Basischem Wasser wird eine Vielzahl an gesundheitlich positiven Eigenschaften nachgesagt. Doch kann es diesen Anforderungen überhaupt gerecht werden und ist es tatsächlich so gut wie oft behauptet?
1 Wie unterscheiden sich basisches und alkalisches Wasser?
Basisches und alkalisches Wasser sind genau genommen das Gleiche, die Begriffe werden lediglich synonym verwendet. Alkalisches bzw. basisches Wasser verfügt über einen pH-Wert zwischen 8-9,5. Es ist besonders stark mit OH−-Ionen angereichert. Aufgrund dieser Eigenschaften wird diesem Trinkwasser eine ganz besondere Wirkung zugesprochen.
Sicherlich haben auch Sie schon einmal von dem Begriff der Übersäuerung gehört. Hier setzt nun die These an, dass basisches Wasser einer Übersäuerung des Körpers und so bestimmten Krankheiten entgegenwirken sowie ihn von Giftstoffen reinigen kann. Ein gesunder Körper reguliert seinen Säure-Basen-Haushalt über Nieren und Lunge jedoch eigenständig und unabhängig vom pH-Wert der Nahrung oder des Trinkwassers.
Das im Magen stark saure Milieu neutralisiert zugeführtes basisches Wasser zudem ohnehin weitgehend, bevor es weiter in den Körper gelangt.
2 Basisches Wasser herstellen
Basisches Wasser wird mithilfe der Ionisierung, also per Elektrolyse gewonnen. Hier wird die Elektronenzahl von neutralen Teilchen verändert, sodass entweder negativ oder positiv geladene Ionen entstehen. Dieser Prozess vollzieht sich in sogenannten Wasserionisierern.
Bei diesem galvanischen Element wird mithilfe von Strom, einer semipermeablen Membran und zwei unterschiedlich geladenen Elektroden das Wasser in zwei Phasen geteilt. In der einen Kammer befindet sich das saure Oxidwasser und in der anderen das mit Elektronenüberschuss angereicherte basische Aktivwasser mit einem pH-Wert von rund 10,0 [3].
Gut zu Wissen:
Basisches Wasser können Sie auch zu Hause selbst herstellen oder als Fertigprodukt abgefüllt in Flaschen kaufen. Neben den teuren Wasserionisierern können Sie basisches Wasser auch per Alkalistick für das Glas oder aber auch chemisch herstellen. Hierzu wird Basenpulver oder basisches Aktivwasser-Konzentrat mit dem Trinkwasser vermengt.
3 Geräte zur Ionisierung des Wassers
Bei den Wasserionisierern lässt sich wie bei Wasserfiltern zwischen Auftisch- und Untertischmodellen unterscheiden. Vor allem für den mobilen Gebrauch eignen sich Topf-Ionisierer. Diese müssen nicht wie die beiden anderen Varianten an die Spüle angeschlossen werden. Bekannte Marken sind hier Baek, aQuator und Life Water.
Beim Basenwasser ist scheinbar besonders die Marke Ivarsson's BasenPlus gebräuchlich. Kritiker halten den einfachen Filtersystemen jedoch auch vor, dass die dort verwendete Aktivkohle mit Silber bedampft sein kann und so Silberionen ins Wasser gelangen [3].
Kurz erklärt – Wasserionisierung: Als Wasserionisierung bezeichnet man den technischen Vorgang, bei dem Leitungswasser per Elektrolyse in einen basischen und einen sauren Teilstrom getrennt wird. Anders als bei einer Filterung werden dabei keine Schadstoffe entfernt, sondern lediglich die vorhandenen Mineralien elektrochemisch umverteilt. Eine ausführliche Einordnung, ob dieser Effekt gesundheitlich einen Mehrwert bietet oder eher ein Werbeversprechen ist, lesen Sie in unserem Artikel Ist ionisiertes Wasser gesund oder nur ein Werbemythos?
4 Basisches Wasser Wirkung
Bei den Auswirkungen dieses Heilwassers auf den Körper streiten sich die Geister. Zunächst müssen Sie sich klarmachen, dass Ihr Körper in einem gesunden Zustand durchaus in der Lage ist, den Säure-Basen-Haushalt selbstständig wieder ins Lot zu bringen, sollte dieser einmal aus dem Gleichgewicht kommen.
Doch gerade das hohe Redoxpotenzial, das basisches Wasser aufweist, sorgt immer wieder dafür, dass ihm besonders gute Eigenschaften als Säurepuffer, besonders bei Übersäuerung nachgesagt werden. Jedoch raten Kritiker und Experten oft von einem übermäßigen Verzehr des basischen Wassers ab. Dieses künstlich hergestellte Wasser greife auf Dauer zu sehr in die Prozesse des Körpers ein.
Das Gleichgewicht kann so nachhaltig gestört werden, wenn nur die basische Seite berücksichtigt wird. Im schlimmsten Fall könnten sich auch eine verminderte Magensäurebildung oder die gehemmte Aktivität wichtiger Darmbakterien einstellen.
Eine 2022 im Fachjournal Reviews on Environmental Health veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit fand bei gesunden Menschen im Vergleich zu klassischem Mineralwasser keine signifikanten Unterschiede von basischem Wasser bei Darmflora, Urin-pH-Wert, Blutwerten oder Fitness-Parametern [1].
Eine randomisiert-kontrollierte Studie mit 100 gesunden Erwachsenen registrierte nach sportlicher Dehydrierung immerhin eine geringfügig verringerte Blutviskosität durch stark alkalisches Wasser im Vergleich zu normalem Wasser – ein isolierter Einzelbefund aus einer kurzen Studie, der keinen belastbaren Nachweis eines allgemeinen Gesundheitsnutzens liefert und die immer wieder kolportierten Heilsversprechen bei Bluthochdruck, Osteoporose, Gicht oder Darmträgheit nicht stützt [2].

Unklar:
Die Vorzüge von basischem Wasser sind nicht belegt. Viel mehr gibt es klare Anzeichen dafür, das eine einseitige und dauerhafte Aufnahme sogar eher schädlich für den menschlichen Körper sein könnten.
5 Mythen rund um basisches Wasser
✗ „Basisches Wasser gleicht eine Übersäuerung des Körpers aus.“
✔ Ein gesunder Körper reguliert seinen Säure-Basen-Haushalt über Nieren und Lunge eigenständig, unabhängig vom pH-Wert von Nahrung oder Trinkwasser.
✗ „Basisches Wasser entgiftet den Körper.“
✔ Eine solche Wirkung ist wissenschaftlich nicht belegt. Eine systematische Übersichtsarbeit fand keine signifikanten Unterschiede zu klassischem Mineralwasser.
✗ „Studien belegen die Heilwirkung bei Bluthochdruck, Osteoporose, Gicht oder Darmträgheit.“
✔ Eine Studie mit 100 gesunden Erwachsenen fand lediglich einen isolierten Einzelbefund zur Blutviskosität – keinen belastbaren Nachweis für diese Heilsversprechen.
✗ „Je mehr basisches Wasser, desto besser.“
✔ Eine einseitige Dauereinnahme kann die Magensäurebildung vermindern und wichtige Darmbakterien hemmen.
6 Fazit
Ob basisches Wasser wirklich gesund ist, lässt sich grundsätzlich nicht so leicht beantworten. Manche Nutzer berichten von einer subjektiv empfundenen kurzfristigen Verbesserung ihres Wohlbefindens. Ein wissenschaftlich belastbarer Nachweis für einen echten gesundheitlichen Nutzen einer zeitlich begrenzten oder dauerhaften Einnahme liegt nach aktueller Studienlage jedoch nicht vor [1] [2].
Jedoch sollten Sie Ihren Wasserkonsum nicht nur ausschließlich über basisches Wasser decken. Dies kann langfristig gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Ihr Körper benötigt nämlich beides: sowohl die basische als auch die saure Komponente.
Kein belastbarer Nachweis für Gesundheitsnutzen, einseitiger Dauerkonsum kann sogar schaden.
Ihr Körper reguliert den Säure-Basen-Haushalt selbst – ganz ohne künstliche pH-Verschiebung.
Entfernt Schadstoffe, ohne den natürlichen Mineralstoff- und Säure-Basen-Haushalt zu verändern.
Quellen
- Sunardi, D. et al. (2022) - Health effects of alkaline, oxygenated, and demineralized water compared to mineral water among healthy population: a systematic review, Reviews on Environmental Health
- Weidman, J. et al. (2016) - Effect of electrolyzed high-pH alkaline water on blood viscosity in healthy adults, Journal of the International Society of Sports Nutrition
- Schmitt, Dieter: Das Wasser-Praxisbuch. 3. Auflage. Reichenberg: Siva-Natara Verlag, 2011.
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