Die Lösung liegt bei den gelösten Fremdstoffen im Leitungswasser, die dafür sorgen, dass Strom deutlich besser geleitet wird. Wenn Sie also die leitenden Eigenschaften des Wassers messen, können Sie daran gleichzeitig ablesen, wie viele Stoffe im Wasser gelöst sind.
1 Leitfähigkeit physikalisch erklärt
Die Leitfähigkeit eines Stoffes hängt grundsätzlich davon ab, wie viele frei bewegliche Ladungsträger er in Bezug auf die Höhe des Widerstandes besitzt. Diese Ladungsträger können zum Beispiel locker gebundene oder delokalisierte Elektronen oder Ionen sein.
Im reinen Wasser spaltet sich nur eine sehr kleine Anzahl der Moleküle in positive Wasserstoff-Ionen und negative Hydroxid-Ionen auf, was die Leitfähigkeit sehr gering hält.
Werden dem Wasser allerdings Salze, Säuren oder Basen hinzugefügt, die frei bewegliche Ionen freisetzen können, steigt die Leitfähigkeit an, was beispielsweise im Leitungswasser der Fall ist. Bei diesen Fremdstoffen kann es sich z.B. um Kalk handeln, den Sie an seiner typisch weißen Färbung erkennen und der schädlich für viele Haushaltsgeräte sein kann.
Andere Feststoffe können Salze oder Metalle sein ebenso wie Verunreinigungen oder Schadstoffe. Zur Leitfähigkeit gehört also unweigerlich auch der elektrische Widerstand im Wasser. Je höher dieser ist, desto geringer ist die Leitfähigkeit. Was im Umkehrschluss bedeutet, je niedriger die Leitfähigkeit ist, desto reiner ist in der Regel auch das Wasser.
2 Messbarkeit der Leitfähigkeit
In der Regel wird die Leitfähigkeit des Wassers in Mikrosiemens (µS/cm) oder Millisiemens (mS/cm) gemessen. Grundsätzlich gilt: Je mehr Strom durch die Wasserprobe fließt, umso höher ist die Leitfähigkeit und desto größer auch die Anzahl der Fremdstoffe im Wasser.
Destilliertes Wasser ist mit einer Leitfähigkeit von höchstens 20 µS/cm somit kaum leitfähig, während es im deutschen Leitungswasser etwa 300 bis 800 µS/cm sind. Die Leitfähigkeit steht in der veröffentlichten Trinkwasseranalyse Ihres Versorgers; ein einfaches Leitwertmessgerät zeigt sie auch zu Hause in Sekunden an.
3 Leitfähigkeit verschiedener Wasserarten auf einen Blick
| Wasserart | Leitfähigkeit |
|---|---|
| Destilliertes Wasser | bis 20 µS/cm |
| Deutsches Leitungswasser | ca. 300–800 µS/cm |
| Handelsübliches Mineralwasser | ca. 300 bis über 2.000 µS/cm |
| TrinkwV-Grenzwert (Indikatorparameter) | 2.790 µS/cm bei 25 °C |
| Meerwasser | ca. 50.000 µS/cm (50 mS/cm) |
4 Was sagt die Leitfähigkeit über die Qualität und Trinkbarkeit des Leitungswassers aus?
Die deutsche Trinkwasserverordnung betrachtet den Leitwert des Trinkwassers in erster Linie als Indikatorparameter in Bezug auf eine mögliche korrosive Wirkung des Wassers, damit Leitungen nicht beschädigt werden. Der Grenzwert liegt laut TrinkwV Anlage 3, Nr. 12 bei 2.790 µS/cm bei 25 °C. Handelsübliche Mineralwasser oder deutsches Leitungswasser liegen mit üblichen Werten von 300 bis 1.000 µS/cm deutlich darunter und damit im gesetzlich unbedenklichen Bereich.
Leitfähigkeit und ihr Grenzwert
Allerdings gibt es auch Ansätze, wonach der Leitwert des Wassers einen eigenständigen Einfluss auf dessen Qualität haben soll, losgelöst vom rein rechtlichen Grenzwert. So kam der französische Forscher Prof. Dr. Louis Claude Vincent im Rahmen seiner Bioelektronik-Lehre zu dem Ergebnis, dass der aus seiner Sicht optimale Wert für besonders reines und vom Körper gut aufnehmbares Wasser bei unter 130 µS liegt.
Normales Leitungswasser ist von diesem Wert meist weit entfernt. Diese Einordnung ist eine eigenständige, nicht allgemein anerkannte Betrachtungsweise und ergänzt die gesetzliche Bewertung, ersetzt sie aber nicht.
Nun zu behaupten, dass ein hoher Leitwert allein ein klarer Indikator für die Qualität des Wassers ist, greift zu kurz. Der größte Faktor für die hohe Leitfähigkeit von Leitungswasser sind gelöste Salzionen.
Diese meist anorganischen Wasserinhaltsstoffe liegen dissoziiert als Ionen vor (so z.B. Ca2+, Na+, Mg2+, SO42-, HCO3-, Cl- und NO3-) und leiten besonders gut. Rückstände von Arzneimitteln, Hormonen und Pestiziden hingegen tragen kaum zum Leitwert bei, sodass der Leitwert nur als eine von vielen Kenngrößen für die Wasserqualität herangezogen werden sollte.
5 Welchen Einfluss haben Wasserfilter auf die Leitfähigkeit?
Die beiden gängigsten Verfahren sind das Umkehrosmose-Verfahren und hochwertige Aktivkohle-Blockfilter. Beide könnten im Ergebnis kaum unterschiedlicher auf den Leitwert des Wassers wirken.
Um vor allem Verunreinigungen zu filtern, die zu einer erhöhten Leitfähigkeit beitragen (gelöste Mineralien und Salze), kommen technisch nur Umkehrosmose-Anlagen in Betracht. Bei diesem Verfahren wird das Leitungswasser von nahezu allen sich im Wasser befindlichen Fremdstoffen inklusive gelöster anorganischer Mineralien befreit – die Leitfähigkeit ist danach äußerst gering. Fachlich ist Umkehrosmose damit das wirksamste verfügbare Verfahren, um die Leitfähigkeit spürbar zu senken. Einen ausführlichen Vergleich von Kosten, Wasserverbrauch und Mineralstoffgehalt beider Verfahren finden Sie unter Aktivkohle oder Umkehrosmose.
Leitungswasser-Wasserfilter hingegen entnehmen sehr zuverlässig Schwermetalle, Pestizide, Medikamentenrückstände, Chlor und viele weitere organische Stoffe aus dem Wasser, belassen allerdings komplett alle gelösten Mineralien im Wasser (hierzu gehört übrigens auch Kalk). Daher dürfte sich der Leitwert im Ergebnis kaum verändern, das gefilterte Wasser aber deutlich sauberer sein. Die Belastung am Entnahmepunkt sinkt damit, ganz gleich, ob vorher gemessen wurde.
Da Wasser ohne Mineralien wie bei der Umkehrosmose einen sauren pH-Wert besitzt und für viele Menschen nicht bekömmlich ist, werden heutzutage nachträglich oftmals Mineralien hinzugefügt.
6 Häufig gestellte Fragen zur Leitfähigkeit von Wasser
Bedeutet eine hohe Leitfähigkeit, dass Wasser ungesund ist?
Nicht zwangsläufig. Der Leitwert ist in der Trinkwasserverordnung ein reiner Indikatorparameter für die korrosive Wirkung des Wassers auf Rohrleitungen, kein Gesundheitsgrenzwert. Er korreliert vor allem mit dem Gehalt an gelösten Mineralien und damit auch mit der Wasserhärte. Schadstoffe wie Arzneimittelrückstände oder Pestizide, die gesundheitlich relevant sein können, tragen dagegen kaum zur Leitfähigkeit bei und lassen sich daran nicht ablesen.
Ist eine niedrige Leitfähigkeit automatisch besser?
Auch das lässt sich nicht pauschal beantworten. Sehr mineralarmes Wasser mit entsprechend niedrigem Leitwert, wie es beispielsweise bei der Umkehrosmose entsteht, hat oft einen sauren pH-Wert und wird von vielen Menschen als weniger bekömmlich empfunden, weshalb es meist nachträglich remineralisiert wird. Ein niedriger Leitwert allein ist daher kein Qualitätsmerkmal, sondern nur eine von mehreren Kenngrößen.
Wie senke ich die Leitfähigkeit meines Leitungswassers?
Nur Verfahren, die gelöste Mineralien und Salze aus dem Wasser entfernen, senken den Leitwert spürbar – allen voran die Umkehrosmose. Einen ausführlichen Vergleich zu Kosten, Wasserverbrauch und Mineralstoffgehalt finden Sie unter Aktivkohle oder Umkehrosmose.
Verändert ein Aktivkohle-Wasserfilter die Leitfähigkeit meines Wassers?
Kaum. Aktivkohle-Blockfilter entziehen dem Wasser gezielt Schwermetalle, Pestizide, Medikamentenrückstände und Chlor, lassen die gelösten Mineralien jedoch nahezu vollständig im Wasser. Der Leitwert bleibt dadurch weitgehend unverändert, während das Wasser spürbar sauberer wird.
7 Fazit
Der Leitwert des Wassers und sein Gegenwert, der Widerstand, haben einen Einfluss auf die Qualität des Wassers, doch pauschale Aussagen geben kein klares Bild. Daher sollte der Messwert immer nur als Teil einer ganzheitlichen Betrachtung dienen.
Liegt bei 300 bis 800 µS/cm – weit unter dem TrinkwV-Grenzwert von 2.790 µS/cm.
Senkt den Leitwert am stärksten, entfernt dabei aber auch die Mineralien.
Entfernt Schadstoffe, Mineralien und Leitwert bleiben weitgehend erhalten.
Wer sein Leitungswasser gezielt von Schwermetallen, Pestiziden, Medikamentenrückständen und Chlor befreien möchte, ohne die natürlichen Mineralien und damit einen Teil der Leitfähigkeit zu verlieren, findet in unseren Aktivkohle-Blockfiltern eine geeignete Lösung. Mehr zur allgemeinen Trinkwasserqualität in Deutschland lesen Sie in unserem Artikel Ist Leitungswasser gesund?
Quellen
- Trinkwasserverordnung (TrinkwV), Anlage 3, Nr. 12 - gesetze-im-internet.de
- NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) - Parameterblatt Elektrische Leitfähigkeit

