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Mineralien - Welche Bedeutung haben sie im Trinkwasser?

Leitungswasser enthält je nach Region oft mehr Mineralien als handelsübliche Mineralwässer – laut Stiftung Warentest lieferte 2019 jede vierte Probe mehr als 500 mg Mineralstoffe pro Liter. Calcium und Magnesium daraus werden laut Studien genauso gut aufgenommen wie aus Milch oder Vollkornbrot. Ein Aktivkohlefilter belässt die Mineralien im Wasser, eine Umkehrosmose-Filterung entfernt sie weitgehend.

Marco FabianZuletzt aktualisiert am ca. 7 Min. Lesezeit5 Quellen
„Mineralien“ als Titeltext über laufendem Wasserhahn und blauen Reagenzgläsern im Labor

1 Wie kommen Mineralien in unser Trinkwasser?

Wasser enthält Mineralstoffe, die als mineralische Salze oder anorganische Mineralien im Wasser gelöst sind. Diese werden auf der Wanderung des Wassers durch Erdschichten und Gesteine aufgenommen. Hierbei gilt, je wärmer das Wasser, desto mehr Mineralien können aus dem Boden gelöst werden.

Wie viele Mineralstoffe im Wasser gelöst sind, hängt von vielen Faktoren ab. So spielen Temperatur und Fließgeschwindigkeit genauso eine Rolle wie die Zeit, die das Wasser hat, um die Mineralstoffe aufzunehmen. Unter anderem deshalb unterscheidet sich Leitungswasser von Region zu Region so stark.

2 Welche Mineralien sind besonders wichtig?

Für Ernährung und Gesundheit des Menschen sind mehrere Mineralstoffe besonders wichtig. Im Trinkwasser sind davon meist die folgenden anzutreffen:

  • Kalzium kommt im menschlichen Organismus am häufigsten vor und ist ein elementarer Bestandteil unserer Knochen und Zähne.
  • Magnesium ist der zweithäufigste Mineralstoff unseres Körpers und essentiell für die Aktivierung von Enzymen und die Funktion von Muskel- und Nervenzellen. Dies ist wichtig für Herz und Kreislauf.
  • Kalium sorgt für den Flüssigkeitshaushalt von Körperzellen und ist besonders wichtig für Herz- und Muskeltätigkeit.
  • Des Weiteren unterstützt auch Natrium mit Kalium zusammen unseren Flüssigkeitshaushalt. Zusätzlich ist es wichtig für Nerven- und Muskelfunktion. Im Zusammenspiel mit Chlorid (als Natriumchlorid, auch bekannt als Kochsalz) reguliert es zusätzlich unseren Säure-Basen-Haushalt.
  • Eisen als häufigstes Spurenelement in unserem Körper ist verantwortlich für Blutbildung und Energiestoffwechsel.
  • Sulfat ist eine natürliche Schwefelverbindung und gelangt vor allem aus gipshaltigem Gestein ins Wasser; in höheren Mengen gibt es ihm einen leicht bitteren Geschmack.

Je nach Region und deren geographischer Zusammensetzung kann auch das aus tieferen Erdschichten gewonnene Grundwasser, welches zur Leitungswasseraufbereitung verwendet wird, sehr mineralreich sein.

Wie viel benötigt der Körper täglich?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt für gesunde Erwachsene folgende Richtwerte für die tägliche Zufuhr über die gesamte Ernährung vor – Trinkwasser deckt davon je nach Region nur einen kleinen bis mittleren Teil:

Mineralstoff DGE-Referenzwert pro Tag (Erwachsene)
Calcium 1.000 mg
Magnesium 300 mg (Frauen) / 350 mg (Männer)
Kalium 4.000 mg
Natrium 1.500 mg (Schätzwert)
Eisen 11 mg (Männer) / 14–16 mg (Frauen)

Für Sulfat gibt es dagegen keinen DGE-Referenzwert, da bislang kein Bedarf in einer bestimmten Höhe wissenschaftlich belegt ist.

3 Mineralwasser oder Leitungswasser

Viele Menschen greifen lieber auf Mineralwasser zurück, als Leitungswasser zu trinken, da sie glauben, dass Mineralwasser mehr Mineralstoffe enthält. Bis vor ein paar Jahren war dies auch der Fall. Mittlerweile hat die EU das Gesetz jedoch aufgehoben, dass Mineralwasser besonders mineralstoffreich sein muss. Deshalb ist in vielen Fällen der Mineralstoffgehalt des Leitungswassers höher als der des Mineralwassers.

Laut Stiftung Warentest lieferte im Trinkwasser-Test 2019 bereits jede vierte Leitungswasserprobe mehr als 500 Milligramm Mineralstoffe pro Liter – während im parallelen Mineralwasser-Test jedes zweite der 52 geprüften Produkte weniger als 500 Milligramm Mineralstoffe pro Liter enthielt.

4 Mineralstoffe aus gesundheitlicher Sicht

Organische Mineralien oder anorganische Mineralien?

Des Weiteren sind einige Experten der Meinung, dass Sie bereits durch Ihre Ernährung genug Mineralien zu sich nehmen und diese nicht durch das Trinkwasser aufnehmen müssen. Hinzu kommt, dass Mineralien in Lebensmitteln "organischen Ursprungs" sind und so viel besser vom Körper aufgenommen werden können.

Mineralien sind per se anorganisch, allerdings liegen sie in Lebensmitteln in erster Linie als organische Verbindungen mit natürlichen Protein- oder Zuckerarten vor (sog. Chelate) und werden somit fälschlicherweise als organisch bezeichnet.

Im Wasser sind sie hingegen rein anorganisch und können somit nicht so effektiv vom Körper verwertet werden. Manche Vertreter alternativer Ernährungslehren bevorzugen deshalb Wasser mit wenig Mineralstoffen. Mineralarmes Wasser schmeckt weicher und neutraler, was manche auch bei Tee und Kaffee schätzen.

Die Diskussion zu Mineralstoffen im Wasser öffnet auch Raum für Ansätze aus der Wasserbelebung: Deren Vertreter fragen weniger nach der Menge der Mineralien als danach, wie das Wasser auf seinem Weg bewegt wird.

Als Vorbild dient ihnen Quellwasser, das frei fließt, verwirbelt und lange mit Gestein in Berührung bleibt. Leitungswasser legt einen anderen Weg zurück: Es steht unter hohem Leitungsdruck, fließt über lange Strecken durch Rohre und wird mitunter chemisch aufbereitet. Wer dieser Idee folgt, bringt das Wasser vor dem Trinken wieder in Bewegung, etwa mit einem Wirbler, der es durch eine spiralförmige Kammer führt.

Exkurs: Fluorid im Trinkwasser

Die frühere Annahme, im Wasser gelöste Mineralien könnten vom Körper kaum aufgenommen werden, gilt mittlerweile als überholt: Ernährungswissenschaftliche Studien (u. a. der Leibniz Universität Hannover) zeigen, dass Calcium und Magnesium aus Mineralwasser vom Körper genauso gut aufgenommen werden wie aus Milch, Vollkornbrot oder Nahrungsergänzungsmitteln. Neben Calcium und Magnesium ist jedoch auch Fluor in Form von gebundenen Salzen als Fluorid im Mineralwasser enthalten.

Während es aus gesundheitlicher Sicht unbedenklich ist, mehr Calcium und Magnesium aufzunehmen, als der Körper benötigt, so kann eine Überdosis an Fluor/Fluorid die Gesundheit negativ beeinflussen. Die Konzentration, ab der Fluorid toxisch wirkt, liegt nur leicht über der optimalen Menge.

5 Wann sind Wasserfilter sinnvoll?

Die Wasserqualität in Deutschland wird nur bis zu den Hausleitungen garantiert, danach liegt die Verantwortung beim Hausbesitzer. Wer sich unsicher ist, wie alt die Leitungen des häuslichen Wassersystems sind und ob diese nicht Schadstoffe und andere Verunreinigungen an das Trinkwasser abgeben, kann auf einen Wasserfilter zurückgreifen.

Wer Wasser mit weniger Mineralstoffen bevorzugt, braucht dafür ein anderes Verfahren als Aktivkohle, denn diese lässt die Mineralien im Wasser. Eine Filterung mittels Umkehrosmose entfernt Mineralien und wirkt damit auch der Kalkbildung entgegen, was bei Haushaltsgeräten zu einer längeren Lebensdauer führen kann – Vitalhelden führt allerdings keine Umkehrosmoseanlagen im Sortiment. Einen Vergleich zu Aktivkohle- und Umkehrosmosefiltern finden Sie auf unserer Vergleichsseite Aktivkohle oder Umkehrosmose.

Bei dem Ionentauscher-Prinzip findet nur eine punktuelle Veränderung statt, indem Kalk beispielsweise durch Natrium ersetzt wird. Der Aktivkohlefilter belässt Mineralien im Wasser.

6 Häufig gestellte Fragen zu Mineralien im Trinkwasser

Enthält Leitungswasser mehr Mineralien als Mineralwasser?

Oft ja: Laut Stiftung Warentest lieferte 2019 bereits jede vierte Leitungswasserprobe mehr als 500 Milligramm Mineralstoffe pro Liter, während jedes zweite der 52 getesteten Mineralwässer weniger als 500 Milligramm pro Liter enthielt.

Deckt Trinkwasser den täglichen Mineralstoffbedarf?

Nein, meist nur einen kleinen bis mittleren Teil. Die DGE empfiehlt Erwachsenen über die gesamte Ernährung zum Beispiel 1.000 mg Calcium und 4.000 mg Kalium täglich.

Sind Mineralien aus Wasser genauso gut verwertbar wie aus der Nahrung?

Studien der Leibniz Universität Hannover zeigen, dass Calcium und Magnesium aus Mineralwasser genauso gut aufgenommen werden wie aus Milch, Vollkornbrot oder Nahrungsergänzungsmitteln.

Kann ein Wasserfilter Mineralien entfernen?

Ja, eine Umkehrosmose-Filterung entfernt Mineralien weitgehend, ein Aktivkohlefilter belässt sie im Wasser.

7 Fazit

Bei der Frage, wie hoch der Mineralstoffgehalt sein soll, gehen die Meinungen stark auseinander. Viele Experten gehen davon aus, dass der Körper die organischen Mineralstoffe aus der Nahrung viel besser verwenden kann als die anorganischen gelösten Mineralien im Trinkwasser.

Bei mineralstoffhaltigem Wasser sollte besonders auf die Konzentration von Fluorid geachtet werden, da eine zu hohe Konzentration schädlich für den Körper sein kann. Wer Mineralien aus dem Wasser filtern möchte, sollte auf spezielle Wasserfilter zurückgreifen. Für punktuelle Filterergebnisse bieten sich Ionentauscher an, bei gänzlicher Filterung das Verfahren der Umkehrosmose oder die Dampfdestillation.

Leitungswasser

Oft mineralreicher als viele Mineralwässer, deckt aber nur einen Teil des Tagesbedarfs.

Fluorid im Blick behalten

Die toxische Schwelle liegt nur leicht über der optimalen Menge.

Aktivkohlefilter

Belässt Mineralien im Wasser, während andere Schadstoffe entfernt werden.

Schadstoffe raus, Mineralien drin?Ein Aktivkohlefilter entfernt Schadstoffe, ohne die natürlichen Mineralien zu entnehmen.

Quellen

Lesetipp:

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Marco Fabian Profilbild

Marco Fabian | Geschäftsführer Vitalhelden GmbH · Trinkwasseraufbereitung seit 2014

Marco Fabian ist Gründer der Vitalhelden GmbH und beschäftigt sich seit 2014 intensiv mit Trinkwasseraufbereitung. In dieser Zeit hat er tausende Haushalte bei der Auswahl passender Filtersysteme begleitet und arbeitet eng mit deutschen Herstellern wie Carbonit und Alvito zusammen.

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