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Natrium im Trinkwasser - Besser natriumarm oder natriumreich?

Bei Bluthochdruck, chronischer Nierenerkrankung oder für Säuglingsnahrung ist natriumarmes Wasser mit unter 20 mg/l empfehlenswert. Gesunde Sportler und Menschen mit niedrigem Blutdruck können dagegen von Wasser mit über 200 mg/l Natrium profitieren. Für die meisten gesunden Erwachsenen spielt der Natriumgehalt des Trinkwassers nur eine untergeordnete Rolle, da der Großteil der Zufuhr aus der Nahrung stammt.

Marco FabianZuletzt aktualisiert am ca. 7 Min. Lesezeit6 Quellen
„Natrium“ als Titeltext neben laufendem Wasserhahn und blauen Reagenzgläsern

1 Was ist Natrium?

Natrium ist ein Alkalimetall, welches natürlich im Trinkwasser vorkommt. Ernährungsphysiologisch gehört es zu den Mengenelementen und ist somit essenziell für Ihren Körper. Sie sind also auf eine regelmäßige Natriumzufuhr angewiesen. Natrium liegt in Lebewesen in Form von Na+-Ionen vor.

Durch seine hohe Reaktionsfreudigkeit kommt es nicht elementar, also in reiner Form als Na+, sondern stets in Verbindung als Natriumsalz vor. Die gängigste Form ist das Natriumchlorid (NaCl), allgemein bekannt unter dem Begriff „Kochsalz" oder einfach „Salz". Des Weiteren kommt es ebenfalls natürlich im Erdgestein vor. Es wird aus dem umliegenden Gestein gelöst und gelangt so in das Grundwasser.

2 Gesundheitliche Relevanz

Natrium ist als Mengenelement essenziell für Ihren Körper und die Gesundheit und muss mit der Nahrung aufgenommen werden. Der Natriumgehalt des Körpers hängt stark mit der Regulierung des Wasserhaushaltes zusammen. Auch für die Zellerhaltung und die Regulierung des Blutdrucks ist Natrium verantwortlich. Weiterhin ist es an der Entstehung und Weiterleitung von Nervenimpulsen beteiligt und somit besonders für Ihre motorischen Fähigkeiten von Bedeutung.

3 Empfohlene Verzehrmengen von Natrium

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat ihre Referenzwerte für Natrium 2017 aktualisiert: Der aktuelle Schätzwert für eine angemessene Zufuhr liegt bei 1.500 mg Natrium pro Tag für Erwachsene, was in etwa 3,8 g Kochsalz entspricht. Als Orientierungswert für die Obergrenze gilt weiterhin eine Kochsalzzufuhr von 6 g pro Tag. Ein Mangel an Natrium ist nur in Extremfällen durch häufiges Erbrechen oder starkes Schwitzen möglich.

Die angemessene Zufuhr von 1.500 mg Natrium erreichen Sie theoretisch bereits durch das Trinken von 7,5 Litern natriumhaltigem Wasser (Grenzwert 200 mg/l) – im Alltag stammt Natrium aber überwiegend aus fester Nahrung, nicht aus dem Trinkwasser.

4 Gesundheitliche Folgen einer Überversorgung

Der Natriumgehalt der Zellen wird über den Wasserhaushalt des Körpers reguliert: überschüssiges Natrium scheiden Sie über die Nieren mit dem Urin oder mit dem Schweiß aus. Haben Sie jedoch eine Empfindlichkeit gegenüber Natrium oder leiden unter Diabetes oder einer chronischen Nierenerkrankung, kann eine Überversorgung mit Natrium zu gesundheitlichen Problemen führen.

Im Allgemeinen wird Ihnen dann eine Reduzierung der Kochsalzaufnahme (und somit der Natriumaufnahme) empfohlen, da Kochsalz in diesen Fällen das Auftreten von Bluthochdruck und entsprechenden Folgeerkrankungen begünstigen kann. Durch die erhöhte Wasserabgabe über die Nieren scheiden Sie außerdem immer Calcium mit aus, was langfristig das Risiko für Osteoporose steigern kann.

Überdosierung:

Laut der repräsentativen DEGS1-Studie des Robert Koch-Instituts (2008–2011) liegt der durchschnittliche Salzkonsum in Deutschland bei rund 8,3 g/Tag (Frauen) bzw. 9,9 g/Tag (Männer) – deutlich über dem DGE-Orientierungswert von 6 g. Hauptquellen für die erhöhte Aufnahme sind Fertigprodukte und verarbeitete tierische Produkte wie Wurst- und Käsewaren, jedoch kann das Trinkwasser bei Ihrer Natriumaufnahme ebenfalls eine Rolle spielen.

5 Natriumgehalt im Mineralwasser

Grundsätzlich gilt Trinkwasser als natriumarm. Natürliche Mineralwässer können jedoch einen hohen Natriumgehalt aufweisen. Normalerweise erfolgt die Angabe in Milligramm, bei einem stark erhöhten Natriumgehalt ist allerdings eine Angabe in Gramm möglich.

1.500 mgDGE-Schätzwert für die tägliche Natriumzufuhr
<20 mg/lGrenze für „natriumarmes" Wasser
>200 mg/lGrenze für „natriumhaltiges" Wasser

Achten Sie bei der Wahl des Trinkwassers also auf die Gewichtseinheit. Als „natriumhaltig" gekennzeichnetes Trinkwasser enthält mehr als 200 mg/l Natrium. Finden Sie die Kennzeichnung „Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" oder „Geeignet für eine natriumarme Ernährung" auf dem Etikett, beträgt der Natriumgehalt weniger als 20 mg/l.

6 Natriumgehalt im Leitungswasser

Wenn Sie sich über den Natriumgehalt Ihres Leitungswassers informieren möchten, können Sie dies über Ihre örtlichen Stadtwerke tun. Da der Natriumgehalt im Wasser von Region zu Region schwankt, ist es nicht möglich, eine einheitliche Aussage über den Gehalt im Leitungswasser zu treffen.

Woher das Natrium wirklich kommt

Eine Scheibe Graubrot50 g, rund 270 mg Natrium
18 % des Tagesbedarfs
Zwei Liter Leitungswasserbei 12 mg/l
1,6 %
Grenzwert NatriumTrinkwasserverordnung
200 mg/l — zwei Liter wären 27 %
Schätzwert für die Natriumzufuhr Erwachsener: 1.500 mg am Tag, Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Natriumgehalt von Roggenmischbrot nach Souci/Fachmann/Kraut, umgerechnet auf eine Scheibe von 50 g. Natriumgehalte im Leitungswasser nach Trinkwasseranalysen der Versorger, typisch 6 bis 50 mg/l. Grenzwert Natrium 200 mg/l nach Trinkwasserverordnung Anlage 3.

Nützlich:

Grundsätzlich gilt Leitungswasser als nicht natriumreich. Aktuelle Werte können Sie in der Regel auf der Internetpräsenz der örtlichen Stadtwerke einsehen oder erfragen. Aktivkohle-Blockfilter, wie sie Vitalhelden anbietet, entfernen gezielt Schadstoffe, verändern aber den natürlichen Mineraliengehalt inklusive Natrium nicht – zur Einordnung Ihres individuellen Natriumgehalts hilft daher allein Ihr örtlicher Wasserversorger.

7 Natrium durch Wasserenthärtungsanlagen

Eine zusätzliche Natriumquelle im Haushalt können Wasserenthärtungsanlagen auf Ionenaustausch-Basis sein: Sie tauschen die härtebildenden Calcium- und Magnesium-Ionen gegen Natrium-Ionen aus und können den Natriumgehalt des Trinkwassers dadurch spürbar erhöhen – die Verbraucherzentrale NRW nennt eine erhöhte Natriumbelastung ausdrücklich als mögliche Folge solcher Anlagen; der Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 200 mg/l gilt dabei auch für enthärtetes Wasser.

Aktivkohle-Blockfilter, wie sie Vitalhelden anbietet, funktionieren nach einem anderen Prinzip: Sie filtern gezielt Schadstoffe heraus, tauschen aber keine Ionen aus und verändern den Natriumgehalt des Wassers folglich nicht.

8 Wer sollte natriumarmes Trinkwasser wählen?

Leiden Sie unter hohem Blutdruck, einem chronischen Nierenleiden oder einer Unterfunktion der Niere wird empfohlen, dass Sie auf natriumarmes Trinkwasser zurückgreifen. Da auch Diabetiker zu Bluthochdruck neigen, sollten diese ebenfalls natriumarmes Wasser bevorzugen. Auch zur Zubereitung von Säuglingsnahrung wird natriumarmes Trinkwasser empfohlen.

9 Für wen empfiehlt sich natriumhaltiges Trinkwasser?

Wenn Sie Probleme mit niedrigem Blutdruck haben, können Sie mit einer erhöhten Kochsalzaufnahme die Flüssigkeitsmenge im Blut erhöhen. Natrium bindet Wasser im Körper und so auch in den Blutgefäßen. Dies führt zur Blutdruckerhöhung.

Sind Sie beispielsweise Sportler ist natriumhaltiges Wasser eine Möglichkeit, Ihren Natriumspiegel im Körper aufrecht zu erhalten. Auch im Sommer wird aufgrund der erhöhten Schweißproduktion eine erhöhte Natriumaufnahme empfohlen. Ob die Wahl zu natriumhaltigem Trinkwasser für Sie jedoch sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal beantworten.

10 Häufige Fragen zu Natrium im Trinkwasser

Ab welchem Wert gilt Wasser als natriumarm?

Als natriumarm gilt Wasser mit weniger als 20 mg/l Natrium – erkennbar an der Kennzeichnung „Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" oder „Geeignet für eine natriumarme Ernährung".

Ab welchem Wert gilt Wasser als natriumhaltig?

Als „natriumhaltig" gekennzeichnetes Wasser enthält mehr als 200 mg/l Natrium.

Erhöhen Wasserenthärtungsanlagen den Natriumgehalt?

Ja. Ionenaustausch-Anlagen tauschen Calcium und Magnesium gegen Natrium und können den Natriumgehalt des Trinkwassers dadurch spürbar erhöhen – der Grenzwert von 200 mg/l gilt auch für enthärtetes Wasser.

Verändert ein Aktivkohlefilter den Natriumgehalt?

Nein. Aktivkohle-Blockfilter entfernen gezielt Schadstoffe, tauschen aber keine Ionen aus und verändern den natürlichen Natriumgehalt des Wassers nicht.

11 Fazit

Der Natriumverzehr in Deutschland gilt als zu hoch. Bei der Wahl des Trinkwassers sollten Sie besonders dann auf eine natriumarme Alternative zurückgreifen, wenn Sie natriumempfindlich sind oder bereits unter Bluthochdruck leiden.

Über eine erhöhte Natriumaufnahme über das Leitungswasser kann eine Auskunft bei den örtlichen Stadtwerken aufklären.

Die meisten Erwachsenen

Der Natriumgehalt des Trinkwassers spielt kaum eine Rolle, da Natrium überwiegend über die Nahrung aufgenommen wird.

Bluthochdruck, Nieren, Säuglinge

Natriumarmes Wasser unter 20 mg/l ist die empfehlenswerte Wahl.

Sportler, niedriger Blutdruck

Natriumreicheres Wasser über 200 mg/l kann von Vorteil sein.

Fragen zu Ihrem Trinkwasser?Ein Aktivkohle-Blockfilter entfernt gezielt Schadstoffe und verändert dabei den natürlichen Mineraliengehalt inklusive Natrium nicht.

Quellen

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Marco Fabian Profilbild

Marco Fabian | Geschäftsführer Vitalhelden GmbH · Trinkwasseraufbereitung seit 2014

Marco Fabian ist Gründer der Vitalhelden GmbH und beschäftigt sich seit 2014 intensiv mit Trinkwasseraufbereitung. In dieser Zeit hat er tausende Haushalte bei der Auswahl passender Filtersysteme begleitet und arbeitet eng mit deutschen Herstellern wie Carbonit und Alvito zusammen.

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