Aus dem Grund stellt sich die Frage: Wie können Sie die Konzentration von Mangan im Wasser selbst beeinflussen? Entscheidend sind dafür die gesetzlichen Grenzwerte von Mangan im Trinkwasser und die passenden Filtermethoden für den privaten und industriellen Gebrauch.
1 Wie kommt Mangan ins Trinkwasser?
Mangan befindet sich auf natürliche Weise im menschlichen Körper. Es ist ein Bestandteil von Enzymen, das für den Bindegewebeaufbau, die Fett- und Proteinsynthese sowie für viele andere physiologische Vorgänge gebraucht wird und ist daher lebensnotwendig. Der Mensch nimmt Mangan durch pflanzliche Lebensmittel wie Getreide, Reis und Nüsse auf, aber auch Tee kann Mangan enthalten. Eisen und Calcium können die Resorption von Mangan beeinflussen.
Die Böden in Deutschland gelten als manganarm, dennoch gelangt der Stoff durch Ausspülungen auf diese Weise in das Grundwasser. Mangan aus dem Trinkwasser kann vom Körper schlechter verstoffwechselt werden, da es anorganisch ist.
2 Wann ist der Einsatz eines Wasserfilters gegen Mangan sinnvoll?
Im Leitungswasser, aus dem meist Eisen gefiltert wird, sind die Mangankonzentrationen in der Regel gering, denn mit der Ausfällung des Eisens werden gleichzeitig Mangananteile entfernt. Es gilt der gesetzliche Grenzwert von 0,05 Milligramm pro Liter (Trinkwasserverordnung, Anlage 3; siehe auch die aktuelle TrinkwV-Fassung).
In der Regel kommt Mangan in gut löslichen Verbindungen gemeinsam mit Eisen vor. Da der Stoff leicht mit Sauerstoff oxidiert und ausfällt, kann sich in Rohrleitungen leicht Manganschlamm ablagern. Dieser führt nicht nur zu einem Verteilungsproblem, sondern auch zu einem Desinfektionsproblem. Aus diesem Grund sind die Grenzwerte eher praktischer Natur.
Man geht davon aus, dass auch höhere Mangankonzentrationen von bis zu 0,2 Milligramm pro Liter im Trinkwasser keine gesundheitlichen Probleme bereiten. Eine zu hohe Aufnahme von Mangan kann allerdings nervenschädigend wirken. Dadurch können neuropathologische Gehirnveränderungen auftreten.
Kommunales Trinkwasser braucht meist keinen Extrafilter, wenn …
- bereits Eisen aus dem Wasser gefiltert wird und die Mangankonzentration entsprechend gering ist
- der gesetzliche Grenzwert von 0,05 mg/l eingehalten wird
Eine gezielte Filterung ist sinnvoll, wenn …
- Sie Ihr Wasser aus einem privaten Brunnen mit stärker belastetem Grundwasser beziehen
- die veröffentlichte Trinkwasseranalyse Ihres Versorgers erhöhte Mangananteile zeigt
- Manganschlamm bereits die Rohrleitungen beeinträchtigt
3 Welche Filtermöglichkeiten gibt es und welche ist die Richtige für Sie?
Auch wenn Mangan für den Körper lebensnotwendig ist, kann der Körper das Mangan aus dem Trinkwasser schlecht verstoffwechseln und somit schlecht nutzen. Aus Gefahr, dass Manganschlamm in den Leitungen entstehen kann, ist es unbedingt notwendig, die gesetzlichen Grenzwerte nicht zu überschreiten. Besonders für Säuglinge sind zu hohe Mangankonzentrationen gefährlich.
Wenn Sie den Mangangehalt selbst kontrollieren wollen, können Sie zu einigen Filtermethoden greifen. In der Praxis kommen zur Entfernung von Mangan vor allem einfache mechanische Filter mit Quarzsand oder spezielle Anlagen, die Mangan ausflocken lassen, zum Einsatz. Auch die Umkehrosmose wird am Markt angeboten; Vitalhelden führt diese Technologie jedoch nicht im Sortiment. Einen unabhängigen Vergleich von Aktivkohle- und Umkehrosmose-Verfahren finden Sie unter Aktivkohle oder Umkehrosmose.
| Verfahren | Wirkt gegen | Einsatzbereich |
|---|---|---|
| Quarzsand (mechanisch) | partikuläres, bereits oxidiertes Mangan | Standardverfahren in Wasserwerken, auch privat nutzbar |
| Sauerstoffzufuhr (Ausflockung) | gelöstes Mangan, das dadurch ausfällt | industrielle Anlagen und Heimanlagen |
| Ionentausch / katalytische Medien | gelöstes Mangan bei stärkerer Belastung | private Brunnenanlagen mit belastetem Grundwasser |
| Umkehrosmose | nahezu alle gelösten Stoffe inklusive Mangan | sehr zuverlässig, aber nicht im Vitalhelden-Sortiment |
| Aktivkohle-Blockfilter | partikuläres Mangan (z. B. Manganschlamm), nicht gelöstes Mn²⁺ | sinnvoll gegen weitere Schadstoffe wie Chlor, Schwermetalle, Pestizide |
Quarzsand
Quarzsand wird in den Wasserwerken genutzt, wo die Entmanganung bereits als Standardverfahren gilt. Bei diesem Verfahren handelt es sich um mechanische mit Quarzsand gefüllte Filter. Aber auch in privaten Haushalten nutzen einige Menschen diese Technik, um ihr Trinkwasser selbst zu optimieren.
Entmanganisierung via Sauerstoffzufuhr
Eine weitere Methode, um Mangan aus dem Wasser zu filtern, ist die Zugabe von Sauerstoff. Gelöste Manganverbindungen wie Mangan-(II)-Ionen können so ausgefällt und in einem weiteren Schritt anschließend gefiltert werden. Man spricht auch von einer Ausflockung. Diese Anlagen werden sowohl im großen Stil industriell oder von den Wasserwerken verwendet, können aber auch in kleinerer Form als Heimanlagen betrieben werden.
Ionentausch und katalytische Filtermedien
Bei stärker belastetem Grundwasser, etwa in privaten Brunnenanlagen, kommen zusätzlich Ionentauscher sowie katalytische Filtermedien mit einer Manganoxid-Beschichtung zum Einsatz. Ionentauscher ersetzen gelöste Manganionen gegen Natriumionen, katalytische Medien beschleunigen die Oxidation von Mangan direkt an der Filteroberfläche. Für kommunal versorgtes Trinkwasser mit den ohnehin geringen, gesetzlich begrenzten Mangananteilen sind solche Anlagen in der Regel nicht notwendig.
Umkehrosmose zur Filterung von Mangan
Die Umkehrosmose ist ein beliebtes und wirksames Filterverfahren und entfernt nahezu alle partikulären und gelösten Stoffe aus dem Trinkwasser, inklusive gelöster Salze und Mineralien und damit zuverlässig auch gelöstes Mangan, wodurch der pH-Wert sich ins saure Milieu verändert. Das Wasser wird mit Druck durch eine feinporige Membran gepresst, die nur H20-Moleküle hindurchlässt. Die Membran muss regelmäßig abgespült werden, um eine Verstopfung zu verhindern.
Ein Aktivkohle-Blockfilter zählt zu den effektivsten Verfahren gegen viele andere Schadstoffe im Trinkwasser, ist für Mangan aber nur eingeschränkt geeignet. Bereits oxidiertes bzw. partikuläres Mangan – etwa Manganschlamm oder dunkle Trübstoffe – kann durch die feine Porenstruktur eines Blockfilters mit zurückgehalten werden.
Gelöstes, zweiwertiges Mangan (Mn²⁺) liegt dagegen als Ion im Wasser vor und wird von Aktivkohle nicht sicher entfernt, da dafür Oxidation, Ionentausch oder eine Membran wie bei der Umkehrosmose nötig sind. Dunkle Trübstoffe oder Ablagerungen an Armaturen sprechen für partikuläres Mangan aus der Hausinstallation, ein erhöhter Wert in der Versorgeranalyse bei klarem Wasser für gelöstes Mangan. Ein hochwertiger Aktivkohle-Blockfilter hält die Partikel in der Küche zurück, ob vorher gemessen wurde oder nicht.
Falls in Ihrem Wasser vor allem andere Stoffe wie Chlor, Schwermetalle oder Pestizidrückstände relevant sind, hilft Ihnen unser Wasserfilter-Konfigurator bei der Auswahl des passenden Modells; einen Überblick, was Aktivkohle-Blockfilter grundsätzlich herausfiltern, finden Sie in unserem Ratgeber.
4 Häufige Fragen zu Mangan im Trinkwasser
Ist Mangan im Trinkwasser gefährlich?
In den üblichen Konzentrationen von bis zu 0,2 mg/l gilt Mangan als gesundheitlich unbedenklich. Erst eine dauerhaft zu hohe Aufnahme kann nervenschädigend wirken und neuropathologische Veränderungen auslösen.
Welcher Grenzwert gilt für Mangan im Trinkwasser?
Die Trinkwasserverordnung schreibt einen Grenzwert von 0,05 Milligramm pro Liter vor (Anlage 3). Dieser Wert ist eher praktisch begründet, da Mangan zu Ablagerungen (Manganschlamm) in Rohrleitungen führen kann.
Entfernt ein Aktivkohle-Blockfilter Mangan zuverlässig?
Nur eingeschränkt: bereits oxidiertes, partikuläres Mangan wird durch die feine Porenstruktur zurückgehalten, gelöstes zweiwertiges Mangan (Mn²⁺) dagegen nicht. Dafür braucht es Oxidation, Ionentausch oder eine Umkehrosmose-Membran.
Was tun bei hohem Mangangehalt im eigenen Brunnenwasser?
Bei stärker belastetem Grundwasser kommen Ionentauscher oder katalytische Filtermedien mit Manganoxid-Beschichtung zum Einsatz. Da Brunnenwasser keiner amtlichen Kontrolle unterliegt, zeigt erst eine Wasseranalyse der Probe, welche Methode passt.
5 Fazit
Mangan im Trinkwasser ist für den Körper lebensnotwendig, in zu hoher Konzentration aber nervenschädigend und technisch problematisch. Welche Filtermethode passt, hängt davon ab, ob es gelöst oder bereits partikulär vorliegt.
Meist unproblematisch, da mit der Eisenfilterung auch Mangan mit entfernt wird.
Bei erhöhten Werten helfen Ionentausch, katalytische Medien oder Umkehrosmose zuverlässig.
Sinnvoll gegen viele andere Schadstoffe, gegen gelöstes Mangan aber nur eingeschränkt wirksam.
Quellen
- Evers, Karl Wolfgang. Wasser als Lebensmittel. Hamburg: Behr’s Verlag, 2009, 1. Auflage.
- Nießner, Reinhard: Wasser. 9. Auflage. München: de Gruyter, 2010.
- Schmitt, Dieter: Das Wasser Praxisbuch. Wissenswertes über Quell-, Leitungs- und Mineralwasser sowie Umkehrosmose, Belebung, Basenwasser und mehr! 3. Auflage. Reichenberg: Siva-Natara Verlag, 2008.
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