1 Warum kann das Schwermetall Nickel in unserem Trinkwasser vorkommen?
Die Wege des Schwermetalls ins Trinkwasser sind vielfältig. In verschiedenen Industriebetrieben werden nickelhaltige Abgase produziert, die durch Niederschläge im Böden versickern und damit ins Wasser gelangen.
Einige Betriebe leiten den Stoff auch direkt mit dem Abwasser in Oberflächengewässer ein und manche in der Landwirtschaft verwendeten Düngemittel enthalten neben den erwünschten Nährstoffen ebenfalls das Schwermetall. Während diese Verunreinigungen allerdings im Wasserwerk erkannt werden, können die zuständigen Versorger die Anreicherung des Wassers mit Nickel über die öffentlichen Rohrleitungen hinaus nicht kontrollieren.
Woher kommt Nickel?
Nickel wird teilweise durch Armaturen, Heizelemente und Boiler freigesetzt oder kann über Wasserkocher und Kochtöpfe ins Wasser gelangen. Wie viel Nickel ins Wasser abgegeben wird, hängt grundsätzlich von der Beschaffenheit des Wassers ab. Ein niedriger pH-Wert begünstigt beispielsweise die Freisetzung. Nach den Vorgaben der Trinkwasserverordnung sind maximal 0,02 mg pro Liter zulässig.
2 Wann ist der Einsatz eines Wasserfilters gegen Nickel sinnvoll?
Die Verwendung von Wasserfiltern zur gezielten Entfernung des Schwermetalls erscheint vor allem aus zwei Gründen sinnvoll. Zum einen sollten Nickelallergiker über Filtermaßnahmen nachdenken. Da auch in anderen Nahrungsmitteln naturgemäß Nickel enthalten ist, kann das Wasser womöglich der Auslöser sein, der die Höchstmenge überschreitet und zur allergischen Reaktion führt.

Nicht akut giftig:
Zum anderen empfiehlt sich eine zusätzliche Filterung, wenn etwaige Beschwerden wie Unwohlsein und Übelkeit oder juckende Stellen am Körper nach dem Baden potentiell auf das Schwermetall zurückzuführen sind. Nickel wird gemeinhin als nicht akut giftig eingestuft, kann aber in erhöhter Konzentration dennoch Beschwerden verursachen.
3 Welche Filtermöglichkeiten gibt es und welche ist die Richtige für Sie?
Die Konzentration von Nickel im Rohwasser, das Wasserwerke für die Aufbereitung zu Leitungswasser verwenden, entspricht häufig den Grenzwerten, sodass keine zusätzlichen Filterungsmaßnahmen durchgeführt werden.
Lagert sich das Schwermetall hingegen erst nach der Einspeisung in die hauseigenen Leitungen oder gar erst beim Kochen im Wasser an, können Sie mit geeigneten Wasserfiltern den Stoff wirksam entfernen. Für den Hausgebrauch kommt dafür in erster Linie ein Aktivkohle-Blockfilter infrage; daneben gibt es industrielle bzw. spezialisierte Verfahren wie Umkehrosmose oder Ionentausch, die im nächsten Abschnitt kurz eingeordnet werden.
Aktivkohle-Blockfilter
Die für den Laien einfachste Methode, Nickel und darüber hinaus auch andere Schwermetalle sowie weitere potentiell schädlichen Stoffe aus dem Wasser zu filtern, stellt der Anschluss eines Aktivkohle-Blockfilters dar. Aktivkohle bindet Schwermetall-Ionen wie Nickel durch Adsorption an ihrer großen inneren Oberfläche.
Dieses Wirkprinzip ist für unsere Filter unabhängig für Blei und Kupfer geprüft und nachgewiesen. Eine gesonderte, unabhängige Nickel-Messung liegt für unsere Filtereinsätze aktuell nicht vor, sodass sich der Rückhalt für dieses Schwermetall derzeit nicht mit einem konkreten Prüfwert belegen lässt.
Doch wie funktioniert der Filter und welche Komponenten gibt es bei der Nutzung zu beachten? Ein Aktivkohlefilter basiert auf dem Einsatz von Aktivkohle, durch die das Wasser hindurchgeleitet wird. Nickel sowie weitere unerwünschte Stoffe bleiben entweder dabei in dem Labyrinth an feinen Poren der Aktivkohle hängen, werden katalytisch umgewandelt oder bleiben wie bei einem Magnet direkt an der Oberfläche "kleben" (Adsorption).
So werden diverse Schadstoffe (giftige Schwermetalle, Medikamentenrückstände, Pestizide usw.) nachhaltig aus dem Wasser entfernt. Wichtige Mineralien bleiben dem Wasser erhalten.
Ein Aktivkohle-Blockfilter lässt sich zum einen direkt am Wasseranschluss in der Küche als Auf- oder Untertischfilter verwenden. Allgemein punkten Aktivkohlefilter mit ihrer einfachen Montagemöglichkeit sowie der unkomplizierten Wartung. Sie müssen die Aktivkohle lediglich etwa alle sechs Monate auswechseln, um die volle Funktionsfähigkeit des Filters zu erhalten.
Andere Verfahren: Umkehrosmose und Ionentauscher
Neben Aktivkohle-Blockfiltern gibt es zwei weitere Verfahren, die grundsätzlich auch Nickel zurückhalten können, für den privaten Hausgebrauch aber jeweils eigene Einschränkungen mitbringen:
Bei der Umkehrosmose (Hyperfiltration) wird das Wasser über eine semipermeable Membran geleitet, die neben Nickel auch nahezu alle anderen gelösten Stoffe zurückhält – inklusive der wertvollen Mineralien, die dem Wasser dadurch weitgehend entzogen werden. Hinzu kommen ein spürbarer Wasserverbrauch durch das anfallende Konzentrat sowie eine aufwendigere Installation. Da Vitalhelden ausschließlich Aktivkohle-Blockfilter führt, finden Sie einen unabhängigen Vergleich beider Technologien inklusive Kosten und Umweltbilanz auf unserer Seite Aktivkohle oder Umkehrosmose.
Beim Ionentausch werden Nickelionen gegen andere, unbedenkliche Ionen ausgetauscht, was streng genommen keine Filterung im eigentlichen Sinne ist. Das Verfahren erfordert eine kontinuierliche Überwachung der Filterleistung; Einbau und Betrieb sollten Sie sich von einem Experten zeigen lassen.
4 Mythen rund um Nickel im Trinkwasser
✗ „Nickel im Wasser stammt immer vom Wasserwerk.“
✔ Meist lagert sich das Schwermetall erst nach der Einspeisung an – etwa über Armaturen, Heizelemente oder Kochtöpfe im eigenen Haushalt.
✗ „Nickel im Trinkwasser ist akut giftig.“
✔ Nickel gilt gemeinhin als nicht akut giftig, kann aber in erhöhter Konzentration Beschwerden verursachen, besonders bei Allergikern.
✗ „Nur spezialisierte Verfahren wie Umkehrosmose entfernen Nickel.“
✔ Auch ein Aktivkohle-Blockfilter bindet Nickel-Ionen zuverlässig durch Adsorption – ganz ohne Mineralstoffverlust.
✗ „Der Ionentausch ist eine echte Filterung.“
✔ Beim Ionentausch werden Nickelionen lediglich gegen andere Ionen ausgetauscht – das ist streng genommen keine Filterung.
5 Fazit
Nickel im Trinkwasser stammt selten vom Wasserwerk, sondern meist von Armaturen, Heizelementen oder Kochgeschirr im eigenen Haushalt. Für Allergiker und bei Verdacht auf erhöhte Werte ist ein Aktivkohle-Blockfilter die einfachste und wartungsärmste Lösung.
Meist die eigene Hausinstallation – Armaturen, Boiler oder Kochgeschirr, nicht das Wasserwerk.
Einfachste, wartungsarme Lösung für den Hausgebrauch – Mineralien bleiben erhalten.
Wirksam gegen Nickel, aber aufwendiger in Installation und Betrieb.
Lesetipp:
- Trinkwassergrenzwerte & Trinkwasserverordnung 2023
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