Wasser-Wissen · Inhaltsstoffe

Nickel - das giftige Schwermetall im Trinkwasser

Der gesetzliche Grenzwert für Nickel im Trinkwasser liegt bei 0,02 mg pro Liter, häufigste Quelle im Haus sind verchromte Armaturen, besonders in den ersten 0,2 Litern nach längerer Standzeit. Anders als Blei oder Kupfer ist Nickel nicht akut giftig, bei Allergikern können jedoch Hautreizungen auftreten. Abhilfe schafft abgelaufenes Stagnationswasser vor dem Gebrauch.

Marco FabianZuletzt aktualisiert am ca. 6 Min. Lesezeit3 Quellen
Titelbild mit Schriftzug „Nickel“ – laufender Wasserhahn und Reagenzgläser mit Pipette

1 Was ist Nickel und wie wird es verarbeitet?

Nickel (Elementsymbol Ni) ist ein silberweiß glänzendes, hartes und korrosionsbeständiges Schwermetall, das in der Erdkruste überwiegend in sulfidischen und oxidischen Erzen gebunden vorkommt.

Nickel wird hauptsächlich als Legierung in verschiedenen Industriezweigen eingesetzt. Es ist in der Stahlherstellung von großer Bedeutung, jedoch wird es auch beispielsweise im Flugzeugbau für die Legierung von Turbinenblättern, im Fahrzeugbau, der Kraftwerktechnik oder auch in der Münzproduktion verarbeitet.

Nickelerze (u. a. Pentlandit) werden vor allem in Russland, Australien und Kanada abgebaut, rund 40% der weltweiten Menge werden nach Europa geliefert. Etwa ein Viertel der Nickelproduktion wird durch das Recyceln von nickelhaltigem Schrott gewonnen. Des Weiteren ist es auch ein Inhaltsstoff von landwirtschaftlichen Düngemitteln.

2 Transportwege des Nickels in Ihr Wasser

Großfeuerungs- und Müllverbrennungsanlagen sowie die verarbeitende Industrie stoßen nickelhaltige Abgase aus, die so in die Atmosphäre gelangen. Durch Niederschlag gelangt das Schwermetall in die Böden, versickert und kann auf diese Weise das Grundwasser erreichen. Auch eine direkte Einleitung in das Abwasser durch Industriebetriebe, unter anderem der Galvanikindustrie, ist möglich.

In der Landwirtschaft eingesetzte Düngemittel enthalten neben den erwünschten Nährstoffen auch Schwermetalle wie Nickel. Bei intensiver Düngung kann es sich so im Boden anreichern und mit dem Regenwasser bis in tiefere Gesteinsschichten in das Grundwasser befördert werden. Auch innerhalb des Hauses kann Nickel in Ihr Trinkwasser gelangen. Eine entscheidende Rolle spielen hierbei Armaturen und Wasserleitungen, die das Metall in das Wasser abgeben können.

Der pH-Wert des Wassers, die Wassertemperatur und die Verweildauer des Wassers in den verchromten Armaturen bestimmen die Menge der Nickelabgabe an das Wasser. Ein erhöhter pH-Wert und ein erhöhter Wasserdurchfluss vermindern den Nickeleintrag in das Trinkwasser.

Besonders hohe Nickelkonzentrationen treten laut Umweltbundesamt in den ersten etwa 0,2 Litern nach längerer Standzeit des Wassers in verchromten Armaturen auf. Das Umweltbundesamt empfiehlt daher, lange stagnierendes Wasser – etwa morgens oder nach der Arbeit – erst ablaufen zu lassen, bis es spürbar kühler aus der Leitung kommt, und dieses Wasser nicht zum Trinken oder Kochen zu verwenden. Danach liegt die Nickelkonzentration in der Regel auch bei verchromten Armaturen deutlich unter dem Grenzwert.

3 Nickelgrenzwert im Trinkwasser

Die Trinkwasserverordnung legt den Grenzwert für Nickel bei 0,02 mg pro Liter Leitungswasser fest. Grundlage ist die durchschnittliche, wöchentliche Trinkwasseraufnahme.

Das Schwermetall gelangt mit dem Trinkwasser, der Nahrung, über die Atemwege oder auch durch direkten Hautkontakt in den menschlichen Körper.

Gut zu Wissen:

Sie nehmen als durchschnittlicher Erwachsener über die Nahrung etwa 0,09 mg, ein Kind je nach Körpergewicht 0,04-0,19 mg Nickel pro Tag zu sich (auf Basis der körpergewichtsbezogenen Werte der BfR-MEAL-Studie). Dieser Wert liegt im normalen Rahmen und ist nicht ungesund.

Generell nimmt der menschliche Körper jedoch größere Mengen jenseits des Grenzwerts schlecht auf. Beim Verschlucken höherer Mengen kann der Körper mit Brechreiz reagieren, was dazu führt, dass das Schwermetall wieder aus dem Körper entfernt werden kann.

4 Auswirkungen auf die Umwelt

In der Umwelt ist Nickel für einige Lebewesen lebenswichtig, jedoch in hoher Konzentration giftig. In Pflanzen liegt die Nickelkonzentration unter normalen Umständen bei etwa 1 μg/g, Werte über 50 μg gelten als giftig. Teeblätter haben mit 7,6 mg pro kg getrockneter Blätter einen ungewöhnlich hohen Nickelgehalt.

Im Vergleich zu Pflanzen tolerieren manche Getreidesorte Nickel in viel geringerem Ausmaße. Bei Wassertieren hängt es sehr von der Art ab, bei welcher Konzentration eine Vergiftung und ein Sterben ausgelöst werden können. Beispielsweise vertragen Flusskrebse das Schwermetall in höherem Maße als Wasserflöhe. Auch bei Vögeln, die sich hauptsächlich von Wasserlebewesen ernähren, ist Nickel in den Organen nachgewiesen worden.

5 Auswirkungen auf die Gesundheit

Wenn Ihr Trinkwasser den Grenzwert von 0,02 mg pro Liter einhält, ist es das Wasser völlig unbedenklich und Sie können es problemlos trinken. Höhere Nickelkonzentrationen können bei Allergikern Hautbrennen und –jucken verursachen.

Ein andauernder Kontakt mit Nickel, wie beispielsweise durch nickelhaltige Legierungen der Badarmaturen, kann zu einer Hautentzündung führen, die sich bei empfindlichen Menschen durch vermehrten Nickelkontakt weiter verschlimmert. Neben der Aufnahme über Risse in der Haut, gelangt Nickel über die Nahrung, das Trinkwasser und die Atemwege in den Körper.

Gefahr durch die Luft:

Eine viel größere Gefahr stellt das Inhalieren von Nickelpartikeln dar. Diese stehen im Verdacht, Lungenkrebs und Tumore in der Nase verursachen zu können. Allerdings betrifft dieses Risiko vor allem Arbeiter in der nickelverarbeitenden Industrie, die ständig in Kontakt mit dem Schwermetall sind.

6 Fazit

Der Gesetzgeber gibt als Grenzwert für die Nickelkonzentration 0,02 mg pro Liter Trinkwasser vor. Ein höherer Wert im Leitungswasser kann für die Gesundheit schädlich sein. Bei Hautkontakt können Entzündungen ausgelöst werden, was vor allem bei nickelhaltigen Badarmaturen ein Problem ist. Wenn Sie eine höhere Menge nickelhaltiges Wasser trinken, kann dies Unwohlsein und Übelkeit auslösen.

Gut zu Wissen:

Generell gilt Nickel als nicht akut giftig. Insbesondere im Gegensatz zu den Schwermetallen Blei im Leitungswasser oder Kupfer im Wasser, die leider immer noch häufig vorkommen und auf gar keinen Fall getrunken werden sollten!

Ihnen stehen als Verbraucher technische Möglichkeiten bereit, wie beispielsweise die Anwendung von Aktivkohle und Koagulationsmittel, um Nickel aus dem Wasser zu filtern. Eine Übersicht, was unsere Filter alles zurückhalten, finden Sie auf der Seite Was wird gefiltert?

Innerhalb des Grenzwerts

0,02 mg/l gelten als unbedenklich, Nickel ist nicht akut giftig.

Bei Verdacht: Wasser ablaufen lassen + filtern

Stagnierendes Wasser ablaufen lassen, ein Aktivkohle-Blockfilter reduziert Nickel zusätzlich.

Sorge wegen Schwermetallen im Leitungswasser?Ein Aktivkohle-Blockfilter reduziert Nickel und weitere Schwermetalle zuverlässig.

7 Häufig gestellte Fragen zu Nickel im Trinkwasser

Ist Nickel im Trinkwasser gefährlich?

Solange Ihr Trinkwasser den Grenzwert von 0,02 mg pro Liter einhält, gilt es als gesundheitlich unbedenklich. Ein Risiko besteht vor allem bei Nickelallergikern sowie bei dauerhaft überschrittenen Werten.

Woran erkenne ich, ob mein Trinkwasser zu viel Nickel enthält?

Nickel ist geschmacks-, geruchs- und farblos, eine erhöhte Konzentration lässt sich also nicht mit den eigenen Sinnen feststellen. Zwei Anhaltspunkte helfen: die veröffentlichte Trinkwasseranalyse Ihres Versorgers für das Netz und im Haus die Armaturen, denn verchromte Armaturen sind die häufigste Nickelquelle, vor allem nach längerer Standzeit.

Was kann ich sofort tun, wenn ich erhöhte Nickelwerte vermute?

Lassen Sie länger stagnierendes Wasser vor dem Trinken oder Kochen ablaufen, bis es merklich kühler wird (siehe Empfehlung des Umweltbundesamts oben). Ein hochwertiger Aktivkohle-Blockfilter zur Nickelfilterung senkt die Belastung am Entnahmepunkt, unabhängig davon, ob vorher gemessen wurde; welche Stoffe die einzelnen Filter zurückhalten, entnehmen Sie den jeweiligen Herstellerangaben.

Wer ist durch Nickel im Trinkwasser besonders gefährdet?

Vor allem Menschen mit Nickelallergie sowie Kinder, deren tolerierbare Tagesdosis aufgrund des geringeren Körpergewichts schneller erreicht wird.

Quellen

Lesetipp:

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Marco Fabian Profilbild

Marco Fabian | Geschäftsführer Vitalhelden GmbH · Trinkwasseraufbereitung seit 2014

Marco Fabian ist Gründer der Vitalhelden GmbH und beschäftigt sich seit 2014 intensiv mit Trinkwasseraufbereitung. In dieser Zeit hat er tausende Haushalte bei der Auswahl passender Filtersysteme begleitet und arbeitet eng mit deutschen Herstellern wie Carbonit und Alvito zusammen.

Über den Autor