Viele Menschen nutzen heute einfache Messgeräte, um die Wasserqualität zu prüfen. Besonders beliebt sind TDS-Messgeräte, die in ppm (parts per million) oder µS/cm (Mikrosiemens pro Zentimeter) anzeigen, wie viele Stoffe im Wasser gelöst sind. Doch was sagt dieser Wert tatsächlich über die Qualität deines Trinkwassers aus? Und wann brauchst du eine Laboranalyse?
Vorab: Leider ist es ein weit verbreiteter Irrtum, dass diese Werte eine klare Aussage über die Reinheit des Wassers treffen können.
Wie wird der TDS-Wert gemessen?
Ein TDS-Messgerät misst die elektrische Leitfähigkeit des Wassers. Diese Leitfähigkeit wird durch die im Wasser gelösten Ionen verursacht. Je mehr leitfähige Stoffe im Wasser enthalten sind, desto höher ist der TDS-Wert.
Die Umrechnung erfolgt nach folgender Formel:
Was ist der Unterschied zwischen TDS und PPM?
TDS und PPM sind eng miteinander verbunden. Während TDS die Gesamtmenge der gelösten Feststoffe beschreibt, ist PPM lediglich die Maßeinheit, in der diese Menge angegeben wird. Beide Begriffe werden oft synonym verwendet.
Was sagen TDS- und PPM-Werte aus?
Die TDS- und PPM-Werte geben lediglich die Menge der gelösten Stoffe im Wasser an, nicht jedoch deren Art. Das bedeutet, dass ein hoher TDS-Wert sowohl auf nützliche Mineralien wie Kalzium und Magnesium als auch auf schädliche Stoffe wie Schwermetalle hinweisen kann.
Typische TDS-Werte für verschiedene Wassertypen
Wassertyp | TDS-Bereich (ppm) | Anmerkungen |
---|---|---|
Destilliertes Wasser | 0 - 10 | Reines Wasser ohne gelöste Feststoffe; oft in Laboren verwendet. |
Osmosewasser | 0,1 - 25 | Stark gefiltertes Wasser; kann an essenziellen Mineralien fehlen. |
Quellwasser | 30 - 80 | Natürliches Wasser mit niedrigem Mineralgehalt. |
Leitungswasser (Deutschland) | 200 - 500 | Regional unterschiedlich; enthält wichtige Mineralien, aber auch Verunreinigungen möglich. |
Mineralwasser | 400 - 700 | Reich an Mineralien wie Kalzium und Magnesium; oft wegen des Geschmacks bevorzugt. |
Brackwasser | 1.000 - 10.000 | In Flussmündungen zu finden; ohne Behandlung nicht trinkbar. |
Meerwasser | 35.000+ | Hoher Salzgehalt; erfordert Entsalzung für Trinkzwecke. |
Hohe TDS-Werte: Gut oder schlecht?
Ein hoher TDS-Wert ist nicht automatisch schlecht. Mineralwasser hat beispielsweise oft einen hohen TDS-Wert, da es reich an Mineralien ist, die für den menschlichen Körper wichtig sind. Andererseits können hohe TDS-Werte auch auf schädliche Stoffe wie Schwermetalle oder Verunreinigungen hinweisen.
Niedrige TDS-Werte: Immer besser?
Auch ein sehr niedriger TDS-Wert ist nicht immer ideal. Wasser mit einem TDS-Wert nahe 0, wie destilliertes Wasser, enthält keine Mineralien und kann "flach" oder geschmacklos wirken. Für den menschlichen Körper sind jedoch Mineralien wie Kalzium und Magnesium essenziell.
Was TDS- und PPM-Werte nicht messen
Obwohl TDS- und PPM-Werte nützliche Informationen über die Menge der gelösten Stoffe im Wasser liefern, haben sie erhebliche Einschränkungen. Sie können nicht zwischen nützlichen und schädlichen Stoffen unterscheiden und erfassen keine nicht-leitfähigen Stoffe.
Nicht erfasste Stoffe:
- Pestizide und Fungizide: Diese organischen Verbindungen leiten keinen Strom und werden daher nicht gemessen.
- Hormone und Medikamentenrückstände: Diese Stoffe sind oft in geringen Konzentrationen vorhanden, können aber gesundheitsschädlich sein.
- Mikroplastik: Kleine Plastikpartikel, die zunehmend in Trinkwasser gefunden werden, sind nicht leitfähig.
- Bakterien und Viren: Biologische Verunreinigungen werden durch TDS-Messungen nicht erkannt.
Warum ist das ein Problem?
Ein Wasser mit einem niedrigen TDS-Wert kann dennoch schädliche Stoffe enthalten, die keine elektrische Leitfähigkeit aufweisen. Um die tatsächliche Wasserqualität zu bestimmen, ist eine chemische Laboranalyse erforderlich.
Wie misst man die Wasserqualität richtig?
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur TDS-Messung
- Das richtige Messgerät besorgen: Ein TDS-Messgerät ist online oder im Fachhandel erhältlich.
- Wasserprobe vorbereiten: Füllen Sie eine saubere Tasse oder ein Glas mit Wasser und lassen Sie es auf Raumtemperatur kommen.
- Messgerät kalibrieren: Stellen Sie sicher, dass das Gerät korrekt kalibriert ist.
- Messung durchführen: Tauchen Sie die Sonde des Messgeräts in das Wasser und warten Sie, bis der Wert stabil ist.
- Wert ablesen: Notieren Sie den angezeigten TDS- oder PPM-Wert.
Laboranalyse: Der Goldstandard
Für eine umfassende Analyse der Wasserqualität ist eine chemische Laboranalyse unerlässlich. Diese kann Schadstoffe wie Pestizide, Schwermetalle und Medikamentenrückstände identifizieren. Die Kosten für eine solche Analyse liegen in der Regel zwischen 100 und 200 Euro.
Wie kann man die Wasserqualität verbessern?
Wasserfilter als Lösung
Wasserfilter sind eine effektive Möglichkeit, die Wasserqualität zu verbessern. Sie können Schadstoffe wie Schwermetalle, Pestizide und Mikroplastik entfernen, während wichtige Mineralien erhalten bleiben.
Arten von Wasserfiltern:
- Aktivkohlefilter: Unterschiedliche Qualitätsstufen entfernen von Chlor, und organische Verbindungen auch Pestizide, Mikroplastik und Arzneimittel.
- Umkehrosmosefilter: Entfernen nahezu alle gelösten Stoffe, einschließlich Salzen und Mineralien.
- Keramikfilter: Filtern Bakterien und Sedimente.
- Ionenaustauscher: Reduzieren gezielt einzelne Stoffe wie Kalk und Schwermetalle.
Mehr zum Vergleich der Wasserfilter...
Welcher Filter ist der richtige?
Die Wahl des richtigen Filters hängt von den spezifischen Verunreinigungen in Ihrem Wasser ab. Eine Laboranalyse kann helfen, die geeignete Filterlösung zu finden allerdings kann man davon ausgehen, dass ein professioneller Wasserfilter immer die Wasserqualität verbessert und somit auch direkt eine derartige Anschaffung tätigen.
Lesen Sie hierzu gerne auch Warum man Wasser filtern sollte...
Häufige Fragen und Antworten
Ein TDS-Wert zwischen 200 und 500 ppm gilt für Leitungswasser als akzeptabel. Mineralwasser kann höhere Werte aufweisen, da es reich an Mineralien ist.
Nein, ein TDS-Messgerät misst nur die Menge der leitfähigen Stoffe im Wasser, nicht jedoch deren Art.
Auch wenn es keine Aussage über Schadstoffe liefert, kann ein TDS-Meter nützlich sein:
- Nach einem Filterwechsel: zeigt, ob der Filter arbeitet.
- Für einen Vorher-Nachher-Vergleich von Leitungswasser und gefiltertem Wasser.
- Zur Kontrolle von Aquarien, Pools oder Osmoseanlagen.
-> Es ist also eher ein „Werkzeug für Zwischendurch“ – aber kein Ersatz für eine Laboranalyse.
Nicht unbedingt. Wasser mit sehr niedrigem TDS-Wert kann an essenziellen Mineralien fehlen.
Es wird empfohlen, die Wasserqualität mindestens einmal im Jahr zu testen, insbesondere wenn Sie in einer Region mit potenziellen Verunreinigungen leben.
Fazit: TDS und PPM – Nützlich, aber begrenzt
TDS- und PPM-Werte sind hilfreiche Indikatoren für die Menge der gelösten Stoffe im Wasser, können jedoch keine umfassende Aussage über die Wasserqualität treffen. Für eine genaue Analyse sind chemische Tests erforderlich. Mit der richtigen Kombination aus Messung und Filtration können Sie jedoch sicherstellen, dass Ihr Trinkwasser sauber und gesund ist.
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- Trinkwasserverordnung (2023) - aktuelle Fassung TrinkwV
- WHO (2017) - Guidelines for Drinking-Water Quality