Luftreiniger im Test: Technologien im Vergleich

Vitalhelden Redaktion
Aktualisiert: 20. Mai 2021
Lesedauer: 16 Minuten

Die Covid-19-Pandemie hat das Interesse für Luftreiniger einen neuen Schub versetzt, nachdem sie deutlich gemacht, wie sehr unser Lebensglück von gesunder und reiner Luft abhängt. Tatsächlich konnten Studien belegen, dass fortschrittliche Luftreiniger zum Schutz vor viralen Erregern beitragen können.

In diesem Zusammenhang ermittelte eine Studie der Goethe-Universität in Frankfurt am Main, dass Luftreiniger in Klassenzimmern auch gegen den Virus SARS-CoV-2 helfen. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Effekt nachhaltig ist und das Leben mit Luftreiniger für Menschen im 21. Jahrhundert so selbstverständlich wird wie das Leben mit Internet.

Für gesunde Luft auch in Innenräumen - die Technik gewinnt an Bedeutung

Nicht nur gegenüber Krankheitserregern wie Viren, Pilzen und Bakterien ist ein guter Luftreiniger ein Gewinn, sondern auch gegenüber allen anderen Partikeln, mit denen wir jeden Tag zusammen lebten, ohne uns großartig daran zu stören.

Viel zu lange hingen wir dem Mythos an, dass wir mit schlechter Luft nur im Außenbereich wie in Innenstädten zu tun haben. Ein verhängnisvoller Irrtum, denn in vielen Wohnungen ist die Innenluft schädlicher als die Außenluft, was mit dem Trend zur Häuslichkeit eine tückische Einheit bildet. Schließlich halten wir uns nicht erst seit der Pandemie zu 80 bis 90 % in Innenräumen auf.

Die einer Fachpublikation zum Thema entnommene Liste zeigt sehr deutlich auf, mit welchen Umweltgiften wir ständig ausgerechnet da zu tun haben, wo wir uns am sichersten fühlen:

  • schwerer Industriestaub
  • Aktivkohlegranulat
  • Sand
  • Pflanzensporen
  • Haare (v.a. allergene Tierhaare)
  • Pollen
  • Zementstaub
  • Kohlestaub
  • Flugasche
  • absinkender Staub
  • Bakterien
  • Viren
  • Farbpigmente
  • lungengängige Stoffe und Kleinstpartikel
  • Ölnebel
  • Kienruß
  • Tabakrauch
  • Asbeststaub
  • Smog
  • Schwebstaub
  • metallurgischer Staub
  • Gasmoleküle
  • Pestizide
  • Anthrax-Sporen

Schadstoffe - Je kleiner, desto gefährlicher

Manche dieser Partikel tragen ihre Gefährlichkeit sogar im Namen. So ist die Klasse der CMR nach ihren Risiken benannt, die mit den Stoffen verbunden sind.

Wofür steht CMR?

Das Akronym dieser Stoffklasse steht für karzinogen (krebserregend), mutagen (erbgutverändernd) und reproduktionstoxisch (fortpflanzungsgefährdend).

Außerdem gilt bei Pollen und Feinstaub, dass abnehmende Partikelgröße die Gefährlichkeit erhöhen, denn je kleiner die Aerosole sind, desto leichter gelingen sie über die Nasenhöhle in Bronchie und Lunge, dann in die Bronchiolen und Lungenbläschen und schließlich sogar ins Blut.

Was Feinstaub in unserem Körper anrichtet

Aus diesen Gründen erhöht Feinstaub das Risiko für schwere Erkrankungen an Bronchien, Lunge, Herzkreislaufsystem und Durchblutung deutlich.

Von daher ist es für Kunden wichtig, beim Kauf auf eine hohe Leistungsfähigkeit der Geräte zu achten. Denn nur leistungsstarke Geräte sind zur Abscheidung von Kleinstpartikeln in der Lage, deren Größe sich im nichtsichtbaren Bereich der Mikrometer (µ) bewegt.

(BILD2: Kopfschmerzen)

Zum Verständnis: Ein Mikrometer besitzt nur ein Tausendstel der Größe eines Millimeters. Nur leistungsstarke Geräte können die Wohnung wirkungsvoll auch von unangenehmen Gerüchen und flüchtigen nichtorganischen Substanzen (VOC) befreien, von denen besonders Formaldehyd, Stickstoffoxid, Benzol und Ozon die Gesundheit in Innenräumen belasten.

Die folgende Liste bietet eine Einordnung über die Größenverhältnisse der einzelnen Partikelarten:

  • Großstaub: 100 bis 2.000 µ
  • Haare: 20 bis 200 µ
  • Pollen: 10 bis 100 µ
  • Sporen: 10 bis 25 µ
  • Bakterien: 0,2 bis 25 µ
  • Tabak: 0,01 bis 1 µ
  • Viren: 0,002 bis 0,05 µ

Übersicht: Luftreiniger im Vergleich

In diesem Vergleich stellen wir die einzelnen Luftftilter-Arten einander gegenüber, zeigen Vor- und Nachteile der Technologien, informieren über Testberichte, stellen Testsieger vor und erläutern, welcher Luftfilter sich für welche Situation am besten anbietet. Von den Technologien geht es über zu den wichtigsten Kennzahlen, die sich in der Branche eingebürgert haben.

Wir informieren über relevante Kriterien wie Raumleistung, Umwälzrate, Abscheidegrad, Lautstärke, Filterwechsel und den Stromverbrauch. Nützliche Features sind ein Luftqualitätssensor, diverse Energiesparfunktionen, graduierte Einstellungen, Anbindung an das IoT, App-Steuerung und ein Nachtmodus zur Eindämmung der Geräuschkulisse im Schlafzimmer.

Schließlich möchten wir Ihnen mit unserem Luftreiniger Test zu dem Luftreiniger verhelfen, der Ihrem trauten Heim Gemütlichkeit, Harmonie und Stimmigkeit verleiht und ihre Wohnung in einen Kurort verwandelt.

Testberichte sind gerade bei Luftreinigern aufgrund der steigenden Nachfrage angesagt. Zahlreiche renommierte Anbieter wie die Stiftung Warentest und Ökotest bieten fundierte Qualitätsvergleiche und stellen den jeweiligen Testsieger der Branche vor.

HEPA-Filter im Test

HEPA-Filter sind die perfekten Allrounder unter den Feinfiltern. Entwickelt einst im Rahmen des Manhatten-Projekts, um die Mitarbeiter vor radioaktiver Strahlung zu schützen, findet der HEPA-Filter heute überall Verwendung, wo Menschen arbeiten und leben.

Beschäftigte und Privatpersonen profitieren von einem Schutzschirm, der eine Abscheiderate von über 99,9 % bei einer zügigen Luftumwälzrate erreichen kann. Einen guten Überblick über die Leistungsfähigkeit der einzelnen Geräte übermittelt die genormte Klassifikation nach EN 1822. Sie ist international gültig, die Ordnungszahlen gelten also für jedes Land.

Während die Ordnungszahlen die Leistungsfähigkeit und die Abscheiderate der Geräte widerspiegeln, sind die Ordnungsbuchstaben gröber und bieten deswegen eine erste Einschätzung auf einem Blick. Strenggenommen beziehen sich von den von E10 bis U17 reichenden Klassen der Schwebstofffilter nur zwei auf HEPA-Filter.

Hier verweist bei H13 und H14 der Ordnungsbuchstabe H auf HEPA-Filter, genauer auf „high effiency particulate air filter“. Darunter sind die EPA-Filter der Klassen E10, E 11 und E 12 angesiedelt. Hier steht das Kürzel für „efficiency particulate air filter“, das „high“ wurde also gestrichen. Die besten Geräte sind schließlich die Ultra-HEPA-Filter, kurz ULPAS, in den Leistungsklassen U15, U16 und U17.

Wo kommen HEPA-Filter zum Einsatz?

ULPA-Filter werden für besondere Anforderungen in besonders sensiblen Reinraumbereichen verwendet und sorgen für stets frische Luft in Forschungslaboren, der Raumfahrtindustrie, der chemischen Verarbeitung und vieles mehr. Der Ordnungsbuchstabe U dechiffriert sich als „ultra low penetration air filter“.

Für eher gewöhnliche private und betriebliche Zwecke reichen also die Hepa-Filter der Kategorien H13 und H14 mit ihren bereits außergewöhnlich effizienten Abscheideraten aus, die auch Kleinstpartikeln im Mikrometerbereich fast vollends den Garaus machen. Sie sind für Partikel in der Größe von 0,001 µ und 100 µ geeignet, was bereits dem Standard eines Operationssaales entspricht.

Die folgende Liste mit den Leistungsmerkmalen der einzelnen Schwebstofffilter soll ihre Leistungsfähigkeit verdeutlichen:

  • E10: min. 85 %
  • E11: min. 95 %
  • E12: min. 99,5 %
  • H13: min. 99,95 %
  • H14: min. 99,995 %
  • U15: min. 99,9995 %
  • U16: min. 99,99995 %
  • U17: min. 99,999995 %

HEPA Filtertechnik

Ein HEPA-Filter gehört zur Klasse der Schwebstofffilter. Aufgebaut ist er aus einem engmaschigen Netz, dessen Funktionalität wesentlich weiter reicht als bei einem einfachen Küchensieb. Der Siebeffekt ist deshalb nur einer von sechs Effekten, der bei einem HEPA-Filter zur Anwendung kommen kann.

Auffällig ist bereits, dass die Maschen der Filternetze unterschiedlich groß sind und unregelmäßig angeordnet sind. Damit jedes Schwebeteilchen zu seiner Bestimmung zugeführt wird, wird der Schwebstofffilter mit einem Ventilator angetrieben. Die kontinuierliche Luftströmung setzt die Gewähr, dass die Partikel genug Zeit haben, über dem Filternetz zu schweben und an dem Filternetz hängenzubleiben.

Neben dem Siebeffekt sind für einen HEPA-Filter der Trägheitseffekt, Sperreffekt und Diffusionseffekt typisch. Der Trägheitseffekt bürgt dafür, dass größere Teilchen nicht dem Luftstrom folgen und stattdessen am Filter haften bleiben.

(Illustration LPR06_1)

Kleinere Teilchen wiederum sollen dem Luftstrom folgen und bleiben aufgrund der Adhäsionswirkung an dem Filter haften, von dem sie ab einer bestimmten Nähe angezogen werden. Kleinstpartikel wiederum bewegen sich aufgrund den Gesetzen der Brownschen Molekularbewegung unregelmäßig, denn sie werden durch die ständigen Zusammenstöße mit anderen Kleinstpartikel in ihrer Mobilität beeinflusst. Sie werden wie eine Flipperkugel ständig abgelenkt und bleiben früher oder später am Filternetz haften.

HEPA-Filter von Ideal besitzen neben den genannten vier Effekten noch zwei weitere physikalische Mechanismen. Der Gravitationseffekt sorgt dafür, dass die Partikel zu Boden fallen und von dem Filter erfasst werden.

Außerdem bedienen sich IDEAL-Filter zusätzlich den Ideen der elektrostatischen Anziehung, damit sich gegenteilig geladene Teilchen wechselseitig anziehen und vom Filter absorbiert werden können.

Vorteile von HEPA-Filtern

Als hochleistungsfähige Allrounder sind HEPA-Filter zunächst für jede Art von Partikeln und Teilchen geeignet und machen auch den ungeliebten VOCs und CMRs den Garaus. Auf ihre ganzheitliche Wirkung verweist der Name „Absolutfilter“, der dem HEPA-Filter in seiner Anfangszeit verliehen wurde, weil er es mit allen Substanzen aufnehmen konnte. Auch gegen Gerüche sind HEPA-Filter wirkungsvoll.

Viele HEPA-Filter haben in sich zudem einen Aktivkohlefilter integriert. Hierbei handelt es sich um einen Filter aus mit Sauerstoff behandelter Kohle, durch welche die Luft geleitet wird. Die Aktivkohle sorgt nun dafür, dass die Gerüche, Chemikalien und Partikel aus der Luft gebunden werden.

HEPA-Filter erreichen einen Abscheidegrad bis zu 99,995 % (H14) und befreien die Luft auch von winzigen Aerosolen in der Größe von 0,1 µ. Schließlich sind HEPA-Filter pflegeleicht und benötigen nur alle paar Monate einen Filterwechsel.

Nachteile von HEPA-Filtern

Qualität hat ihren Preis und so müssen Kunden teilweise tief in die Tasche greifen. So können die Preise für HEPA-Luftreiniger durchaus im vierstelligen Bereich liegen.

Zu beachten ist außerdem, dass HEPA-Filter schädliche Keime nicht abtöten, sondern „nur“ aus der Luft filtrieren können. Manche Systeme bedienen sich deshalb Effekte wie der thermischen Erwärmung, um diese Leistung dennoch zu erzielen. Befürworter von HEPA-Filter verweisen darauf, dass die Abtötung der Keime nicht unbedingt nötig sei.

Bei der Filterreinigung kann es zu einer kurzfristig intensiven Aussetzung durch die gefilterten Stoffe kommen. Vor allem Allergiker achten im eigenen Interesse auf eine fachgerechte Entsorgung.

Im Handel sind dafür Maske, Spezialhandschuhe und Desinfektionsmittel verfügbar. HEPA-Filter haben einen recht hohen Stromverbrauch, den Kunden mit diversen Energiesparfunktionen, einem Nachtmodus und einem Timer allerdings abfedern können.

Stärken Schwächen
- Allrounder
- Abscheideraten von bis zu 99,995 %
- geeignet für Partikelgrößen bis 0,1 µ
- pflegeleicht
- oft mit Aktivkohlefiltern gegen Gerüche verbunden
- langlebig
- schnelle Umlaufrate
- hoher Preis
- filtern Keime nur und töten sie nicht ab
- Gesundheitsbelastung beim Filterwechsel

Luftionisator im Test

Wo werden Luftionisatoren eingesetzt?

Luftionisatoren besitzen eine treue Fangemeinde, die ihrem System begeistert die Stange hält. Dies hat viel mit dem wohltuenden Effekt der Luftionisatoren auf das Raumklima zu tun. Luftionisatoren laden nämlich die Raumluft dergestalt auf, dass zahlreiche Moleküle negativ geladen werden und dadurch Staubpartikel und andere unerwünschte Teilchen und VOCs wie in einem Magnet angezogen werden.

Außerdem begünstigen Ionisatoren die Clusterbildung, das heißt, die Partikel ziehen sich gegenseitig an und werden durch ihr Gewicht zu Boden gedrückt. Je nach Leistungsklasse des Geräts werden auf diese Weise 20.000 bis 200.000 Anionen pro Sekunde erzeugt werden.

Dieser Effekt geht weit über die eigentliche Reinigungsleistung hinaus. Er entspricht in etwa dem Effekt eines Regenschauers, der ebenfalls die Luft negativ auflädt und wonach wir uns frischer sowie lebendiger fühlen und besser atmen können.

Während sich nämlich unser Atemsystem vergleichsweise schwer damit tut, positiv geladene Sauerstoffmoleküle aufzunehmen, gelangen negativ geladene Sauerstoffmoleküle ohne Reibungsverlust in die Lunge.

(BILD3: Konzentration)

Darüber hinaus soll negativ geladene Luft unsere Konzentration und Leistungsfähigkeit verbessern, unser Immunsystem stärken und eine natürlich desinfizierende Wirkung entfalten. Ein praktisches Beispiel ist die Luft nach einem Gewitter, bei dem statt etwa 100 Ionen/cm³ wie in der Raumluft etwa 50.000 Ionen/cm³ umherschwirren.

Filtertechnik

Um die Umpolung der Raumluft zugunsten negativ geladener Teilchen zu erzeugen, werden für gewöhnlich zwei Metallplatten eingesetzt, die das dafür notwendige Spannungsnetz erzeugen.

(Illustration LWIKI05_2)

Eine Korona-Entladung kann als Beschleuniger auftreten und ebenfalls Ionen erzeugen. Dabei handelt es sich um ein kreisförmiges Lichtphänomen, das bei dem Einsatz einer hohen Feldstärke auftritt.

Da ein Luftionisator de facto als Staubmagnet fungiert, sammeln sich die angezogenen Partikel im Ionisator und können leicht entsorgt werden.

Vorteile von Ionisatoren

Der größte Vorteil von Ionisatoren ist zweifellos ihre über ihre Reinigungsleistung hinausgehende qualitative Verbesserung der Raumluft durch Ionenbildung. Vermutet und von vielen Kunden so empfunden werden positive Auswirkungen auf Gesundheit, Wohlbefinden, Stimmung und Leistungsfähigkeit.

Ionisatoren wirken auch gegen VOCs und Gerüche und haben einen leicht desinfizierenden Effekt, der für Viren und Bakterien eine ungünstige Atmosphäre schafft.

Auch in praktischer Hinsicht besitzen Luftionisatoren viele Filter. Sie sind klein sowie handlich und haben oftmals nur die Größe eines Zigarettenanzünders im Auto. Ihr Preis ist gering und ein Filterwechsel ist nicht nötig.

Nachteile von Ionisatoren

Zu bedenken ist, dass der Reinigungseffekt nicht der von HEPA-Filtern entspricht, was allerdings auf sämtliche alternative Technologien zutrifft. Um von dem positiven Effekt der Veredlung der Raumluft trotzdem zu profitieren, könnte deshalb ein Kombimodell mit einem HEPA-Filter die Lösung sein, zumal mehrschichtige Filtersysteme mittlerweile wie selbstverständlich zum Angebots-Portfolio gehören.

Ionisatoren erzeugen Ozon und bilden damit ein Einfallstor für Viren und andere Erreger. Auch Zigarettenrauch kann in seiner gesundheitsschädlichen Wirkung verstärkt werden, weil dieser sich im Verbund mit der ionisierten Luft zu Aerosolen verbinden kann, die umso leichter in das Lungensystem eindringen und Schäden verursachen können.

Stärken Schwächen
- besseres Raumkluma
- klein und handlich
- günstiger Preisklasse
- kein Filterwechsel
- wirkt auch gegen VOCs und Gerüche
- annähernd lautlos
- Bildung des Nervengases Ozon
- Ungünstig gegen Zigarettenrauch

Plasma Luftreiniger im Test

Verwendung

Plasma Luftreiniger sorgen wie Ionisatoren für eine Umpolung in der Luft zugunsten negativ geladener Teilchen. Diese Anionen zersetzen Keime und binden Staubpartikel an sich und sorgen außerdem für ein frisches und gesundes Raumklima.

Dieser Effekt entspricht dem der Luftionisatoren. Für die Erzeugung dieses Effekts wird Plasma eingesetzt. Plasma ist zudem besonders effektiv gegen Aerosole und hat die Fähigkeit, Aerosolwolken aufzulösen, die nach neuesten Erkenntnissen zu 80 % (10) für virale Übertragungen verantwortlich seien.

(Illustration LWIKI06_1)

Ähnlich wie Ionisatoren erzeugen Plasma Luftreiniger Ozon. Die Austauschrate der Luft entspreche zudem nur einem Sechstel der Umwälzleistung, die für einen wirksamen Schutz vor Viren erforderlich sei.

Plasma Luftreiniger wurden einst gegen schlechte Gerüche konzipiert, worunter auch heute noch ihre Stärken liegen. In allen anderen Leistungsbereichen hinken sie teilweise deutlich der Leistung von HEPA-Filtern hinterher.

Filtertechnik

Zur Generierung des Plasma-Zustandes werden ähnlich wie bei Ionisatoren zwei Metallplatten für das nötige Hochspannungsfeld genutzt. Gern verwendet wird für einen Beschleunigungseffekt die Korona-Entladung, die wir bereits beim Ionisator besprochen haben.

Die Luft, die nun beim Luftwechsel durch das Plasma gelangt, wird negativ aufgeladen und damit besonders reaktionsfreudig. Schädliche Aerosole werden abgefangen oder heften sich durch Clusterbildung aneinander, sodass sie von ihrem Gewicht zu Boden gedrückt werden.

Als Nebenprodukt entstehen freie Radikale, die zu einer chemischen Zersetzung der Erreger beitragen. Im Endeffekt werden diese nicht nur gefiltert, sondern auch abgetötet.

Vorteile von Plasma Luftreinigern

Die durch Plasma Luftreiniger erzeugte Ionenbildung sorgt für eine qualitativ hochwertigere Luft, die sich wohltuend auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirkt. Die futuristisch anmutende Technologie dürfte besonders Technik-Enthusiasten ansprechen.

Plasma Luftreiniger benötigen keinen Filterwechsel und sind in der Handhabung unkompliziert sowie pflegeleicht. Sie verrichten fast geräuschlos ihr Werk und tragen durch ihre energieeffiziente Arbeitsweise zum Stromsparen bei. Ihre besonderen Stärken liegen in der Wirkung gegen Aerosole und Gerüche.

Nachteile von Plasma Luftreinigern

Plasma Luftreiniger erzeugen Ozon, was sich wiederum einladend auf Viren und Bakterien auswirkt. Zwar sind sie stark gegenüber flüchtigen Substanzen, aber fast wirkungslos gegen feste Staubpartikel. Wenn überhaupt, dann sollten sie deshalb nur in Kombination mit einem HEPA-Filter eingesetzt werden.

Selbst in Bereichen, wo sie stark sind wie gegenüber Aerosolwolken und VOCs warnen Experten vor einer unzureichenden Leistung aufgrund einer eher trägen Luftumwälzungsrate von durchschnittlich einem Luftwechsel pro Stunde. Experten empfehlen hier eher einen Lufttausch von dreimal pro Stunde und für Allergiker von fünfmal die Stunde.

Auch hier zeigt sich das Problem, dass die Plasmatechnologie einst explizit gegen unangenehme Gerüche konzipiert wurden und ihr Einsatz als Luftreiniger sich eher als Nebeneffekt ergab.

Stärken Schwächen
- Ionisierung trägt zum Wohlbefinden bei
- gut gegen unangenehme Gerüche
- lautlose Arbeitsweise
- energieeffizient
- pflegeleicht
- träge Umlaufrate
- wirkungslos gegen feste Partikel
- erzeugen Ozon

Photokatalytische Luftreiniger im Test

Photokatalytische Luftreiniger bieten eine neuartige Technologie, die erst seit wenigen Jahren bekannt ist und trotzdem durch die Einfachheit des Gebrauchs verblüfft. Die Luftreiniger erzeugen mithilfe von UV-A-Licht eine Photoreaktion, durch die Mikroorganismen zu fast 100 % beseitigt werden. Gerüche und VOCs können durch den Photokatalytischen Luftreiniger ebenfalls wirkungsvoll bekämpft werden.

Wofür werden photokatylische Luftreiniger eingesetzt?

Die Technologie eignet sich gut für den privaten, gewerblichen und öffentlichen Gebrauch. Aufgrund der exzellenten Wirkung gegen Keime, die vollständig zersetzt werden, finden sie sich immer öfter in Krankenhäusern, um Ärzte, Pfleger und Patienten vor Krankheitserregern zu schützen.

Die Photokatalyse ist bereits für sich alleine für eine saubere und frische Luft effektiv, kann aber auch gut in einem Kombimodell integriert werden. In der Bauwirtschaft ist sie ein beliebtes Mittel für den Witterungsschutz tragender Bauteile und wird auf diese imprägniert.

Die Filtertechnik

Photokatalytische Luftreiniger basieren auf Titandioxid als Katalysator, das unter dem Einfluss von UV-A-Licht und Sauerstoff als Oxidationsmittel in einer chemischen Reaktion in Nitrat umgewandelt wird.

(Illustration LWIKI07_1)

Dabei bilden sich freie Radikale, die VOCs und Geruchspartikel zersetzen, Schadgase wie Stickoxide oxidieren und Keime sowie Schimmelsporen zerstören.

Übrig bleiben von den eliminierten Substanzen lediglich Wasser und Kohlenstoffdioxid, die keine Gefahren mehr bilden und auf natürlichem Wege abgebaut werden.

Vorteile von Photokatalytischen Luftreinigern

Der Photokatalytischer Luftreiniger kann bei der Filterung von schädlichen Keimen mit 99,99 % Raten wie der HEPA-Filter erzielen. Ein zusätzlicher Vorteil ist die Abtötung der Viren und Bakterien, die somit auch im Filterbereich bzw. dem Filterwechsel keine Gefahr mehr darstellen können.

Inwieweit dieser Effekt hilfreich ist, ist unter Experten umstritten. Befürworter der Photokatalyse argumentieren mit der Vermeidung von Endotoxinen, den Abbauprodukten der Bakterien, die bei anderen Filtern noch in der Luft verbleiben und aufgrund ihrer geringen Größe leicht in den Organismus eindringen und Schaden verursachen könnten. Das Verhältnis von Kosten und Nutzen ist ausgezeichnet.

Nachteile von Photokatalytischen Luftreinigern

Nachteile weisen Photokatalytische Luftreiniger kaum auf. Allerdings wird oftmals eine zweite Filterstufe wie ein HEPA-Filter kombiniert um sicher zu stellen, dass auch alle Schadstofe entnommen werden können.

Stärken Schwächen
- starke Wirksamkeit gegen Keime und andere Partikel
- zuverlässig auch gegen Gase und Gerüche
- einfache Handhabung
- gutes Preisleistungsverhältnis
- selbstregulierendes System
- aufwendige und anfälligere Technik
- Kombination zu alternativer Filtertechnik ratsam

Elektrostatischer Luftreiniger im Test

Elekrostatische Luftreiniger gehören zu den filterlosen Systemen. Bei ihnen wird mithilfe der wohlbekannten Metallplatten eine elektrostatische Ladung induziert. Sämtliche Moleküle in der Umgebung werden geladen, die positiv und negativ geladenen Teilchen ziehen sich wechselseitig an.

Am Ende verschwinden sie im Filter, von dem sie quasi magnetisch angezogen werden. Aus diesem Grund heißen die auf elektrische Ladungen basierenden Luftreiniger im Volksmund „Staubmagneten“.

Wofür werden elektrostatische Luftreiniger eingesetzt?

Weniger im Haushalt, dafür umso mehr in der Industrie werden diese Staubmagneten eingesetzt. Dort finden sie auf vielfältige Weise Verwendung, sei es als in Müllverbrennungsanlagen, Bergwerken, in Fabriken und zur Phosphorrückgewinnung.

Im letzten Fall wird der Phosphor von seinen Ursprungssubstanzen wie Klärschlamm gelöst und ist ein wirkungsvolles Mittel, der Knappheit an diesem Rohstoff zu begegnen.

Weil sich Elektrofilter zudem sehr gut bei der Auflösung von Dämpfen und Gerüchen behaupten und Tabakrauch schnell neutralisieren können, werden sie auch gern in der Gastronomie eingesetzt.

Filtertechnik

Für das Ziel der elektrischen Ladung der Moleküle in der Umgebungsluft wird ein Energiefeld am Filter erzeugt, damit die Partikel der ausgetauschten Luft beim Passieren die gewünschte Sogwirkung entfalten können. Mit dem Ionisator und dem Abscheider bestehen sie aus zwei Funktionsabschnitten.

(Illustration LWIKI08_1)

Während die Stoßionisation durch das Abtrennen eines Elektrons geschieht und zur positiven Entladung führt, findet das Einfangen im Abscheidesektor statt. Dort sorgen elektrostatische Plattenelektroden für die Absorption der Anionen.

Vorteile von Elektrostatischen Luftreinigern

Elektrostatische Luftreiniger besitzen einen hohen Abscheidegrad für Industriemüll und Emulsionsnebel und können auch kontaminierte Luft zuverlässig reinigen.

Dank standardisierter Fertigungsmethoden werden sie von Unternehmen zunehmend kostengünstig erworben. Moderne Industriefilter erreichen einen Abscheidegrad von bis zu 99,95 % und können auch bei Temperaturen von 450 Grad Celsius eingesetzt werden.

Nachteile von Elektrostatischen Luftreinigern

Für den privaten Gebrauch bieten sich hingegen andere Filtersysteme an. Elektrostatische Luftreiniger nehmen nämlich viel Platz weg. Die Vorteile des günstigen Preises durch flächendeckende Investitionen in standardisierte Geräte fällt bei Elektrofiltern nämlich weg.

Als Unikate sind die Luftfilter folglich sehr teuer. Hinzu kommt, dass Elektroreiniger Schwierigkeiten bei der Bewältigung gasförmiger Stoffe haben und somit nicht alle Partikel abdecken, die bei der Luftbelastung in Wohnräumen eine Rolle spielen.

Stärken Schwächen
- effektiv gegen Industriestaub und Nebelemulsionen
- gut für die Abdeckung von Großräumen
- Investition nur für Unternehmen sinnvoll
- schwach bei der Filterung gasförmiger Stoffe
- hoher Platzverbrauch

Luftwäscher im Test

Luftwäscher verfügen mit der Luftreinigung und Luftbefeuchtung über zwei nützliche Funktionen. Während sie bei der Luftbefeuchtung insgesamt zu überzeugen wissen, hinkt ihre Reinigungsleistung deutlich hinterher.

Wofür werden Luftwäscher eingesetzt?

So befreien sie die Raumluft nur von größeren Partikeln ab einer Größe von 10 µ und auch ihr Abscheidegrad lässt sehr zu wünschen übrig. Er erreicht allenfalls Werte von höchstens 90 %, sodass sich für die Luftfilterung andere Systeme anbieten. Dafür umfasst die Reinigungsleistung auch allergene Substanzen wie Schimmelsporen, Milben und Pollen.

Filtertechnik

Bei einem Luftwäscher wird die Luft, wie der Name schon sagt, durch Wasser gewaschen. Zu diesem Zweck wird die Umgebungsluft während des Luftaustauschs durch eine Anordnung von Scheiben geschleust. Diese wiederum wird durch einen integrierten Wassertank so befeuchtet, dass sich immer ein Wasserfilm zwischen den Scheiben befindet.

Ein Ventilator erleichtert es der Umgebungsluft, das Ziel ihrer Bestimmung zu finden. Manche Geräte erlauben die Verwendung von Aromen für einen „Luftgeschmack“ nach persönlichen Vorstellungen.

Vorteile von Luftwäschern

Der offenkundigste Vorteil von Luftwäschern ist die Kombination der Luftfilterung mit der Luftbefeuchtung. In dieser Hinsicht stehen die Geräte eher an der Schnittstelle zwischen Luftreinigern und Klimaanlagen.

Tatsächlich weist eine gut durchfeuchtete Luft zahlreiche positive Effekte auf Gesundheit und Wohlbefinden auf. Gerötete Schleimhäute, tränende Augen, Abgeschlagenheit und Schwierigkeiten beim Atmen sind nur vier der vielen Symptome, die mit zu trockener Luft einhergehen.

Auf der anderen Seite ist aber auch zu feuchte Luft nicht gut, weil diese die Bildung von Schimmel provoziert und ein anregendes Milieu für Viren und Bakterien darstellt. Experten sprechen deshalb von einer idealen Luftfeuchtigkeit um 50 %, wobei die tolerierbare Spanne ungefähr in den Bereichen zwischen 40 und 60 % angesiedelt ist.

Kunden sollten beim Kauf darauf achten, dass das Gerät über Einstellungsmöglichkeiten verfügt, sodass der Käufer das Maß an gewünschter Luftfeuchtigkeit zum Beispiel in den Leveln 40 %, 50 % und 60 % einstellen kann.

Auch ein Display zur Anzeige der momentanen Luftfeuchtigkeit im Raum ist überaus nützlich. Die Aromatisierung der Luft nach persönlichen Vorlieben ist zudem ein Spezialeffekt, der in puncto Lifestyle seine Anhänger hat.

Nachteile von Luftwäschern

Unser Augenmerk liegt auf der Luftfilterung und in diesem primären Segment ist die Reinigungsleistung von Luftwäschern schwach. Sie umfasst nur größere Staubpartikel und vergleichbare Keime und auch der Abscheidegrad ist minderwertig.

Die Umwälzrate ist ebenfalls zu gering, als dass schlechte Gerüche immer im gewünschten Maße aus der Luft absorbiert werden. Ganz können sie zudem nicht entfernt werden, weil die Reinigungsleistung von Luftwäschern zu schwach ist.

Stärken Schwächen
- Luftreinigung und Luftdurchfeuchtung in einem
- ideal befeuchtete Luft hat wertvolle Effekte für Gesundheit, Stimmung und Leistung
- Aromatisierung der Luft möglich
- Reinigungsleistung
- Umwälzrate
- nur geeignet für größere Staubpartikel
- hoher Stromverbrauch

Fazit: Der HEPA-Filter ist der beste Luftreiniger

Unsere Raumluft wird von Gasen, VOCs, Keimen, Qualm, Chemikalien und Feinstaub unterschiedlichster Arten belastet. Benötigt wird folglich ein Luftreiniger mit Universalcharakter, der es mit allen Belastungen gleichermaßen gut aufnimmt.

Ein solcher Luftreiniger steht mit dem HEPA-Filter bereits zur Verfügung. Auf seine Universalleistung verweist auch der Begriff des Absolut-Filters, unter dem er in den ersten Jahren seit seiner Entdeckung firmierte.

Ein HEPA-Filter ist also ein Alleskönner. In allen relevanten Kategorien wie der Abscheiderate, der Umwälzrate und der Eignung für bestimmte Partikelgrößen setzt er sich gegenüber anderen Systemen an die Spitze. Für den HEPA-Filter spricht außerdem seine Offenheit gegenüber anderen Systemen.

Wer zum Beispiel von dem gesundheitsstärkenden und stimmungsfördernden Effekt der Luftionisation profitieren möchte, kann ebenso zu einem Kombimodell greifen wie jemand, der schädliche Erreger mit UV-A-Licht vollständig eliminieren möchte.

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