Wann das Filtern von Aluminium aus dem Trinkwasser im eigenen Haushalt sinnvoll ist und welche Möglichkeiten es dafür gibt, wird im Folgenden erläutert.
1 Warum kann Aluminium in unserem Leitungswasser vorkommen?
Aluminium ist eines der drei häufigsten Elemente in der Erdkruste, daher kommt es als Spurenelement in Lebensmitteln und Trinkwasser vor. Als der Mensch herausfand, wie das Leichtmetall gefördert werden kann, fand es immer vielfältigere Einsatzmöglichkeiten. So gelangt es auch über die Industrie und den Bergbau in das Trinkwasser.
Um belastetes Rohwasser von Verunreinigungen zu befreien, werden in Wasserwerken verschiedene Verfahren zur Aufbereitung eingesetzt. Eines dieser Verfahren ist die Flockung, welche zur Vorbehandlung des Wassers angewendet wird. Bei der Flockung werden Partikel, gelöste Stoffe oder Mikroorganismen aus dem Wasser gefiltert.
Ein oft verwendetes Flockungsmittel stellen Aluminiumsalze dar, diese bewirken, dass sich auch sehr feine Partikel in größere Flocken zusammenbinden und so leichter gefiltert werden können. Der in der Trinkwasserverordnung (Fassung 2023) gesetzlich festgelegte Höchstwert von Aluminium je Liter Leitungswasser liegt bei 0,200 mg. Mehr zum Thema lesen Sie in unserem Artikel Aluminium im Trinkwasser – eine Gefahr für die Gesundheit?
Eine Aluminiumbelastung des Leitungswassers lässt sich weder schmecken noch riechen oder an der Farbe erkennen. Den tatsächlichen Wert Ihres Netzes weist die veröffentlichte Trinkwasseranalyse Ihres Versorgers aus, denn Aluminium gehört zu den dort geführten Parametern.
2 Wann ist der Einsatz eines Wasserfilters gegen Aluminium sinnvoll?
Dennoch kann der menschliche Körper Aluminium nicht vollständig abbauen. Teilweise kann es sich über lange Zeit in Geweben und dem Gehirn ansammeln. So wirkt es zwar nicht akut toxisch, kann aber auf lange Sicht eine Gefährdung sein. Deshalb ist die Wasserfilterung im Privathaushalt eine Möglichkeit, den Körper auch vor kleineren Mengen zu schützen.
Besonders Säuglinge und Kinder sollten vor einer erhöhten Aluminiumaufnahme geschützt werden. Denn bei ihnen sind Nieren und Blut-Hirn-Schranke noch nicht vollständig entwickelt und sie können das Leichtmetall schwieriger filtern.
Außerdem ist der Anteil je Kilogramm Körpergewicht, der pro Tag aufgenommen wird, bei Kindern höher als bei Erwachsenen. Auch Schwangere sollten auf die Aufnahme des Leichtmetalls achten, denn Aluminium erreicht über die Plazenta auch den Fötus.
Als Orientierung für die Gesamtaufnahme über alle Quellen (Lebensmittel, Trinkwasser, Kosmetik) hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) einen tolerierbaren wöchentlichen Aufnahmewert (TWI) von 1 mg Aluminium je Kilogramm Körpergewicht festgelegt.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass der Großteil der Bevölkerung – vor allem Jugendliche und Erwachsene – diesen Wert im Durchschnitt bereits etwa zur Hälfte allein über die Nahrung ausschöpft. Der Trinkwasseranteil daran ist im Regelfall gering, sollte bei ohnehin schon hoher Aluminiumaufnahme aber nicht unterschätzt werden.
Ein Verzicht auf zusätzliche Filterung kommt infrage, wenn …
- die Trinkwasseranalyse Ihres Versorgers keine erhöhten Aluminiumwerte zeigt
- keine Säuglinge, Kleinkinder oder Schwangere im Haushalt leben
- die Gesamtaufnahme über Lebensmittel und Kosmetik ohnehin gering ist
Ein Wasserfilter ist sinnvoll, wenn …
- Säuglinge, Kinder oder Schwangere im Haushalt leben
- Sie die Gesamtaufnahme an Aluminium zusätzlich absenken möchten
- Sie vorab beim Hersteller die Abscheideleistung für Aluminium erfragt haben
3 Welche Filtermöglichkeiten gibt es und welche ist die richtige für Sie?
Um das Leitungswasser im privaten Haushalt von Verunreinigungen durch Aluminium zu befreien, gibt es mehrere mögliche Filtermethoden. Jedoch ist zu beachten, dass die Abscheideleistung für Aluminium stark von Filtertyp und Wasserbeschaffenheit abhängt, daher ist es sinnvoll, sich vor dem Kauf eines Filtersystems genauer zu informieren.
Aktivkohle-Blockfilter
Aktivkohle-Blöcke finden aufgrund ihrer hohen Aufnahmefähigkeit von unerwünschten Schadstoffen häufig Anwendung in Filtersystemen. Bei der Fertigung von Monoblock Aktivkohlefilter wird das aktivierte Kohlepulver stark erhitzt und gepresst, wodurch sich ein fester Block mit feinsten Kanälen und Poren bildet. Diese garantieren eine effektive Filtrierung von Schadstoffen.
Dennoch gibt es verschiedene Aktivkohle-Typen aus unterschiedlichen Materialien, die sich in Oberfläche, Porenvolumen, Dichte und anderen Eigenschaften unterscheiden können. Die Eigenschaften sowie die Beschaffenheit des Wassers haben Einfluss auf die Effektivität der Abscheideleistung von Aluminium.
Besonders der pH-Wert des Wassers ist für die Entaluminierung von Bedeutung, denn Aktivkohlefilter binden das Metall am wirkvollsten bei pH 4. Neben dem pH-Wert sind auch Temperatur, Ionenstärke, Aluminium-Konzentration, Wasserhärte und die Kontaktzeit des Rohwassers mit der Aktivkohle entscheidende Einflussgrößen.
Hochwertige Aktivkohle-Monoblöcke adsorbieren Aluminium daher teilweise und halten zugleich Schwermetalle wie Blei und Kupfer, Chlor, Pestizidrückstände und Bakterien am Entnahmepunkt zurück, ob vorher gemessen wurde oder nicht. Wie viel Aluminium ein bestimmter Filter abscheidet, erfragen Verbraucher vor dem Kauf beim Hersteller.

Auskunft von Alvito:
"Die aktuell lieferbaren Filtereinsätze von Carbonit und Alvito wurden bisher nicht auf die Adsorption von Aluminium getestet. Solche Tests sind vor allem deswegen schwierig, weil Aluminium (in der Regel als Aluminiumsalz mit Phosphat, Silikat, Fluorid, Nitrat, usw.) in vielen verschiedenen Verbindungen vorkommen kann und die Adsorption von der jeweiligen Verbindung und ihrer Konzentration im Wasser abhängt." ... "In der Regel ist die Konzentration von Aluminium im Wasser so gering, dass der Beitrag zur täglichen Aluminiumaufnahme vernachlässigt werden kann."
Umkehrosmose (nicht im Vitalhelden-Sortiment)
Eine weitere Methode zur Wasseraufbereitung ist die Umkehrosmose. Bei dieser Filtertechnik wird dagegen das Leichtmetall relativ sicher aus dem Wasser entfernt. Denn das Trinkwasser wird mit dem Leitungsdruck durch eine ultrafeine Membran gepresst.
Verunreinigungen durch Aluminium, Schwermetalle oder andere organische Schadstoffe werden von der halbdurchlässigen Membran gebündelt und nur die sehr kleinen Wassermoleküle können die mikrofeinen Röhrchen passieren. Die anderen Moleküle stauen sich vor der Membran und werden als Abwasser abgespült. Es bleibt ein aufbereitetes Leitungswasser mit sehr hohem Reinheitsgrad.
Ein Nachteil bei dieser Filtermethode ist allerdings, dass auch wichtige Mineralien aus dem Wasser gefiltert werden und so verloren gehen. Außerdem ist der hohe Wasserverbrauch bei dieser Technik ein sowohl ökonomischer, als auch ökologischer Schwachpunkt. Vitalhelden führt keine Umkehrosmoseanlagen im Sortiment; einen ausführlichen Vergleich zu Aktivkohle- und Umkehrosmosefiltern (u. a. Wasserverbrauch, Anschaffungs- und laufende Kosten) finden Sie auf unserer Vergleichsseite Aktivkohle oder Umkehrosmose.
KDF-Filtration
Das KDF-Verfahren (Kinetic Degradation Fluxion) arbeitet mit den Metallen Kuper und Zink, welche als Legierungen an der Oberfläche des Filters zu Redoxreaktionen führen. Denn beide Elemente haben eine elektrische sowie magnetische Ladung.
Dadurch werden positiv geladene Moleküle im Wasser von den unedlen Zink-Ionen angezogen, während negativ geladene Moleküle sich an der Oberfläche des Filters anlagern, wo sich das Edelmetall Kupfer befindet. Auf diesem Weg lassen sich vor allem redoxaktive Schwermetalle wie Blei oder Quecksilber sowie Chlor zuverlässig aus dem Wasser entfernen.
Aluminium nimmt als Leichtmetall kaum an dieser Redoxreaktion teil. Interessenten sollten die Abscheideleistung für Aluminium daher konkret beim Hersteller erfragen, statt sich allein auf die allgemeine KDF-Wirkung zu verlassen.
Ein weiterer Vorzug dieses Verfahrens ist, dass es auch bei heißem Wasser nicht an Effektivität einbüßt. Allerdings sind diese Filtersysteme im Vergleich teuer und sollten außerdem mit anderen Wasserfiltern kombiniert werden, um auch organische Stoffe sicher zu entfernen.
4 Mythen rund um Aluminium im Trinkwasser
Irrtum: „Aluminium im Wasser schmeckt oder riecht man.“
Richtig ist: Eine Aluminiumbelastung lässt sich weder schmecken noch riechen noch an der Farbe erkennen; den gemessenen Wert nennt die Versorgeranalyse.
Irrtum: „Jeder handelsübliche Aktivkohlefilter entfernt Aluminium zuverlässig.“
Richtig ist: Die Abscheideleistung hängt stark vom pH-Wert, der Aluminiumverbindung und dem Filtertyp ab; den konkreten Wert nennt der Hersteller.
Irrtum: „KDF-Filter entfernen genauso zuverlässig Aluminium wie Blei.“
Richtig ist: Der Redoxmechanismus von KDF wirkt vor allem auf Schwermetalle wie Blei oder Quecksilber; das nicht-redoxaktive Leichtmetall Aluminium nimmt an dieser Reaktion kaum teil.
Irrtum: „Aluminium im Trinkwasser ist die Hauptquelle der Gesamtaufnahme.“
Richtig ist: Laut BfR schöpft der Großteil der Bevölkerung den tolerierbaren Aufnahmewert bereits etwa zur Hälfte über die Nahrung aus – Trinkwasser trägt im Regelfall nur einen geringen Anteil bei.
5 Fazit
Aluminium gelangt vor allem über die Trinkwasseraufbereitung selbst ins Leitungswasser und liegt meist deutlich unter dem Grenzwert von 0,2 mg/l. Da der Körper das Leichtmetall nicht vollständig abbauen kann, ist eine zusätzliche Filterung besonders für Säuglinge, Kinder und Schwangere sinnvoll – wichtig ist dabei, die tatsächliche Abscheideleistung beim jeweiligen Hersteller zu erfragen.
Bindet Aluminium teilweise, die Wirkung hängt von pH-Wert und Filtertyp ab.
Zuverlässig gegen Blei, Quecksilber und Chlor; Aluminium nimmt an der Redoxreaktion kaum teil.
Entfernt Aluminium relativ sicher, aber mit Mineralstoffverlust und hohem Wasserverbrauch – nicht im Vitalhelden-Sortiment.
Quellen
- Trinkwasserverordnung - aktuelle Fassung (2023)
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) - FAQ zu Aluminium in Lebensmitteln und Verbraucherprodukten (u. a. EFSA-Aufnahmewert)
- BR (2015) - Aluminium – Gefährlich für die Gesundheit?
- European Aluminium Association (2001) - Aluminium und Gesundheit
- Aluminium im Trinkwasser - eine Gefahr für die Gesundheit?
- Aktivkohlefilter für Wasser
- Wasserfilter gegen Mikroplastik
- Wasserqualität messen: Das sagen TDS-, PPM- und Leitwert-Messungen aus
- Coliforme Bakterien im Trinkwasser: Risiken erkennen und beseitigen
- Wasserfilter gegen Bakterien und Keime – Effektiver Trinkwasser-Schutz

