wie wird der rH2-Wert gemessen?
Der rH2-Wert lässt sich mit speziellen Redoxpotenzial-Messgeräten bestimmen, die auch für den Hausgebrauch erhältlich sind. Sie messen zunächst die elektrische Spannung des Wassers in Millivolt (mV) und errechnen daraus zusammen mit dem gemessenen pH-Wert den rH2-Wert.
Wofür wird das Redoxpotenzial sonst noch genutzt?
Neben der Einschätzung der Wasserqualität dient der Redox-Wert in der Wasseraufbereitung, etwa bei Schwimmbädern, Industrieprozessen und in der Umweltüberwachung, als etablierte technische Kenngröße, um Desinfektions- und Oxidationsvorgänge laufend zu kontrollieren.
6 Fazit
Freie Radikale und Verunreinigungen können Leitungswasser belasten – häufig gilt das ebenso für handelsübliches Mineralwasser. Es kann daher sinnvoll sein, Wasser zu filtern oder mit Wasserbelebung beziehungsweise Wirbeltechnik zu behandeln, um es in seiner gesamten Wirkung zu genießen.
Oft mit hohem Redoxpotenzial (rH2 30–34) und freien Radikalen belastet.
Ionisierung oder Wirbeltechnik erzeugen ein niedrigeres, antioxidatives Redoxpotenzial.
Der Redox-Wert dient auch zur Überwachung von Desinfektionsprozessen in der Wasseraufbereitung.

