Wasser-Wissen · Wissenswertes

Leitungswasser stinkt – woran kann es liegen?

Stinkendes Leitungswasser hat meist klare Ursachen: Chlor aus der Desinfektion, Schwefelwasserstoff nach faulen Eiern durch Bakterien in Biofilmen oder Ablagerungen in den Hausleitungen, besonders bei stehendem Wasser. Sauberes Wasser selbst ist geruchlos, seinen Geschmack erhält es erst durch natürliche Mineralien. Ein Aktivkohle-Wasserfilter entfernt die meisten geruchsauslösenden Stoffe zuverlässig.

Marco FabianZuletzt aktualisiert am ca. 7 Min. Lesezeit8 Quellen
Frau verzieht den Mund und hält ein Glas Wasser vor einer hellen Wand
Bildquelle: AntonioGuillem / istockphoto.com

1 Wonach sollte Leitungswasser riechen?

Wasser selbst ist absolut geruchlos und hat keinen Eigengeschmack. [1] Den Geschmack bekommt es erst durch Mineralien, die in natürlich vorkommenden Gewässern auch üblich sind. Zu einem Geruch kommt es durch diese allerdings nicht. Somit sollte auch Leitungswasser im Sinne einer guten Qualität keinerlei wahrnehmbaren Geruch aufweisen.

In der Regel sorgen die zuständigen Wasserwerke gemäß der deutschen Trinkwasserverordnung auch für den neutralen Geschmack und einen annehmbaren Geruch. [2] Allerdings lässt die Verordnung vielerlei Verunreinigungen im Rahmen von Grenzwerten zu. Eine geduldete Beeinträchtigung kann auch Chlor im Leitungswasser sein, das zur Desinfektion genutzt wird. Sind dahingehend einmal stärkere Maßnahmen erforderlich, riecht das Leitungswasser für kurze Zeit entsprechend strenger.

2 Was kann stinkendes Wasser bewirken?

Stinkendes Leitungswasser geht neben Chlor auf ungewollte und zuweilen schädliche Stoffe zurück, die unangenehme Gerüche bis zum Gestank verursachen. Ein drastisches Beispiel ist der Geruch nach faulen Eiern. In einem solchen Fall handelt es sich zumeist um Schwefelwasserstoff. Dieser entsteht durch Sulfat, das im Trinkwasser üblich ist, in Verbindung mit Biofilmen und Bakterien.

Bakterien sind eine der häufigsten Ursachen für stinkendes Wasser. Denn das Leitungswasser, welches die Werke liefern, ist keineswegs steril und enthält viele verschiedene Mikroorganismen und organisches Material. Unter gewissen Bedingungen können sich die Bakterien schließlich entsprechend vermehren und werden so zur Quelle für faulige, modrige oder muffige Gerüche.

Mikroorganismen in Biofilmen beeinflussen Wassergeruch
Unsichtbar, aber doch da: Im Leitungswasser befinden sich unzählige Bakterien, die sich unter gewissen Bedingungen stark vermehren und schädliche Biofilme in Leitungen bilden. (Bildquelle: jxfzsy / istockphoto.com)

Selten, aber möglich ist, dass verunreinigtes Grundwasser oder auch Klär- beziehungsweise Abwasser in die Trinkwasserversorgung gelangt. Ursachen dafür sind etwa Fehlfunktionen im Wassernetz oder alte beschädigte Leitungen. Die Wasserversorger beheben solche Fehler meist schnell, und in heimischen Installationen sind derartige Ursachen schnell gefunden.

3 Stehendes Wasser ist ein Risikofaktor

In vielen Fällen entstammt ein übler Geruch des Leitungswassers den Leitungen, Rohren und Armaturen des eigenen Haushaltes. Denn durch eigene und mitunter auch alte Installationen kann sich die Qualität des Trinkwassers noch einmal bedeutsam verschlechtern.

Drei Fragen zur Ursache

Vorgehen nach den Hinweisen der Gesundheitsämter zu Geruchsbeschwerden.

Nicht selten liegt die Ursache für stinkendes Trinkwasser vor allem bei stagnierendem Wasser in Teilen der Wasserleitung. Überall dort, wo Wasser über längere Zeit nicht fließt sondern steht oder sich ansammelt, herrschen günstige Bedingungen für die Vermehrung von Bakterien und die Bildung von Biofilmen. [3] Der daraus entstehende Geruch breitet sich dann in alle Richtungen aus.

Besonders betroffen sind selten genutzte Warmwasserleitungen und -speicher. Bei Temperaturen zwischen 25 und 55 °C vermehren sich dort laut Gesundheitsamt Baden-Württemberg neben geruchsbildenden Bakterien auch Legionellen besonders gut. [3]

4 Ist stinkendes Leitungswasser gesundheitsschädlich?

Nicht jeder unangenehme Geruch bedeutet automatisch eine akute Gesundheitsgefahr. Die Trinkwasserverordnung unterscheidet zwischen technisch-ästhetischen und toxikologischen Grenzwerten. Geruchliche und geschmackliche Auffälligkeiten fallen überwiegend in die erste Kategorie und zeigen zunächst eine Qualitätsminderung an, nicht zwingend eine unmittelbare Vergiftungsgefahr. [5]

Ernst nehmen sollten Verbraucher einen anhaltenden Gestank dennoch, vor allem wenn er aus selten genutzten Warmwasserleitungen oder -speichern kommt. Dort steigt mit der Bakterienvermehrung auch das Risiko für Legionellen, die insbesondere für ältere Menschen, Raucher, chronisch Kranke und Personen mit geschwächtem Immunsystem ernstzunehmend sind. [3]

Im Zweifel helfen eine gezielte Untersuchung beziehungsweise Filterung oder die Rücksprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt.

5 Kann ein neuer Wasserhahn stinkendes Wasser verursachen?

Ein neuer Wasserhahn kann stinkendes Wasser verursachen, wenn er aus minderwertigem Material besteht. Neben Bakterien sorgen dann anorganische Stoffe aus Hähnen, Rohren oder Schläuchen niederer Qualität für Gestank. So können beispielsweise minderwertige Dichtungen durch Weichmacher diverse Chemikalien ins Wasser abgeben, wodurch es zu markanten Gerüchen kommt.

Gleiches gilt bei Eisenrohren und Eisenarmaturen, die keinen wirksamen Korrosionsschutz aufweisen, sodass es zu Rost kommt und das Eisenoxid ins Wasser gelangt. Mitunter können Verbraucher dann einen metallischen Geruch im Leitungswasser wahrnehmen, welches überdies nicht selten auch noch verfärbt ist. Auch bei Kupferrohren sind unter bestimmten Bedingungen geschmackliche und geruchliche Veränderungen durch Korrosion möglich.

6 Wie lässt sich stinkendes Wasser neutralisieren?

Stinkendes Leitungswasser lässt sich nur neutralisieren, wenn die Ursache gefunden und beseitigt ist. Folgende Fragen helfen bei der Eingrenzung:

  • Stinkt nur das Warmwasser oder auch das kalte Wasser?
  • Betrifft der Geruch nur einen bestimmten Wasserhahn oder die gesamte Wohnung?
  • Tritt der Gestank vor allem nach längerer Standzeit auf, etwa nach dem Urlaub?
  • Riecht es nur beim Duschen, was auf Verunreinigungen und Verkalkungen im Duschkopf beziehungsweise Duschanlage hindeuten kann?

Anhand der Antworten lassen sich die betroffenen Bauteile gezielt prüfen. Besonders dort, wo Warmwasser fließt, sind Dichtungen und Schläuche ein Faktor. Ist die jeweilige Geruchsquelle tatsächlich gefunden, hilft ein Fachmann bei der Beseitigung.

7 Ein Wasserfilter hilft gegen schlechten Wassergeruch

Ein Wasserfilter hilft gegen stinkendes Leitungswasser, auch wenn die Ursache nicht gefunden wird. Besonders Aktivkohle-Blockfilter entfernen sowohl geschmacks- als auch geruchsstörende Stoffe aus dem Trinkwasser. Da es verschiedene Varianten gibt, eignet sich die Installation für alle denkbaren Armaturen eines Haushalts.

Überdies sorgt solch ein Wasserfilter mit gesintertem Aktivkohleblock für die Entfernung vieler weiterer, auch gesundheitsschädlicher Schadstoffe. Dazu zählen neben Schwermetallen auch Rückstände von Pestiziden und Arzneien, die zunehmen. [4] Natürliche Mineralien bleiben dabei im Trinkwasser erhalten; das macht die Qualität von gefiltertem Wasser aus.

Wasserfilter von Vitalhelden helfen

8 Was Leser zu stinkendem Leitungswasser noch fragen

Was tun, wenn nur das Warmwasser stinkt?

Selten genutzte Warmwasserleitungen und -speicher sind ein Risikofaktor: Bei 25 bis 55 °C vermehren sich dort neben geruchsbildenden Bakterien auch Legionellen besonders gut. Eine Untersuchung oder Filterung schafft Klarheit; selten genutzte Leitungen sollten regelmäßig durchlaufen.

Ist ein Geruch im Leitungswasser immer ein Gesundheitsrisiko?

Nicht zwingend. Die Trinkwasserverordnung unterscheidet zwischen technisch-ästhetischen und toxikologischen Grenzwerten: Ein Geruch zeigt zunächst eine Qualitätsminderung an, nicht automatisch eine Vergiftungsgefahr. Anhaltender Gestank sollte dennoch ernst genommen und die Ursache geklärt werden, im Zweifel mit dem Gesundheitsamt.

Kann ein neuer Wasserhahn für Gestank verantwortlich sein?

Ja. Minderwertige Dichtungen können durch Weichmacher Chemikalien ins Wasser abgeben, Eisenrohre und Armaturen ohne Korrosionsschutz führen zu Rost und metallischem Geruch, oft mit verfärbtem Wasser. Auch Kupferrohre können unter bestimmten Bedingungen durch Korrosion Geruch und Geschmack verändern.

Hilft ein Wasserfilter gegen schlechten Wassergeruch?

Ja. Aktivkohle-Blockfilter entfernen geschmacks- und geruchsstörende Stoffe, während natürliche Mineralien im Trinkwasser erhalten bleiben. Der gesinterte Aktivkohleblock hält dazu Schwermetalle sowie Rückstände von Pestiziden und Arzneien zurück; passende Varianten gibt es für alle Armaturen eines Haushalts.

Wonach sollte gutes Leitungswasser überhaupt riechen?

Nach nichts. Wasser selbst ist geruchlos, seinen Geschmack bekommt es lediglich durch enthaltene Mineralien. Riecht Leitungswasser wahrnehmbar, liegt das an Chlor aus der Desinfektion, an Bakterien in Biofilmen oder an Bauteilen der Hausinstallation, nicht am Wasser selbst.

9 Was Sie jetzt tun können

Grenzen Sie den Geruch mit den vier Fragen zur Eingrenzung ein und lassen Sie das betroffene Bauteil prüfen. Bleibt die Ursache unklar, entfernt ein Aktivkohle-Wasserfilter aus dem Wasserfilter-Sortiment die meisten geruchsauslösenden Stoffe am Entnahmepunkt.

Chlor-Geruch

Stammt aus der Desinfektion und ist meist vorübergehend.

Bakterien & Biofilme

Entstehen vor allem bei stehendem Wasser, besonders in Warmwasserleitungen.

Aktivkohle-Wasserfilter

Entfernt geruchsauslösende Stoffe zuverlässig, Mineralien bleiben erhalten.

Schluss mit stinkendem LeitungswasserEin Aktivkohle-Wasserfilter entfernt geruchsauslösende Stoffe zuverlässig. Marco Fabian berät Sie zum passenden Filter.

Quellen

  1. Fachportal www.chemie.de (2022) - Eigenschaften des Wassers
  2. Bundesministerium der Justiz (2023) - Trinkwasserverordnung
  3. Gesundheitsamt Baden-Württemberg (2021) - Legionellen in Trinkwasser-Hausinstallationen
  4. Umweltbundesamt (2021) - Arzneimittelrückstände in der Umwelt
  5. Umweltbundesamt - Toxikologie des Trinkwassers

Ähnliche Artikel mit Ursachen und Hinweisen

Artikel teilen
Marco Fabian Profilbild

Marco Fabian | Geschäftsführer Vitalhelden GmbH · Trinkwasseraufbereitung seit 2014

Marco Fabian ist Gründer der Vitalhelden GmbH und beschäftigt sich seit 2014 intensiv mit Trinkwasseraufbereitung. In dieser Zeit hat er tausende Haushalte bei der Auswahl passender Filtersysteme begleitet und arbeitet eng mit deutschen Herstellern wie Carbonit und Alvito zusammen.

Über den Autor