Leitungswasser ist aus dem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Egal, ob zum Kochen, Waschen oder für die eigene Körperhygiene – die Verwendung im Haushalt ist vielfältig. Ein wichtiger Aspekt ist dabei ein ausreichender Wasserdruck, denn ohne diesen würden statt eines Wasserstrahls nur Tropfen aus dem Hahn kommen.
1 Leitungsdruck im Haushaltsbereich
Meist sind Wasserverteilungssysteme zuständig für die Verteilung von Brauch- und Trinkwasser. Dabei müssen sie eine ausreichende Qualität und den richtigen Druck des Wassers sicherstellen. Allgemein wird zwischen dem hydrostatischen Druck innerhalb des Wassers im physikalischen Sinne und dem Leitungsdruck des Wassers, unter dem das Wasser in der Wasserleitung steht, im technischen Sinne unterschieden.
Während der Druck früher durch Wassertürme erzeugt wurde, kommen heute Pumpen zum Einsatz. In diesem Beitrag spielt die zweite Definition eine übergeordnete Rolle.
Der Versorgungsdruck ist dabei der Druck in den Trinkwasserleitungen. Innerhalb des Hauses ist der Hausbesitzer für die Sicherstellung eines gleichmäßigen Drucks in allen Leitungen verantwortlich, sodass es weder ein ungleichmäßiges Fließen des Wassers, noch einen erhöhten Wasserverbrauch gibt. Auch viele Haushaltsgeräte wie Durchlauferhitzer, Waschmaschinen oder Geschirrspüler benötigen einen bestimmten Mindest-Fließdruck, den der jeweilige Hersteller in der Bedienungsanleitung angibt. Wird er unterschritten, arbeiten die Geräte nicht zuverlässig oder schalten sich gar nicht erst ein.
2 Normwerte
Der Hauswasserdruck sorgt dafür, dass das Trinkwasser vom Hauswasseranschluss im Keller bis in die oberen Stockwerke gelangt, und beträgt meist durchschnittlich etwa 2-4 bar. Abhängig ist er dabei von der Bauweise und Verlegung der Rohre sowie der Höhe des Hauses.
Der normale Druckbereich
Als physikalische Faustregel gilt dabei: Pro 10 Meter Steighöhe geht etwa 1 bar Druck durch die Schwerkraft verloren. In einem mehrstöckigen Gebäude kommt daher in den oberen Etagen spürbar weniger Druck an als im Erdgeschoss, was bei der Planung der Trinkwasserinstallation berücksichtigt werden muss.
Maßgeblich für die technischen Anforderungen an Trinkwasserinstallationen ist in Deutschland die Normenreihe DIN 1988 (u. a. Teil 200: Planungsgrundlagen), die die europäische Grundnorm DIN EN 806 (Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen) national ergänzt und konkretisiert.
Nach DIN 1988-200 soll der Ruhedruck vor den Entnahmearmaturen 5 bar nicht überschreiten. Liegt der Versorgungsdruck darüber, ist ein Druckminderer vorzusehen. In Wohngebäuden wird der Druck hinter dem Druckminderer üblicherweise auf 3,0 bis 4,0 bar eingestellt, um Armaturen, Geräte und Dichtungen zu schonen.
Für einen zu geringen Druck aus der Wasserleitung kommen mehrere Ursachen infrage: Neben verstopften oder verkalkten Filtern und Perlatoren an den Armaturen kann auch eine teilweise geschlossene Absperrarmatur, eine unzureichende Leistung der Pumpen im Wasser- bzw. Pumpwerk oder – seltener – ein Leck in der Leitung dahinterstecken.
Ein zu hoher Wasserdruck geht dagegen meist auf einen fehlenden oder defekten Druckminderer am Hausanschluss zurück. Weiterhin spielt die Durchflussgeschwindigkeit eine Rolle, denn Druckverluste sollen so gering wie möglich gehalten werden, ohne eine zu große Aufenthaltszeit zu riskieren, die zu Qualitätseinbußen des Wassers führen könnte.
Der normale Hausanschluss reicht aus, wenn …
- der Versorgungsdruck zwischen 2 und 4 bar liegt
- alle Etagen gleichmäßig und ausreichend versorgt werden
- Haushaltsgeräte den geforderten Mindest-Fließdruck erhalten
Eine Druckerhöhungsanlage ist sinnvoll, wenn …
- Sie in einem hohen Gebäude wohnen und der Versorgungsdruck für obere Stockwerke nicht ausreicht
- der Druckverlust durch die Steighöhe spürbar wird (ca. 1 bar je 10 m)
- Geräte oder Wasserfilter durch zu geringen Druck nicht zuverlässig arbeiten
Am zuverlässigsten lässt sich der Leitungsdruck mit einem Manometer an einer Zapfstelle messen; entsprechende Geräte gibt es bereits für wenige Euro im Baumarkt. Der Leitungsdruck des Hausanschlusses lässt sich außerdem am Druckminderventil im Hausanschlussraum ablesen, sofern dort eines verbaut ist.
3 Anlagen zur Druckerhöhung/-minderung
Besonders bei hohen Gebäuden, bei denen der Versorgungsdruck des Wasserswerks nicht ausreicht, kommen Druckerhöhungsanlagen zum Einsatz. Diese versorgen alle Stockwerke mit dem benötigten Wasserdruck.
Dabei werden automatisch gesteuerte, in Reihen geschaltete Pumpen oder eine Kombination aus Pumpen und weiteren technischen Einrichtungen verwendet. Sie werden direkt nach dem Hausanschluss und vor dem ersten Verbraucher eingebaut und gehören zum Wasserverteilungssystem innerhalb eines Gebäudes.
Ist der Leitungsdruck jedoch zu groß, muss auf einen Druckminderer zurückgegriffen werden. Dieser sorgt dafür, dass trotz unterschiedlichen Drucks an der Eingangsseite ein bestimmter Ausgangsdruck nicht überschritten wird.
4 Einfluss auf Wasserfiltersysteme
Weiterhin hat der Wasserdruck Einfluss auf die Durchflussraten von Wasserfiltern und somit auf ihre Leistung, denn ist er zu gering, kann das Filtersystem nicht arbeiten. Dabei sind nicht nur die obligatorischen Hauswasserfilter, sondern auch Trinkwasser Wasserfilter betroffen. Damit Sie trotz eines geringen Leitungsdrucks Wasser reinigen können, werden bestimmte Filterpatronen benötigt. Lesen Sie hier unseren Artikel, worauf es bei der Wahl des richtigen Aktivkohlefilter ankommt.
Bei einem zu hohen Druck kann es zu Beschädigungen der Geräte und Rohre kommen, denen Sie jedoch mit einem Druckminderer vorbeugen können.
Unsere Aktivkohle-Wasserfilter sind für die in deutschen Haushalten üblichen Wasserdruckbereiche ausgelegt und arbeiten sowohl bei niedrigerem als auch bei erhöhtem Leitungsdruck zuverlässig.
5 Häufige Fragen zum Wasserdruck
Wie messe ich meinen Wasserdruck?
Am einfachsten lässt sich der Wasserdruck mit einem Manometer an einer Zapfstelle messen, das für wenige Euro im Baumarkt erhältlich ist. Alternativ gibt der Druckminderer am Hausanschluss, sofern vorhanden, den eingestellten Wert bereits an.
Was tun bei zu niedrigem Wasserdruck?
Zunächst sollten Sie prüfen, ob ein verstopfter Filter, verkalkte Perlatoren, eine teilweise geschlossene Absperrarmatur oder Kalkablagerungen in den Rohren die Ursache sind. Besteht das Problem an allen Zapfstellen und über einen längeren Zeitraum, kann eine Druckerhöhungsanlage oder die Rücksprache mit dem Wasserversorger sinnvoll sein.
Ab wann brauche ich einen Druckminderer?
Liegt der Ruhedruck an den Entnahmearmaturen dauerhaft über 5 bar, schreibt DIN 1988-200 den Einbau eines Druckminderers vor, um Armaturen, Dichtungen und angeschlossene Geräte vor Schäden zu schützen.
Warum kommt in oberen Stockwerken weniger Wasserdruck an?
Der Druck sinkt mit der Steighöhe: Physikalisch entspricht 1 bar in etwa 10 Metern Wassersäule. Je höher das Stockwerk, desto mehr Druck geht daher allein durch die Schwerkraft verloren – bei hohen Gebäuden gleichen Druckerhöhungsanlagen diesen Verlust aus.
6 Fazit
Ein geregelter Wasserdruck ist entscheidend für eine funktionierende Wasserversorgung im Haushalt, wobei Anlagen zur Druckerhöhung bzw. –minderung zum Einsatz kommen können. Weiterhin hat einen Einfluss auf Wasserfiltersysteme, sodass spezielle Patronen oder Druckminderer benötigt werden können.
Reicht für Haushaltsgeräte und Wasserfilter zuverlässig aus.
Druckminderer nach DIN 1988-200 schützt Armaturen, Dichtungen und Geräte.
Unsere Aktivkohle-Wasserfilter sind für die üblichen Druckbereiche in deutschen Haushalten ausgelegt.
Quellen & Weiterführende Informationen
- DVGW e.V. - Hausanschlussraum und Trinkwasserinstallation
- SBZ (Fachzeitschrift Sanitär Heizung Klima) - Druckminderer in der Trinkwasserinstallation nach DIN 1988-200

