Eine Infektion durch Enterokokken kann zu ernsthaften Erkrankungen führen. Besonders Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind betroffen. Im Privathaushalt stehen Ihnen technische Möglichkeiten zur Verfügung, um diesen Erreger aus dem Leitungswasser zu filtern.

Enterokokken im Trinkwasser

Vitalhelden Redaktion
Aktualisiert: 19. Mai 2021
Lesedauer: 4 Minuten

Ein Blick in die Nachrichten verrät, dass in Deutschland trotz hoher Anforderungen eine Verunreinigung des Trinkwassers durch gesundheitsgefährdende Bakterien nicht ausgeschlossen werden kann. Bundesweit tritt eine Belastung des Leitungswassers durch Enterokokken immer wieder auf und die betroffenen Einwohner werden vor dem direkten, ungefilterten Wasserverbrauch gewarnt. Doch was sind Enterokokken und welches Risiko stellen sie für Ihre Gesundheit dar? Diese Fragen werden im Folgenden beantwortet und mögliche Gegenmaßnahmen aufgezeigt.

Was sind Enterokokken? Wo treten sie auf?

Enterokokken gehören zur Gruppe der Milchsäurebakterien, die als Mikroorganismus im menschlichen Körper auftreten. Generell sind sie mit dem Auge nicht sichtbare und einfach aufgebaute Lebewesen. Sie sind Einzeller und vermehren sich durch die Zellteilung.

Enterokokken unterstützen lebensnotwendige Funktionen im menschlichen Körper, indem sie in der Darmflora bei der Verdauung eine wichtige Rolle übernehmen. Auf diese Weise wird das Immunsystem gestützt und steuert die Herstellung essenzieller Vitamine. Zudem sorgen sie für eine gereinigte Umgebung, sodass viele Keime beim Wachstum im Darm gehemmt werden.

Enterokokken können jedoch auch Infektionen beim Menschen auslösen und gelten als Indikator für verdorbene Lebensmittel sowie fäkal verunreinigtes Trinkwasser. Dementsprechend kann diese Bakterienart auch außerhalb des Körpers überleben und sich in der Umwelt unter unterschiedlichsten Bedingungen vermehren. Besonders das Auftreten von Enterokokken stellt in Krankenhäusern eine enorme Gefahr für die Patienten dar.

Gut zu Wissen:

Enterokokken können Infektionen beim Menschen auslösen und gelten als Indikator für verdorbene Lebensmittel sowie fäkal verunreinigtes Trinkwasser.

Grenzwerte Enterokokken im Trinkwasser

Die Trinkwasserverordnung sieht vor, dass bestimmte Bakterienarten im Leitungswasser bei Überprüfungen nicht nachweisbar sein dürfen. Zu dieser Art gehören auch Enterokokken. Ihr Grenzwert im Trinkwasser beträgt 0 pro 100 ml Wasser. Ein Auftreten dieses Bakteriums ist ein ernstzunehmender Hinweis auf eine Verunreinigung des Wassers durch Fäkalien und wird als ungesund für den Verbraucher eingestuft.

Herkunft der Enterokokken im Trinkwasser

Die Ursachen für Enterokokken im Leitungswasser können vielfältig sein. Technische Störungen bei der Abwasserreinigung, Havarien und Erneuerungsarbeiten im öffentlichen Leitungsnetz können dafür sorgen, dass Enterokokken in Ihr Trinkwasser eingetragen werden. Auch Leitungsneuanschlüsse und Reparaturarbeiten im Haus stellen einen Risikofaktor dar.

Im Verteilungsnetz kann sich durch eine verlangsamte Fließgeschwindigkeit ein Biofilm ablagern, der die Vermehrung dieser Erregerart und anderer Bakterien begünstigt. Eine ungenügende Reinigung des Leitungsnetzes sowie verschmutzte Hochbehälter begünstigen zusätzlich die Bakterienvermehrung. Zudem erhöht eine Stagnation in den Trinkwasser-Installationen, beispielsweise durch nicht ausreichend oft genutzte Leitungen, die Wahrscheinlichkeit einer erhöhten Enterokokkenkonzentration.

Diese Erregerart gilt als Hinweis für fäkale Verunreinigungen. Dementsprechend ist der Eintrag dieser Bakterien in das Grundwasser durch landwirtschaftlichen Dünger und Kot von Nutztieren möglich. Der im Boden abgelagerte Kot und Dünger werden vom Regen in tiefere Schichten bis ins Grundwasser transportiert. Besonders Brunnenbesitzer, die ihr eigenes Trinkwasser fördern, sind betroffen.

Übertragung auf den Menschen

Die Aufnahme des Erregers in den menschlichen Körper kann durch den Verzehr von verdorbenen Lebensmitteln oder den Konsum von belastetem Trinkwasser erfolgen. Zudem bietet eine unhygienische Umgebung einen sehr geeigneten Nährboden für das Überleben und die Vermehrung des resistenten Erregers. Besonders im Krankenhaus ist dies problematisch, da so die Bakterien durch offene Wunden in die Blutbahn gelangen können.

Gesundheitliche Auswirkungen

Eine Aufnahme von Enterokokken durch beispielsweise belastetes Trinkwasser kann für Sie schädliche gesundheitliche Konsequenzen haben. Diese Bakterien können Harnwegsinfekte und Eileiterentzündungen auslösen. Bei Frauen besteht die Gefahr, dass sich diese Infektion auf die Harnblase ausbreitet. Wundinfektionen und Abszesse innerhalb des Bauchraums gehören auch zu den möglichen Folgen einer Infektion. Auch ein Befall des Herzens, insbesondere eine Entzündung der Herzinnenhaut, und eine Bauchfellinfektion können nicht ausgeschlossen werden.

Ein besonderes Risiko, an Enterokokken zu erkranken, haben Sie als Person mit geschwächtem Immunsystem. Mögliche weitere Symptome sind diesbezüglich Fieber, Schmerzen und ein verändertes Blutbild. Enterokokken werden durch die Aufnahme in Kleinstmengen mit der Nahrung resistent gegenüber bestimmten Antibiotika.

Wenn Sie privat vorsorgen und Enterokokken aus dem Trinkwasser entfernen wollen, können Sie auf technische Verfahren zurückgreifen. Geeignet für diese Mikroorganismen sind Filtersysteme wie Aktivkohle-Blockfiltration (Mikrofiltration) oder Umkehrosmose (Membranfiltration).

Fazit

Enterokokken können in Deutschland trotz hoher Standards für Sie als Verbraucher eine gesundheitliche Gefahr darstellen. Wiederkehrende Berichte über belastetes Trinkwasser zeigen, dass dieses Problem häufiger auftritt. Laut Trinkwasserverordnung dürfen bei Überprüfungen keine Enterokokken nachgewiesen werden. Eine Verunreinigung löst Infektionen in unterschiedlichen Körperbereichen aus. Insbesondere sind die Harnwege aber auch der Bauchraum betroffen.

Gibt es eine behördliche Warnung wegen einer Enterokokkenbelastung des Trinkwassers, so hilft als kurzfristige Notmaßnahme das Abkochen des Leitungswassers, um eine gesundheitliche Gefährdung zu reduzieren. Wollen Sie langfristig sicherstellen, dass Ihr Trinkwasser frei von Enterokokken bleibt, können Sie im Privathaushalt technische Filter anschaffen.

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