Eine nicht ordnungsgemäße Reinigung kann zu erheblichen Risiken durch eine Kontaminierung des Wassers führen. Wie Sie Ihren Hauswasserfilter ordnungsgemäß pflegen, welche Unterschiede zwischen den verschiedenen Filtertypen es gibt und wie oft Sie den Filter auswechseln bzw. reinigen sollten erfahren Sie nachfolgend.
1 Unterschiedliche Hauswasserfilter
Hauswasserfilter sind nach DIN EN 806 in Verbindung mit der deutschen Ergänzungsnorm DIN 1988-200 bei metallischen Rohrleitungen vorgeschriebener Bestandteil der Trinkwasserinstallation und werden laut Schema im Hausanschluss eingebaut. Sie werden hinter dem Wasserzähler installiert. Bei Kunststoffrohren wird der Einbau von der DIN empfohlen, bei älteren Trinkwasserinstallationen findet man oftmals keinen Filter.
Die Hauswasserfilter verhindern das Einspülen von kleinen Feststoffpartikeln wie Rostteilchen oder Sandkörner und schützen somit zum Beispiel Leitungen, Wasserhähne oder die Waschmaschine. Bei den verschiedenen Arten von Hauswasserfilter unterscheidet man zwischen nicht rückspülbaren Filtern, rückspülbaren Filtern und Filtern mit zusätzlichen Filtereinheiten.
2 Die Wartung eines Hauswasserfilters
Mit der Zeit können sich Keime und Bakterien im Filter ansiedeln und vermehren. Um sich vor einer Kontaminierung des Wassers zu schützen, muss der Hauswasserfilter daher regelmäßig gespült, gereinigt oder ausgetauscht werden. Genaue Anleitungen hängen von dem jeweiligen Filtertyp ab. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen:
| Filtertyp | Wartungsmaßnahme | Intervall |
|---|---|---|
| Nicht rückspülbar | Austausch (keine Reinigung) | in der Regel alle 6 Monate, bei sichtbarer Verschmutzung früher |
| Rückspülbar | Rückspülung; Austausch erst nach mehreren Jahren | mindestens alle 2 Monate (DIN EN 806-5 / DIN 1988-200), zusätzlich sofort bei Druckabfall |
| Mit zusätzlichen Filtereinheiten (z. B. Aktivkohle) | Austausch der Filtereinheit (keine Reinigung) | in der Regel alle 6 Monate |
Nicht rückspülbare Filter lassen sich in der Regel grob reinigen, doch empfehlenswert ist diese Handhabung nicht. Die Filter sind als Verbrauchsprodukte ausgelegt und sollten daher regelmäßig, meist alle sechs Monate, ausgetauscht werden. Weist der Filter schon früher deutliche Verschmutzungen auf, so kann er auch frühzeitig erneuert werden. Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Austausch finden Sie in unserem separaten Ratgeber Hauswasserfilter wechseln.
Anders sieht das bei rückspülbaren Filtern aus, die einfach ausgespült werden können, um wieder voll funktionsfähig zu sein. Wenn ein Filteraustausch stattfinden soll, so muss dies in der Regel erst nach mehreren Jahren vorgenommen werden. Laut DIN EN 806-5, der europäischen Norm für Betrieb und Wartung von Trinkwasser-Installationen, und der nationalen Ergänzung DIN 1988-200 muss bei einem rückspülbaren Filter unabhängig vom Verschmutzungsgrad mindestens alle zwei Monate eine Rückspülung durchgeführt werden. Eine sofortige Rückspülung ist zu empfehlen, wenn der Wasserdruck im Leistungsnetz spürbar nachlässt, da dies auf eine zunehmende Verschmutzung des Filtereinsatzes zurückzuführen ist.
So gehen Sie bei der Rückspülung vor
- Hauptabsperrventil vor dem Filter schließen.
- Einen Wasserhahn im Haus öffnen, um den Leitungsdruck abzubauen.
- Einen Eimer oder Abfluss unter das Spülventil des Filters stellen.
- Das Rückspülventil öffnen und das Wasser einige Sekunden ablaufen lassen, bis es klar austritt.
- Rückspülventil schließen und Hauptabsperrventil wieder vollständig öffnen.
- Anschließend die Verschraubungen und Dichtungen des Filtergehäuses auf Undichtigkeiten prüfen.
Bei modernen Rückspülfiltern übernimmt häufig ein automatischer Rückspülkopf diesen Vorgang zeitgesteuert; bei einfacheren Modellen ist die manuelle Rückspülung über ein Kugel- oder Spülventil notwendig. Im Zweifel gibt die Herstelleranleitung des jeweiligen Filters die genaue Vorgehensweise vor.
Bei Hauswasserfilter, die zusätzliche Filtereinheiten wie beispielsweise Aktivkohle-Elemente aufweisen, ist die Handhabung ähnlich wie bei nicht rückspülbaren Filtern. Anstelle von einer Reinigung des Filters wird ein regelmäßiger Austausch notwendig, um das Risiko einer Verkeimung zu verhindern und das Rückhaltevermögen aufrecht zu halten.
3 Probleme und Gefahren bei Reinigungsversuchen
Viele Nutzer versuchen, ihre Filter mit Essig oder ähnlichen Flüssigkeiten zu reinigen. Dies ist sehr riskant, da aggressive Reinigungsmittel den Filter beschädigen können. Dadurch besteht die Möglichkeit, dass er durchlässig und somit unwirksam wird oder in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist.
Hinzu kommt, dass Essig beispielsweise im Filter einen idealen Nährboden für Bakterien abgibt. Die sowieso schon im Filter angelagerten Bakterien können sich stark vermehren, den Filter durchbrechen und so in das „saubere“ Trinkwasser gelangen.
Dadurch entsteht nicht nur ein hohes Infektionsrisiko durch die Bakterien, sondern auch Schadstoffe und andere kritische Inhaltsstoffe des Wassers gelangen durch den Filter in das vermeintlich saubere Trinkwasser. Aus diesem Grund gilt, dass Filtereinheiten, die dazu ausgelegt sind verbraucht zu werden, nicht gereinigt und wiederverwendet werden sollten.
4 Häufige Fragen zur Wartung
Wie oft muss ein Hauswasserfilter gewartet werden?
Nicht rückspülbare Filter werden in der Regel alle sechs Monate ausgetauscht, rückspülbare Filter müssen laut DIN EN 806-5 in Verbindung mit DIN 1988-200 mindestens alle zwei Monate durchgespült werden – unabhängig vom sichtbaren Verschmutzungsgrad. Filter mit zusätzlichen Filtereinheiten wie Aktivkohle werden ebenfalls etwa alle sechs Monate ausgetauscht.
Darf ein Hauswasserfilter mit Essig gereinigt werden?
Nein. Essig und ähnliche Hausmittel bieten Bakterien einen idealen Nährboden und können den Filter beschädigen, sodass er durchlässig und unwirksam wird.
Wie läuft eine Rückspülung Schritt für Schritt ab?
Hauptabsperrventil schließen, einen Wasserhahn öffnen, um den Druck abzubauen, das Rückspülventil öffnen, bis das Wasser klar austritt, wieder schließen und das Absperrventil vollständig öffnen. Bei modernen Filtern übernimmt oft ein automatischer Rückspülkopf diesen Vorgang zeitgesteuert.
Warum sind Hauswasserfilter überhaupt vorgeschrieben?
Nach DIN EN 806 in Verbindung mit DIN 1988-200 sind sie bei metallischen Rohrleitungen vorgeschriebener Bestandteil der Trinkwasserinstallation und werden hinter dem Wasserzähler eingebaut, um Feststoffpartikel wie Rost oder Sand fernzuhalten.
5 Fazit
Eine ordnungsgemäße Wartung und Pflege des Hauswasserfilters ist unbedingt notwendig, um Ihr Trinkwasser vor einer möglichen Kontaminierung zu schützen. Eine Reinigung ist nur bei rückspülbaren Filtern möglich, bei anderen Systemen ist ein Austausch des Filters spätestens nach sechs Monaten notwendig. Die falsche Reinigung des Filters kann zur Keimbildung führen, die den Filter zerstört. Dadurch können Schadstoffe und Verunreinigungen in das vermeintlich saubere Trinkwasser gelangen, ohne dass Ihnen dies bewusst ist.
Austausch alle sechs Monate – eine Reinigung ist nicht vorgesehen.
Rückspülung mindestens alle zwei Monate, Austausch erst nach mehreren Jahren.
Austausch der Filtereinheit alle sechs Monate, wie beim nicht rückspülbaren Filter.
Quellen
- ZWA Holzland (n.d.) - Wartung von Filtern in der Hauswasserinstallation
- SBZ Magazin (n.d.) - NEUES REGELWERK, TEIL 6 "DIN EN 806-4 Installation
- DIN EN 806-1 bis -5 - Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen (europäische Normenreihe), Teil 5 Betrieb und Wartung; nationale Ergänzung DIN 1988-100 und DIN 1988-200
- Schott, Peter (2001) - IKZ Praxis "Filterung von Trinkwasser im Ein- und Mehrfamilienhaus
Passende Artikel

