1 Wie kommt Eisen ins Trinkwasser?
Eisen kommt sehr selten als Mineral in der Natur vor, viel häufiger ist es in Verbindungen anzutreffen. Quellwasser, aber auch Regenwasser durchläuft viele verschiedene Schichten, unter anderem Gesteinsschichten, bis es letztendlich als Trinkwasser genutzt wird.
Hierbei werden verschiedene Mineralien wie Eisen im Wasser gelöst. Aber auch durch alte Wasserrohre, die zum Teil aus Eisen bestehen, kann sich der Stoff im Trinkwasser lösen.
2 Wann ist der Einsatz eines Wasserfilters gegen Eisen sinnvoll?
Wie viel Eisen der Körper täglich braucht, hängt von Alter und Geschlecht ab. Nach den Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) benötigen:
- erwachsene Männer rund 11 Milligramm Eisen pro Tag
- Frauen vor den Wechseljahren etwa 16 Milligramm
- und Schwangere sogar 27 Milligramm [Quelle]
Über das Trinkwasser wird davon aber nur ein sehr kleiner Teil gedeckt: Laut Trinkwasserverordnung darf die Eisenkonzentration im Leitungswasser nicht mehr als 0,2 Milligramm pro Liter betragen.
In der Regel liegt die Konzentration im Trinkwasser jedoch deutlich unter dem gesetzlichen Grenzwert.
Wenn der menschliche Körper Eisen braucht, warum gibt es dann überhaupt einen Grenzwert? Eisen lagert sich in den Rohrleitungen ab, wodurch diese verengt werden. Bakterien bekommen einen besseren Lebensraum und vermehren sich.
Zudem kann eine chronisch stark erhöhte Eisenzufuhr Erkrankungen hervorrufen, indem sich das Eisen im Körper anreichert: Bei Konzentrationen deutlich über dem Grenzwert kann es zu Organschäden kommen, insbesondere der Leber.
Deutlich häufiger als gesundheitliche Beschwerden sind bei erhöhtem Eisengehalt allerdings geschmackliche und optische Beeinträchtigungen (metallischer Geschmack, rostbraune Verfärbungen, Flecken auf Wäsche und Sanitärobjekten).
3 Welche Filtermöglichkeiten gibt es und welche ist die richtige für Sie?
Nach bisherigen Erkenntnissen (u. a. Gesundheitsamt-Merkblätter wie das des Hochsauerlandkreises) bestehen Gesundheitsgefahren, die von einer zu hohen Konzentration an Eisen ausgehen, erst ab einer Konzentration von etwa 200 Milligramm pro Liter, also deutlich über dem gesetzlichen Grenzwert. [Quelle]
Neben gesundheitlichen Bedenken, beeinträchtigt Eisen jedoch auch den Geschmack, die Farbe und sorgt für Ablagerungen in den Wasserrohren, die die Bakterienbildung fördern. Aus diesem Grund kann ein Wasserfilter sinnvoll sein. Um gelöstes Eisen zu entfernen, helfen die Verfahren der Umkehrosmose, des Ionentausches und die Destillation; bei stärker erhöhten Werten kommt zusätzlich die Oxidation über eine Enteisenungsanlage infrage.
| Verfahren | Wirkung gegen Eisen | Besonderheit |
|---|---|---|
| Ionentauscher | tauscht gelöstes Fe²⁺ gegen andere Ionen | Kapazität sinkt bei konkurrierenden Ionen, Regeneration mit Kochsalzlösung nötig |
| Enteisenungsanlage (Oxidation) | oxidiert Fe²⁺ zu Fe³⁺ und filtert es mechanisch heraus | Standardlösung der zentralen Wasseraufbereitung, nicht bei Vitalhelden im Sortiment |
| Umkehrosmose | hält Eisen und weitere Mineralstoffe zuverlässig zurück | senkt zugleich den pH-Wert deutlich, nicht bei Vitalhelden im Sortiment |
| Destillation | lässt ein relativ reines Konzentrat zurück | hoher Energieverbrauch |
| Aktivkohle-Blockfilter | hält bereits oxidiertes, partikuläres Eisen (Rost) mechanisch zurück | keine gezielte Entfernung von gelöstem Eisen, dafür Chlor, Schwermetalle und Pestizidrückstände |
Ionentauscher
Ionentauscher filtern geladene Teilchen aus dem Wasser. Da Eisen im Wasser überwiegend als gelöstes, zweiwertiges Eisen(II)-Ion (Fe²⁺) vorkommt, ist das Filterverfahren eine Möglichkeit für Sie, um die Eisenkonzentration im Trinkwasser zu verringern. Ein Ionentauscher besteht aus Kunstharzen. Diese nehmen Ionen aus dem Wasser auf und tauschen sie durch andere Ionen mit der gleichen Ladung aus.
Dies ist ebenfalls für die Filterung von Nitrat, Nitrit, Phosphat, Sulfat, Magnesium oder Calcium effektiv. Als Nachteil des Ionentauschers müssen Sie beachten, dass konkurrierende Ionen eine Einschränkung auf die Kapazität des Filters haben können. Dieser muss dann mit einer Kochsalzlösung regeneriert werden.
Enteisenungsanlage (Oxidation)
Bei stärker erhöhten Eisenwerten setzen Wasserwerke und Brunnenbetreiber meist auf sogenannte Enteisenungsanlagen. Das gelöste, zweiwertige Eisen (Fe²⁺) wird durch Belüftung mit Sauerstoff zu unlöslichem, partikulärem Eisen(III)-Oxid oxidiert - den Rostflocken, die für rostbraunes Wasser sorgen - und anschließend über einen Sand- oder Kiesfilter mechanisch abgeschieden.
Dieses Verfahren ist die Standardlösung für die zentrale Wasseraufbereitung; Vitalhelden bietet es nicht an, da wir uns auf Aktivkohle-Feinfilter am Wasserhahn konzentrieren. Wie bereits oxidiertes, partikuläres Eisen (Rost) mechanisch zurückgehalten wird, lesen Sie in unserem Beitrag Wasserfilter gegen Rost.
Umkehrosmose
Auch die Umkehrosmose ist eine geeignete Filtermethode und gilt als eines der wirkungsvollsten Verfahren, um wirklich reines Trinkwasser herzustellen. Hierbei wird das Wasser unter Druck durch eine halbdurchlässige Membran gepresst. Die Poren sind dabei so fein, dass sie nur sehr kleine Wassermoleküle hindurchlassen und alle anderen Inhaltsstoffe zurückhalten.
Hierzu zählen Verunreinigungen wie Pestizide, Schwermetalle, Mikroorganismen und Viren, aber auch Mineralstoffe wie beispielsweise Eisen. Der Nachteil der Umkehrosmose ist die drastische Herabsenkung des pH-Wertes. Vitalhelden führt keine Umkehrosmoseanlagen im Sortiment; einen unabhängigen Vergleich von Aktivkohle- und Umkehrosmose-Verfahren (inkl. Kosten und Abwasseraufwand) finden Sie unter Aktivkohle oder Umkehrosmose.
Destillation
Ein weiteres Verfahren zur Filtration von Eisen ist die Destillation. Die H₂0-Moleküle verdampfen und zurück bleibt ein relativ reines Konzentrat. Als Nachteil gilt der hohe Energieverbrauch.
4 Was leistet ein Aktivkohle-Blockfilter bei Eisen im Trinkwasser?
Aktivkohle-Blockfilter gelten als eines der effektivsten Filtersysteme auf dem Markt. Sie funktionieren mit einem feinporigen Aktivkohleelement, das Verunreinigungen und Schadstoffe aus dem Wasser aufnehmen kann. So können beispielsweise Chlor und andere organische Verbindungen aus dem Wasser gefiltert werden, während der Mineralstoffgehalt im Trinkwasser gleichbleibt.
Dabei ist die Unterscheidung zwischen zwei Erscheinungsformen von Eisen wichtig. Bereits oxidiertes, partikuläres Eisen - also sichtbare Rostpartikel - hält ein Aktivkohle-Blockfilter durch seine feinporige, siebartige Struktur zuverlässig zurück (mehr dazu im Beitrag Wasserfilter gegen Rost).
Gelöstes, zweiwertiges Eisen (Fe²⁺) dagegen liegt als sehr kleines Ion vor. Hier wirkt der Filter primär über Adsorption organischer Verbindungen und Chlor, nicht über den gezielten Rückhalt gelöster Metallionen. Deshalb lässt sich eine gezielte, sichere Entfernung von gelöstem Eisen mit einem Aktivkohle-Blockfilter nicht garantieren.
Ein spezielles Verfahren ist nötig, wenn …
- Eisenwerte deutlich über dem Grenzwert von 0,2 mg/l gemessen wurden
- gezielt gelöstes Eisen entfernt werden soll, etwa aus einem eigenen Brunnen
Ein Aktivkohle-Blockfilter ist sinnvoll, wenn …
- die Eisenwerte im normalen Bereich unter dem Grenzwert liegen
- Geschmack und Optik im Vordergrund stehen
- gleichzeitig Chlor, Schwermetalle oder Pestizidrückstände reduziert werden sollen
- die natürlichen Mineralstoffe im Wasser bleiben sollen
Für die gezielte Absenkung stark erhöhter Eisen- oder Mangankonzentrationen ist ein Aktivkohle-Blockfilter somit nicht das optimale Verfahren - hierfür eignen sich eher die oben beschriebenen Verfahren. Da die Eisenwerte im deutschen Leitungswasser, wie eingangs erläutert, in aller Regel deutlich unter dem gesetzlichen Grenzwert liegen, profitieren die meisten Haushalte trotzdem von einem Aktivkohle-Blockfilter. Er verbessert Geschmack und Optik spürbar und entfernt gleichzeitig zahlreiche weitere Schadstoffe wie Chlor, Schwermetalle oder Pestizidrückstände.
5 Häufige Fragen zu Eisen im Trinkwasser
Ab welchem Eisenwert wird es gesundheitlich riskant?
Nach Gesundheitsamt-Merkblättern erst ab etwa 200 Milligramm pro Liter – deutlich über dem gesetzlichen Grenzwert von 0,2 mg/l. Häufiger sind geschmackliche und optische Beeinträchtigungen wie metallischer Geschmack oder rostbraune Verfärbungen.
Entfernt ein Aktivkohle-Blockfilter Eisen aus dem Wasser?
Bereits oxidiertes, partikuläres Eisen (Rost) hält er zuverlässig zurück. Für gelöstes, zweiwertiges Eisen (Fe²⁺) lässt sich dagegen keine gezielte Entfernung garantieren.
Welches Verfahren entfernt gelöstes Eisen zuverlässig?
Ionentauscher, Umkehrosmose, Destillation oder – bei stärkerer Belastung – eine Enteisenungsanlage mit Oxidation und anschließender mechanischer Filterung.
Warum gibt es überhaupt einen Grenzwert für Eisen, obwohl der Körper es braucht?
Weil sich Eisen in Rohrleitungen ablagert, diese verengt und Bakterien einen besseren Lebensraum bietet – nicht primär wegen der über Wasser aufgenommenen Menge.
6 Fazit: Grenzwert meist unproblematisch, Aktivkohle für den Alltag
Eisen im Trinkwasser bleibt in Deutschland in aller Regel deutlich unter dem gesetzlichen Grenzwert und stellt gesundheitlich selten ein Problem dar. Bei sichtbaren Verfärbungen oder metallischem Geschmack lohnt sich dennoch ein genauerer Blick auf das passende Verfahren.
Nötig bei deutlich erhöhten Eisenwerten, etwa aus dem eigenen Brunnen.
Für den Alltag geeignet: hält Rost zurück, verbessert Geschmack und filtert zugleich Chlor und Schwermetalle.
Quellen
- Evers, Karl Wolfgang. Wasser als Lebensmittel. Hamburg: Behr’s Verlag, 2009, 1. Auflage.
- Mulisch, Hans-Martin und Werner Winter. Ressource Trinkwasser. Wissen was wir trinken. München, oekom, 2004, 1. Auflage.
- Schmitt, Dieter: Das Wasser Praxisbuch. Wissenswertes über Quell-, Leitungs- und Mineralwasser sowie Umkehrosmose, Belebung, Basenwasser und mehr! 3. Auflage. Reichenberg: Siva-Natara Verlag, 2008.
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