Plasma Luftreiniger: Spektakuläre Luftreinigung mit angenehmem Binnenklima

Vitalhelden Redaktion
Aktualisiert: 19. Mai 2021
Lesedauer: 4 Minuten

Plasma Luftreiniger sorgen mit einer mit Ionen angereicherten Raumluft für ein angenehmes Binnenklima. Ihre Stärken liegen vor allem bei flüchtigen organischen Stoffen. Trotzdem sind die spektakulären Geräte nicht unumstritten.

Nicht minder spektakulär wie die Technologie sind ihre Effekte:

  • Zersetzung, Spaltung und Zerstörung von Aerosolen
  • starke Wirksamkeit gegen Gerüche
  • Frischere Luft dank Ionenbildung
  • kein lästiger Filterwechsel
  • Vorbeugung gegen Infektionsgefahr

Die Funktionsweise von Plasma Luftreinigern

Die innovativen Plasma Luftreiniger funktionieren ähnlich wie Ionisatoren und werden zuweilen auch synonym mit ihnen verwendet. Die Erzeugung von Plasma ist aber das Alleinstellungsmerkmal dieser fortschrittlichen Luftreiniger.

Was ist Plasma?

Bei Plasma handelt es sich um den vierten Aggregatzustand. Um Gas in Plasma zu verwandeln, bedarf es einer extremen Zuführung von Hitze oder die Erzeugung einer elektrischen Hochspannung. Viele Plasma Luftreiniger bestehen deshalb aus zwei Metallplatten, die diese elektrische Ladung induzieren.

Der vierte Aggregatzustand

Noch heute lernen viele Kinder in der Schule von nur drei Aggregatzuständen. Es scheint selbst für Akademiker wie Lehrer zuweilen schwer zu sein, sich an Plasma als vierten Aggregatzustand zu gewöhnen. Erst seit 1923 ist Plasma bekannt. Sein Entdecker war der amerikanische Physiker Irving Langmuir.

(BILD2)

Zwar besteht das Universum zu rund 99 % aus Plasma (1), aber auf der Erde kommen wir kaum mit Plasma in Berührung. Plasma tritt allenfalls als spektakuläres Wetterphänomen in Gestalt der Nordlichter oder als Blitzlicht bei Gewitter in Erscheinung. Wenn wir in Form von Kerzenlicht direkt mit Plasma zu tun haben, identifizieren wir es selten als diesen Aggregatzustand.

Warum eigentlich Plasma?

Warum die Hersteller auf die Plasma-Technologie setzen, das hängt eng mit den keimtötenden Eigenschaften zusammen, die Plasma auf die Binnenatmosphäre ausübt. Die elektrische Hochspannung sorgt nämlich für eine Umpolung von Myriaden von Molekülen. Es entstehen Ionen, freie Radikale und Elektronen, die mit den Schadstoffen in der Luft reagieren.

Treffen die entladenen Moleküle auf die Partikel, dann kommt es zu einer Entladung und die Keime, Pollen, Bakterien und Viren werden gespalten. Übrig bleiben allenfalls Reste von Wasser, Kohlendioxid und Sauerstoff, die weder einen Schaden noch eine Geruchsbelästigung verursachen. Auf diese Weise sorgen Plasma Luftreiniger für ein weiteres Alleinstellungsmerkmal in Bezug zu den Luftfiltern, da sie die störenden Partikel nicht nur filtern, sondern auch direkt zerstören.

Wirksam besonders gegen Aerosole

Zerstörung von Viren, Keimen und Pollen

Das hohe instabile Energieniveau der Plasmastrahlen ist überaus durchdringend und wirkt auch gegen Aerosole, gegen welche die Plasma-Technologie besonders effizient sei. Zunächst perforiert die Strahlung des UV-Lichts die Membran der Viren und zerstört ihre DNA. Die Reste werden durch die elektrostatische Wirkung der elektrostatischen Platten angezogen.

(Illustration)

Die Wirksamkeit gegen Aerosole ist besonders im Angesicht der Covid-19-Pandemie bedeutsam. Unter dem Einfluss der neuartigen Viren kamen Mediziner nämlich zu neuen Erkenntnissen hinsichtlich der Infektionsgefahr. Demnach verliefen nur 20 % der viralen Ansteckungen über einen direkten Kontakt.

80 % der Infektionen geschehen durch Aerosole

Für 80 % der Infektionen seien Aerosole (3) verantwortlich, kleinste Tröpfchen, die aus flüssigen und gasförmigen Elementen bestehen und Träger der Viren sind. Beim Coronavirus vom Typ SARS-CoV-2 bleiben die Aerosole als infektiöse Wölkchen im Sommer rund 30 Minuten in der Atmosphäre, im Winter können es mehrere Stunden sein.

Das dürfte die Hauptursache für das abrupte Ausbrechen der zweiten Welle pünktlich nach der Sommerfrische sein. Aus diesem Grund gelten Luftreiniger mit Plasma manchen Wissenschaftlern als eine mögliche Lösung, um die gefährlichen Wölkchen aufzulösen. Diese Ansicht ist aber umstritten.

Abbau von Chemikalien

Die besondere Wirksamkeit der Plasma Luftreiniger gegen flüchtige Schadstoffe machen diese innovativen Geräte zudem attraktiv für Menschen, die empfindlich auf Chemikalien wie Zigarettenrauch, elektrische Ausdünstungen, Weichmacher und Formaldehyd reagieren.

(BILD3)

Typische Symptome dieser Sensitivität sind Kopfschmerzen, allergische Reaktionen, Atembeschwerden, Unwohlsein, brennende Augen und Konzentrationseinbußen. Ein Plasma Luftreiniger könnte für Betroffene eine Lösung sein, die ihnen dauerhaft Linderung verspricht und schlechte Gerüche durch frische ionengeschwängerte Luft ersetzt.

Plasma Luftreiniger sind nicht unumstritten

Mangelnde Reinigungsleistung

Der effektvollen Arbeitsweise und den beeindruckenden Resultaten zum Trotz gibt es aber auch kritische Stimmen aus der Wissenschaft. Regelrecht vernichtend fällt das Gutachten der Innenraumlufthygienekommission des Umweltbundesamts aus.

Die Experten argumentieren, die Reinigungsleistung der Geräte sei bei weitem nicht ausreichend. Für einen „wirksamen Infektionsschutz“ müssten die Geräte sechs Luftumwälzungen pro Stunde schaffen. Handelsübliche Plasma Luftreiniger schafften allerdings nur eine Umwälzung in diesem Zeitraum.

Problematische Emission von Ozon

Die übliche Reinigungsstärke von 200 m³ Luftleistung sei allenfalls zu einer spürbaren Neutralisation unangenehmer Gerüche fähig, aber nicht, um „schnell und wirksam massive Aerosolwolken mehrerer Personen aus Räumen mit erhöhter Aktivität zu bekämpfen“.

Um das zu erreichen, müssten „viel stärkere Ionisationsröhren“ verbaut werden, die dann allerdings zwangsläufig mehr Ozon produzieren müssten. Das Ergebnis sei dann sogar eine Verschlechterung der Raumluftqualität.

Fazit: viel Schein statt Sein?

Die spektakuläre Funktionsweise der Plasmareiniger, die auf chemisch-physikalischen Grundlagen aufgebaut ist, ist sicherlich ein Anreiz für Technologie-Enthusiasten aller Art. Befürworter verweisen zudem auf die vermutete besondere Wirksamkeit gegenüber flüchtigen organischen Stoffen wie Aerosole und bei der Befreiung der Wohnung von unangenehmen Gerüchen.

Die Partikel werden anders als bei anderen Luftfilter-Technologien nicht nur gefiltert, sondern auch zerstört. Dennoch gibt es Zweifel bei der Wirksamkeit, sodass der Hinweis erlaubt sei, dass Plasma-Luftreiniger nicht ansatzweise das umfassende Reinigungsniveau von HEPA-Filtern erreichen. Eine disruptive Technologie sind sie deshalb nicht.

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