Glossar

Trihalogenmethane (THM)

Aktualisiert am

Trihalogenmethane sind die mengenmäßig wichtigste Gruppe der Desinfektionsnebenprodukte; die Trinkwasserverordnung begrenzt ihre Summe auf 0,050 Milligramm je Liter.

Welche Stoffe dazugehören

Vier Verbindungen werden zur Summe gerechnet: Chloroform, Bromdichlormethan, Dibromchlormethan und Bromoform. Chemisch sind es Methanmoleküle, bei denen drei Wasserstoffatome durch Chlor oder Brom ersetzt sind.

Wovon die Menge abhängt

Von der organischen Fracht im Rohwasser, von der Chlordosis und von der Zeit. THM bilden sich weiter, während das Wasser im Netz unterwegs ist. Deshalb sind die Werte am Ende eines langen Verteilstrangs höher als direkt am Wasserwerk. Wärme beschleunigt das zusätzlich, weshalb die Werte im Sommer steigen.

Einordnung

In Deutschland wird nur ein kleiner Teil des Trinkwassers dauerhaft gechlort, meist bei Aufbereitung aus Oberflächenwasser oder nach Störungen im Netz. Wo nicht gechlort wird, entstehen auch keine THM. Wo gechlort wird, hält ein Aktivkohle-Blockfilter sie gut zurück, weil sie unpolar und gut adsorbierbar sind.

Ein häufiges Missverständnis

Abkochen hilft nicht. Chloroform ist zwar flüchtig, verdampft beim Kochen aber nur teilweise, und die schwereren bromierten Verbindungen bleiben weitgehend im Wasser. Durch das Verdampfen des Wassers steigt die Konzentration der verbleibenden Stoffe sogar leicht an.

Quellen

Verwandte Begriffe

Weiterlesen