Vor allem bei Osmose-Wasser und destilliertem Wasser ergibt sich bei Kunden schnell der Wunsch, den Mineralgehalt ihres Trinkwassers wieder aufzufüllen und den ph-Wert wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Wir werden noch genauer auf diese Aspekte eingehen.
1 Warum mineralhaltiges Wasser den Durst besser löscht
Zugegeben, gerade beim Thema Wasser schwanken die Wahrnehmungen der Kunden erheblich. Manche Kunden können keinen geschmacklichen Nachteil von Leitungswasser im Vergleich zum Mineralwasser feststellen.
Anderen wiederum schmeckt das Leitungswasser zu lasch. Es sei weder Fisch noch Fleisch, und was besonders ärgerlich ist, wenige Minuten, nachdem es vom Wasserhahn geschöpft wurde, meldet sich wieder der Durst.
Diese Beobachtung ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass der menschliche Körper im Laufe des Tages viele Mineralstoffe durch Schwitzen sowie über die Nieren verliert. Das sind vor allem Natrium, Kalzium und Magnesium.
Wasserexperten haben sich mit der optimalen mineralischen Zusammensetzung beschäftigt und beraten die Hersteller von Mineralwasser in diesem Sinne.
Der Fokus in der Wasseraufbereitung von Leitungswasser liegt eher darauf, ein Überschreiten von Trinkwasser Grenzwerten auch bei Mineralien des Wassers zu vermeiden. Bei entmineralisiertem Wasser fehlen die Mineralien sogar gänzlich.
In der Folge werden die Mineral-Verluste durch das Trinken nicht ausgeglichen, was sich bei Kunden durch ein auch nach wiederholtem Trinken persistierendes Durstgefühl äußern kann. Die von Verfechtern von entmineralisiertem Wasser gern vertretene Aussage, gutes Trinkwasser habe Transportmedium und nicht Lieferant von Mineralien zu sein, ist demnach mit Vorsicht zu genießen.
2 Mineralien sorgen für den richtigen pH-Wert im Trinkwasser
Eine Eigenschaft von entmineralisiertem Wasser ist zudem eine gewisse Säure, die entsteht, wenn sich Kohlendioxid aus der Umgebungsluft im Trinkwasser lösen kann.
Hinzu kommt, dass die Mineralien ebenso wie die Salze im Trinkwasser nicht mehr ihre Funktion erfüllen können, den ph-Wert des Wassers im Säure-Basen-Gleichgewicht zu halten. In der Folge kann der ph-Wert des Wassers leicht von etwa 7 auf 5 sinken.
Regenwasser z.B. nimmt über seinen natürlichen Verlauf Mineralien auf und erlangt so wieder Balance bei einem ph-Wert von 7.
3 Die Lösungsfähigkeit von weichem Wasser ist ein zweischneidiges Schwert
Verfechter von demineralisiertem Wasser weisen gern unter dem Hinweis auf eine Studie des Wasserforschers, Prof. Louis Claude Vincent, auf die bessere Fähigkeit der Entschlackung von weichem Wasser im Vergleich zu hartem Wasser hin. Auch wenn diese Ansicht nicht ausschließlich falsch ist, spiegelt sie nur einen Teil der Wahrheit wider.
Tatsächlich reagiert weiches Wasser, dem es an Salzen, Mineralien, Ionen und anderen gelösten Stoffen fehlt, aggressiv und findet deshalb als Putzmittel und Reinigungsmittel Verwendung. Für den Menschen wird seine hohe Lösungskraft gefährlich, weil dieses ultraweiche Wasser nicht nur Giftstoffe aus dem Körper befördert, sondern auch seine lebensnotwendigen Mineralien. Dies kann zu folgenden Symptomen führen:
- Herz-Kreislauf-Störungen
- Beeinträchtigung der Nierenfunktion
- Mangelerscheinungen
4 Der menschliche Körper ist auf Mineralien angewiesen
Da demineralisiertes Wasser den natürlichen Elektrolythaushalt des Menschen durcheinander bringen kann, rät die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom dauerhaften Konsum stark mineralarmen Trinkwassers ab. Sie nennt als Richtwerte einen Kalziumgehalt im Trinkwasser von mindestens 30 mg/l sowie einen Magnesiumgehalt von mindestens 10 mg/l, um Auswirkungen auf den Kalzium- und Phosphathaushalt zu vermeiden.
Tagesbedarf und was ein Liter davon deckt
Auch ein dadurch bestimmter Nährstoffmangel durch die dem Körper vorenthaltenen lebenswichtigen Mineralien wie Kalzium, Natrium, Magnesium, Kalium, Eisen, Sulfat, Zink und anderen kann sich gesundheitlich als problematisch erweisen. Unter anderem benötigt der Organismus die Mineralien für folgende Vorgänge:
- Kalzium: Knochenfestigkeit, Blutgerinnung, Gewährleistung der Funktionsfähigkeit von Organen
- Magnesium: Bewegung, Muskelkontraktion, Kommunikation der Nervenzellen
- Natrium: Steuerung von Nerven und Muskeln; Gewährleistung des Elektrolytgleichgewichts, Förderung der Verdauung
- Eisen: Blutgerinnung, Sauerstofftransport, Zellteilung, Zellbindung
- Sulfat: Förderung der Verdauung, Anregung des Gallenflusses
- Kalium: Zellkommunikation, Energiestoffwechsel, Regulation von elektrischer Spannung und ph-Wert
- Zink: Zellwachstum, Wundheilung, Stärkung des Immunsystems
5 Mineralien als Geschmacksträger
Mineralien üben nicht nur lebensnotwendige Funktionen für den Körper aus, sondern sind auch Geschmacksträger. Auch auf diesem Gebiet wirkt jedes Mineral spezifisch. Kalzium sorgt zum Beispiel für einen leicht bitteren Geschmack und kann bei größeren Mengen ein trockenes Mundgefühl herbeiführen.
Magnesium wirkt je nach subjektivem Geschmacksempfinden süßlich bis bitter, während Natrium dem Wasser eine salzige Note verleiht. Dies hängt damit zusammen, dass sich unser typisches Kochsalz aus Natriumchloridverbindungen zusammensetzt.
Hydrogencarbonat bindet schließlich Säure, sodass das Wasser im Endeffekt kaum noch säuerlich schmeckt.
Gut zu wissen:
Nach der Wasserexpertin Dr. Monique Bissen dominiere bei stark magnesiumhaltigem Trinkwasser der süßliche Geschmack, während Sulfat wie Kalzium dem Wasser einen leicht bitteren Geschmack verleihen könne.
Zudem weist die Hydrologin darauf hin, dass stark hydrogencarbonathaltiges Wasser nicht nur entsäuernd wirke, sondern auch für empfindliche Mägen bekömmlicher sei.
Nach der Sommeliére Yvonne Heistermann ist schließlich die richtige Komposition der Mineralstoffe, das heißt, das Verhältnis, in dem diese im Trinkwasser zueinander stehen, der ausschlaggebende Faktor für die Wirkung des Trinkwassers auf den Benutzer.
So wirke das Trinkwasser auf uns harmonisch, wenn höhere Anteile von Kalzium, Magnesium und Hydrogencarbonat kleineren Anteilen von Natrium, Sulfaten und Chlorid gegenüberstünden. Bei hohen Kalzium-Anteilen könne das Trinkwasser zudem einen metallischen Eindruck hinterlassen.
6 Möglichkeiten der Remineralisierung
Kunden stehen zahlreiche Möglichkeiten offen, ihr Wasser zu remineralisieren. Beliebte Verfahren sind dabei die folgenden:
- Aufsprudler
- Kalkstein und andere Edelsteine
- Kristallsalze wie Himalaya-Salz und Keltisches Salz
- Solelösungen
- Zeolithpulver
- mineralische Tropfen
- mineralisches Pulver
- Mineralliquid
7 Leitungswasser, Osmosewasser und Mineralwasser im Vergleich
Wie viele Mineralien ein Wasser enthält, hängt stark von seiner Herkunft und Aufbereitung ab. Zur Einordnung eine grobe Übersicht typischer Werte:
| Wasserart | Kalzium | Magnesium | Gesamtmineralisierung (TDS) |
|---|---|---|---|
| Deutsches Leitungswasser (regional unterschiedlich) | ca. 30–120 mg/l | ca. 5–25 mg/l | meist 150–500 mg/l |
| Mineralwasser (still, mineralstoffreich) | häufig über 150 mg/l | häufig über 50 mg/l | oft über 1.000 mg/l |
| Wasser nach Umkehrosmose/Destillation (unbehandelt) | nahezu 0 mg/l | nahezu 0 mg/l | meist unter 10–50 mg/l |
Die Werte für Leitungswasser schwanken je nach Wasserwerk und Region erheblich; die genaue Zusammensetzung vor Ort verrät der örtliche Wasserversorger. Aktivkohle-Blockfilter verändern diese Werte nicht, da sie ausschließlich organische Schadstoffe und Chlor binden, nicht aber Mineralien.
8 Häufige Fragen zur Remineralisierung von Wasser
Ist remineralisiertes Wasser gesünder als normales Leitungswasser?
Nicht grundsätzlich. Normales, unbehandeltes Leitungswasser enthält in Deutschland in aller Regel bereits ausreichend Mineralien. Remineralisierung gleicht lediglich aus, was zuvor durch ein Verfahren wie Umkehrosmose oder Destillation entfernt wurde.
Wie erkenne ich, ob mein Wasser remineralisiert werden sollte?
Ein Hinweis ist die Aufbereitungsmethode: Nach Umkehrosmose oder Destillation ist eine Remineralisierung sinnvoll. Bei gefiltertem Leitungswasser aus einem Aktivkohle-Blockfilter bleiben Mineralien dagegen erhalten, eine zusätzliche Anreicherung ist hier normalerweise nicht nötig.
Kann man normales Leitungswasser trotzdem mit Mineralien anreichern?
Ja, das ist möglich, etwa aus geschmacklichen Gründen. Notwendig ist es aus gesundheitlicher Sicht bei normalem Leitungswasser in der Regel jedoch nicht, da hier bereits von Natur aus ausreichend Mineralien enthalten sind und die Trinkwasserverordnung zusätzlich Grenzwerte für einzelne Inhaltsstoffe festlegt.
9 Fazit: Vorteile durch Remineralisierung unter bestimmten Voraussetzungen
Die Remineralisierung von Trinkwasser ist besonders dann sinnvoll, wenn das Trinkwasser vorher – zum Beispiel durch Destillation oder einen Osmose-Filter – demineralisiert wurde. Der menschliche Körper ist auf Mineralien angewiesen. Hier empfehlen wie die Remineralisierungskartusche von UMH.
Zudem sind Mineralien Geschmacksträger, sodass sich der Kunde für ein Gerät entscheiden kann, das dem Trinkwasser gezielt die gewünschten Mineralien zusetzt. Auch deshalb, weil manchen Nutzern nur Trinkwasser mit genügend Mineralien den Durst löschen kann und das Wasser wieder einen harmonischen ph-Wert erhält, kann die Remineralisierung von Trinkwasser einen hohen Nutzen für den Kunden haben.
Aktivkohle-Blockfilter entnehmen dem Leitungswasser zuverlässig alle gängigen Schadstoffe, belassen Mineralien und Salze aber im Wasser und nehmen keinerlei Einfluss auf die natürliche Struktur oder den pH-Wert des Wassers.
Enthält bereits ausreichend Mineralien – eine Remineralisierung ist hier meist nicht nötig.
Mineralien fehlen fast vollständig – hier ist eine Remineralisierungskartusche sinnvoll.
Belässt Mineralien und Salze im Wasser, keine zusätzliche Anreicherung nötig.

