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Warum gefiltertes Wasser oft besser ist als pures Leitungswasser

Leitungswasser ist günstiger und klimafreundlicher als Flaschenwasser, laut einer Erhebung in Baden-Württemberg 2025 kostet es rund 3,44 Euro pro Kubikmeter. Die Trinkwasserverordnung prüft etwa 50 Schadstoffe, Mikroplastik und Arzneimittelrückstände sind bislang nicht geregelt. Ein Aktivkohle-Blockfilter schließt diese Lücke, ohne wertvolle Mineralien wie Kalzium und Magnesium zu entfernen.

Marco FabianZuletzt aktualisiert am ca. 8 Min. Lesezeit4 Quellen
Lächelnde Frau hält im Wohnraum ein Glas mit klarem Wasser in der Hand
Bildquelle: fizkes / istockphoto.com

1 Was ist gefiltertes Wasser?

Gefiltertes Wasser ist Leitungswasser, das direkt am Entnahmepunkt durch einen Filter läuft, in der Küche meist durch einen gesinterten Aktivkohle-Blockfilter. Der Block hält Chlor, Schwermetalle wie Blei und Kupfer, Rückstände von Arzneimitteln und Mikroplastik zurück; gelöste Mineralien wie Kalzium und Magnesium passieren ihn und bleiben im Wasser. Welche Stoffe im Einzelnen zurückgehalten werden, steht unter Was wird gefiltert?.

Die Filterleistung kommt vom Carbon-Block-Verfahren. Dabei handelt es sich um einen gesinterten Aktivkohleblock, der durch chemische und auch physikalische Prozesse alle relevanten Schadstoffe aus dem Wasser zu filtern vermag.

Im Unterschied zu Umkehrosmoseanlagen, die Wasser aufwendig durch eine Membran pressen, dabei mehrere Liter Abwasser pro Liter Trinkwasser erzeugen und auch erwünschte Mineralien entfernen, arbeitet ein Aktivkohle-Blockfilter ressourcenschonender und lässt natürliche Mineralien wie Kalzium und Magnesium im Wasser. Umkehrosmose gilt im Zweifel zwar als die wirksamste Filtertechnologie überhaupt, ist für den privaten Haushalt aber selten notwendig. Mehr dazu im direkten Vergleich Aktivkohle vs. Umkehrosmose.

2 Wie gut ist ungefiltertes Leitungswasser?

Ungefiltertes Leitungswasser ist in Deutschland günstig, klimafreundlich und nach Trinkwasserverordnung geprüft. Laut der Wasserpreisübersicht des baden-württembergischen Umweltministeriums lag der Trinkwasserpreis privatrechtlicher Versorger dort 2025 bei durchschnittlich 3,44 Euro pro Kubikmeter, umgerechnet weniger als einen halben Cent pro Liter.

Bleibt die Qualität. Für sie sorgt in Deutschland in erster Linie die Trinkwasserverordnung: Nach ihren Grenzwerten prüfen die Wasserwerke das Leitungswasser ständig auf ca. 50 bekannte und relevante Schadstoffe.

Trinkwasserversorgung sorgt für Einhaltung von Grenzwerten

Die Wasserversorger sind verpflichtet, das Leitungswasser so aufzubereiten, dass Grenzwerte nicht überschritten werden. Verbraucher können sogar jederzeit Informationen über die Wasserqualität vom jeweils zuständigen Wasserwerk einholen. Während Aspekte wie die Wasserhärte dabei durchaus für viele interessant ist, bleiben Inhaltsstoffe meist wenig beachtet.

Allerdings sei darauf hingewiesen, dass auch das deutsche Leitungswasser eben nicht absolut rein und schadstofffrei ist beziehungsweise sein kann. Das ergibt sich schon aus individuellen, regionalen Unterschieden und dem Fakt, dass es natürlich Menschen geben kann, deren „persönliche Grenzwerte" eben tiefer liegen.

Für manche Verunreinigungen gibt es sogar gar keine Grenzwerte oder Kontrollen, etwa für Rückstände von Arzneimitteln oder Mikroplastik.

Auch der lange Weg vom Wasserwerk zum Hahn in der Küche wird oft außer Acht gelassen. Speziell in älteren Häusern mit alten Wasserleitungen kann er die Wasserqualität verschlechtern. Besonders relevant sind dabei Bleileitungen in Gebäuden mit Baujahr vor 1973: Laut Umweltbundesamt kann sich Blei aus solchen Leitungen ins Trinkwasser lösen und insbesondere bei Ungeborenen, Säuglingen und Kleinkindern das Nervensystem schädigen. Mehr dazu im Beitrag zum Problem alter Wasserleitungen.

Je nach Region unterschiedliche Risiken

Bei alledem kommt zum Tragen, dass das Wasser jeweils je nach Region ganz unterschiedlich belastet ist. So ist eine Belastung durch Pestizide (wie Glyphosat) umso mehr dort denkbar, wo viel Landwirtschaft betrieben wird. In großen Städten wiederum herrscht ein erhöhtes Risiko für Rückstände von Arzneimitteln sowie Mikroplastik im Wasser .

Im Übrigen weist das Umweltbundesamt zum einen darauf hin, dass Humanarzneimittel in den Kläranlagen zum größten Teil nicht zurückgehalten oder eliminiert werden. Somit gelangen solche Stoffe in großer Zahl in den Wasserkreislauf. Zum anderen wird betont, dass mit steigendem Durchschnittsalter der Bevölkerung auch umso mehr solcher Arzneimittel verbraucht und entsprechend in das Abwasser befördert werden. Entsprechend steigen die Anforderungen an die Wasserversorger, und die Trinkwasserverordnung muss nachziehen.

Und Flaschenwasser?

Flaschenwasser kostet ein Vielfaches des Leitungswassers und ist selbst nicht automatisch rückstandsfrei. Stiftung Warentest untersucht natürliches Mineralwasser auf 145 Substanzen aus Haushalt, Industrie und Landwirtschaft und findet dabei immer wieder Spuren von Pestizidabbauprodukten, Süßstoffen und Trifluoressigsäure (TFA), einem Abbauprodukt aus der PFAS-Gruppe; gesundheitlich bedenklich sind diese Gehalte laut Stiftung Warentest nicht, weil sie im Nanogrammbereich liegen. ÖKO-TEST bemängelte in seinem Mineralwasser-Test Gehalte an Arsen, Chrom(VI), Pestizidabbauprodukten und TFA; ein Medium-Wasser fiel deswegen mit „mangelhaft“ durch. Wer Leitungswasser filtert, spart sich zusätzlich Kisten, Verpackung und Transport.

3 Gefiltertes Wasser bringt mehr Sicherheit

Gefiltertes Wasser bringt Sicherheit bei den Stoffen, die die Trinkwasserverordnung nicht abdeckt. Wer wissen will, was aus der eigenen Leitung kommt, kann eine Wasserprobe analysieren lassen; Kosten und Umfang variieren je nach Anbieter. Oder Sie setzen direkt auf einen heimischen Wasserfilter.

Vorher und nachher im Glas

Filterleistung nach den vorliegenden Prüfberichten.

Inzwischen gibt es viele verschiedene Varianten an Wasserfiltersystemen für den Haushalt. Während allerdings klassische Kannenfilter im Test reihenweise durchfallen, bieten Aktivkohle-Blockfilter dagegen eine hohe Filterleistung. Dabei sind beispielsweise Auftisch Wasserfilter sowohl schnell als auch flexibel einsetzbar. Damit ergibt sich ein idealer Einstieg, um die Vorzüge gefilterten Wassers kennenzulernen.

Tischkannenfilter versus Aktivkohle-Blockfilter
Links das lose Filtergranulat eines Tischkannerfilters - rechts ein gesinterter Aktivkohle-Blockfilter

Auftisch Wasserfilter mit Aktivkohleblock

Die genannten Auftisch Wasserfiltersysteme bestehen im Prinzip ganz einfach aus einem Zylinder mit dem Filtereinsatz, der per Schlauch mit der bestehende Wasserarmatur verbunden wird und selbst einen Wasserauslauf bietet. Dank eines Umlenkventils können Nutzer jederzeit auch weiterhin ungefiltertes Wasser entnehmen, etwa für den Abwasch oder für Pflanzen. Die einfache Installation macht den Filter auch auf Reisen nutzbar. Worauf Sie achten sollten: ein gesinterter Filterblock statt losem Granulat und ein Wechsel des Filtereinsatzes nach der vom Hersteller angegebenen Kapazität oder Laufzeit.

Wasserfilter von Vitalhelden helfen

4 Gefiltertes Wasser bringt besseren Geschmack und Geruch

Ein Wasserfilter mit Aktivkohleblock verbessert Geschmack und Geruch von Leitungswasser, weil er die Stoffe herausfiltert, die beides negativ beeinflussen. Mineralien wie Kalzium oder Magnesium bleiben dabei im Wasser, und die machen den natürlichen Geschmack aus. Riecht oder schmeckt Ihr Leitungswasser aktuell ungewöhnlich, lesen Sie auch unsere Artikel Wasser schmeckt metallisch? und Leitungswasser riecht komisch?.

5 Selbst gefiltertes Wasser bietet Sicherheit

Ein heimischer Wasserfilter setzt genau dort an, wo die gesetzliche Prüfpflicht endet: bei Stoffen wie Mikroplastik oder Arzneimittelrückständen, die (noch) nicht Teil der Trinkwasserverordnung sind. Welche Schadstoffe ein Aktivkohle-Blockfilter im Detail entfernt, erfahren Sie auf unserer Seite Was wird gefiltert?.

Damit legen Verbraucher selbst fest, wo ihre Grenzwerte liegen und dies im besten Fall so niedrig wie möglich. Insbesondere gilt das für Mikroplastik, Pestizide und Rückstände von Medikamenten, alles Schadstoffgruppen, die zukünftig umso mehr zum Risiko werden können.

Und es kommt immer noch vor, dass etwa aufgrund der Landwirtschaft in einer Region plötzlich eColi-Bakterien das Grund- und Leitungswasser verunreinigen. Als akute Maßnahme empfehlen Behörden dann ein Abkochen von Leitungswasser vor dem Gebrauch oder deklarieren es sogar als zwingend notwendig, während durch Zugabe von Chlor ins Wasser das Problem gelöst werden soll. Ein Wasserfilter am Entnahmepunkt schützt in solchen Fällen ebenfalls.

Bleiben die individuellen Fälle, in denen möglichst reines Trinkwasser gebraucht wird. Leitungswasser erfüllt die gesetzlichen Anforderungen der Trinkwasserverordnung vollständig; ob ein Filter sinnvoll ist, hängt von persönlichen Prioritäten ab. Wer mehr will, muss selbst filtern.

Ungefiltertes Leitungswasser reicht aus, wenn …

  • Sie sich allein auf die per Trinkwasserverordnung geprüften Grenzwerte verlassen möchten
  • in Ihrem Haus keine alten Bleileitungen aus der Zeit vor 1973 verbaut sind
  • Ihnen Geschmack und (noch) ungeregelte Spurenstoffe egal sind

Ein Wasserfilter ist sinnvoll, wenn …

  • Sie Mikroplastik und Arzneimittelrückstände reduzieren möchten, für die es (noch) keine Grenzwerte gibt
  • Sie Wert auf besseren Geschmack legen, ohne auf Mineralien zu verzichten
  • Sie in einer Region mit erhöhtem Risiko (Landwirtschaft, ältere Leitungen, Großstadt) leben

6 Was Leser zu gefiltertem Wasser noch fragen

Ist gefiltertes Wasser wirklich besser als Leitungswasser?

Deutsches Leitungswasser erfüllt die Anforderungen der Trinkwasserverordnung und ist grundsätzlich sicher trinkbar. Ein Aktivkohle-Blockfilter reduziert jedoch auch Stoffe, die (noch) gar nicht oder nur teilweise geprüft werden, etwa Mikroplastik oder Arzneimittelrückstände, und verbessert dabei den Geschmack. „Besser“ ist damit vor allem eine Frage der persönlichen Ansprüche an die Wasserqualität.

Wie wird ein Auftischfilter in der Küche angeschlossen?

Ein Auftischfilter besteht aus einem Zylinder mit dem Filtereinsatz, der per Schlauch an die vorhandene Armatur angeschlossen wird und einen eigenen Wasserauslauf hat. Über ein Umlenkventil entnehmen Sie weiterhin ungefiltertes Wasser, etwa zum Abwasch. Werkzeug oder ein Eingriff in die Hausinstallation sind dafür nicht nötig.

Entfernt ein Wasserfilter alle Schadstoffe aus dem Leitungswasser?

Nein. Ein Aktivkohle-Blockfilter reduziert ein breites Spektrum organischer Schadstoffe, Chlor sowie Geschmacks- und Geruchsstoffe. Er ersetzt aber nicht die amtliche Wasserüberwachung und schützt nicht vor allen denkbaren Verunreinigungen, etwa gelösten Mineralstoffen, die ohnehin unbedenklich sind.

Verändert Filtern den Mineraliengehalt des Wassers?

Ein Aktivkohle-Blockfilter entzieht dem Wasser keine relevanten Mengen an Kalzium oder Magnesium, anders als eine Umkehrosmoseanlage, die nahezu alle gelösten Mineralien zurückhält. Der natürliche Mineraliengehalt und damit auch der gewohnte Geschmack bleiben beim Aktivkohle-Verfahren weitgehend erhalten.

7 Was Sie jetzt tun können

Wenn Sie Mikroplastik oder Arzneimittelrückstände nicht mittrinken wollen, ist ein Auftisch-Wasserfilter mit Aktivkohleblock der einfachste Einstieg: Er wird per Schlauch an die vorhandene Armatur angeschlossen und lässt die Mineralien im Wasser.

Worauf beim Filter achten

Ein gesinterter Aktivkohle-Block statt losem Granulat, gewechselt nach der Kapazität, die der Hersteller angibt.

Ungefiltertes Leitungswasser

Günstig und sicher nach TrinkwV, aber ohne Schutz vor Mikroplastik oder Arzneimittelresten.

Gefiltertes Leitungswasser

Chlor, Schwermetalle, Arzneimittelreste und Mikroplastik bleiben im Filter, die Mineralien im Wasser.

Wollen Sie mehr aus Ihrem Leitungswasser holen?Ein Auftisch-Wasserfilter ist der ideale Einstieg, oder Sie sprechen direkt mit Marco Fabian über Ihre Situation.

Quellen

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Marco Fabian Profilbild

Marco Fabian | Geschäftsführer Vitalhelden GmbH · Trinkwasseraufbereitung seit 2014

Marco Fabian ist Gründer der Vitalhelden GmbH und beschäftigt sich seit 2014 intensiv mit Trinkwasseraufbereitung. In dieser Zeit hat er tausende Haushalte bei der Auswahl passender Filtersysteme begleitet und arbeitet eng mit deutschen Herstellern wie Carbonit und Alvito zusammen.

Über den Autor