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Eine Frage der Definition: sauberes, gutes, bestes Trinkwasser

Sauberes Trinkwasser erfüllt die gesetzlichen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung, gutes Trinkwasser hat darüber hinaus einen möglichst naturbelassenen Mineralstoffgehalt. Bestes Trinkwasser bezieht für Verfechter der Wasserbelebung zusätzlich physikalische Eigenschaften der Wasserstruktur mit ein. So lässt sich Trinkwasserqualität in drei Stufen unterscheiden.

Marco FabianZuletzt aktualisiert am ca. 8 Min. Lesezeit3 Quellen
Rundbecken einer Wasseraufbereitungsanlage mit überlaufender Beckenkante bei blauem Himmel

Wie diese drei Ebenen im Detail zusammenhängen, lesen Sie im Folgenden.

1 Wie definiert man Trinkwasser?

Als Trinkwasser gilt rechtlich all das Wasser, das für den menschlichen Gebrauch bestimmt ist – unabhängig davon, ob es im ursprünglichen Zustand oder erst nach einer Aufbereitung bereitgestellt wird. Es ist das wichtigste Lebensmittel und wird zum Trinken, Kochen, zur Zubereitung von Speisen und Getränken sowie zu häuslichen Zwecken wie beispielsweise Körperpflege, Reinigung und Wäsche waschen genutzt.

Es handelt sich bei Trinkwasser um Süßwasser, dessen Reinheitsgrad so hoch ist, dass keine krankheitserregenden Mikroorganismen enthalten sind. Das Wasser kann für den Menschen zum Trinken und zur Speisenzubereitung gefahrlos genutzt werden. In Deutschland sind die Anforderungen an das Trinkwasser in der Trinkwasserverordnung (Fassung 2023) sowie in der „Allgemeinen Verordnung für die Versorgung mit Wasser" festgelegt.

Ebene Was sie auszeichnet
Sauberes Trinkwasser Erfüllt die gesetzlichen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung (chemisch und mikrobiologisch unbedenklich)
Gutes Trinkwasser Erfüllt zusätzlich einen möglichst naturbelassenen, ausgewogenen Mineralstoffgehalt
Bestes Trinkwasser Bezieht für Verfechter der Wasserbelebung zusätzlich die physikalische Wasserstruktur (u. a. pH-Wert, Redox-Wert) mit ein

2 Was versteht man unter reinem, sauberem Trinkwasser?

Bei der Frage, was man unter sauberem Trinkwasser versteht, ist eine Sichtweise sicherlich der Reinheitsgrad des Wassers. Für reines Trinkwasser werden hierbei mehrere Messwerte herangezogen, etwa der pH-Wert, das Redoxpotenzial und die Leitfähigkeit.

Der Wasser-pH-Wert sollte nach Einschätzung von Wasserexperten aus dem Bereich der Wasserbelebung zwischen 6,5 und 6,8 liegen. Ist er deutlich höher, gilt das als klarer Indikator für sehr hohe Mineralienkonzentrationen. Ist er deutlich niedriger (sauer), gilt das Kalk-zu-Kohlensäure-Verhältnis als gestört und das Wasser ist besonders aggressiv und reaktionsfreudig. In beiden Fällen ist von einem Genuss eher abzuraten.

Der Redox-Wert, der die Anzahl der freien Elektronen und indirekt der freien Radikalen im Wasser angibt, sollte nach dieser Einschätzung zwischen 24 und 28 liegen (siehe u. a. Hendel, „Wasser vom Reinsten", vgl. Quellenverzeichnis). Vor allem Vertreter der Wasserbelebung achten auf diesen Wert.

Die Leitfähigkeit des Wassers zeigt an, wie viele gelöste Salze und Mineralien es enthält; manche Autoren der Wasserbelebungsliteratur halten Werte unter 130 µS für wünschenswert.

Der offizielle Grenzwert laut Trinkwasserverordnung liegt allerdings bei 2790 µS/cm, denn dort dient die Leitfähigkeit als Indikator, während gesundheitlich relevante Stoffe einzeln mit eigenen Grenzwerten geregelt sind.

3 Was versteht man unter gutem Trinkwasser?

Unser Leitungswasser muss chemisch aufbereitet werden, bis es wieder als "Trinkwasser" aus unseren Hähnen fließen darf. Manche Kritiker sehen darin einen Verlust an Natürlichkeit und Ursprünglichkeit. Für sie ist es damit zwar einwandfreies Trinkwasser, aber nicht das, was sie unter gutem Trinkwasser verstehen.

Sie glauben, dass diese beiden Eigenschaften lediglich noch in Heil- und Mineralwässern oder in Quellwässern zu finden sind. Viele Wissenschaftler sind sich einig in der Aussage, dass gutes Mineralwasser zunehmend zur Mangelware wird. Zu finden ist dies noch, wenn man das Wasser von Tiefenquellen, wie beispielsweise der St. Leonhards-Quelle oder der Quellen Plose und Hornberg trinkt.

4 Wie relevant ist der Mineralstoffgehalt für gutes Trinkwasser?

Bei der Frage nach dem idealen Mineralstoffgehalt wird ebenfalls gestritten. Während einige Wissenschaftler der landläufigen Meinung zustimmen, dass je mehr Mineralstoffe im Wasser gelöst sind, desto besser, sind andere Wissenschaftler der Meinung, dass je weniger Mineralstoffe das Mineralwasser enthält, desto gesünder ist es.

Mineralarmes Wasser schmeckt neutraler und eignet sich gut für Tee und Kaffee, mineralreiches bringt mehr Eigengeschmack mit; welches man vorzieht, ist auch Geschmackssache. Daher lässt sich über den Mineraliengehalt wohl kaum ableiten, was nun gutes oder sehr gutes Trinkwasser sein soll.

5 Was wäre per Definition bestes Trinkwasser?

Bei der Frage nach dem besten Trinkwasser sollte man neben den chemischen Eigenschaften vom Wasser auch die physikalischen Eigenschaften betrachten. Ein Ansatz aus der Wasserbelebung stellt dabei die Ordnung des Wassers in den Mittelpunkt, also die Frage, wie sich die einzelnen Wassermoleküle zueinander anordnen.

Belebtes Wasser , wie es Anhänger der Verwirbelung verstehen, geht auf Ideen von Viktor Schauberger zurück, der beobachtete, wie Wasser in Bächen und Flüssen in Spiralen fließt.

Hinzu kommt, dass Wasser mehr Anomalien zeigt als fast jeder andere Stoff, etwa seine größte Dichte bei 4 °C. Vieles davon erklärt die Forschung bis heute nicht vollständig. Hier setzt die Wasserbelebung an: Sie orientiert sich am Vorbild von Quellwasser, das in Bewegung ist, verwirbelt und mit Gestein in Berührung kommt.

Ihre Verfechter vermissen diese Dynamik bei Leitungswasser, das unter Druck durch gerade Rohre läuft. Für sie kommt bestes Trinkwasser deshalb aus unbehandelten Bergquellen, zu Hause greifen sie zu Wirblern oder Kristallsteinen, die den natürlichen Wasserlauf nachahmen sollen.

6 Bestkontrolliertes, aber nicht bestes Trinkwasser

Wenn Sie sich überlegen, was gutes Trinkwasser ist, sollten Sie sich bewusstmachen, dass Leitungswasser zum größten Teil als Brauchwasser und nur zu einem sehr geringen Teil wirklich zum Verzehr, also als Trinkwasser, genutzt wird. Die Grenzwerte für Trinkwasser sind dementsprechend daran angepasst.

Dennoch gilt das Trinkwasser in Deutschland als eines der saubersten Trinkwässer und als das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland. Allerdings werden gerade einmal die Grenzwerte von rund 40 verschiedenen Stoffen kontrolliert (die genaue, aktuelle Liste finden Sie in unserem Artikel zu den Grenzwerten der Trinkwasserverordnung).

Hier sollten Sie jedoch bedenken, dass eine Einhaltung der Grenzwerte nicht bedeutet, dass keine Schadstoffe mehr im Wasser enthalten sind, sondern lediglich die Konzentration geregelt ist.

Interessant:

Hinzu kommt, dass immer häufiger Stoffe im Trinkwasser nachgewiesen werden, für die es entweder keine Grenzwerte gibt oder deren Grenzwerte für einige Wissenschaftler zu hoch angesetzt sind. Besonders Arzneimittelrückstände im Trinkwasser gelangen immer mehr in den Fokus. Ihre Konzentration im Wasser ist zwar sehr gering, doch das Zusammenspiel von vielen verschiedenen Wirkstoffen ist bislang nicht erforscht.

Mittlerweile wurden einige Wirkstoffe mehrfach nachgewiesen, wie beispielsweise Blutfettsenker, Röntgenkontrastmittel oder das Schmerzmittel Ibuprofen. Für Pflanzenschutzmittel und ihre relevanten Abbauprodukte schreibt die Trinkwasserverordnung einen Grenzwert von 0,1 µg/l je Wirkstoff vor, für nicht relevante Abbauprodukte gibt es lediglich Orientierungswerte des Umweltbundesamts.

Zusätzlich ist zu bedenken, dass die Wasserversorger nur für die Qualität des Wassers zuständig sind, bis es das hauseigene Netz erreicht. Alte und rostige Leitungen sowie tote Stränge können innerhalb des hauseigenen Wassernetzes für Verunreinigungen und Keimbildungen sorgen, die sich negativ auf Ihre Gesundheit auswirken können.

7 Alles eine Frage der Sichtweise?

Es gibt viele verschiedene Sichtweisen in Bezug auf die Qualität von Trinkwasser. Das Umweltamt spricht von gutem Trinkwasser, sobald die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung eingehalten sind. Dass diese Sichtweise kritisch zu betrachten ist, wurde bereits erwähnt.

Gesundheitsbedachte Menschen filtern daher oftmals ihr Wasser zu Hause und nehmen die Optimierung des Trinkwassers somit selbst in die Hand. Hierbei wird jedoch meist nur auf die chemische Zusammensetzung des Wassers geachtet.

Für alle, die daran glauben, dass das Wasser mehr als seine chemische Formel H2O ist, ist dies nicht ausreichend. Für sie ist bestmögliches Wasser nicht nur chemisch, sondern auch physikalisch aufbereitet, beispielsweise wie bereits erwähnt mit Hochgeschwindigkeitswirblern, von denen sie sich strukturiertes Wasser versprechen.

8 Fazit - Es existiert eine große Bandbreite

Abschließend lässt sich sagen, dass das Trinkwasser in Deutschland zwar streng kontrolliert wird. Sie sollten sich jedoch überlegen, ob die festgelegten Grenzwerte ausreichend sind, besonders vor dem Hintergrund, dass das meiste Trinkwasser nicht für den Verzehr genutzt wird, sondern als Brauchwasser fungiert.

Die Frage nach dem besten Trinkwasser ist schwer zu beantworten, da die Meinungen in der Wissenschaft und Öffentlichkeit stark auseinandergehen, vor allem in Bezug auf die Einhaltung und Festlegung von Grenzwerten oder den idealen Mineralstoffgehalt.

Einig ist man sich jedoch in der Gefahr, die vom häuslichen Wassernetz ausgeht, beispielsweise durch alte Leitungen, kaputte Dichtungen oder tote Stränge sowie von immer mehr Schadstoffen im Wasser wie Arzneimittelrückständen und Pestiziden. Letztere haben in trinkbarem Wasser absolut nichts verloren.

Sauberes Trinkwasser

Erfüllt die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung – der gesetzliche Mindeststandard.

Gutes Trinkwasser

Hat zusätzlich einen naturbelassenen, ausgewogenen Mineralstoffgehalt.

Bestes Trinkwasser

Bezieht für Verfechter der Wasserbelebung zusätzlich die physikalische Wasserstruktur mit ein.

Sauberes Wasser selbst in die Hand nehmenEin Wasserfilter schützt zusätzlich vor Stoffen, für die es noch keine oder nur hohe Grenzwerte gibt.

9 Häufige Fragen zu sauberem, gutem und bestem Trinkwasser

Was ist der Unterschied zwischen sauberem und gutem Trinkwasser?

Sauberes Trinkwasser erfüllt lediglich die gesetzlichen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung und ist damit gesundheitlich unbedenklich. Gutes Trinkwasser geht darüber hinaus: Hier spielt zusätzlich ein möglichst naturbelassener, ausgewogener Mineralstoffgehalt eine Rolle. Mehr zu den praktischen Kriterien für gutes Wasser lesen Sie in unserem Ratgeber zu gutem Wasser.

Ist Mineralwasser automatisch besseres Trinkwasser als Leitungswasser?

Nicht zwangsläufig. Ein hoher Mineralstoffgehalt gilt nicht per se als Qualitätsmerkmal, da auch Wasser mit wenigen gelösten Mineralien seine Vorzüge hat. Entscheidend ist eher die Herkunft und Unbelastetheit der Quelle als die reine Menge an Mineralien.

Woran erkenne ich als Verbraucher gesundes Trinkwasser?

Ausschlaggebend ist zunächst, dass die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung eingehalten werden – das ist bei deutschem Leitungswasser in aller Regel der Fall. Darüber hinaus lohnt ein Blick auf Stoffe, für die es noch keine oder nur hohe Grenzwerte gibt, sowie auf den Zustand der hauseigenen Leitungen. Wie Sie gesundes Wasser für sich einordnen, erfahren Sie in unserem Ratgeber zu gesundem Wasser.

Quellen

  1. Hendel, Dr. med. Barbara. Wasser vom Reinsten. So optimieren Sie Ihr Leitungswasser. Herrsching: Ina Verlag, 2003.
  2. Lüpke, Michael: Alles über Mineral- und Heilwasser. Mit 111 Top-Wassermarken des Handels im detaillierten Profil. 1. Auflage. Norderstedt: Books on Demand GmbH, 2008.
  3. Schmitt, Dieter: Das Wasser Praxisbuch. Wissenswertes über Quell-, Leitungs- und Mineralwasser sowie Umkehrosmose, Belebung, Basenwasser und mehr! 3. Auflage. Reichenberg: Siva-Natara Verlag, 2008.
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Marco Fabian Profilbild

Marco Fabian | Geschäftsführer Vitalhelden GmbH · Trinkwasseraufbereitung seit 2014

Marco Fabian ist Gründer der Vitalhelden GmbH und beschäftigt sich seit 2014 intensiv mit Trinkwasseraufbereitung. In dieser Zeit hat er tausende Haushalte bei der Auswahl passender Filtersysteme begleitet und arbeitet eng mit deutschen Herstellern wie Carbonit und Alvito zusammen.

Über den Autor