Silber aus dem Trinkwasser filtern

Vitalhelden Redaktion
Aktualisiert: 1. November 2021
Lesedauer: 4 Minuten

Aufgrund seiner antibakteriellen, desinfizierenden Wirkung wird Silber in verschiedensten Industriezweigen und teilweise auch zur Wasserentkeimung eingesetzt. In geringer Dosierung gilt das Schwermetall als nicht giftig und für den menschlichen Organismus unbedenklich.

Um höheren Belastungen des Körpers mit dem Stoff vorzubeugen, empfiehlt sich allerdings unter gewissen Voraussetzungen dennoch eine Filterung. Wann diese sinnvoll ist und wie sie durchgeführt werden kann, beleuchtet der folgende Beitrag.

Warum kann Silber in unserem Trinkwasser vorkommen?

Das Edelmetall Silber kommt in zahlreichen industriellen Anwendungen wie auch bei der Produktion von Alltagsgegenständen zum Einsatz. Neben der Elektro- und Medizintechnik nutzen unter anderem auch Haushaltsgerätehersteller oder Kleidungsproduzenten den Stoff.

In das Trinkwasser werden silberhaltige Verbindungen teilweise bewusst eingeleitet, da sie Bakterien, Pilze und weitere Mikroorganismen abtöten können. Das Edelmetall ist aus diesem Grund auch in Wasserentkeimungstabletten zu finden oder wird bei Filterkartuschen von Aktivkohle-Tischfiltern eingesetzt [2].

In der Trinkwasserverordnung ist für die Konzentration von Silber im Leitungswasser ein recht strenger Grenzwert vorgegeben. Maximal 0,1 mg pro Liter dürfen zur Aufbereitung hinzugegeben werden und vor der Einspeisung in das Rohrnetz darf der Wert nur bei höchstens 0,08 mg Silber pro Liter liegen [1] [3].

Wann ist der Einsatz eines Wasserfilters gegen Silber sinnvoll?

In der vom Gesetzgeber vorgegebenen Dosierung von unter 0,1 mg pro Liter Wasser ist Silber für den menschlichen Körper nicht giftig. Die Einhaltung dieses Grenzwertes muss wiederum von den Wasserversorgern kontrolliert werden. Zu beachten bleibt allerdings, dass die Reichweite dieser Kontrollen sich nur bis zur Hausinstallation erstreckt.

Werden beispielsweise Wasserfilter mit einer Silberlegierung verwendet, kann sich der Wert nachträglich erhöhen. Hinzu kommt die unzureichende Forschungslage: Bislang wurden erst wenig Studien zur Wirkung von Silbernanopartikeln auf den menschlichen Körper veröffentlicht [2].

Fest steht hingegen, dass Silberverbindungen wie Silberoxid oder Silbernitrat in höheren Dosen zu verschiedenen Symptomen wie Reizungen der Augen, der Atemwege und der Haut sowie Erbrechen, Schwindel oder Durchfall führen können [4].

Aus diesen Gründen lohnt es sich, über Filterungsmöglichkeiten nachzudenken beziehungsweise die zusätzliche Aufnahme unter anderem über Legierungen von Wasserfiltern aus dem Material zu vermeiden.

Welche Filtermöglichkeiten gibt es und welche ist die Richtige für Sie?

Im Rohwasser ist Silber in der Regel nur in minimalen Dosen enthalten. Wird Silber zur Desinfektion eingesetzt, sind die Versorger verpflichtet, den recht strengen Grenzwert einzuhalten und zu kontrollieren [3]. Die wichtigste Maßnahme, um sich vor einer übermäßigen Silberaufnahme aus dem Trinkwasser zu schützen, besteht auf dieser Basis darin, die spätere Anreicherung nach der Entnahme aus dem öffentlichen Rohrleitungssystem zu verhindern.

Beim Kauf von Wasserfiltern sollte aus diesem Grund darauf geachtet werden, dass diese auf Silberlegierungen verzichten. Anbieter hochwertiger Filter setzen auf andere Lösungen, um ihre Geräte keimfrei zu halten [5]. Möchten Sie Silber und Silberverbindungen darüber hinaus gezielt aus dem Wasser entfernen, haben Sie mehrere Möglichkeiten. Infrage kommen sowohl Aktivkohlefilter und Sandfilter als auch Geräte, die mit dem Ionentausch arbeiten.

Aktivkohle-Blockfilter

Diese Filtermethode überzeugt mit ihrem breiten Wirkungsspektrum, der einfachen Verwendung und der unkomplizierten Wartung. An den feinen Poren der Aktivkohlefilter bleiben Schwermetalle wie Silber ebenso wie andere unerwünschte Stoffe wie zum Beispiel Chlor hängen.

Die wertvollen Mineralien im Wasser werden hingegen nicht entfernt. Aktivkohle-Blockfilter lassen sich auch vom Laien nach Anleitung ohne Schwierigkeiten einbauen und müssen lediglich durch den regelmäßigen Austausch der Aktivkohle instand gehalten werden [6].

Die innovative Herstellungsform unter hohem Druck und Hitze vermeidet das Durchwachsen von Keimen solange man die Wartungsintervalle einhält. Des Weiteren ist im Vergleich zu Tischkannenfiltern kein plötzlicher Durchbruch der zurückgehaltenen Schadstoffe möglich.

Der Blockfilter macht sprichwörtlich "dicht" und reduziert die Durchflußmenge drastisch, so dass ein Wechsel der Einheit unumgänglich wird.

Sandfilter

Sandfilter arbeiten mit der natürlichen Filterungswirkung verschiedener Sandschichten. Mehrere Schichten, die sich in Korngröße und Dichte unterscheiden, befinden sich im Gerät übereinander. Das Wasser wird nun durch diese Schichten geleitet, wobei verschiedene unerwünschte Stoffe wie Silber festgehalten werden. Sandfilter können auch im Privathaushalt eingesetzt werden, finden jedoch vor allem in Industriebetrieben Verwendung [7].

Ionentauscher

Beim Ionentausch fließt das Wasser in einen Behälter mit Granulat, indem die Silberionen kontinuierlich gegen andere, unschädliche Ionen ausgetauscht werden. Im engeren Sinne handelt es sich damit nicht um ein tatsächliches Filterverfahren, da die im Wasser enthaltenen Stoffe nicht vollständig herausgefiltert, sondern lediglich ersetzt werden. Geräte zum Ionenaustausch gibt es in verschiedenen Ausführungen mit jeweils unterschiedlichem Wirkspektrum.

Das recht aufwändige Verfahren kommt in Privathaushalten allerdings eher selten zum Einsatz und weist gewisse Nachteile auf. So muss berücksichtigt werden, dass statt der vormals enthaltenen Silberionen zwangsläufig andere Stoffe ins Wasser abgegeben werden, die wiederum potentiell schädliche Wirkungen haben können.

Darüber hinaus erscheint die Wartung recht aufwändig: Um die volle Wirkkraft der Geräte zu erhalten, muss permanent Regeneriersalz nachgefüllt werden [6].

Quellen & Weiterführende Informationen
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