- Calciumsulfat (CaSO4)
- Magnesiumsulfat (MgSO4)
- Natriumsulfat (Na2SO4)
- Bariumsulfat (BaSO4)
- Kaliumaluminiumsulfat (KAl(SO4)2)
Sulfate sind meistens wasserlöslich und immer reaktiv (reaktionsfähig). Der Grenzwert für Sulfat im Trinkwasser liegt in Deutschland seit 2001 bei 250 mg/l.
Sulfat (chemisch SO4²⁻) ist das Salz der Schwefelsäure und ein natürlich vorkommender Mineralstoff, der sich in praktisch jedem Grund- und Trinkwasser findet. In geringen Mengen ist Sulfat unbedenklich und geschmacklich kaum zu bemerken. Der gesetzliche Grenzwert für Sulfat im deutschen Trinkwasser liegt seit 2001 bei 250 mg/l; erst ab deutlich höheren Konzentrationen (ab ca. 1.200 mg/l bei Erwachsenen, ab 500 mg/l bei Säuglingen) kann Sulfat abführend wirken. Die häufigsten Verbindungen im Wasser sind:
1 Wie gelangt Sulfat in unser Trinkwasser?
Eines der häufigsten Sulfate ist Calciumsulfat, das als Gips und Magnesium (Bittersalz) auftritt. Da Gips tief im Untergrund liegt, sind hohe Sulfatanteile im Trinkwasser typisch, wenn dieses aus tief im Untergrund liegenden Quellen gefördert wird.
Aus diesem Grund gibt es einen Zusammenhang zwischen höheren Sulfatanteilen im Trinkwasser und Kohleabbaugebieten. In diesen Gebieten musste das Grundwasser auf stellenweise 100 Meter abgesenkt werden, wodurch dieses mit Pyrit in Kontakt kommt, bei dessen Oxidation Sulfat und Eisenocker gebildet werden. Wird der Grundwasserspiegel wieder angehoben, dann gelangen die Abbauprodukte ins Grundwasser.
Außerdem findet sich Sulfat in höheren Konzentrationen in huminstoffhaltigen Grundgewässern, die mit Torfen und Mooren reagieren, sowie durch Ablaugungsprozesse an Salzstöcken.
Infolge von Verbrennungen fossiler Bodenschätze können Sulfate als saurer Regen ebenfalls zurück in das Grundwasser fließen. In unversiegelten Bauschuttdeponien werden die gipshaltigen Anteile mit der Zeit gelöst und ausgespült, wodurch diese abermals ins Grundwasser dringen und in den Wasserkreislauf gelangen.
Anthropogen entstehen größere Mengen der Mineralien durch Bodendüngung in landwirtschaftlichen Gebieten, wobei größere Viehbestände und größere Mengen an Ernterückständen den Sulfatanteil weiter in die Höhe schnellen lassen.
Problematisch ist hierbei die Tatsache, dass ökologische Verfahren unter Verzicht auf Schwefel sich in der Landwirtschaft als ertragsmindernd erwiesen haben, was neue Probleme in Form der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln hervorruft. Hier kommt es also auf eine Kompromisslösung an oder besser auf einen dritten Weg, der freilich erst noch gefunden werden müsste.
2 Was sind die gesundheitlichen Folgen von Sulfat im Wasser?
Sulfat ist als Mineralstoff in geringen Mengen kein Grund zur Sorge. Schwefel, ein Bestandteil des Sulfats, steckt in den Aminosäuren Cystein und Methionin; den Großteil davon nimmt der Mensch über eiweißreiche Lebensmittel auf.
Sulfatreiche Mineralwässer gibt es seit langem, mit Gehalten weit über dem Trinkwassergrenzwert. Dort liegt es meist zusammen mit Calcium und Magnesium vor, wie bei Gips und Bittersalz. Wer auf den Sulfatgehalt achten möchte, findet ihn im Analysenauszug auf dem Etikett.
3 Grenzwerte von Sulfat
Dennoch macht auch hier die Dosis das Gift, denn eine Konzentration von Sulfat im Trinkwasser kann ab einer Menge von 1.200 mg/l abführend wirken und zu Durchfallerkrankungen führen. Bei Säuglingen kann dieser Effekt bereits ab 500 mg/l Sulfat im Trinkwasser auftreten. Die Einhaltung gesetzlicher Grenzwerte obliegt den örtlichen Wasserwerken.
Sulfat und sein Grenzwert
Diese Werte sind besonders für die Branche der Mineralwässer von Bedeutung, da wie beschrieben der Sulfat-Grenzwert im Trinkwasser anders als beim Mineralwasser bereits bei 250 mg/l liegt.
Der Grund für den Grenzwert im Trinkwasser hat also noch andere Ursachen: Zum einen kann das Wasser geschmacklich ab 300 mg/l eine unangenehme Note annehmen, die oft ins Bittere übergeht. Dies würde einen der Grundsätze für die Trinkwasserqualität verletzen, nämlich, dass dieses geschmacklich rein und anregend zu sein habe.
Zum anderen setzen höhere Mengen von Sulfaten den Wasserleitungen zu. Ein größeres Problem sind Lochkorrosionen, die vor allem in Kupferleitungen auftreten können. Rostbefall ist in alten Wasserleitungen immer problematisch, weil dieser eine Brutstätte für Bakterien im Wasser darstellt, den Eisenanteil signifikant erhöht und möglicherweise giftige Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Zink und Kupfer freisetzen kann.
Lochfraß in Leitungen ist auch deshalb so tückisch, weil der nur punktuell auftretende Rost selbst bei Wartungsarbeiten leicht übersehen werden kann.
4 Lässt sich Sulfat aus dem Trinkwasser entfernen?
Sulfat liegt im Wasser als gelöstes Anion (SO4²⁻) vor. Aktivkohle-Blockfilter wirken über Adsorption und Filtration von Partikeln, Chlor, organischen Spurenstoffen und Schwermetallen – gelöste, kleine Ionen wie Sulfat halten sie dagegen nicht zuverlässig zurück.
Wirksam reduzieren lässt sich Sulfat im Haushalt über Umkehrosmose, die als Membranverfahren auch gelöste Salze aus dem Wasser filtert und damit die wirksamste für Privathaushalte verfügbare Technologie gegen erhöhte Sulfatwerte ist. Wasserwerke setzen daneben Ionenaustausch, Nanofiltration oder die Zumischung sulfatarmen Wassers ein (siehe Land Brandenburg, „Wirkung Sulfat“ im Quellenblock).
Sulfat im Trinkwasser aus der öffentlichen Versorgung muss den Grenzwert von 250 mg/l einhalten und liegt in den meisten Regionen deutlich darunter. Eine gezielte Entfernung ist vor allem bei privaten Brunnen mit geogen oder bergbaubedingt erhöhten Werten relevant.
Wie sich Aktivkohle- und Umkehrosmose-Verfahren grundsätzlich unterscheiden und wofür welche Technologie geeignet ist, erklären wir im Vergleich Aktivkohle vs. Umkehrosmose.
5 Häufige Fragen zu Sulfat im Trinkwasser
Ist Sulfat im Trinkwasser gesundheitsschädlich?
In geringen Mengen nicht, im Leitungswasser liegt Sulfat meist weit unter dem Grenzwert. Erst ab deutlich höheren Konzentrationen (ab ca. 1.200 mg/l bei Erwachsenen, ab 500 mg/l bei Säuglingen) kann es abführend wirken.
Wie hoch darf der Sulfatgehalt im Trinkwasser sein?
Der gesetzliche Grenzwert liegt in Deutschland seit 2001 bei 250 mg/l.
Woher kommt Sulfat im Trinkwasser?
Es stammt vor allem aus natürlichen Gipsvorkommen im Untergrund, aus Kohleabbaugebieten, huminstoffhaltigen Grundgewässern, Ablaugungsprozessen an Salzstöcken und aus der Landwirtschaft (Bodendüngung).
Kann ein Aktivkohlefilter Sulfat entfernen?
Nicht zuverlässig. Aktivkohle wirkt über Adsorption und hält gelöste, kleine Ionen wie Sulfat nicht zurück. Wirksam ist Umkehrosmose als Membranverfahren.
Welche Probleme verursacht zu viel Sulfat in den Leitungen?
Höhere Sulfatmengen begünstigen Lochkorrosion, vor allem in Kupferleitungen, was Rostbefall, erhöhten Eisenanteil und die Freisetzung von Schwermetallen wie Blei oder Kupfer zur Folge haben kann.
6 Fazit: Sulfat ist in Maßen unbedenklich
Sulfat ist ein natürlicher Mineralstoff, der in geringen Mengen keine Probleme macht. Der Grenzwert von 250 mg/l schützt vor Geschmacksbeeinträchtigung und Korrosion. Bei erhöhten Werten, etwa bei privaten Brunnen, ist Umkehrosmose die wirksamste verfügbare Lösung.
Natürlicher Mineralstoff, in kleinen Mengen harmlos.
Schützt vor Geschmacksbeeinträchtigung und Korrosion in den Leitungen.
Umkehrosmose ist die wirksamste für Privathaushalte verfügbare Technologie gegen Sulfat.
Quellen
- Flexicon Doccheck - Definitionen von Sulfat
- Landesregierung Brandenburg - Wirkung Sulfat
- Universität Göttingen (2005) - Landwirtschaftliche Ursachen hoher Sulfatgehalte in gefördertem Trinkwasser
- RWTH Aachen University - u.a. Sulfat und Lochkorrosion Typ I in Trinkwasser-Installationen aus Kupfer
- Trinkwasserverordnung 2023, Anlage 3 - Grenzwert Sulfat (250 mg/l)

