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Was sagen Stiftung Warentest & ÖKO-Test zu unserem Wasser?

Stiftung Warentest prüfte 2019 Trinkwasser aus 20 Städten und Gemeinden auf 126 Stoffe – die Grenzwerte wurden durchweg eingehalten, Fazit „sicher zu trinken“. Ökotest zeigte sich 2014 kritischer bei Arzneimittelrückständen und Pestiziden, für viele Spurenstoffe gibt es bislang nur gesundheitliche Orientierungswerte statt gesetzlicher Grenzwerte. Zudem kostet Leitungswasser nur rund 0,2 Cent pro Liter.

Marco FabianZuletzt aktualisiert am ca. 10 Min. Lesezeit5 Quellen
Einzelner Wassertropfen löst sich vom Perlator eines Wasserhahns, Nahaufnahme in Blaugrau

1 Was Stiftung Warentest 2019 im Trinkwasser fand

Im Juni 2019 hat Stiftung Warentest das deutsche Trinkwasser aus 20 Städten und Gemeinden (darunter die fünf größten deutschen Städte sowie 15 weitere Orte mit besonderen Belastungsrisiken, etwa durch intensive Landwirtschaft oder geogene Stoffe aus dem Gestein) auf 126 Stoffe untersucht und die gute Qualität des Leitungswassers belegt.

Kriterium Stiftung Warentest Ökotest
Untersuchungsjahr 2019 2014
Geprüfte Proben 20 Städte und Gemeinden 69 Großstädte
Untersuchte Stoffe 126 Stoffe u. a. Gadolinium (MRT-Kontrastmittel), Pestizide
Fazit Grenzwerte durchweg eingehalten, „sicher zu trinken“ kritischer bei Arzneimittelrückständen und Pestiziden

Pestizide

Auch in Bezug auf Pflanzenschutzmittel und ihre Abbauprodukte konnte Stiftung Warentest Verunreinigungen feststellen. Zwar konnte das stark diskutierte Glyphosat weder in Trinkwasserproben noch in Mineralwasser nachgewiesen werden, anders sieht es jedoch mit dem Wirkstoff Dese­thylatrazin, einem Abbauprodukt des Unkrautvernichters Atrazin, aus. Es wurde beispielsweise in Rottenburg neben sieben anderen Pestiziden nachgewiesen.

Die Wasseranbieter des weltweit größten Hopfengebietes versuchen, dies mit einer Wassermischung auszugleichen, allerdings mindert dies nur die Konzentration des schädlichen Pflanzengifts und kann langfristig keine weiteren Schäden der Belastung des Trinkwassers vorbeugen.

Süßungsmittel

Der Stichprobentest von Stiftung Warentest konnte auch eine Korrelation zwischen Einwohneranzahl pro qm und den im Trinkwasser vorhandenen Süßungsmitteln wie Acesulfam-K, Cyclamat, Saccharin oder Sucralose nachweisen. Diese kommen durch die Rückstände von gesüßten Getränken wieder aus dem Hahn der Großstadtbewohnerinnen und -bewohner.

Medikamente

In drei von 20 Wässern, also in 15% der Fälle, wurden Rückstände von Medikamenten nachgewiesen, etwa Schmerz- und Epilepsiemittel. Fünf weitere Städte, also 20% der Stichprobe, wiesen Röntgenkontrastmittel im Wasser auf. Da diese chemisch sehr stabil sind, werden diese durch die klassischen Reinigungsschritte im Klärwerk nicht erfasst und bleiben im Leitungswasser enthalten.

Problematisch ist, dass es für Spurenstoffe aus Medikamenten keine offiziellen Grenzwerte, nur gesundheitliche Orientierungswerte (GOW), gibt. Diese sind allerdings so niedrig angesetzt, dass auch bei lebenslanger Aufnahme ein gesundheitliches Risiko auszuschließen ist. In den von Stiftung Warentest geprüften Städten wurde keiner dieser Orientierungswerte überschritten. Zukünftig können jedoch noch mehr Arzneimittel im Trinkwasser landen.

Metalle

Teilweise wurde ein erhöhtes Vorkommen des Übergangsmetalles Chrom verzeichnet, für das die Trinkwasserverordnung einen Höchstwert von 50 Mikrogramm pro Liter vorschreibt.

Hier gilt es jedoch, zwischen Chrom (III), welches sich kaum in Wasser löst, und Chrom (VI), welches sehr gut wasserlöslich und krebserregend ist, zu unterscheiden. Chrom (VI) war in 18 der 20 Wässer nachweisbar. Das Umweltbundesamt veröffentlichte 2014 ein Positionspapier, in dem es einen Leitwert von 0,3 Mikrogramm Chrom (VI) pro Liter empfiehlt. Drei Wässer im Test liegen knapp über diesem Leitwert.

Nitrat, Uran und Arsen

Auch Nitrat, Uran und Arsen gehörten zu den geprüften Parametern. Bei Nitrat lagen alle 20 Proben klar unter dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter, die gemessenen Werte bewegten sich zwischen 2,4 und 31,5 mg/l. Uran und Arsen wurden nur in einzelnen Proben in Spuren nachgewiesen; alle Werte lagen deutlich unter dem jeweiligen Grenzwert von 10 Mikrogramm pro Liter.

Wasser aus mehreren Werken

Auffällig ist, dass das Wasser in einem Ort nicht immer gleich ist und sich die Qualität über eine längere Zeitspanne verändern kann. So fand Stiftung Warentest im Trinkwasser-Test vom Jahr 2016 auch im Hamburger Wasser Spurenstoffe, diesmal ist die Probe aus einem anderen Hamburger Stadtteil unauffällig. Die nordische Hansestadt wird von 16 Wasserwerken versorgt.

Das Fazit von Stiftung Warentest 2019

Das Fazit von Stiftung Warentest fällt, trotz einiger Überschreitungen schädlicher Inhaltsstoffe, positiv aus:

„Hahn aufdrehen und trinken – das ist nicht nur preiswert und ökologisch, sondern auch sicher.“

Dies wird damit begründet, dass die Trinkwasserverordnung für die getesteten Proben durchweg eingehalten wird.

2 Zu welchen Ergebnissen kam ÖKO-Test 2014?

Im September 2014 stand die unabhängige Testzentrale „Öko-Test“ besonders den Arzneimittelrückständen kritisch gegenüber und untersuchte insbesondere die Konzentration von Gadolinium, einem MRT-Kontrastmittel, im deutschen Trinkwasser. Getestet wurden Proben aus 69 deutschen Großstädten.

Röntgenkontrastmittel

Um beim Röntgen Blutgefäße sichtbar zu machen, müssen beispielsweise in der Radiologie jodhaltige Röntgenkontrastmittel gespritzt werden. Diese werden vom Körper nicht vollständig abgebaut und gelangen durch Ausscheidungen wieder in den Wasserkreislauf. Im Grundwasser weist der Bericht des UBA (Umweltbundesamt) 55, in Oberflächengewässern sogar 131 Positiv-Befunde aus, darunter einzelne Röntgenkontrastmittel mit Extremwerten von bis zu 100 µg/l.

Der Hintergrund: In den Kläranlagen können sie nicht vollständig herausgefiltert werden, weshalb sie irgendwann in verdünnter Form wieder aus dem Wasserhahn kommen.

Pestizide

Pestizide finden sich auch in Mineralwasser aus dem Supermarkt. So konnten 2014 in 28 von 102 getesteten Mineralwassern Pestizide nachgewiesen werden, in 15 davon waren die Werte höher als der Orientierungswert.

Auch Mineralwasser ist nicht frei von Schadstoffen

Wer denkt, durch den Kauf von Mineralwasser im Supermarkt ließen sich diese Schadstoffe vermeiden, der irrt leider: Auch in tiefen Mineralbrunnen weisen Prüfer Stoffe nach, die auf Einträge aus Umweltverschmutzung zurückgehen, wie auch die von Ökotest durchgeführten Mineralwasser-Tests zeigen. Diese hatten 50 Classic-Mineralwasser, rund 100-mal Medium-Mineralwasser sowie rund 100-mal Stilles Wasser im Test. Schwermetalle und Pestizide wurden überraschenderweise auch bei hochpreisigen Mineralwässern gefunden.

Vorgeschrieben ist, dass Tafel- und Mineralwässer von „natürlicher Reinheit“ sein sollen; was genau das bedeutet, ist allerdings nicht weiter definiert. Neben menschengemachten Verunreinigungen gibt es auch natürliche Stoffe wie Uran, Bor oder Arsen, welche vom Regenwasser auf dem Weg durch die Gesteinsschichten aufgenommen werden.

Ökotest betrachtet insbesondere die ökologischen Faktoren der beiden Wasserquellen und kürt das Leitungswasser eindeutig zum Sieger. Trotz des prominenten Namens, kann das Mineralwasser nur geringfügig mehr Mineralien aufweisen. Mit rund 0,2 Cent pro Liter gegenüber durchschnittlich 13 Cent pro Liter im Supermarkt ist es eindeutig die günstigere Alternative.

Auch die Klimabelastung ist durch Mineralwasser aus dem Supermarkt laut Verbraucherzentrale im Schnitt rund 600-mal höher als durch Leitungswasser, das liegt vor allem am Transport der Flaschen. Dazu kommen in Deutschland jährlich rund 16,4 Milliarden Einwegplastikflaschen verbraucht; ein Umstieg auf Leitungswasser hätte hier ein entsprechend großes Einsparpotenzial.

3 Welche Schadstoffe die Tests prüfen und welche nicht

Stiftung Warentest und Ökotest prüfen nur einen Teil der möglichen Schadstoffe, und für viele Spurenstoffe fehlen gesetzliche Grenzwerte; Sorgen über Verunreinigungen im Trinkwasser sind deshalb nicht unbegründet.

Ohnehin ist es eine Frage der Verhältnismäßigkeit, denn vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass mindestens 97% unseres Leitungswassers Nutzwasser ist. Wasser, das für den Abwasch, die Wäsche oder der Toilettenspülung dient, muss logischerweise viel geringere Anforderungen erfüllen als Wasser, das wir als Nahrungsmittel durch Getränke und Speisen zu uns nehmen.

Daher fehlt es dem Staat schlicht an Anreizen, ein Produkt frei von Verunreinigungen zu Ihnen nach Hause zu liefern.

Im Ergebnis lässt sich die Trinkwasserverordnung kritisch begutachten.

Grenzwerte sind nicht alles

Zum einen gibt es nicht für alle Stoffe Trinkwassergrenzwerte, wie beispielsweise für Arznei- oder diverse Pflanzenschutzmittel. Zum anderen wird zwar die Konzentration an solchen geregelt, doch nur, weil die Grenzwerte unterschritten werden, ist das Trinkwasser noch lange nicht frei von Schadstoffen!

Und der Wasserversorger ist für die Qualität des Wassers nur so lange verantwortlich, bis es in das hauseigene Wassernetz eintritt. Doch hier lauern oftmals Verunreinigungen und Schadstoffe, die in das Trinkwasser gelangen, beispielsweise durch alte Rohrleitungen, kaputte Dichtungen oder tote Stränge.

Diese sollten ernst genommen werden, da sie zu gesundheitlichen Schäden führen können. Auch wenn das Trinkwasser in Deutschland das am “besten kontrollierte Lebensmittel” ist, ist es nicht unbedingt das beste Trinkwasser.

Daher empfiehlt es sich, die Optimierung des Wassers selbst einfach in die Hand zu nehmen. Diese muss nicht einmal teuer oder aufwendig sein, denn wirksame und natürliche Wasserfilter gibt es bereits ab knapp über 100€.

Sich auf die Grenzwerte verlassen reicht, wenn …

  • für Sie nur gesetzlich geregelte Stoffe zählen
  • Sie kein Risiko durch Spurenstoffe ohne Grenzwert (Arzneimittel, Pestizide) sehen

Ein eigener Wasserfilter ist sinnvoll, wenn …

  • Sie sich auch vor Stoffen ohne gesetzlichen Grenzwert schützen wollen
  • Verunreinigungen aus dem eigenen Hausnetz (alte Rohre, Dichtungen) ausgeschlossen werden sollen
  • Sie unabhängig vom teureren, klimaschädlicheren Mineralwasser sein wollen

4 Was Sie jetzt tun können

Stiftung Warentest beschwichtigt, doch die Verunsicherung hat Gründe: Im Trinkwasser werden immer mehr Spurenstoffe gefunden, für die keine Grenzwerte existieren, und die Politik verweist auf fehlende Langzeitauswirkungen.

Hinweis: Die zitierten Ergebnisse basieren auf dem Stiftung-Warentest-Trinkwassertest von 2019 (20 Städte) sowie dem ÖKO-Test-Trinkwassertest von September 2014 (69 Großstädte). Der ursprüngliche ÖKO-Test-Bericht ist unter seiner damaligen Adresse nicht mehr in Originalform online abrufbar; die hier wiedergegebenen Kernaussagen stützen sich daher auch auf die zeitgenössische Berichterstattung großer Wirtschaftsmedien (siehe Quellen). Eine neuere bundesweite Untersuchung beider Institute zu Leitungswasser war zum Zeitpunkt dieser Prüfung (September 2026) nicht auffindbar. Die grundsätzlichen Aussagen zur Wasserqualität und zum Vergleich mit Mineralwasser gelten unverändert fort.

Unser Rat: Nehmen Sie die Absicherung selbst in die Hand und prüfen Sie, welcher Trinkwasserfilter zu Ihrem Haushalt passt. Welche Stoffe ein Aktivkohle-Blockfilter am Entnahmepunkt konkret zurückhält, zeigt die Übersicht Was wird gefiltert?

Stiftung Warentest

Grenzwerte eingehalten, aber Verunreinigungen und Spurenstoffe nachgewiesen.

Ökotest

Kritischer bei Arzneimittelrückständen und Pestiziden, auch bei Mineralwasser.

Eigener Wasserfilter

Schützt auch vor Stoffen ohne gesetzlichen Grenzwert und aus dem Hausnetz.

Mehr Sicherheit für Ihr Trinkwasser?Ein eigener Wasserfilter schützt auch vor Stoffen ohne gesetzlichen Grenzwert, oder Sie sprechen direkt mit Marco Fabian, Gründer und seit 2014 in der Trinkwasseraufbereitung.

5 Was Leser zu den Trinkwassertests noch fragen

Ist Leitungswasser laut Stiftung Warentest sicher zu trinken?

Ja. Im Trinkwasser-Test 2019 von Stiftung Warentest hielten alle 20 untersuchten Proben die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung durchweg ein, das Fazit der Tester lautete „sicher zu trinken“. Nachgewiesen wurden trotzdem Spurenstoffe wie Süßungsmittel, einzelne Pestizide und Arzneimittelrückstände, alle unterhalb der gesundheitlichen Orientierungswerte.

Ist Leitungswasser besser als Mineralwasser aus der Flasche?

In der ökologischen und wirtschaftlichen Gesamtbetrachtung schneidet Leitungswasser laut ÖKO-TEST deutlich besser ab: Es kostet im Schnitt rund 0,2 Cent pro Liter (gegenüber rund 13 Cent bei Mineralwasser aus dem Handel) und verursacht laut Verbraucherzentrale eine deutlich geringere Klimabelastung. Auch beim Mineralstoffgehalt liegt Mineralwasser meist nur geringfügig vorn.

Werden im Trinkwasser wirklich Medikamentenrückstände gefunden?

Ja, in Spuren. Sowohl Stiftung Warentest als auch ÖKO-TEST haben in der Vergangenheit einzelne Arzneimittelrückstände im deutschen Leitungswasser nachgewiesen. Für die meisten dieser Spurenstoffe gibt es bislang keine gesetzlichen Grenzwerte, sondern nur gesundheitliche Orientierungswerte; ein Aktivkohle-Blockfilter am Entnahmepunkt kann die eigene Absicherung ergänzen.

Wurden im Trinkwassertest auch Nitrat, Uran oder Arsen nachgewiesen?

Ja, aber unauffällig. Stiftung Warentest hat 2019 alle 20 Proben auch auf Nitrat, Uran und Arsen geprüft. Nitrat lag in jeder Probe deutlich unter dem Grenzwert von 50 mg/l, Uran und Arsen wurden nur in einzelnen Proben in Spuren nachgewiesen, jeweils weit unter dem Grenzwert von 10 µg/l.

Quellen

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Marco Fabian Profilbild

Marco Fabian | Geschäftsführer Vitalhelden GmbH · Trinkwasseraufbereitung seit 2014

Marco Fabian ist Gründer der Vitalhelden GmbH und beschäftigt sich seit 2014 intensiv mit Trinkwasseraufbereitung. In dieser Zeit hat er tausende Haushalte bei der Auswahl passender Filtersysteme begleitet und arbeitet eng mit deutschen Herstellern wie Carbonit und Alvito zusammen.

Über den Autor