Prüfwerte Wasserqualität

Was in dieser Tabelle steht — und was nicht

Auf jeder unserer Ortsseiten steht eine Tabelle mit den Trinkwasserwerten des örtlichen Versorgers. Die Zahlen darin stammen nicht von uns, sondern aus den Veröffentlichungen der Wasserversorger nach § 46 der Trinkwasserverordnung. Wir tragen sie zusammen, rechnen sie gegen die geltenden Grenzwerte und verlinken die Quelle mit Datum. Diese Seite erklärt, wie die Tabelle zu lesen ist.

Grenzwert und Indikatorwert sind nicht dasselbe

Die Trinkwasserverordnung führt zwei Sorten von Werten in zwei verschiedenen Anlagen, und sie bedeuten Verschiedenes.

Grenzwerte (Anlage 2) sind gesundheitlich begründet. Blei, Nitrat, Uran, Arsen, Nickel und die PFAS-Summen stehen dort. Wird ein solcher Wert überschritten, ist das ein Befund, der den Versorger zum Handeln verpflichtet.

Indikatorwerte (Anlage 3) sind es nicht. Sulfat, Chlorid, Natrium, die elektrische Leitfähigkeit und der pH-Wert gehören dazu. Sie beschreiben, ob das Wasser technisch in Ordnung ist und wie es schmeckt — nicht, ob es gesund ist. Ein Sulfatwert über 250 mg/l heißt: Das Wasser kann bitter schmecken und greift Beton stärker an. Er heißt nicht, dass jemand krank wird.

In unserer Tabelle steht deshalb bei Indikatorparametern der Zusatz Indikatorparameter, kein Gesundheitswert. Wer die beiden Sorten verwechselt, liest aus derselben Zahl eine Warnung, die nicht drinsteht.

„44 % des Grenzwerts" — was die Prozentzahl sagt

Wir rechnen jeden Messwert gegen seinen Grenzwert und zeigen das Ergebnis als Balken. 44 % heißt: Der gemessene Wert liegt bei 44 Prozent dessen, was zulässig ist.

Diese Zahl macht Werte vergleichbar, die in verschiedenen Einheiten stehen — Nitrat in Milligramm, Blei in Mikrogramm. Sie sagt aber nichts über Gesundheit. Grenzwerte sind mit Sicherheitsabständen festgelegt; 90 % des Grenzwerts sind nicht „fast gefährlich", und 10 % sind nicht „zehnmal so gut". Wo eine Zone eine Spanne veröffentlicht, steht bei uns bis davor: Die Prozentzahl bezieht sich dann auf das obere Ende, nicht auf einen Mittelwert.

Ein Kleiner-Zeichen ist keine Messung

Steht in einer Zelle < 0,5, dann wurde der Stoff nicht gefunden — genauer: Er lag unter der Bestimmungsgrenze des Labors. Das ist die kleinste Menge, die das Verfahren zuverlässig nachweisen kann, und sie fällt je Labor und je Bericht unterschiedlich aus.

Deshalb rechnen wir solche Angaben nicht in Prozent um. Bei manchen Parametern liegt die Bestimmungsgrenze zufällig genau auf Höhe des Grenzwerts. Aus < 0,5 µg/l würden dann rechnerisch 100 % — was das Gegenteil dessen wäre, was der Befund aussagt.

Eine leere Zelle ist keine Null

Wo in unserer Tabelle ein Strich steht, hat der Versorger für diesen Stoff nichts veröffentlicht. Das ist etwas anderes als ein Messwert von null.

Wir tragen an solchen Stellen keine Zahl aus einer anderen Quelle nach, auch keine aus der Nachbarstadt: Was in Waiblingen gemessen wurde, ist in Waiblingen gemessen worden. Ein Strich bedeutet also weder Entwarnung noch Warnung, sondern eine Lücke in der Veröffentlichung. Am häufigsten fehlen PFAS-Summen, Pestizide und die Schwermetalle — nicht, weil sie belastet wären, sondern weil viele Versorger nur den Pflichtumfang veröffentlichen. Die Pflicht zur Untersuchung besteht trotzdem; die Ergebnisse gibt der Versorger auf Nachfrage heraus.

Härtebereich und Härtezahl

Die Wasserhärte kommt in zwei Formen vor. Die Härtezahl in Grad deutscher Härte (°dH) ist ein Messwert. Der Härtebereich nach § 9 des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes ist eine Kategorie mit drei Stufen:

Bereich Gesamthärte
weich unter 8,4 °dH
mittel 8,4 bis 14,0 °dH
hart über 14,0 °dH

Manche Versorger veröffentlichen nur den Bereich. Aus „mittel" lässt sich keine Zahl zurückrechnen — der Bereich umfasst 5,6 Grad, und für die Dosierung von Waschmittel oder die Einstellung einer Spülmaschine macht das einen Unterschied. Wo nur die Kategorie vorliegt, zeigen wir die Kategorie und keine erfundene Zahl.

Wo die Probe gezogen wurde

Das ist die wichtigste Einschränkung der ganzen Tabelle. Die meisten veröffentlichten Werte stammen vom Ausgang des Wasserwerks oder aus dem Verteilnetz. Sie beschreiben das Wasser bis zu Ihrer Grundstücksgrenze.

Für die meisten Stoffe ist das auch die richtige Stelle: Nitrat, Sulfat, Calcium oder die Härte ändern sich auf den letzten Metern nicht mehr. Bei drei Stoffen ist es anders — Blei, Kupfer und Nickel stammen typischerweise nicht aus dem Grundwasser, sondern aus der Hausinstallation. Aus Bleileitungen in Altbauten, aus Kupferrohren, aus vernickelten Armaturen. Ein niedriger Bleiwert im Netz sagt deshalb wenig über den Wert an Ihrem Hahn.

Wie aktuell die Zahlen sind

Bei jeder Zone steht das Datum der Quelle. Wasserwerte schwanken jahreszeitlich, mit der Fördermenge und mit der Grundwasserlage; ein Wert aus dem Juni beschreibt den Juni. Wo ein Versorger Jahresmittel oder Medianwerte veröffentlicht, steht das dabei — ein Median ist die Mitte aller Messungen, nicht der höchste Einzelwert.

Wir gleichen die Werte jährlich ab. Ob aktuell eine Meldung oder ein Abkochgebot besteht, steht nicht bei uns, sondern beim Versorger und beim Gesundheitsamt.

Was die Tabelle nicht beantwortet

Drei Fragen bleiben offen, egal wie vollständig ein Versorger veröffentlicht:

  • Welche Zone versorgt meine Adresse? Viele Versorger veröffentlichen keine straßengenaue Zuordnung. Wo eine straßengenaue Zuordnung nicht veröffentlicht ist, stehen die Zonen mit ihren Werten da, ohne Zuordnung zu Stadtteilen. Die verbindliche Auskunft für den einzelnen Hausanschluss gibt der Versorger.
  • Was macht meine Hausinstallation daraus? Siehe oben: Blei, Kupfer und Nickel entstehen dort, wo die Zuständigkeit des Versorgers endet.
  • Was ist mit den Stoffen, die niemand misst? Die Trinkwasserverordnung regelt rund fünfzig Parameter. Arzneimittelrückstände, Hormone und der größte Teil der PFAS-Verbindungen gehören nicht dazu.

Und was folgt daraus?

Für die meisten Orte in Deutschland: dass das Wasser die Grenzwerte einhält. Das ist das Ergebnis von Arbeit — Schutzgebiete, Aufbereitung, engmaschige Kontrolle — und keine Selbstverständlichkeit.

Die Lücke liegt woanders — an zwei Stellen, an denen die Tabelle endet.

Hinter der Grundstücksgrenze. Ab dort ist niemand mehr zuständig außer Ihnen. Keine Behörde misst Ihre Leitungen, kein Versorger kennt Ihre Armaturen, und die Werte oben beschreiben Wasser, das Ihr Haus noch gar nicht erreicht hat. Das letzte Stück Rohr ist das einzige, an dem sich überhaupt etwas ändern lässt.

Bei den Stoffen, nach denen niemand sucht. Was in keiner Anlage der Verordnung steht, wird nicht gemessen — und was nicht gemessen wird, taucht in keiner Analyse auf, auch nicht in einer sauberen. Arzneimittelrückstände, Hormone und Mikroplastik gehören dazu. Eine leere Zeile bedeutet hier nicht Reinheit, sondern dass niemand hingesehen hat.

Ein Trinkwasserfilter sitzt genau an dieser Stelle: am letzten Meter, hinter allem, was der Versorger nicht mehr in der Hand hat. Er ist der einzige Schritt in dieser ganzen Kette, der etwas verändert statt es zu protokollieren — und zwar jeden Tag, ohne dass Sie daran denken müssen. Nebenbei verschwindet, was man schmeckt: Chlor nach einer Spülung, der metallische Ton aus stehendem Wasser.

Was ein solcher Filter nicht tut: gelöste Mineralstoffe entfernen. Calcium, Magnesium, Natrium, Sulfat und Chlorid bleiben im Wasser, und das ist der Sinn der Sache — sie gehören dort hin. Wer eine Anlage sucht, die alles herausholt, sucht etwas anderes und bekommt am Ende entmineralisiertes Wasser.

Braucht es eine eigene Wasseranalyse?

Bei konkretem Verdacht auf Bleileitungen in einem Altbau: ja. Das ist der eine Fall, den die Werte des Versorgers nicht abdecken, weil er in Ihrer Wohnung entsteht.

Sonst selten. Ein Test kostet Geld, deckt jeweils nur die Stoffe ab, die man bestellt, und beschreibt einen einzigen Tag. Er verändert nichts an dem, was aus dem Hahn kommt — er sagt Ihnen nur, was an diesem Tag drin war. Wer den Verdacht hat, dass etwas nicht stimmt, hat mit einem Filter am Ende mehr davon als mit einem Messwert — welcher zu Ihrem Wasser passt, zeigt der Wasserfilter-Konfigurator.