Wasser-Wissen · Wasserfilterung

Tischwasserfilter im Test - was bringen sie wirklich?

Kannenfilter arbeiten mit losem Aktivkohle-Granulat und kurzer Kontaktzeit – Stiftung Warentest vergab 2022 bestenfalls die Note „befriedigend“. Größeres Problem ist die Hygiene: In allen getesteten Kannen bildeten sich Bakterien, in einer sogar Schimmel. Die Alternative ist ein leitungsgebundener Auftischfilter mit gesintertem Aktivkohle-Block, der mehr Kontaktfläche bietet und die Mineralien im Wasser lässt.

Marco FabianZuletzt aktualisiert am ca. 12 Min. Lesezeit4 Quellen
Weiße Tischwasserfilter-Kanne auf Marmorfläche, davor liegt eine ausgebaute Filterkartusche

1 Wie funktionieren Tischwasserfilter?

Tischwasserfilter sind Behälter mit zwei Kammern, meist eine Kanne, weshalb sie auch Kannenfilter genannt werden: Wasser wird in die obere Kammer gefüllt und läuft in die untere. Bei diesem Durchlauf passiert das Wasser eine Filterpatrone und wird so vermeintlich gefiltert.

Warum Wasser am Granulat vorbeiläuft

Bauartunterschied zwischen loser Schüttung und gesintertem Monoblock nach Herstellerangaben und den vorliegenden Prüfberichten.

Die Filterpatrone enthält bei den allermeisten Modellen ein Gemisch aus Aktivkohle-Granulat und Kunstharz. Einigen Varianten sind Silber-Ionen zugesetzt, dazu später mehr. Durch die Aktivkohle werden organische Stoffe gebunden und aus dem Wasser entfernt. Das Harz tauscht für gewöhnlich Natrium gegen die Härtebildner Kalzium und Magnesium, wodurch das Wasser letztlich weicher wird.

Wie viel Wasser schafft ein Tischwasserfilter?

In der Theorie klingt das Filtersystem dieser Kannenfilter durchaus logisch und sinnvoll. Jedoch hat das System einige Haken. Zum einen liegt es auf der Hand, dass immer nur so viel Wasser gefiltert werden kann, wie gerade in die Kanne passt. Zum anderen dauert das Durchlaufen des Wassers auch seine Zeit.

Kapazität ist auch hinsichtlich der Filterpatronen an sich ein wichtiges Stichwort. Diese ist nämlich häufig sehr beschränkt. Demzufolge müssen die Kartuschen regelmäßig gewechselt werden. Allerdings gibt es bei vielen Modellen auch gar keine Information darüber, wann dies geschehen muss. Wie gut ein solcher Tischfilter arbeitet, ist also ab einem gewissen Punkt fraglich. Da die Wechselintervalle in der Regel bereits nach wenigen Wochen erreicht sind, entstehen durch den wiederkehrenden Kartuschenkauf laufende Kosten, die den niedrigen Anschaffungspreis auf Dauer relativieren.

Wird gerne verschwiegen

Man könnte meinen, ein Kannenfilter filtert einfach nicht mehr, sobald das Granulat erschöpft ist. Es kommt schlimmer: Dann kann es zu einem plötzlichen Durchbruch von Schadstoffen kommen, also genau das Gegenteil.

Wie gut filtern Tischwasserfilter wirklich?

Beschränkte Kapazität und regelmäßiger Wechselbedarf sind eine Sache des Aufwands und für den einen problematisch, für den anderen vielleicht weniger. Die Filterung selbst ist jedoch in jedem Fall ausschlaggebend und hier kommen viele Kannenfilter an ihre Grenzen.

Ein Enthärten des Wasser funktioniert durch das Kunstharz in der Filterpatrone durchaus gut, solange die Kapazität nicht ausgeschöpft ist und die Härte des Leitungswassers nicht zu hoch ist. Einige Anbieter geben an, dass Wasser mit 16 bis 17 Grad Härte auf unter 10 gebracht wird. Tests zeigen jedoch, dass dies kaum erreicht wird und allenfalls mit frischen Filterpatronen.

Lose geschüttete Aktivkohle nur bedingt wirkungsvoll

Für die Entfernung von Schadstoffen ist derweil, wie erwähnt, die Aktivkohle zuständig. Ein genauerer Blick auf die Filterkartuschen zeigt, dass das Aktivkohle-Granulat zumeist lose dort hinein geschüttet wurde. Dies bietet dem Wasser viel Raum, um auf dem schnellsten Weg in die untere Kammer zu fließen. Somit besteht wenig Kontaktzeit und auch wenig Kontaktfläche mit der Aktivkohle.

Im Endeffekt liefern klassische Kannenfilter also nur in der Theorie dauerhaft weiches und gefiltertes, von Schadstoffen befreites Wasser. Insbesondere wenn die Filterpatrone schon einige Zeit in Benutzung ist, filtert sie kaum noch. Hinzu kommt natürlich, dass je härter und belasteter das Leitungswasser ist, desto schneller die Filterkapazität aufgebraucht ist.

loses Aktivkohlegranulat aus Kannenfilter
Loses Aktivkohlegranulat aus der Kartusche eines Tischkannenfilters. Durch den losen Inhalt der Patrone wird Wasser nur in geringem Maß gefiltert.

2 Wie bewertet Stiftung Warentest Wasserfilter?

Stiftung Warentest vergab im Test „Wasserfilter im Test: Überflüssig bis schädlich" (Juni 2022) an acht Kannenfilter unterschiedlicher Hersteller bestenfalls ein „befriedigend" (Note 3,5). Der Test hat einen älteren aus dem Jahr 2015 mit im Kern gleichem Ergebnis abgelöst.

Fünf der acht getesteten Filterkannen wurden nur als ausreichend eingestuft. Bei allen getesteten Kannen bildeten sich nach einiger Standzeit Bakterien, bei einem Modell sogar Schimmel. Insbesondere beim Verringern der Wasserhärte scheiterten die Tischwasserfilter, noch bevor die vermutete oder tatsächlich angegebene Kapazität erreicht wurde. Klare Leistungsangaben waren indes ohnehin kaum ersichtlich.

3,5beste Testnote bei Stiftung Warentest, nur „befriedigend"
10–30 €Anschaffungspreis, doch laufende Kosten durch Kartuschenwechsel
2022Jahr des aktuellen Stiftung-Warentest-Tests zu Kannenfiltern

Stiftung Warentest bestätigt damit die hier aufgeführten Nachteile. An dieser Stelle sei allerdings bereits darauf hingewiesen, dass der Test einzig und allein besagte Kannenfilter betraf. Andere Filtersysteme wurden als Alternative nicht berücksichtigt. Warum dieser Test professionelle Filtersysteme unfairerweise außen vor lässt, lesen Sie in unserem Artikel Wasserfilter bei Stiftung Warentest: die falsche Pauschalisierung. Der gesamte Test steht bei test.de: Wasserfilter im Test.

3 Sind Tischwasserfilter ein Risiko?

Tischwasserfilter bergen ein Risiko der Verkeimung, weil sie offen bei Zimmertemperatur stehen; trotzdem ist der Preis zwischen 10 und 30 Euro für viele Verbraucher ein Kaufargument. Immerhin könnte eine Filterkanne zumindest sporadisch Wasser entkalken. Das Keimrisiko beachten dabei die wenigsten.

Auch Stiftung Warentest wies genau darauf hin. Da die Tischfilter in der Regel bei Zimmertemperatur und Tageslicht in der Küche stehen und kein geschlossenes System sind (Stichwort Luftaustausch), sind die Bedingungen für Keimbildung ideal. Das gilt umso mehr bei stehendem Wasser und feuchten Oberflächen, was bei den Filterpatronen der Fall ist.

Tisch-Wasserfilter müssten in den Kühlschrank

Um hier entgegen zu wirken, müsste eine Filterkanne dauerhaft beispielsweise im Kühlschrank gelagert werden. In der Praxis gestaltet sich das, schon aufgrund der Größe einiger Modelle, schwierig. Stattdessen sind manche Filterpatronen mit Silber-Ionen versehen. Das soll die Keimbildung hemmen.

Erneut besteht dabei allerdings die Frage, wann die Kapazität erreicht ist. Und es liegt auf der Hand, dass genau dadurch auch Silber in das Trinkwasser gelangt. Ob und inwiefern dies gesundheitsschädlich ist, ist aktuell noch nicht erforscht; unerwünscht ist es in jedem Fall.

Auch nicht besser

Um Keimen im Wasserfilter vorzubeugen geben viele Hersteller Silber als Desinfektionsmittel hinzu. Leider landet das Schwermetall Silber dann ebenfalls im Filtrat und wird entsprechend vom Konsumenten aufgenommen.

4 Auftisch-Wasserfilter sind die sinnvolle Alternative

Leitungsgebundene Auftisch-Wasserfilter sind die sinnvolle Alternative zur Kanne: schnell montiert, flexibel einsetzbar und mit tatsächlicher Filterleistung. Kannenfilter sind trotz aller (vermeintlichen) Bequemlichkeit und der günstigen Preise kaum sinnvoll; Auftischfilter sind für Verbraucher der ideale Einstieg und lassen sich selbst im Urlaub mobil nutzen.

Auftischfilter aus Edelstahl animiert
Beispiel leitungsgebundener Tischwasserfilter bei Vitalhelden.de

Ein Auftisch-Wasserfilter ist im Prinzip ein stehender Zylinder, der den Filtereinsatz und einen Wasserauslauf enthält und über einen Flex-Schlauch mit Umlenkventil mit der bestehenden Wasserarmatur verbunden wird. Dank letzterem können Verbraucher also wahlweise weiterhin ungefiltertes Leitungswasser wie gewohnt entnehmen.

Auftisch-Wasserfilter passen an handelsübliche Wasserhähne, und auch für innenliegende Gewinde gibt es passende Adapter. Da die Installation schnell erledigt ist, lässt sich ein solcher Filter flexibel nutzen, gegebenenfalls sogar im Urlaub.

5 Was den Aktivkohle-Blockfilter von der Kanne unterscheidet

Auftisch-Wasserfilter arbeiten mit einem ganzen Block aus gesinterter Aktivkohle (Carbon-Block-Verfahren), der ein Maximum an Kontaktfläche mit dem Wasser bietet, während die lose Aufschüttung von Aktivkohle-Granulat in den Filterpatronen von Kannen wenig wirksam ist. Mehr zur Funktionsweise lesen Sie in unserem Artikel zum Aktivkohlefilter für Wasser.

Hinzu kommt die Möglichkeit, je nach Filtereinsatz in der Porenfeinheit zu variieren. Ein Aktivkohle-Block mit nur 0,45 µm beispielsweise filtert zuverlässiger aber lässt weniger Wasserdurchfluss pro Minute zu. Für größere Poren bis zu 5,0 µm, die viel Wasserdurchfluss ermöglichen, enthalten Auftisch-Wasserfilter wiederum eine nachgelagerte Filterstufe, etwa eine Hohlfasermembran. Keime und Bakterien werden somit stets gefiltert.

Tischkannenfilter versus Aktivkohle-Blockfilter
Ein gesinterter Aktivkohle-Block bietet eine wesentlich größere Kontaktfläche beim Filtern. (Links das lose Filtergranulat eines Tischkannenfilters, rechts ein gesinterter Aktivkohle-Blockfilter)
Kriterium Kannenfilter Auftisch-Blockfilter
Filtermedium loses Aktivkohle-Granulat + Kunstharz gesinterter Aktivkohle-Block (Carbon-Block-Verfahren)
Kontaktfläche zum Wasser gering, Wasser fließt schnell hindurch Maximum an Kontaktfläche
Porenfeinheit nicht spezifiziert wählbar, z. B. 0,45 µm bis 5,0 µm mit nachgelagerter Hohlfasermembran
Installation keine Flex-Schlauch mit Umlenkventil an der Armatur, auch unterwegs nutzbar

Ein Kannenfilter genügt, wenn …

  • Sie nur gelegentlich weicheres Wasser für Kaffee oder Tee möchten
  • die Kanne konsequent kühl gelagert und die Patrone rechtzeitig gewechselt wird
  • Schadstoffrückhalt für Sie keine Rolle spielt

Ein Auftisch-Blockfilter ist sinnvoll, wenn …

  • Sie Chlor, Schwermetalle, Pestizide oder Spurenstoffe zuverlässig reduzieren wollen
  • Hygiene ohne Silber-Zusatz wichtig ist
  • Mineralien und Geschmack im Wasser erhalten bleiben sollen
  • Sie einen Filter für Küche und Urlaub suchen

6 Braucht man einen Wasserentkalker?

Auftisch-Wasserfilter sind allem voran Filter für Schadstoffe, keine Entkalker. Chlor, Bakterien, Schwermetalle, Pestizide und mehr werden durch chemische und physikalische Prozesse entnommen. Natürliche Mineralien, also etwa Kalzium und Magnesium, bleiben im Trinkwasser enthalten und geben dem Wasser seinen Geschmack. Vollständig demineralisiertes Wasser fällt geschmacklich sogar eher schlecht aus.

Kalzium und Magnesium sind zwar Härtebildner im Wasser. Der eigentliche Kalk und hauptsächliche Faktor für Härte im Wasser ist jedoch Calciumcarbonat (CaCO3). Die Gesundheit ist davon nicht berührt, denn kalkhaltiges Wasser trinken ist unbedenklich.

Für Fans von Kaffee und Tee, die das Beste herausholen wollen, empfehlen wir professionelle Kalkfilter die nach einem leitungsgebundenen Filter als zweite Stufe gesetzt werden.

7 Sind Wasserfilter gegen Schadstoffe generell nötig?

Wasserfilter sind auch bei guter Trinkwasserqualität sinnvoll, weil die Trinkwasserverordnung nur bis zur Wasseruhr gilt und Spurenstoffe wie Mikroplastik oder Arzneimittel nicht abdeckt. Die deutsche Trinkwasserverordnung sorgt zwar dafür, dass das Leitungswasser hierzulande von guter Qualität ist; vor allem Schwermetalle wie Kupfer oder gar Blei sind eher selten bis gar kein Risikofaktor. [3] Auf den ersten Blick scheint ein heimischer Filter damit verzichtbar.

Umkehrosmose hält neben Schwermetallen auch Nitrat, die regulierten PFAS und die meisten Arzneimittelrückstände weitgehend zurück (die ultrakurzkettige Trifluoressigsäure TFA allerdings ebenso wie jedes andere Haushaltsverfahren nur teilweise), benötigt dafür aber eine feste Installation, erzeugt Abwasser und filtert zugleich erwünschte Mineralien heraus; für den Haushalt raten wir deshalb zum Aktivkohle-Block. Einen ausführlichen Vergleich zwischen Aktivkohle- und Umkehrosmose-Filtern finden Sie in unserem Beitrag Aktivkohle oder Umkehrosmose.

In der Tat garantieren die deutschen Wasserversorger gemäß der Verordnung, dass Grenzwerte eingehalten werden. Das gilt jedoch nur bis zur Wasseruhr eines Haushalts, und beispielsweise Hausbrunnen sind davon ausgenommen. Die jeweiligen Installationen im Haushalt wiederum können dann durchaus die Qualität des Wassers beeinträchtigen.

Arzneimittelrückstände und Mikroplastik sind ein Risiko

Ein großes Problem bleibt, das in jedem Fall für heimische Wasserfilter spricht: Plastikpartikel im Trinkwasser und Rückstände von Medikamenten oder PFAS. Diese Schadstoffgruppen sind ein wachsendes Risiko im Wasserkreislauf.

Plastik ist generell ein großes Umweltproblem, von dessen Beseitigung die Gesellschaft noch weit entfernt ist. Allein schon durch Kleidung mit Kunstfasern (Polyester) gelangen Mikroplastik-Teilchen bei jedem Waschmaschinengang in den Wasserkreislauf und somit potentiell auch in das Trinkwasser.

Ähnlich verhält es sich mit Arzneistoffen jedweder Art. Während etwa noch immer viele Menschen alte Medikamente unachtsam in der Toilette entsorgen, werden viele Stoffe auch ganz natürlich beim Toilettengang ins Abwasser befördert. Gleiches geschieht beim Waschen und Duschen im Hinblick auf Cremes, Salben und Ähnliches. Derweil weist das Umweltbundesamt darauf hin, dass aufgrund des steigenden Altersdurchschnitts solche Schadstoffe noch gehäufter auftreten werden. [4]

Für die eingangs beschriebenen Tischwasserfilter sind solche Spurenstoffe eine besondere Schwachstelle: Das lose Aktivkohle-Granulat einer Filterkanne bietet weder ausreichend Kontaktzeit noch Kontaktfläche, um Mikroplastik, Arzneimittelrückstände oder PFAS zuverlässig zurückzuhalten. Ein gesinterter Aktivkohle-Block ist diesen Stoffen gegenüber durch die deutlich größere Kontaktfläche im Vorteil.

8 Mythen rund um Kannenfilter

Irrtum: „Ein Kannenfilter reinigt das Leitungswasser zuverlässig."

Richtig ist: Er macht es vor allem weicher. Loses Granulat mit wenig Kontaktzeit und -fläche hält Schadstoffe nur eingeschränkt zurück, bei erschöpfter Kapazität droht sogar ein Durchbruch.

Irrtum: „Silber-Ionen in der Kartusche lösen das Keimproblem."

Richtig ist: Sie hemmen Keime, gelangen dabei aber selbst als Silber ins Trinkwasser; ob das unbedenklich ist, ist noch nicht erforscht.

Irrtum: „Solange die Trinkwasserverordnung eingehalten wird, ist im Wasser nichts drin."

Richtig ist: Die Verordnung duldet Schadstoffe bis zu Grenzwerten und gilt nur bis zur Wasseruhr; Installationen im Haus können die Qualität danach noch beeinträchtigen.

Irrtum: „Kalk im Wasser ist ungesund."

Richtig ist: Kalkhaltiges Wasser zu trinken ist unbedenklich; Härtebildner wie Calciumcarbonat sind ein Geschmacks- und Gerätethema, keine Gesundheitsfrage.

9 Was Leser zu Tischwasserfiltern noch fragen

Filtert ein Tischwasserfilter auch Mikroplastik und Medikamentenrückstände heraus?

Nur sehr eingeschränkt. Das lose Aktivkohle-Granulat in der Kartusche bietet zu wenig Kontaktzeit und -fläche, um Mikroplastik, Arzneimittelrückstände oder PFAS zuverlässig zu binden. Ein gesinterter Aktivkohle-Block leistet hier deutlich mehr.

Wie oft muss die Filterkartusche einer Wasserfilterkanne gewechselt werden?

Ein pauschales Intervall gibt es nicht, es hängt von Wasserhärte, Wasserverbrauch und Hersteller ab. Bei vielen Modellen fehlt eine verlässliche Angabe, wann die Kapazität erschöpft ist; Stiftung Warentest stellte 2022 fest, dass die Enthärtungsleistung der getesteten Kannen bereits nach dem ersten Viertel der angegebenen Kapazität deutlich nachließ.

Ist ein leitungsgebundener Auftischfilter besser als eine Filterkanne?

Ja, in puncto Filterleistung und Hygiene. Der gesinterte Aktivkohle-Block eines Auftisch-Wasserfilters bietet mehr Kontaktfläche als loses Granulat und läuft nicht als stehendes Wasser in einer offenen Kanne. Mineralien bleiben dabei im Wasser, ein Silber-Zusatz gegen Keime ist nicht nötig.

Muss eine Wasserfilter-Kanne im Kühlschrank aufbewahrt werden?

Sinnvoll wäre es, um der Keimbildung bei Zimmertemperatur entgegenzuwirken. In der Praxis scheitert das häufig an der Größe der Kanne, weshalb manche Hersteller stattdessen Silber-Ionen zusetzen, was wiederum Silber ins Filtrat einträgt.

10 Was Sie jetzt tun können

Setzen Sie statt auf eine Kanne auf einen leitungsgebundenen Wasserfilter mit gesintertem Aktivkohle-Block; wie er im Detail arbeitet, steht unter Aktivkohlefilter für Wasser.

Kannenfilter

Günstig in der Anschaffung, filtert laut Stiftung Warentest aber kaum zuverlässig, birgt ein Hygienerisiko und verursacht laufende Kartuschenkosten.

Auftisch-Blockfilter

Gesinterter Aktivkohle-Block mit mehr Kontaktfläche, geschlossenes System, Mineralien bleiben erhalten: der empfohlene Einstieg.

Umkehrosmose

Hält auch Nitrat und PFAS zurück, braucht aber eine feste Installation, erzeugt Abwasser und entfernt die Mineralien; für den Haushalt raten wir davon ab.

Sie möchten zuverlässig gefiltertes statt nur leicht enthärtetes Wasser?Ein leitungsgebundener Auftisch-Wasserfilter mit Aktivkohle-Block ist der empfohlene Einstieg. Bei Fragen berät Sie unser Team direkt.

Quellen

Artikel teilen
Marco Fabian Profilbild

Marco Fabian | Geschäftsführer Vitalhelden GmbH · Trinkwasseraufbereitung seit 2014

Marco Fabian ist Gründer der Vitalhelden GmbH und beschäftigt sich seit 2014 intensiv mit Trinkwasseraufbereitung. In dieser Zeit hat er tausende Haushalte bei der Auswahl passender Filtersysteme begleitet und arbeitet eng mit deutschen Herstellern wie Carbonit und Alvito zusammen.

Über den Autor