Ob Chlor gerade Ihren Geschmackssinn stört, hängt vom Einzelfall ab. Prüfen Sie, ob einer dieser Punkte zutrifft:
- Leitungswasser schmeckt schwimmbadartig oder chemisch, besonders morgens oder nach längerem Stillstand in der Leitung.
- Kaffee, Tee oder Eiswürfel schmecken auffällig anders als mit stillem Wasser aus der Flasche.
- Kinder trinken das Leitungswasser ungern und bemängeln ausdrücklich den Geschmack.
- Der Geschmack ist seit Kurzem stärker, etwa nach Bauarbeiten oder einer Störungsmeldung des Versorgers.
Trifft ein Punkt zu: Welche Filter Chlor zuverlässig aus dem Wasser entfernen
Die Qualität des Leitungswassers verschlechtert sich oft unmerklich, und Verbraucher bemerken es erst, wenn es zu Verfärbungen, sonderbarem Geruch oder komischem Geschmack kommt.
Viele dieser Phänomene sind dann kaum zu deuten, das Wasser wirkt schlicht unnatürlich. Äußerst markant hingegen ist es, wenn Wasser aus der Leitung nach Chlor schmeckt. Verbraucher fragen sich dann aus gutem Grund, wie es mit der Qualität ihres Trinkwassers bestellt ist.
1 Wodurch kommt chloriger Geschmack im Leitungswasser?
Chloriger Geschmack im Leitungswasser entsteht, weil die Wasserversorger Chlor zur Desinfektion zugeben; anders als Mineralien wie Kalzium oder Magnesium kommt das Halogengas nicht natürlich im Wasser vor. Dass der Geschmack oder Geruch von Chlor im Wasser sonderbar erscheint, ist daher instinktiv richtig.
Die Wasserwerke beziehen das später bereitgestellte Wasser ursprünglich aus Grundwasser, Quellen, Seen und Talsperren. Diese Gewässer bieten im Grunde reines Trinkwasser. [1] Trotzdem wird jedes Wasser durch die Versorger kontrolliert und aufbereitet. Werden im Zuge dessen bakterielle Verunreinigungen festgestellt, dient die Zugabe von Chlor der Desinfektion, da es Bakterien und Viren abtötet. Die Folge: Das Leitungswasser schmeckt nach Chlor.
2 Wie schädlich ist Chlor im Trinkwasser?
Chlor im Trinkwasser ist im Rahmen des gesetzlichen Grenzwerts unbedenklich, aber trotz seiner schützenden Funktion kein wünschenswerter Stoff. Denn vom sonderbaren Geschmack abgesehen, bildet Chlor in Verbindung mit Wasser auch Salzsäure. Diese greift beim Menschen die Schleimhäute, Augen und Atemwege an.
Damit es zu einem solchen Risiko kommt, muss Chlor allerdings auch schon in gewissen Mengen im Wasser enthalten sein. Daher sieht die Trinkwasserverordnung einen Grenzwert von 0,3 Milligramm freiem Chlor pro Liter vor. [2]
Nur in begründeten Ausnahmefällen, etwa bei einer notwendigen Anlagendesinfektion, ist laut Stadtwerken Maintal vorübergehend ein höherer Wert von bis zu 0,6 Milligramm pro Liter zulässig. [3] Wird auch dieser Wert einmal überschritten, informieren die Versorger die betroffenen Regionen beziehungsweise Haushalte, da das Wasser dann auch als nicht genießbar gilt.
3 Kann chloriges Leitungswasser trotzdem Schadstoffe enthalten?
Chloriges Leitungswasser kann trotz der Kontrollen des Versorgers Schadstoffe aus der eigenen Hausinstallation enthalten, denn Chlorung und Kontrolle betreffen nur das kommunale Netz. Der Versorger hat keine Kenntnis über eventuelle Mängel in privaten Hausleitungen und Armaturen.
Insofern kann es sehr wohl der Fall sein, dass die Leitungen, Rohre und Armaturen eines Haushalts für Schadstoffe im Wasser sorgen. Da vieles davon auch in klarem Wasser unsichtbar und geschmacklich neutral bleibt, weiß der Verbraucher davon meist nichts und führt eventuelle Krankheitssymptome auf andere Ursachen zurück.
4 Ein Aktivkohlefilter entfernt den Chlorgeschmack
Ein Aktivkohlefilter entfernt Chlor und Chloride aus dem Leitungswasser und erhält dabei die natürlichen, geschmacksgebenden Mineralien. Wer beim Wassergeschmack und bei Schadstoffen auf der sicheren Seite sein möchte, ist damit gut versorgt.
Vorher und nachher im Glas
Die Filterung wirkt auch gegen viele weitere Schadstoffe, die im klaren Wasser unbemerkt bleiben, etwa Mikroplastik sowie Rückstände von Medikamenten und Pestiziden aus der Landwirtschaft. Was ein Aktivkohlefilter im Einzelnen zurückhält, zeigt die Übersicht Was wird gefiltert. Solche Rückstände werden, wie das Umweltbundesamt mitteilte, zunehmend zum Problem. [4]
Für Chlorgeschmack ist im Vitalhelden-Sortiment das Alvito Auftischfilter Set Pure mit dem Filtereinsatz ABF Primus SD geprüft: Ein Prüfbericht des Instituts UEG Wetzlar bestätigte 2026 einen Rückhalt von mehr als 99,9 Prozent bei freiem Chlor. Wer noch vergleichen möchte, findet alle Auftisch-Wasserfilter im Vergleich.

5 Was Leser zu Chlor im Leitungswasser noch fragen
Ist es unbedenklich, Wasser mit leichtem Chlorgeschmack zu trinken?
Solange der Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 0,3 Milligramm freiem Chlor pro Liter eingehalten wird, gilt das Wasser als genießbar. Eine Überschreitung wird von den Versorgern kommuniziert; im Alltag betrifft ein wahrnehmbarer Chlorgeschmack meist nur den Geruchs- und Geschmackssinn, nicht die Gesundheit.
Lässt sich der Chlorgeschmack ohne Filter reduzieren?
Da Chlor als Gas teilweise wieder aus dem Wasser entweicht, hilft es bereits, Leitungswasser einige Stunden offen stehen zu lassen oder im Kühlschrank zu kühlen. Zuverlässiger und dauerhaft entfernt ein Aktivkohlefilter Chlor und Chlorgeschmack.
Warum ist der Chlorgeschmack nicht überall gleich stark?
Wie viel Chlor im Wasser noch nachweisbar ist, hängt unter anderem von der Entfernung zum Wasserwerk und der Verweildauer im Leitungsnetz ab: Je länger das Wasser unterwegs ist, desto mehr Chlor baut sich bereits ab.
6 Was Sie jetzt tun können
Setzen Sie bei störendem Chlorgeschmack einen Aktivkohle-Blockfilter am Entnahmepunkt ein; welcher Filtereinsatz gegen Chlor geprüft ist, steht unter Wasserfilter gegen Chlor. Je nach Situation passt ein anderer Weg:
→ Ein Auftisch-Wasserfilter, in wenigen Minuten am Hahn angeschlossen, oder ein Untertischgerät für den festen Einbau in der Küche.
→ Wasser kurz stehen lassen oder kühlen, bis die Maßnahme des Versorgers endet.
→ Trinkwasserbericht der Kommune oder aktuellen Wert beim Versorger erfragen, dann entscheiden.
Quellen
- Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches (2020) - Wasser ist Geschmackssache
- Bundesministerium der Justiz (2023) - Trinkwasserverordnung
- Stadtwerke Maintal (2024) - Chlor im Trinkwasser
- Umweltbundesamt (2021) - Arzneimittelrückstände in der Umwelt

