Chloramine
Chloramine entstehen, wenn Chlor im Wasser mit Ammonium oder Stickstoffverbindungen reagiert; sie desinfizieren schwächer als freies Chlor, halten sich dafür länger im Netz.
Warum sie eingesetzt werden
Freies Chlor zerfällt schnell. In großen, weit verzweigten Netzen ist am Ende des Strangs nichts mehr davon übrig. Monochloramin ist stabiler und sorgt für eine länger anhaltende Restwirkung. In den USA ist das verbreitet, in Deutschland eher die Ausnahme.
Der Nebeneffekt, den man riecht
Der typische Hallenbadgeruch stammt nicht von Chlor, sondern von Chloraminen, die aus Chlor und stickstoffhaltigen Substanzen entstanden sind. Im Trinkwasser können sie einen muffigen bis stechenden Geruch verursachen, oft stärker wahrnehmbar als freies Chlor selbst.
Für Filter relevant
Chloramine sind deutlich schwerer zu entfernen als freies Chlor. Aktivkohle bindet sie, braucht dafür aber mehr Kontaktzeit. Bei sehr kurzer Leerbettkontaktzeit bleibt ein Teil zurück. Das ist einer der wenigen Fälle, in denen ein größer dimensionierter Filter tatsächlich mehr bringt.
Quellen
- Umweltbundesamt - Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren
- Trinkwasserverordnung 2023
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