Wasser-Wissen · Inhaltsstoffe

Welche Rolle spielt Mangan im Trinkwasser?

Für Mangan im Trinkwasser gilt in Deutschland ein Grenzwert von 0,05 Milligramm pro Liter, deutlich strenger als die 0,4 mg/l der WHO. Für Säuglingsnahrung gilt bereits Wasser mit mehr als 0,2 mg/l als ungeeignet, ab etwa 0,5 mg/l kann ein metallischer Geschmack auftreten. Das Hauptproblem ist technischer Natur: Ablagerungen und Verkeimung im Rohrnetz, nicht die Gesundheit.

Marco FabianZuletzt aktualisiert am ca. 7 Min. Lesezeit3 Quellen
Titelgrafik „Mangan“ – fließendes Wasser am Hahn und blau gefüllte Reagenzgläser

Mangan kommt eigentlich immer im Grundwasser vor und kann nie ganz beseitigt werden. Trotzdem ist es ratsam, den Anteil am Metall so gering wie möglich zu halten, um so verschiedensten Problemen vorzubeugen. Diese sind sowohl technischer, als auch in weiterer Folge gesundheitlicher Natur.

Ein hoher Mangananteil im Wasser erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Ablagerungen entstehen, die wiederum die Ansammlung von Bakterien begünstigen. So kann die Qualität des Wassers darunter leiden. Es ist also nicht verkehrt, wenn Sie sich über diese Probleme informieren, um dann in der Lage zu sein, geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

1 Was ist Mangan und wie wird es verwendet?

Mangan ist ein chemisches Element, welches ähnliche Eigenschaften wie Eisen aufweist. Eisen im Wasser hängt folglich auch immer stark mit Mangan zusammen. Es ist neben Eisen das zweithäufigste Metall und kommt sehr oft in der Erdkruste als chemische Verbindung vor: meist in Form von Braunstein, aber auch als Manganit oder Rhodonit. Nach dem Abbau wird das Element vor allem in der Stahlindustrie für Legierungen verwendet.

2 Mangan im Grundwasser

Aufgrund des hohen natürlichen Vorkommens von Mangan verwundert es nicht, dass im Grundwasser eigentlich immer Spuren von Mangan zu finden sind. Durch verschiedene Praktiken, wie zum Beispiel das Dämpfen der Erde zur Schädlingsbekämpfung, wird mehr Mangan im Bodenwasser gelöst und gelangt dann durch Regen in das Grundwasser. Auch durch verlegte Kupfer- oder Bleirohre kann es ins Grundwasser gelangen, indem sich Spuren von Mangan davon lösen und dann weggeschwemmt werden.

3 Grenzwert in der Trinkwasserverordnung

Die Trinkwasserverordnung in Deutschland sieht für Mangan einen Grenzwert von 0,05 mg pro Liter vor. Die WHO gibt einen wesentlich höheren Wert an. Hier beträgt die Grenze 0,4 mg pro Liter.

Bei einem lebenslangen Konsum von Wasser mit diesem Wert besteht laut WHO kein wesentlich erhöhtes Risiko für den Menschen, gesundheitliche Schäden davonzutragen. Der deutsche Grenzwert ist laut Umweltbundesamt in erster Linie technisch begründet: Er soll Ablagerungen und Verockerungen im Rohrnetz vorbeugen, lange bevor eine gesundheitliche Wirkschwelle erreicht wird.

Diese unterschiedlichen Richtlinien zeigen aber, dass es Unstimmigkeiten darüber gibt, welche Mengen als problemlos beziehungsweise ungesund angesehen werden können.

4 Was bedeutet Mangan im Wasser für Ihre Gesundheit?

Bei Mangan handelt es sich um ein lebenswichtiges Element für den menschlichen Körper. Es ist Bestandteil von Eiweißen und deshalb von großer Bedeutung für verschiedene Funktionen des Körpers, wie zum Beispiel dem Stoffwechsel. Der Bedarf an Mangan ist jedoch nicht sehr hoch. Für einen erwachsenen Menschen liegt die empfohlene Menge bei 2,5 mg pro Tag.

Den Großteil des Bedarfs nimmt der Mensch über Lebensmittel auf, z.B. über Getreide, Reis oder Nüsse, weniger durch Wasser. Im Körper wird das Element dann zum Großteil in den Knochen gespeichert.

Eine Ausnahme bilden Säuglinge: Wasser mit mehr als 0,2 mg Mangan pro Liter gilt aus gesundheitlicher Vorsorge als ungeeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung, da der kindliche Organismus Mangan schlechter ausscheidet als der eines Erwachsenen.

Auswirkungen einer Vergiftung

Eine Manganvergiftung kann Symptome wie Muskelschmerzen, Appetitlosigkeit und auch Sprachstörungen verursachen und somit schädlich für die Gesundheit sein. Eine solche Vergiftung ist jedoch nur durch das Einatmen von manganhaltigem Staub möglich. Durch den reinen Konsum von Wasser aus der Leitung ist eine solche Vergiftung nahezu unmöglich.

Auch ein Mangel am Element kann Probleme, wie Knochendeformationen oder Blutgerinnungsstörungen, verursachen. Da Mangan aber nur in einer sehr geringen Dosis zu sich genommen werden sollte, ist auch ein solcher Mangel nicht sehr wahrscheinlich. Es sind jedoch vor allem technische Probleme, die die Qualität des Wassers beeinträchtigen und so hygienische Probleme verursachen können, die wiederum für Ihre Gesundheit gefährlich sein können.

5 Bedeutung für die Umwelt

Mangan ist für alle Organismen dieser Welt lebenswichtig, unter anderem wird es zum Beispiel von Pflanzen für die Fotosynthese benötigt. Das Element selbst gilt als relativ untoxisch und es sind auch keine Umweltschäden bekannt, die durch Mangan verursacht wurden.

6 Technische Probleme durch Mangan verursacht

Eine hohe Konzentration von Mangan im Leitungswasser ist an sich gesundheitlich unbedenklich, führt jedoch zu unerwünschten Verfärbungen des Wassers und technischen Problemen. Bei Trinkwasserleitungen können Manganbakterien Ablagerungen beziehungsweise Verkrustungen verursachen und so die Rohrleitung verengen. Ab etwa 0,5 mg Mangan pro Liter kann zudem ein unangenehmer metallischer Geschmack auftreten.

Aufgrund dieser Verengung kommt es in weiterer Folge zu hygienischen Problemen durch die vermehrte Ansammlung von Bakterien. Die Ablagerungen können sich aber auch wieder von allein lösen und kommen dann als dunkel gefärbte Teilchen aus dem Wasserhahn. Sollten sich diese nicht von alleine lösen, sollte eine Filteranlage installiert werden, um die Qualität des Wassers wiederherzustellen.

7 Was soll bei zu hohen Werten unternommen werden?

Es kann davon ausgegangen werden, dass die zu hohen Werte nicht von den öffentlichen Wasserversorgungsanlagen verursacht werden, da die Werte dort ständig kontrolliert werden. Dort wird Mangan häufig direkt mit Eisen aus dem Wasser entnommen. Meist sind Ursachen für erhöhte Werte im Rohrleitungsnetz und in der eigenen Hausinstallation zu finden. Einen ersten Anhaltspunkt liefert die veröffentlichte Trinkwasseranalyse Ihres Versorgers; liegt der Wert dort im Rahmen, lohnt der Blick auf Baujahr und Leitungsmaterial im Haus, bei Mietwohnungen über den Vermieter.

Ein hochwertiger Aktivkohle-Blockfilter in der Küche hält die dunklen Manganpartikel aus dem Rohrnetz zurück, ob vorher gemessen wurde oder nicht.

Bei Vorliegen erhöhter Anteile im Trinkwasser kann der Stoff durch die Reinigungsstufen Oxidation, Fällung und finaler Filterung aus dem Wasser entnommen werden. Weitere wirksame Möglichkeiten sind Umkehrosmose, Ionentauscher oder Elektrodialyse. Welche Filtermethoden im Detail infrage kommen und worauf es dabei ankommt, lesen Sie in unserem Artikel Mangan aus dem Trinkwasser filtern.

8 Häufige Fragen zu Mangan im Trinkwasser

Ist Mangan im Trinkwasser gesundheitsschädlich?

Bei den in Deutschland üblichen Konzentrationen ist Mangan im Trinkwasser gesundheitlich unbedenklich. Eine Manganvergiftung ist durch den reinen Konsum von Leitungswasser nahezu unmöglich, sie entsteht praktisch nur durch das Einatmen von manganhaltigem Staub.

Ist Wasser mit Mangan für Babynahrung geeignet?

Wasser mit mehr als 0,2 mg Mangan pro Liter gilt aus gesundheitlicher Vorsorge als ungeeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung, da der kindliche Organismus Mangan schlechter ausscheidet als der eines Erwachsenen.

Warum schmeckt mein Leitungswasser metallisch?

Ab etwa 0,5 mg Mangan pro Liter kann ein unangenehmer metallischer Geschmack auftreten. Zudem können Manganbakterien Ablagerungen und Verkrustungen in den Rohrleitungen verursachen.

Was tun bei erhöhten Manganwerten im Leitungswasser?

Zunächst die veröffentlichte Trinkwasseranalyse des Versorgers prüfen; liegt der Wert dort im Rahmen, sitzt die Ursache meist in der Hausinstallation. Erhöhte Anteile lassen sich anschließend über Oxidation, Fällung und Filterung oder über Umkehrosmose, Ionentauscher beziehungsweise Elektrodialyse aus dem Wasser entnehmen.

9 Fazit

Mangan ist für den Menschen lebensnotwendig. Probleme bereitet es vor allem in Hausleitungen, wenn durch einen zu hohe Anteil Geschmack oder Farbe negativ beeinflusst werden oder gar Ablagerungen entstehen. Diese Ablagerungen begünstigen die Ansammlung von verschiedenen Bakterien und können in weiterer Folge schlecht für die Qualität des Trinkwassers und Ihre Gesundheit sein.

Mithilfe von Filteranlagen können Sie nicht nur Ihrer Gesundheit einen Gefallen tun, sondern Sie helfen dadurch auch die Umwelt weniger zu belasten, denn Leitungswasser ist wesentlich ökonomischer und ökologischer als Flaschenwasser.

Für den Körper

Lebensnotwendiges Spurenelement, der Bedarf wird meist über Lebensmittel gedeckt.

In der Hausleitung

Kann Geschmack, Farbe und Ablagerungen negativ beeinflussen.

Bei erhöhten Werten

Eine Filteranlage mit Oxidation, Fällung und Filterung stellt die Wasserqualität wieder her.

Mangan im Wasser vermuten?Ein passender Wasserfilter löst das Problem, eine kurze Rückfrage genügt.

Quellen

  • Domke A., Großklaus R., Niemann B., Przyrembel H., Richter K., Schmidt E., Weißenborn A., Wörner B. und R. Ziegenhagen: Verwendung von Mineralstoffen in Lebensmitteln. Toxikologische und ernährungsphysiologische Aspekte Teil II. Berlin: Bundesinstitut für Risikobewertung, 2004.
  • Trinkwasserverordnung - aktuelle Fassung (2023)
  • Umweltbundesamt: Toxikologie des Trinkwassers
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Marco Fabian | Geschäftsführer Vitalhelden GmbH · Trinkwasseraufbereitung seit 2014

Marco Fabian ist Gründer der Vitalhelden GmbH und beschäftigt sich seit 2014 intensiv mit Trinkwasseraufbereitung. In dieser Zeit hat er tausende Haushalte bei der Auswahl passender Filtersysteme begleitet und arbeitet eng mit deutschen Herstellern wie Carbonit und Alvito zusammen.

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