1 Was ist Lithium?
Lithium (Li) gehört zu den Alkalimetallen, die sich durch eine gewisse Reaktionsfreudigkeit auszeichnen. Das weiß-silberne Leichtmetall besitzt die geringste Dichte der natürlichen festen Elemente, ist zugleich das hellste Material in fester Form und von den Alkalimetallen das Härteste unter den Vertretern. Geführt wird Lithium im Periodensystem unter der Ordnungszahl 3. Mit einem Anteil von 0,006 % in der Erdkruste, steht Lithium bei den Elementen in puncto Häufigkeit an 27. Stelle .
Lithium kommt in der Natur in Gesteinsschichten, Mineralien und Salzseen vor. Zwar ist das Metall im menschlichen Organismus nur in Restspuren enthalten und ohne biologische Funktion. Dennoch kann der menschliche Stoffwechsel sehr empfindlich auf Lithium reagieren. Bekannt ist schließlich seine Verwendung als Bestandteil von Lithium-Ionen-Akkus.
Lithium findet in der Trinkwasserverordnung von 2023 aufgrund seiner Seltenheit keine Erwähnung, sodass es in Deutschland keinen gesetzlich festgelegten Grenzwert für das Alkalimetall gibt. Da Lithium sich, wie geschildert, auf vielfältige Weise auf den menschlichen Organismus auswirken kann, bedeutet dies nicht, dass sein Vorkommen bedenkenlos ist. Die möglichen Folgen von Lithium im Trinkwasser werden wir weiter unten genauer ausführen.
2 Wie gelangt Lithium in unser Trinkwasser?
Lithium wird im Zuge von Erosionen aus Gestein und Boden fortgetragen und kann auf diese Weise durch tiefer gelegene wasserführende Schichten in das Trinkwasser gelangen. Der Weg vom Wasserwerk in die Leitung geht in der Regel ungefiltert vonstatten, weil bei den Messungen nicht explizit nach Lithium gefahndet wird.
3 Was sind die gesundheitlichen Folgen von Lithium?
In der psychiatrischen Medizin wird Lithium in Form von Lithiumsalzen als Heilmittel seit Mitte des 20. Jahrhunderts bei Depressionen, bipolaren Störungen und manischen Erkrankungen eingesetzt. Physiologisch ist Lithium ein Medikament gegen Cluster-Kopfschmerzen. Des Weiteren ist der „Stimmungsstabilisator" das einzige medikamentöse Antidepressivum, bei dem im Falle einer drohenden Suizidalität von Patienten eine signifikante Gefahrenverhütung nachgewiesen werden konnte.
Medikamente verursachen allerdings Nebenwirkungen, dies gilt für Lithium ganz besonders. Aufgrund der besonders hohen Anzahl von teilweise schwerwiegenden Implikationen müssen Patienten, bei denen eine Lithium-Therapie angeordnet wird, mit regelmäßigen Blutuntersuchungen eng überwacht werden. Zu den bekannten Nebenwirkungen zählen:
- Tremor: Zittern von Körperteilen, vor allem der Hände, tritt besonders häufig auf.
- Nephrogene Diabetes insipidus: Eine Form der Zuckerkrankheit mit partiellem Nierenversagen, die mit Polydipsie (ständigem Durstgefühl) und Polyurie (verstärktem Wasserlassen) einhergehen kann.
- Lithiumintoxikation: Eine lebensbedrohliche Situation mit Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Krämpfen, psychomotorischer Unruhe und der organisch bedingten Sprachstörung Dysarthrie.
Bei Patienten mag eine Liste möglicher Nebenwirkungen gerechtfertigt sein. Bei ihnen besteht Handlungsbedarf und sie wurden über die Risiken ärztlich aufgeklärt. Eine solche durchdachte und im gegenseitigen Einvernehmen vereinbarte Kosten-Nutzen-Abwägung ist bei einfachen Verbrauchern, welche die Krankheitssymptome in der Regel nicht aufweisen, aber nicht der Fall. Insbesondere besteht bei Lithium das Problem darin, dass das Risiko für Symptome mit zunehmender Dauer anschwillt, in der die Bevölkerung dem Leichtmetall im Trinkwasser ausgesetzt ist. Steter Tropfen höhlt den Stein.
4 Lithium im Trinkwasser – Wer ist verantwortlich?
Die Wasserwerke sind zur Kontrolle über die Einhaltung der Grenzwerte von Fremdstoffen im Trinkwasser verpflichtet. Da Lithium aber nicht als möglicher Schadstoff in der deutschen Trinkwasserverordnung aufgeführt ist, sind die Wasserwerke ebenso wie übrigens die Hauseigentümer von der Überwachungspflicht bei Lithium entbunden. Im Endeffekt kann bei erhöhten Lithiummengen niemand zur Verantwortung gezogen werden.
Ob schließlich bedenkliche Mengen an Lithium im Trinkwasser enthalten sind, das hängt mit der lokalen Trinkwasserqualität zusammen. Diese ist wiederum von der spezifischen geologischen Zusammensetzung des lokalen Gesteins abhängig, durch welches das Trinkwasser auf dem Weg in das Leitungssystem fließt. Ein weiterer Faktor, der die lokale Wasserqualität bestimmt, ist der Effizienzgrad der lokalen Wasserwerke.
Wie groß diese regionalen Unterschiede ausfallen können, zeigen aktuelle Untersuchungen des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) Niedersachsen. Im oberflächennahen Grundwasser – aus dem die Trinkwasserversorgung überwiegend gespeist wird – wurden dort meist Lithiumgehalte von unter 0,05 Milligramm pro Liter gemessen. Deutlich höhere Konzentrationen (mehrere hundert Milligramm pro Liter) traten dagegen nur im Tiefengrundwasser in mehreren tausend Metern Tiefe auf, das nicht als Trinkwasser genutzt wird.
Für Verbraucher heißt das: Die tatsächliche Lithium-Belastung des Leitungswassers hängt stark vom jeweiligen Wasserwerk und dessen geologischem Einzugsgebiet ab und lässt sich pauschal nicht vorhersagen. Einen ersten Anhaltspunkt liefert die veröffentlichte Trinkwasseranalyse Ihres Versorgers, sofern er Lithium mit ausweist.
5 Was kann man gegen Lithium im Wasser tun?
Sollten Sie den Verdacht auf erhöhte Lithium-Konzentrationen im Trinkwasser haben, bleibt für Verbraucher die Möglichkeit, sich mit einem Wasserfilter auszustatten. Unsere Aktivkohle Wasserfilter halten gelöste Alkalimetalle wie Lithium wahrscheinlich teilweise zurück. Ihre Stärke liegt bei organischen Schadstoffen, Schwermetallen und Chlor; diese Belastung senkt ein hochwertiger Aktivkohle-Blockfilter am Entnahmepunkt, ob vorher gemessen wurde oder nicht.
Neben Arzneimittelrückständen wie Hormonen filtern unsere Wasserfilter auch Schwermetalle wie Blei und Kupfer, Asbestfasern, Partikel, Schwebeteilchen, chlorhaltige Verbindungen, Bakterien und andere Keime, organische Verbindungen, Insektizide und andere Chemikalien aus dem Trinkwasser. Die gesundheitlichen Vorteile sind bei vorher belastetem Wasser enorm, weil wir mit unserem Trinkwasser täglich in Berührung kommen und in der Regel viel davon schöpfen – Wasser pur oder als zubereitetes Getränk.
6 Häufige Fragen zu Lithium im Trinkwasser
Gibt es einen Grenzwert für Lithium im deutschen Trinkwasser?
Nein. Lithium findet in der Trinkwasserverordnung von 2023 aufgrund seiner Seltenheit keine Erwähnung, sodass es keinen gesetzlich festgelegten Grenzwert gibt. Damit sind weder Wasserwerke noch Hauseigentümer zur Überwachung verpflichtet.
Wie gelangt Lithium überhaupt ins Trinkwasser?
Lithium wird durch Erosion aus Gestein und Boden fortgetragen und gelangt über tiefer gelegene wasserführende Schichten ins Trinkwasser. Gemessen wird es dabei in der Regel nicht, weil danach nicht explizit gefahndet wird.
Ist Lithium im Trinkwasser gesundheitlich bedenklich?
In medizinischer Dosierung wird Lithium gezielt bei Depressionen und bipolaren Störungen eingesetzt, kann dabei aber schwerwiegende Nebenwirkungen wie Tremor oder eine Lithiumintoxikation auslösen. Bei einfachen Verbrauchern ohne ärztliche Kontrolle steigt das Risiko mit der Dauer der Belastung, auch wenn die im Trinkwasser gemessenen Mengen meist deutlich geringer sind.
Was kann ich tun, wenn ich erhöhte Lithiumwerte im Leitungswasser vermute?
Die Belastung hängt stark vom jeweiligen Wasserwerk und dessen geologischem Einzugsgebiet ab; fragen Sie beim Versorger nach, ob Lithium in seiner veröffentlichten Trinkwasseranalyse ausgewiesen ist. Ein Aktivkohle-Wasserfilter hält Lithium wahrscheinlich teilweise zurück und reduziert daneben Blei, Kupfer und Chlor.
7 Fazit
Lithium im Trinkwasser ist gesetzlich nicht geregelt und wird deshalb auch nicht routinemäßig kontrolliert. Die gemessenen Werte im oberflächennahen Grundwasser sind meist gering, regionale Unterschiede lassen sich aber pauschal nicht vorhersagen. Die Trinkwasseranalyse des Versorgers zeigt, ob der Wert überhaupt erfasst wird; ein Wasserfilter bietet zusätzliche Sicherheit.
Lithium wird von der Trinkwasserverordnung nicht erfasst und daher nicht routinemäßig gemessen.
Die Versorgeranalyse zeigt, ob Lithium erfasst wird; ein Wasserfilter reduziert die Belastung zusätzlich.
Quellen
- Deutsches Ärzteblatt (2020) - Lithium im Trinkwasser könnte Suizidrate senken
- Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) Niedersachsen (2025) - Neue Karte für oberflächennahes Grundwasser: Lithium-Konzentration in Niedersachsen

