Anders als Blei oder Kupfer stammt Mikroplastik so gut wie nie aus der eigenen Hausinstallation: Der Eintrag erfolgt über Kläranlagen, die feinste Partikel nicht vollständig zurückhalten, sowie über Abrieb und Zerfall von Kunststoff in der Umwelt. Für einen Filter am Entnahmepunkt sprechen vor allem diese Punkte:
- Sie beziehen Ihr Trinkwasser überwiegend aus der Leitung statt aus Kunststoffflaschen.
- Ihnen ist der Erhalt natürlicher Mineralstoffe wichtig, anders als bei einer Umkehrosmoseanlage.
- Neben Mikroplastik sollen auch weitere Schadstoffe wie Chlor, Schwermetalle oder Pestizide reduziert werden.
- Eine verbindliche Obergrenze fehlt, an der Sie sich orientieren könnten, Sie möchten trotzdem vorsorgen.
Das Set besteht aus dem Auftischgehäuse und dem Filtereinsatz ABF Primus SD, einem 0,45-µm-Sinterblock aus gepresster Aktivkohle. Der Aufbau am Wasserhahn gelingt ohne Werkzeug in wenigen Minuten, ein Einsatz reicht für rund 6.000 Liter Durchsatz.
- Über 99 % Rückhalt polymerbasierter Mikroplastikpartikel oberhalb 0,3 µm (Analyse Particle Metrix GmbH, August 2025)
- Auch als Einbaulösung unter der Spüle erhältlich: Untertisch-Wasserfilter
1 Wann ist ein Wasserfilter gegen Mikroplastik sinnvoll?
Im Wasserkreislauf dominiert sekundäres Mikroplastik aus Reifenabrieb, Textilfasern und zerfallendem Plastikmüll, meist zwischen 1 und 10 µm groß. Kläranlagen halten den größten Teil der gröberen Fracht zurück, doch je kleiner ein Partikel ist, desto eher passiert es die klassischen Reinigungsstufen und gelangt über Böden und Gewässer bis ins Grund- und Leitungswasser. Was Mikroplastik genau ist, woher es stammt und wie die Studienlage zu Gesundheitsfolgen aussieht, erklärt die Infoseite Mikroplastik im Trinkwasser.
Ein Filter am Entnahmepunkt ist deshalb sinnvoll, wenn Sie überwiegend Leitungswasser trinken und trotz fehlender Obergrenze vorsorgen möchten. Auch Kunststoffbauteile in der Hausinstallation (etwa Schläuche, Dichtungen oder Perlatoren) gelten als möglicher, bislang aber kaum quantifizierter Eintragsweg, den nur ein Filter direkt vor dem Hahn erfasst.
2 Welche Wasserfilter Mikroplastik zuverlässig entfernen
Gegen Mikroplastik hat sich der gesinterte Aktivkohle-Blockfilter durchgesetzt. Beim Sintern verschmelzen feine Aktivkohlekörner unter Hitze zu einem festen, durchgängig porösen Zylinder; die Porenöffnungen liegen bei rund 0,45 µm. Wichtiger als die chemische Bindungsfähigkeit der Aktivkohle ist hier die mechanische Siebwirkung: Partikel, die größer sind als die Poren, bleiben hängen, während Wasser und gelöste Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium den Block passieren.
Was für den Aktivkohle-Sinterblock spricht:
- Zuverlässiger mechanischer Rückhalt von Mikroplastik bei gleichzeitigem Erhalt der Mineralstoffe.
- Reduziert nebenbei viele weitere Schadstoffe wie Chlor, Schwermetalle und Medikamentenrückstände.
- Betrieb ohne Strom und ohne Abwasser, geringer Wartungsaufwand.
- Spürbar besserer Geschmack des gefilterten Wassers.
Wo die Methode an Grenzen stößt:
- Nanoplastik-Fragmente unterhalb von 0,45 µm passieren einen reinen Aktivkohleblock.
- Der Filtereinsatz muss turnusmäßig gewechselt werden, damit die Poren nicht verstopfen.
Wer diese Lücke schließen möchte, kombiniert den Aktivkohleblock mit einer nachgeschalteten Hohlfasermembran bis 0,02 µm, wie sie im Carbonit IFP Ultra Filtereinsatz verbaut ist. Für den in Haushalten überwiegenden Partikelbereich reicht der reine Sinterblock in aller Regel aus.
3 Was die Analyse zur Mikroplastik-Filterung zeigt
Particle Metrix GmbH hat den Mikroplastik-Rückhalt des Alvito ABF Primus SD im Auftrag des Instituts UEG GmbH, Wetzlar, gemessen: Mehr als 99 % der polymerbasierten Partikel oberhalb von 0,3 µm blieben im Filter hängen.
Particle Metrix GmbH hat am 26.08.2025 im Auftrag des Chemischen und mikrobiologischen Instituts UEG GmbH, Wetzlar, den Rückhalt polymerbasierter Mikroplastikpartikel oberhalb von 0,3 µm im Alvito ABF Primus SD gemessen (Ergebnis im Produktblock). Dasselbe Institut hat den Filtereinsatz auch für freies Chlor, Escherichia coli, Pestizide, Arzneimittel, Schwermetalle und Bisphenol A geprüft.
Ein methodischer Hinweis zur Einordnung: Analysen zu Mikroplastik in Wasser arbeiten je nach Verfahren (etwa Lichtstreuung, Raman- oder Infrarotspektroskopie) mit unterschiedlichen Nachweisgrenzen. Eine Rückhalterate ist deshalb nur zusammen mit der gemessenen Untergrenze (hier 0,3 µm) aussagekräftig; Angaben ohne diese Bezugsgröße lassen sich nicht seriös vergleichen. Auch die DVGW-Fachliteratur zur Mikroplastik-Bestimmung im Trinkwasser verweist auf diese Grenzen der Analytik.
Der vollständige Bericht ist hinterlegt unter Gutachten Alvito ABF Primus SD.
4 Aktivkohle, Hohlfasermembran und Umkehrosmose im Vergleich
Aktivkohle-Blockfilter, eine zusätzliche Hohlfasermembran und Umkehrosmose unterscheiden sich vor allem darin, wie fein sie Mikroplastik zurückhalten. Auch klassische Kannenfilter mit losem Aktivkohlegranulat bewerben einen Mikroplastik-Effekt, wegen der groben Körnung und des kurzen Kontakts bleibt dieser aber begrenzt. Wo die drei relevanten Verfahren im Alltag tatsächlich stehen, zeigt die folgende Übersicht:
| Kriterium | Aktivkohle-Blockfilter | Aktivkohle-Blockfilter mit Hohlfasermembran | Umkehrosmose |
|---|---|---|---|
| Feinheit | ab 0,45 µm | 0,45 µm (Aktivkohle) + 0,02 µm (Membran) | < 0,001 µm |
| Mikroplastik-Rückhalt | hoch (geprüft) | sehr hoch | praktisch vollständig |
| Mineralien bleiben erhalten | ja | ja | nein, das Wasser wird entmineralisiert |
| Weitere Schadstoffe | Chlor, Schwermetalle, Pestizide, Medikamente | wie Aktivkohle-Blockfilter, auch feinste Partikel | sehr breit |
| Geeignet für den Haushalt | ja, Auftisch oder Untertisch | ja, Auftisch oder Untertisch | ja, mit Einbau und Tank |
| Im Vitalhelden-Sortiment | ja | ja | nein |
Eine Umkehrosmoseanlage presst Wasser durch eine extrem feinporige Kunststoffmembran und hält damit auch Nanoplastik zurück, das ein Aktivkohleblock allein nicht fasst. Fachlich betrachtet ist das Verfahren das gründlichste der drei vorgestellten Optionen. Wasserverbrauch, Abwasseranfall und der in der Tabelle genannte Mineralverlust sind der Preis dafür. Vitalhelden führt ausschließlich Aktivkohle-Blockfilter, der Vergleich soll dennoch fair bleiben: Wo Umkehrosmose an ihre Grenzen stößt und wo nicht.
Irrtum: „Nur eine Umkehrosmoseanlage entfernt Mikroplastik zuverlässig.“
Richtig ist: Bereits ein Aktivkohle-Blockfilter ab 0,45 µm hält Mikroplastik wirksam zurück, in Kombination mit einer Hohlfasermembran nahezu vollständig. Im Gegensatz zur Umkehrosmose bleiben dabei die natürlichen Mineralstoffe im Trinkwasser.
5 Den passenden Mikroplastikfilter auswählen
Drei Kriterien entscheiden über die Qualität eines Mikroplastikfilters:
- Unabhängige Prüfung: Aussagekräftig ist nur ein Ergebnis, das ein externes Labor mit angegebener Untergrenze bestätigt hat.
- Porengröße statt Werbeaussage: Ausschlaggebend ist die tatsächliche Feinheit des Filtermaterials, nicht der Begriff „Mikroplastik-Filter“ auf der Verpackung.
- Volumen des Filterelements: Ein voluminöser 10-Zoll-Sinterblock bietet deutlich mehr innere Oberfläche und damit Aufnahmekapazität für Partikel als ein kompakter Wasserhahnaufsatz.
Für Einbau und Pflege unterscheiden sich die Anforderungen je nach Bauform: Ein Auftischfilter lässt sich ohne Eingriff in die Hausinstallation aufstellen, ein Untertischfilter verschwindet platzsparend unter der Spüle. Damit die Siebwirkung erhalten bleibt, sollte der Filtereinsatz je nach Nutzung alle vier bis sechs Monate gewechselt werden.
6 Was Leser zu Mikroplastik im Wasser noch fragen
Warum liefern verschiedene Studien zu Mikroplastik im Wasser so unterschiedliche Zahlen?
Weil die Analyseverfahren unterschiedliche Nachweisgrenzen haben: Ein Verfahren, das erst ab 1 µm misst, erfasst zwangsläufig weniger Partikel als eines, das bereits ab 0,1 µm zählt. Ohne Angabe dieser Untergrenze sind Zahlen aus unterschiedlichen Quellen kaum vergleichbar.
Entfernen Wasserfilter auch andere Schadstoffe außer Mikroplastik?
Ja, viele Aktivkohle-Blockfilter reduzieren neben Mikroplastik auch weitere Schadstoffe wie Chlor, Schwermetalle und Pestizide. Die genaue Bandbreite hängt vom jeweiligen Filtereinsatz und dessen Prüfumfang ab.
Wie zuverlässig sind Wasserfilter beim Thema Mikroplastik?
Aktivkohleblockfilter sind für Plastikpartikel im Mikrometerbereich sehr effektiv. Feinere Filteranlagen wie die Umkehrosmose gehen noch weiter, sind aber aufwändiger in Betrieb und Wartung und werden von Vitalhelden nicht angeboten.
7 Wie Sie Mikroplastik im Trinkwasser jetzt angehen?
Ein Sinterblock-Filter aus dem Wasserfilter-Sortiment siebt Mikroplastik direkt am Entnahmepunkt heraus, ohne Eingriff in die Installation.
Das Untertisch-System mit demselben geprüften Filtereinsatz verschwindet platzsparend unter der Spüle.
Der Vergleich Aktivkohle und Umkehrosmose zeigt, welches Verfahren zu Ihrer Situation passt.
Quellen
- Umweltbundesamt (2024): Kunststoffe in Böden und Grundwasser
- WHO (2019): Mikroplastik im Trinkwasser
- DVGW (2016): Bestimmung von Mikroplastik-Partikeln im Trinkwasser
- UEG Wetzlar / Particle Metrix GmbH (2025): Gutachten zum Alvito-Filtereinsatz ABF Primus SD

