Desinfektionsnebenprodukte
Desinfektionsnebenprodukte sind Verbindungen, die entstehen, wenn Chlor oder Ozon im Wasser mit organischen Stoffen reagieren.
Wie sie entstehen
Chlor desinfiziert, indem es reagiert. Trifft es auf natürliche organische Substanz wie Huminstoffe aus dem Boden, entstehen als Nebenprodukte chlorierte Verbindungen. Die wichtigste Gruppe sind die Trihalogenmethane, daneben Halogenessigsäuren, Chlorit und Bromat. Je mehr organische Fracht im Rohwasser, desto mehr davon.
Die Abwägung dahinter
Desinfektionsnebenprodukte sind ein Beispiel dafür, dass Wasseraufbereitung immer ein Kompromiss ist. Ohne Desinfektion drohen Krankheitserreger, mit Desinfektion entstehen Reaktionsprodukte. Die Wasserwerke lösen das, indem sie die organische Fracht vorher entfernen, etwa über Flockung und Aktivkohle, und erst danach so wenig Chlor wie nötig zusetzen.
Was ein Filter am Hahn dabei leistet
Aktivkohle bindet sowohl freies Chlor als auch die entstandenen Nebenprodukte gut, weil es sich um unpolare organische Moleküle handelt. Das ist einer der Fälle, in denen ein Aktivkohleblock sofort und messbar wirkt.
Quellen
- Trinkwasserverordnung 2023 - Trihalogenmethane 0,050 mg/l, Bromat, Chlorit
- Umweltbundesamt - Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren (§ 11-Liste)
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