Ob Handeln nötig ist, hängt weniger vom Wohnort als vom Baujahr und dem Sanierungsstand Ihres Hauses ab:
- Ihr Gebäude ist vor 1973 entstanden oder das Baujahr lässt sich nicht sicher bestimmen.
- Niemand kann bestätigen, dass die Bleileitungen bereits ausgetauscht wurden, etwa bei einer Mietwohnung ohne Sanierungsnachweis.
- In Ihrem Haushalt trinken Schwangere, Säuglinge oder Kleinkinder regelmäßig Leitungswasser.
- Ältere Armaturen oder Wasserhähne sind noch im Einsatz, obwohl die gesetzliche Austauschfrist für Bleileitungen bereits verstrichen ist.
Welcher Filter bis zur Sanierung schützt: Wasserfilter gegen Blei
1 Strengere Regeln und Bleiwerte ab 2026
Die Trinkwasserverordnung verlangt bis zum 12. Januar 2026 den Ausbau aller Bleileitungen und senkt ab 2028 den Grenzwert für Blei auf 0,005 mg/l. Beide Änderungen sollen die Bevölkerung besser vor Blei schützen.
Blei-Grenzwerte im Zeitverlauf
Die Frist bis 2026 beendet die Bleirohre
Mit der Novellierung der deutschen Trinkwasserverordnung (TrinkwV) im Juni 2023 wurde ein klares Zeichen gesetzt: Bis spätestens 12. Januar 2026 müssen alle noch vorhandenen Bleileitungen und sogar bleihaltige Teilstücke in Trinkwasserinstallationen entfernt oder stillgelegt werden. Diese Regelung gilt unabhängig davon, ob der aktuelle Grenzwert eingehalten wird. Die bloße Existenz von Bleirohren gilt seither als Mangel.
Installateure müssen Funde von Bleileitungen dem zuständigen Gesundheitsamt zu melden, sofern sie nicht bereits mit deren Entfernung beauftragt wurden.
Verschärfter Grenzwert ab 2028 für erhöhte Bleiwerte
Derzeit liegt der Grenzwert für Blei im Leitungswasser laut Trinkwasserverordnung bei 10 Mikrogramm pro Liter (µg/l) bzw. 0,010 Milligramm pro Liter (mg/l). Dieser Wert wird ab dem 12. Januar 2028 nochmals halbiert. Der neue, verbindliche Grenzwert beträgt dann nur noch 5 µg/l (0,005 mg/l).
Der Grenzwert wurde in den vergangenen Jahrzehnten bereits mehrfach verschärft, wie die folgende Übersicht zeigt:
| Zeitraum | Grenzwert für Blei |
|---|---|
| Bis Ende der 1990er-Jahre | 0,040 mg/l |
| Übergangsphase | 0,025 mg/l |
| Ab 1. Dezember 2013 | 0,010 mg/l (aktuell gültig) |
| Ab 12. Januar 2028 | 0,005 mg/l |
Hinter dieser Absenkung steht die wissenschaftliche Einschätzung, dass selbst geringste Mengen Blei gesundheitsschädlich sind. In Häusern mit Bleirohren ist die Einhaltung dieses neuen Grenzwertes praktisch unmöglich, was den dringenden Handlungsbedarf für Eigentümer verstärkt.
2 Warum Blei im Trinkwasser gefährlich ist
Blei ist ein toxisches Schwermetall, das sich bei regelmäßiger Aufnahme im Körper anreichert und schleichend zu schweren Gesundheitsproblemen führen kann. Anders als bei einer akuten Vergiftung bleiben die Symptome oft lange unbemerkt.
Besonders gefährdete Personengruppen
Die größte Gefahr besteht für die empfindlichsten Mitglieder unserer Gesellschaft:
- Ungeborene, Säuglinge und Kleinkinder: Blei ist nervenschädigend und kann die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen. Mögliche Folgen sind eine verminderte Intelligenzentwicklung, Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten. Und es stört die Blutbildung.
- Schwangere: Das im Körper der Mutter gespeicherte Blei kann über die Plazenta auf das ungeborene Kind übergehen und dessen Entwicklung gefährden.
Symptome einer Bleivergiftung bei Erwachsenen
Bei Erwachsenen lagert sich Blei vor allem in den Knochen ab und kann über Jahre hinweg im Körper verbleiben. Von dort kann es wieder ins Blut freigesetzt werden. Symptome einer chronischen Belastung können sein:
- Kopfschmerzen und Müdigkeit
- Magen-Darm-Beschwerden
- Schwächegefühl und Reizbarkeit
- Neurologische Probleme wie Taubheitsgefühle
Deshalb lohnt es sich, die Bleibelastung im eigenen Haushalt zu kennen und zu senken.
3 Woran Sie Bleirohre erkennen
Bleirohre wurden in Deutschland vor allem in Gebäuden verbaut, die vor 1973 errichtet wurden. In Süddeutschland war ihre Verwendung schon früher unüblich, während sie in Nord- und Ostdeutschland länger im Einsatz waren. Wenn Ihr Haus nach 1973 gebaut wurde, ist das Risiko sehr gering.
Drei Proben, drei Antworten
Blei gelangt dabei nicht nur über Bleirohre selbst ins Trinkwasser: Auch bleihaltige Bauteile in älteren Armaturen und Wasserhähnen können Blei abgeben. Aus diesem Grund gelten laut DVGW inzwischen auch für Armaturen und andere Materialien mit Trinkwasserkontakt strengere Anforderungen als früher.
Der schnellste erste Hinweis kommt vom freiliegenden Rohr selbst, etwa im Keller nahe dem Wasserzähler oder unter der Spüle. Vier einfache Prüfschritte zeigen in wenigen Minuten, ob eine Leitung aus Blei besteht:
- Klopfen Sie auf das Rohr. Bleirohre klingen dumpf und stumpf, während Kupferrohre einen helleren Klang erzeugen.
- Kratzen Sie mit einem metallischen Gegenstand leicht über die Oberfläche. Blei ist silbergrau und matt, dabei erscheint ein glänzender, silbriger Farbton. Kupferrohre sind rötlich-braun.
- Halten Sie einen Magneten an das Rohr. Blei ist nicht magnetisch, bleibt der Magnet also nicht haften, könnte es sich um Blei handeln (allerdings ist Kupfer ebenfalls nicht magnetisch).
- Prüfen Sie Form und Verlegung. Bleirohre sind weicher als andere Rohre, wurden oft in weiten Bögen verlegt und haben keine Gewinde an den Verbindungsstellen.
Wenn Sie zur Miete wohnen, fragen Sie Ihren Vermieter oder die Hausverwaltung nach dem Material der Wasserleitungen; Eigentümer sind verpflichtet, über bekannte Bleileitungen Auskunft zu geben. Führt der Blick auf die Leitung nicht weiter, können Gesundheitsamt oder ein Labor den Bleigehalt messen. Ein hochwertiger Aktivkohle-Blockfilter senkt die Belastung am Entnahmepunkt unabhängig davon, ob vorher gemessen wurde.
Irrtum: „Wenn der Grenzwert eingehalten wird, ist mein Wasser sicher.“
Richtig ist: Ab dem 12. Januar 2026 gilt die bloße Existenz von Bleirohren als Mangel, unabhängig davon, ob der aktuelle Grenzwert eingehalten wird.
Irrtum: „Ein Wasserfilter ersetzt den Rohrtausch.“
Richtig ist: Ein Aktivkohle-Blockfilter kann als Übergangslösung Bleirückstände reduzieren, ersetzt aber nicht die gesetzliche Pflicht des Eigentümers, die Leitungen zu sanieren.
Irrtum: „Nur Bleirohre selbst sind das Problem.“
Richtig ist: Auch bleihaltige Bauteile in älteren Armaturen und Wasserhähnen können Blei abgeben, deshalb gelten laut DVGW inzwischen strengere Anforderungen an Materialien mit Trinkwasserkontakt.
Irrtum: „Häuser nach 1973 sind nie betroffen.“
Richtig ist: Nach 1973 ist das Risiko sehr gering, in Süddeutschland war Blei schon früher unüblich, in Nord- und Ostdeutschland dagegen länger im Einsatz.
4 Was Mieter und Eigentümer bei Bleibelastung tun müssen
Bei nachgewiesenen Bleirohren oder begründetem Verdacht müssen Eigentümer sanieren und Mieter den Vermieter schriftlich informieren.
Eigentümer müssen sanieren
Als Eigentümer sind Sie gesetzlich verpflichtet, Bleileitungen in der Hausinstallation bis zur Frist am 12. Januar 2026 zu entfernen. Am sichersten ist der vollständige Austausch der Rohre durch moderne, unbedenkliche Materialien wie Kupfer, Edelstahl oder zertifizierte Kunststoffe. Reparaturen an Bleileitungen sind nicht mehr zulässig. Beauftragen Sie hierfür unbedingt einen qualifizierten SHK-Fachbetrieb (Sanitär, Heizung, Klima).
Mieter machen Rechte geltend und senken die Belastung
Informieren Sie umgehend Ihren Vermieter schriftlich über den Verdacht oder Nachweis von Bleileitungen und fordern Sie ihn zur Sanierung auf. Bis der Austausch erfolgt ist, können Sie folgende Sofortmaßnahmen ergreifen, um die Belastung zu reduzieren:
- Wasser ablaufen lassen: Lassen Sie das Wasser morgens und nach längerer Abwesenheit so lange laufen, bis es konstant kühl aus dem Hahn kommt. Dieses "Stagnationswasser" enthält die höchste Bleikonzentration. Verwenden Sie es nicht zum Trinken oder Kochen, aber zum Blumengießen oder Putzen.
- Abgepacktes Wasser für Risikogruppen: Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder sollten vorsichtshalber nur abgepacktes Wasser trinken, das für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet ist.
- Wasserfilter als Übergangslösung: Ein hochwertiger Aktivkohle-Blockfilter kann Bleirückstände zuverlässig reduzieren. Dies ersetzt jedoch nicht die gesetzliche Pflicht des Eigentümers, die Leitungen zu sanieren.
5 Der Wasserfilter als Übergangslösung
Ein Aktivkohle-Blockfilter am Entnahmepunkt senkt die Bleibelastung, bis die Sanierung abgeschlossen ist. Für den Filtereinsatz Alvito ABF Primus SD, der im Alvito Auftischfilter Set Pure verbaut ist, bestätigt ein Prüfbericht der UEG Wetzlar aus dem Jahr 2026 einen Rückhalt von mehr als 90 Prozent für Blei und Kupfer. Welche weiteren Schadstoffe ein solcher Filter zurückhält, zeigt die Übersicht unter Was wird gefiltert.
6 Was Leser zu Blei im Trinkwasser noch fragen
Was kann ich tun, wenn ich Bleirohre oder erhöhte Bleiwerte festgestellt habe?
Lassen Sie das Wasser nach längerer Standzeit ablaufen, verwenden Sie abgepacktes Wasser zur Zubereitung von Säuglingsnahrung, und informieren Sie (bei Mietwohnungen) den Vermieter. Der Austausch der Leitungen ist langfristig Pflicht.
Woran erkenne ich, ob Blei aus meinen Leitungen kommt?
Am Baujahr (vor 1973), am freiliegenden Rohr nahe dem Wasserzähler und an der Auskunft des Vermieters; Eigentümer müssen über bekannte Bleileitungen Auskunft geben. Bleirohre klingen beim Klopfen dumpf, sind silbergrau und haben keine Gewinde an den Verbindungen. Auch ältere Armaturen können Blei abgeben.
Wer trägt die Kosten für eine Sanierung der Bleirohrleitungen?
Eigentümer sind gesetzlich verpflichtet, für den Austausch der Leitungen aufzukommen; Reparaturen an Bleileitungen sind seit der Novelle der Trinkwasserverordnung 2023 nicht mehr zulässig. Mieter sollten ihren Vermieter im Verdachtsfall schnell schriftlich informieren und ihn zur Sanierung auffordern.
Kann Blei auch aus Armaturen statt nur aus Rohren ins Trinkwasser gelangen?
Ja. Neben alten Bleileitungen können auch bleihaltige Bauteile in älteren Armaturen und Wasserhähnen Blei abgeben. Deshalb gelten laut DVGW inzwischen auch für Armaturen und andere Materialien mit Trinkwasserkontakt strengere Anforderungen als früher.
7 Was Sie jetzt tun können
Prüfen Sie Baujahr und Rohrmaterial und setzen Sie bis zur Sanierung einen Aktivkohle-Blockfilter am Entnahmepunkt ein; welcher Filtereinsatz gegen Blei geprüft ist, steht unter Wasserfilter gegen Blei.
→ Vermieter fragen und das Rohr am Wasserzähler prüfen; ein Filter am Entnahmepunkt schützt schon vorher.
→ Ein Aktivkohle-Blockfilter aus dem Wasserfilter-Sortiment sofort am Entnahmepunkt nutzen, als Auftisch- oder Untertischgerät.
→ dazu abgepacktes Wasser für die Zubereitung von Säuglingsnahrung verwenden.
Quellen
- Deutsche Trinkwasserverordnung - Gesetzliche Fassung von 2023
- Stiftung Warentest (2004) - Neue Umweltkarte: Blei im Trinkwasser
- Umweltbundesamt (2024) - Blei im Trinkwasser
- DVGW - Blei im Trinkwasser
- Umweltbundesamt (2005) - Einträge von
Kupfer, Zink und Blei in
Gewässer und Böden - UEG Wetzlar (2026) - Prüfbericht Alvito ABF Primus SD
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