Typische Auslöser von Fäkalbakterien im Trinkwasser sind:
- Viehweiden
- veraltete Sanitäranlagen
- Hochwasser
- defekte oder ineffiziente Abwasserkanäle
- Biofilme auf Wasserleitungen
- Überreste toter Tiere wie Ratten
- sowie Leitungen, die nach einem langen Stillstand wieder aktiviert wurden
Fließt das Wasser in den Leitungen zu schnell, kann dies ebenfalls dazu beitragen, dass Darmbakterien ins Trinkwasser gelangen. Die Ursache besteht hier darin, dass sich durch die hohe Fließgeschwindigkeit die Biofilme in den Leitungen lösen können. Typische Fäkalbakterien sind Bakterien der Gattung Escherichia coli (E. coli), coliforme Bakterien im Wasser und Enterokokken im Wasser.
1 Warum sind Fäkalbakterien so gefährlich?
Im Gegensatz zu den meisten anderen Keimen, die von der deutschen Gesetzgebung bis zu einer gewissen Anzahl als unvermeidlich und harmlos toleriert werden, gibt es für die Fäkalbakterien vom Typ E. coli in der aktuell gültigen Trinkwasserverordnung von 2023 keinen Spielraum, das heißt Kolibakterien dürfen überhaupt nicht im Trinkwasser enthalten sein [1].
Konkret gilt gemäß Trinkwasserverordnung (Anlage 1, Teil I) sowohl für E. coli als auch für Enterokokken ein Grenzwert von 0 je 100 Milliliter Trinkwasser (Anzahl/100 ml) – bereits ein einziger Nachweis gilt damit als Grenzwertüberschreitung [1].
Die Trinkwasserkommission des Bundesministeriums für Gesundheit stellt klar, dass „das Vorkommen coliformer Bakterien (…) immer eine unerwünschte Belastung des Trinkwasser darstellt“ und diese Bakterien „deutlich kritischer einzuschätzen sind als zum Beispiel der alleinige Nachweis erhöhter Koloniezahlen“.
2 Typische Krankheiten und Infektionen durch E. coli
Coliforme Bakterien seien Indikatoren für fäkale Verschmutzungen, aber auch für nicht-fäkale Verunreinigungen im Trinkwasser. Außerdem hätten eine gefährliche Neigung zur Antibiotikaresistenz. Besonders gefährlich seien sie für Menschen mit geschwächtem Immunsystem und sie könnten eine „Vielzahl von Infektionen“ auslösen:
- Septikämien
- Lungenentzündungen
- katheterassoziierte Infektionen
- Wundinfektionen
Die Trinkwasserkommission nannte bestimmte coliforme Bakterien, die sie als besonders gefährlich einstuft [2]:
- Serratia-Spezies
- Klebsiella-Spezies
- Citrobacter-Spezies
- Enterobacter-Spezies
Typische Erkrankungen durch E. Coli Bakterien können sein:
- Harnwegsinfektionen
- Darminfektionen (zum Beispiel Durchfall)
- Blutvergiftungen
- invasive Infektionen
- andere Infektionen
3 Extreme Mutationsgefahr
Die Gattungen der E coli Bakterien mit dem Namen EHEC, ETEC, EPEC und EIEC wurden in den Medien als „Killerbakterien“ geführt, weil die durch sie ausgelösten Erkrankungen besonders schwerwiegend waren. Allein der E.-coli-Typ ETEC verursacht laut WHO weltweit rund 220 Millionen Durchfallfälle pro Jahr, davon mehrere Zehntausend Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren in einkommensschwachen Ländern [4].
Nicht nur Viren, sondern auch Bakterien können also mutieren. Nach einer portugiesischen Studie mutieren E. coli Bakterien sogar 1.000 mal häufiger als ursprünglich angenommen [3].
4 Häufige Fragen zu Fäkalbakterien
Kann man Fäkalbakterien im Wasser abkochen?
Ja. Mindestens drei Minuten sprudelndes Kochen tötet E. coli und die meisten anderen Bakterien zuverlässig ab. Aus diesem Grund sprechen Gesundheitsämter bei einer nachgewiesenen Verunreinigung häufig ein befristetes Abkochgebot aus.
Wie erkenne ich Fäkalbakterien im Trinkwasser?
Fäkalbakterien sind weder sicht- noch riechbar. Der Nachweis erfolgt mikrobiologisch im Labor. Wasserversorger sind gesetzlich zu regelmäßigen Kontrollen verpflichtet und müssen Verbraucher bei einer Grenzwertüberschreitung informieren.
5 Fazit: Grenzwert null und im Zweifel abkochen
Für Fäkalbakterien wie E. coli gilt in der Trinkwasserverordnung ein Grenzwert von 0 je 100 Milliliter – ein einziger Nachweis gilt bereits als Überschreitung. Da sich die Bakterien weder sehen noch riechen lassen, zählen die Kontrollen des Versorgers und im Zweifel das Abkochen; ein hochwertiger Aktivkohle-Blockfilter mit feiner Porenstruktur hält Bakterien zusätzlich in der Küche zurück, ob vorher gemessen wurde oder nicht.
Für E. coli und Enterokokken gilt ein Grenzwert von 0 je 100 Milliliter.
Fäkalbakterien sind weder sicht- noch riechbar; der Versorger muss über jeden Befund informieren.
Mindestens drei Minuten Abkochen tötet die Bakterien zuverlässig ab.
Quellen
- Trinkwasserverordnung - aktuelle Fassung (2023)
- Umweltbundesamt (2009) - Empfehlung zu Coliforme Bakterien im Trinkwasser
- EU Kommission (2007) - Bakterien mutieren viel häufiger als bisher angenommen
- WHO (2023) - Enterotoxigenic Escherichia coli (ETEC)
- Coliforme Bakterien im Trinkwasser: Risiken erkennen und beseitigen
- Enterokokken im Trinkwasser: Ursachen, Risiken & Lösungen
- Trinkwassergrenzwerte & Trinkwasserverordnung 2023
- Wasserfilter gegen Bakterien und Keime – Effektiver Trinkwasser-Schutz
- Rost im Trinkwasser: Ursachen, Gefahren & Lösungen
- Natrium im Trinkwasser - Besser natriumarm oder natriumreich?

