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Was sind Fäkalbakterien?

Fäkalbakterien wie E. coli, coliforme Bakterien und Enterokokken gelangen etwa über Viehweiden, defekte Abwasserkanäle oder gelöste Biofilme ins Trinkwasser. Für E. coli und Enterokokken gilt ein Grenzwert von null je 100 Milliliter, schon ein Nachweis gilt als Überschreitung. Mindestens drei Minuten Abkochen tötet die Erreger zuverlässig ab, nachweisbar sind sie nur durch eine Laboranalyse.

Marco FabianZuletzt aktualisiert am ca. 4 Min. Lesezeit4 Quellen
Kuhfladen auf einer Wiese als typische Eintragsquelle für Fäkalbakterien ins Grundwasser

Typische Auslöser von Fäkalbakterien im Trinkwasser sind:

  • Viehweiden
  • veraltete Sanitäranlagen
  • Hochwasser
  • defekte oder ineffiziente Abwasserkanäle
  • Biofilme auf Wasserleitungen
  • Überreste toter Tiere wie Ratten
  • sowie Leitungen, die nach einem langen Stillstand wieder aktiviert wurden

Fließt das Wasser in den Leitungen zu schnell, kann dies ebenfalls dazu beitragen, dass Darmbakterien ins Trinkwasser gelangen. Die Ursache besteht hier darin, dass sich durch die hohe Fließgeschwindigkeit die Biofilme in den Leitungen lösen können. Typische Fäkalbakterien sind Bakterien der Gattung Escherichia coli (E. coli), coliforme Bakterien im Wasser und Enterokokken im Wasser.

E-Coli-Bakterien sind in jedem Darm natürlicherweise vorhanden
Per se sind die E-Coli-Bakterien nicht schädlich, sie sind sogar in unserem Darm vorhanden. @cgtoolbox / istockphoto.com

1 Warum sind Fäkalbakterien so gefährlich?

Im Gegensatz zu den meisten anderen Keimen, die von der deutschen Gesetzgebung bis zu einer gewissen Anzahl als unvermeidlich und harmlos toleriert werden, gibt es für die Fäkalbakterien vom Typ E. coli in der aktuell gültigen Trinkwasserverordnung von 2023 keinen Spielraum, das heißt Kolibakterien dürfen überhaupt nicht im Trinkwasser enthalten sein [1].

Konkret gilt gemäß Trinkwasserverordnung (Anlage 1, Teil I) sowohl für E. coli als auch für Enterokokken ein Grenzwert von 0 je 100 Milliliter Trinkwasser (Anzahl/100 ml) – bereits ein einziger Nachweis gilt damit als Grenzwertüberschreitung [1].

Die Trinkwasserkommission des Bundesministeriums für Gesundheit stellt klar, dass „das Vorkommen coliformer Bakterien (…) immer eine unerwünschte Belastung des Trinkwasser darstellt“ und diese Bakterien „deutlich kritischer einzuschätzen sind als zum Beispiel der alleinige Nachweis erhöhter Koloniezahlen“.

2 Typische Krankheiten und Infektionen durch E. coli

Coliforme Bakterien seien Indikatoren für fäkale Verschmutzungen, aber auch für nicht-fäkale Verunreinigungen im Trinkwasser. Außerdem hätten eine gefährliche Neigung zur Antibiotikaresistenz. Besonders gefährlich seien sie für Menschen mit geschwächtem Immunsystem und sie könnten eine „Vielzahl von Infektionen“ auslösen:

  • Septikämien
  • Lungenentzündungen
  • katheterassoziierte Infektionen
  • Wundinfektionen

Die Trinkwasserkommission nannte bestimmte coliforme Bakterien, die sie als besonders gefährlich einstuft [2]:

  • Serratia-Spezies
  • Klebsiella-Spezies
  • Citrobacter-Spezies
  • Enterobacter-Spezies

Typische Erkrankungen durch E. Coli Bakterien können sein:

  • Harnwegsinfektionen
  • Darminfektionen (zum Beispiel Durchfall)
  • Blutvergiftungen
  • invasive Infektionen
  • andere Infektionen
Baktieren sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen
Die Bakterien sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen und werden erst unter dem Mikroskop sichtbar. @Manjurul / istockphoto.com

3 Extreme Mutationsgefahr

Die Gattungen der E coli Bakterien mit dem Namen EHEC, ETEC, EPEC und EIEC wurden in den Medien als „Killerbakterien“ geführt, weil die durch sie ausgelösten Erkrankungen besonders schwerwiegend waren. Allein der E.-coli-Typ ETEC verursacht laut WHO weltweit rund 220 Millionen Durchfallfälle pro Jahr, davon mehrere Zehntausend Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren in einkommensschwachen Ländern [4].

Nicht nur Viren, sondern auch Bakterien können also mutieren. Nach einer portugiesischen Studie mutieren E. coli Bakterien sogar 1.000 mal häufiger als ursprünglich angenommen [3].

4 Häufige Fragen zu Fäkalbakterien

Kann man Fäkalbakterien im Wasser abkochen?

Ja. Mindestens drei Minuten sprudelndes Kochen tötet E. coli und die meisten anderen Bakterien zuverlässig ab. Aus diesem Grund sprechen Gesundheitsämter bei einer nachgewiesenen Verunreinigung häufig ein befristetes Abkochgebot aus.

Wie erkenne ich Fäkalbakterien im Trinkwasser?

Fäkalbakterien sind weder sicht- noch riechbar. Der Nachweis erfolgt mikrobiologisch im Labor. Wasserversorger sind gesetzlich zu regelmäßigen Kontrollen verpflichtet und müssen Verbraucher bei einer Grenzwertüberschreitung informieren.

5 Fazit: Grenzwert null und im Zweifel abkochen

Für Fäkalbakterien wie E. coli gilt in der Trinkwasserverordnung ein Grenzwert von 0 je 100 Milliliter – ein einziger Nachweis gilt bereits als Überschreitung. Da sich die Bakterien weder sehen noch riechen lassen, zählen die Kontrollen des Versorgers und im Zweifel das Abkochen; ein hochwertiger Aktivkohle-Blockfilter mit feiner Porenstruktur hält Bakterien zusätzlich in der Küche zurück, ob vorher gemessen wurde oder nicht.

Nulltoleranz

Für E. coli und Enterokokken gilt ein Grenzwert von 0 je 100 Milliliter.

Unsichtbare Gefahr

Fäkalbakterien sind weder sicht- noch riechbar; der Versorger muss über jeden Befund informieren.

Sofortmaßnahme

Mindestens drei Minuten Abkochen tötet die Bakterien zuverlässig ab.

Trinkwasser dauerhaft vor Bakterien schützenMehr zu Filtertechnologien gegen Keime und Bakterien lesen Sie in unserem Ratgeber; eine kurze Rückfrage genügt.

Quellen

  1. Trinkwasserverordnung - aktuelle Fassung (2023)
  2. Umweltbundesamt (2009) - Empfehlung zu Coliforme Bakterien im Trinkwasser
  3. EU Kommission (2007) - Bakterien mutieren viel häufiger als bisher angenommen
  4. WHO (2023) - Enterotoxigenic Escherichia coli (ETEC)
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Marco Fabian Profilbild

Marco Fabian | Geschäftsführer Vitalhelden GmbH · Trinkwasseraufbereitung seit 2014

Marco Fabian ist Gründer der Vitalhelden GmbH und beschäftigt sich seit 2014 intensiv mit Trinkwasseraufbereitung. In dieser Zeit hat er tausende Haushalte bei der Auswahl passender Filtersysteme begleitet und arbeitet eng mit deutschen Herstellern wie Carbonit und Alvito zusammen.

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