Ionenaustauscherharz
Ionenaustauscherharz ist das Filtermedium eines Ionentauschers: kleine Kunstharzkugeln, deren Oberfläche mit austauschbaren Ionen besetzt ist.
Aufbau und Funktion
Die Kugeln sind 0,3 bis 1,2 Millimeter groß und bestehen meist aus Polystyrol mit Divinylbenzol als Vernetzer. An den Polymerketten sitzen geladene Gruppen. Kationenaustauscher tragen saure Gruppen und tauschen positiv geladene Ionen, etwa Calcium gegen Natrium. Anionenaustauscher tragen basische Gruppen und tauschen negativ geladene Ionen, etwa Nitrat gegen Chlorid.
Erschöpfung und Regeneration
Das Harz hat eine endliche Kapazität. Ist sie erreicht, wird mit konzentrierter Salzlösung regeneriert, die die ursprünglichen Ionen wieder auflädt. Dabei entsteht Abwasser mit hoher Salzfracht.
Der Punkt, den man kennen sollte
Harz ist organisches Material mit großer Oberfläche und liegt dauerhaft feucht. Das ist ein guter Nährboden. Unbenutzte oder selten benutzte Ionentauscher gehören deshalb gespült, bevor man das Wasser trinkt. Und: Ein Ionentauscher entfernt nichts, er tauscht. Was herauskommt, ist mengenmäßig genauso salzhaltig wie vorher, nur mit anderen Ionen.
Quellen
- Bayerisches Landesamt für Umwelt - Merkblatt 1.6/2, Möglichkeiten der Nitratentfernung
- Trinkwasserverordnung 2023 - Chlorid-Grenzwert 250 mg/l
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