Es ist nicht selten, dass man in Deutschland einen Wasserhahn aufdreht und rostbraunes Wasser herausströmt. Obwohl es viele Menschen annehmen, ist Rost an sich nicht gesundheitsschädlich. Wohl aber die Ursachen und die Konsequenzen von Rost im Trinkwasser: nämlich freigelegte Schwermetalle in Wasserleitungen und die damit verbundenen besseren Bedingungen für Keimbildung.

Rost im Trinkwasser - Ist braunes Wasser nur ein optischer Mangel?

Vitalhelden Redaktion
Aktualisiert: 19. Mai 2021
Lesedauer: 4 Minuten

Wenn bei Ihnen braunes Wasser aus der Leitung kommt, liegt die Vermutung in erster Linie nahe, dass Rost der Verursacher ist. Viele Menschen denken, dass rostiges Trinkwasser ungesund ist. Auch der metallische Geschmack und der Geruch von rostigem Wasser lassen darauf schließen, dass Sie das Wasser nicht trinken sollten. Doch stimmt das? Ist rostiges Wasser gesundheitsschädlich? Was für andere Nachteile bringt rostiges Wasser mit sich? Diese Fragen werden hier näher beleuchtet.

Wie kommt Rost in Ihr Trinkwasser?

Unter Rost versteht man Oxide des Eisens. Viele Rohre im häuslichen Wassersystem sind aus Eisen, beziehungsweise aus Stahl, und verzinkt. Die Zinkschicht ist irgendwann abgetragen und die Rohre fangen an zu rosten. Rost kann in diesem Zusammenhang in Ihr Trinkwasser gelangen und dieses braun färben. Wichtig ist, dass neben Eisenoxiden auch Mangan zur Verfärbung des Wassers beitragen kann, der Verdacht sollte daher nicht unbedingt sofort auf Rost fallen.

Grenzwerte in Deutschland

In Deutschland liegt der Grenzwert für Eisen im Leitungswasser bei 0,2 Milligramm pro Liter. Wenn Rost aus dem Wasserhahn kommt, ist dies ein Zeichen dafür, dass der Eisengehalt mit großer Wahrscheinlichkeit angestiegen ist. Der Grund hierfür kann sein, dass die Zinkschicht mit der Zeit abgetragen wurde und eine Eisenschicht freilegt, die anfängt zu rosten.

Ist dies der Fall, besteht auch die Gefahr, dass neben dem Rost auch Schwermetalle ins Trinkwasser gelangen, was sehr gesundheitsschädlich sein kann. Schlecht verzinkte Stahlrohre mit unterschiedlichen Metallen sind besonders korrosionsanfällig. Aber auch eine lange Stagnation oder hohe Temperaturen tragen dazu bei, dass sich die schützende Zinkschicht zu lösen beginnt.

Ist rostiges Wasser schädlich für Ihre Gesundheit?

Eisenhaltiges Wasser zu trinken gilt grundsätzlich als nicht gesundheitsgefährlich, der Körper scheidet es nach der Aufnahme normal wieder aus. Viel wichtiger ist jedoch, dass Rost im Trinkwasser ein Hinweis auf Probleme in der Wasserleitung sein kann, wie zum Beispiel defekte Lötstellen bei veralteten Stahlleitungen.

Trinkwasserinstallationen müssen regelmäßig gewartet werden, um die Qualität aufrecht zu erhalten. Zudem ist es beim Auftreten von Rost ratsam, dass Material der Wasserleitungen überprüfen zulassen, da Schwermetalle freigesetzt werden können. Auch können rostige Stellen in der Hausinstallation langfristig zu Rohrbrüchen führen.

Eher unbedenklich:

Rost im Trinkwasser ist grundsätzlich gesundheitlich nicht bedenklich. Deutet aber auf Probleme an den Wasserleitung hin, welche langfristig doch negative Auswirkungen haben können.

Nachteile von Rost im Trinkwasser

Obwohl für die Gesundheit grundsätzlich harmlos, bringt Rost viele andere Nachteile mit sich. Zum einen hinterlässt rostiges Wasser rotbraune Flecken auf der Wäsche. Zum anderen können die Eisenoxidpartikel Dichtungen zerstören und Siebe von Wasch- und Spülmaschinen verstopfen.

Gut zu Wissen:

Je höher die Eisenkonzentration im Trinkwasser, desto mehr Bakterien, die ihren Stoffwechsel mit Eisen betreiben, lassen sich in den Leitungen finden. Die Ausscheidungsprodukte der Bakterien bilden dann Biofilme, d.h. schleimige Mikroorganismusfilme, oder führen zu Verstopfungen und sind ein guter Wachstumsort für Krankheitserreger. Tritt Rost auf, ist es daher möglich, das Wasser auf eine Belastung von Schwermetallen und Keimen zu untersuchen.

Lösungsansätze für braunes Wasser

Besonders stark ist die Konzentration von Rost, wenn das Wasser lange in den Leitungen stand, beispielsweise in leerstehenden Wohnungen oder Häusern. Auch nachdem das Wasser, meist für Bauarbeiten, abgestellt wurde, kann es verfärbt aus der Leitung kommen. Aus dem Grund sollte man das Wasser ein paar Minuten ungenutzt ablaufen lassen. In vielen Fällen kommt nach einer ersten rostbraunen Verfärbung des Wassers klares Wasser nach.

Die wohl beste Möglichkeit die Rostwasserbildung in den Griff zu bekommen, ist es veraltete Rohrleitungen durch neue aus korrosionsbeständigen Werkstoffen wie rostfreiem Edelstahl zu ersetzen. Edelstahl ist generell für das häusliche Wassersystem zu befürworten, da er nicht mit Stoffen aus dem Wasser reagiert und somit keine Schwermetalle oder andere Verunreinigungen an das Trinkwasser abgibt. Dies ist allerdings sehr kostspielig und daher oftmals nicht realisierbar.

Alternativ hat sich die Verwendung von chemischen Mitteln (Inhibitoren aus vorwiegend Phosphaten und Silikaten) bewährt. Somit kann eine schützende Deckschicht auf den Rohren angebracht werden, was die Verunreinigung des Leitungswassers mit Rost eindämmt.

Wann sind Wasserfilter sinnvoll?

Rost an sich ist zwar nicht giftig, doch die braune Verfärbung, der unangenehme Geruch und der metallische Geschmack laden nicht gerade zum Trinken ein. Insbesondere dann macht der Einsatz eines hochwertigen Wasserfiltersystems Sinn, um das Leitungswasser vom Rost zu befreien. Im Fall von rostigem Wasser ist ein Wasserfilter sehr effektiv, der mit Schichten aus Quarzsand arbeitet.

Quarzsand kann Rostpartikel mechanisch festhalten und so das Trinkwasser reinigen. Aber auch die von uns empfohlenen leitungsstarken Aktivkohle-Blockfilter entfernen Rostpartikel aufgrund ihrer mechanischen Wirkung sehr zuverlässig. Auch giftigen Schwermetalle wie Blei oder Kupfer, Bakterien oder andere Verunreinigungen werden zuverlässig entfernt.

Fazit

Obwohl Rost im Trinkwasser keine gesundheitliche Gefährdung darstellt, sollten Sie den Hinweis, der von rostigem Wasser ausgeht, nicht unterschätzen. Denn Rost zeigt Schäden in der Wasserleitung auf und weist auf freigelegte Schwermetalle hin. Die Schäden in den Wasserleitungen können zu technischen Problemen wie Wasserrohrbrüchen führen, die freigelegten Schwermetalle sogar zu gesundheitlichen Problemen.

Zudem werden Bakterien angezogen, die Biofilme bilden und die Keimbildung antreiben, was ebenfalls schädlich für die Gesundheit ist. Schützen können Sie sich durch die Dosierung von Inhibitoren, die die Rohrleitungen abdecken, durch den Austausch zu Edelstahlleitungen sowie durch Wasserfilter, die mit Quarzsand oder Aktivkohle arbeiten. Besonders effektiv sind Wasserfilter mit verschiedenen Systemen, die gleichzeitig mehrere Verunreinigungen aus dem Wasser filtern.

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