1 Was ist PFOA?
Perfluoroctansäure, wie PFOA mit vollem Namen heißt, ist eine Säure, an deren Kohlenstoffgerüst Fluoratome statt Wasserstoffatome vorhanden sind. Zu der Stoffklasse der per- und polyfluorierten Alkylverbindungen gehören nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) etwa 4.700 verschiedene Substanzen.
Ihre stabile Struktur ist Fluch und Segen zugleich. Zwar sorgt diese für ein breites Einsatzspektrum in der verarbeitenden Industrie, bringt aber auch eine äußerst zähe Abbauzeit mit sich, die den Substanzen im Volksmund das Odium einer „Ewigkeitschemikalie“ eingebracht hat.
Für PFAS-Substanzen wie PFOA gilt in Deutschland ab dem 12. Januar 2026 ein Summengrenzwert von 0,1 µg pro Liter, der ab 2028 für die vier kritischsten Verbindungen auf 0,02 µg pro Liter sinkt (Trinkwasserverordnung). Ist Ihr Trinkwasser betroffen, entfernen hochwertige Aktivkohle-Blockfilter PFAS zuverlässig aus dem Wasser - belegt u.a. durch unabhängige Prüfgutachten.
Nicht von diesen Grenzwerten erfasst ist Trifluoressigsäure (TFA), ebenfalls eine „Ewigkeitschemikalie“ aus der PFAS-Gruppe, die u. a. beim Abbau anderer PFAS-Substanzen sowie bestimmter Pflanzenschutzmittel entsteht. Das Umweltbundesamt hat für TFA im Trinkwasser einen gesundheitlichen Leitwert von 60 µg pro Liter festgelegt; ein verbindlicher Grenzwert in der Trinkwasserverordnung besteht dafür bislang nicht.
Bewegung gibt es bei der Einstufung: Auf ein Dossier des Umweltbundesamtes und des Bundesinstituts für Risikobewertung hin empfahl der Ausschuss für Risikobeurteilung der Europäischen Chemikalienagentur im Juni 2026, TFA als reproduktionstoxisch der Kategorie 1B einzustufen, also als fruchtschädigend. Am Trinkwasserleitwert ändert das nach Einschätzung des Umweltbundesamtes nichts: Die 60 µg pro Liter aus dem Jahr 2020 schützen demnach auch vor reproduktionstoxischen Wirkungen, selbst bei lebenslanger Aufnahme.
Da TFA aus sehr kleinen, stark wasserlöslichen Molekülen besteht, entfernt sie kein derzeit verfügbares Haushaltsverfahren vollständig, auch die Umkehrosmose nicht: Je nach Membran, Druck und Temperatur bleiben 50 bis 90 % hängen, während sie die regulierten PFAS zu 90 bis 99 % zurückhält.
In einer unabhängigen Studie des Instituts für Siedlungswasserbau, Wassergüte und Abfallwirtschaft (ISWA) der Universität Stuttgart (April 2026, TFA-Analytik durch das Technologiezentrum Wasser Karlsruhe) hielt ein reiner Aktivkohle-Blockfilter PFOA, PFBS und PFHxA bis rund 2.500 Liter zu über 99,9 % zurück, danach brach die Leistung ein. Kartuschen mit funktionalisiertem Harz und die Hybridvariante aus Aktivkohle und Harz hielten denselben Wert über die volle Testlaufzeit von 3.000 Litern.
Getestet wurde mit stark erhöhten Konzentrationen, bei PFOA mit 1.500 Nanogramm pro Liter. Deutsches Leitungswasser liegt heute meist deutlich darunter, häufig unter der Nachweisgrenze, sodass in der Praxis auch der reine Aktivkohleblock ausreicht.
- Denselben reinen Aktivkohle-Blockfilter passierte TFA nach etwa 1.500 Litern zunehmend, davor hielt er rund 50 % zurück
- Kombinationskartuschen aus Aktivkohle und einem speziell auf PFAS abgestimmten Harz-Granulat hielten dagegen über die gesamte Testlaufzeit von 3.000 Litern konstant 50 bis 55 % der TFA zurück
Für die Bewertung eines PFOA-Filters spielt das keine Rolle, macht aber deutlich, dass TFA technisch schwieriger zu entfernen ist als die bereits regulierten PFAS-20-Substanzen.
Das breite Einsatzspektrum der Perfluortenside hängt auch mit ihren wasser-, schmutz- und fettabweisenden Eigenschaften zusammen. So werden PFOA zum Beispiel in Papier- und Textilbeschichtungen eingearbeitet und finden sich auf Holzbänken sowie an Schlafsäcken, Regenjacken, Teflonpfannen und Zelten wieder.
In Kosmetika dienen die Substanzen als konservierende Grundierung, da sie diese wetterbeständiger machen.
Das Problem von PFOA im Trinkwasser drang vor allem durch den Trinkwasserskandal im oberbayerischen Altötting ins gesellschaftliche Bewusstsein. Nachdem der Schadstoff 2008 im nahegelegenen Chemiepark Gendorf verwendet wurde, der zugleich der größte Chemiepark des Freistaats ist, gelangte dieser über die Alz sowie Feinstaub in das Grundwasser und schließlich in das Trinkwasser. Im Endeffekt wiesen die Blutwerte von 761 von 906 getesteten Einwohnern eine „deutliche Überschreitung“ von PFOA auf.
Der US-Spielfilm „Vergiftete Wahrheit“ (Originaltitel „Dark Waters“, deutscher Kinostart 2020) griff das Thema PFOA prominent auf. Allerdings anhand des bekannteren DuPont-Falls im US-amerikanischen Parkersburg (West Virginia), nicht anhand des Altötting-Falls.
2 Wie gelangt PFOA in unser Trinkwasser?
PFOA gelangt aus der verarbeitenden Industrie durch direkte Einleitung oder Auswaschung des Bodendepots in die umliegenden Gewässer und von dort ins Trinkwasser. Solche Fälle traten in der Vergangenheit auch an anderen Orten als Altötting auf. In Altötting war es die Alz, durch welche die Perfluoroctansäure in das Trinkwasser einsickerte.
In NRW traten bedenkliche Mengen von PFOA im Trinkwasser über die Ruhr in Erscheinung.
In diesem Fall war die Bodendüngung der Verursacher dieser Verunreinigungen, denn dem Dünger war Industriemüll, der mit PFOA durchsetzt war, beigegeben worden. Eine weitere typische Ursache von PFOA im Wasser sind Kläranlagen, bei denen der Klärschlamm mit den Abwässern industrienaher Betriebe in Berührung kommt.
3 Was sind die gesundheitlichen Folgen?
PFOA wird in der EU als CRM-Stoff angesehen und ist seit 2020 verboten. CRM-Stoffe sind Substanzen, die im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen, die Fortpflanzung zu schädigen und das Erbgut zu verändern. Entwarnung kann trotz des EU-Verbots noch nicht gegeben werden. Weil sich zum einen der Abbau von PFOA im Trinkwasser äußerst träge gestaltet und zum anderen, weil dieses Verbot in anderen Ländern, mit denen Deutschland Handel betreibt wie Russland und China, noch nicht ausgesprochen wurde.
Auf diese Weise werden in Deutschland auf absehbare Zeit weiterhin größere Mengen der Substanz im Umlauf sein, sodass nach wie vor PFOA im Wasser verbreitet werden kann.
Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO hat PFOA im November 2023 (IARC Monographs, Band 135) neu bewertet und stuft die Substanz seither als „krebserregend für den Menschen“ (Gruppe 1) ein. Zuvor galt PFOA nur als „möglicherweise krebserregend“. Der verwandte Stoff PFOS wurde im selben Zug als „möglicherweise krebserregend“ (Gruppe 2B) eingeordnet.
Weitere Risiken gehen durch Einlagerung in Organe und speziell für Leber und Schilddrüsen aus. PFOA ist dazu fähig, den Fettstoffwechsel zu beeinträchtigen und die Produktion von schlechtem Cholesterin zu verursachen.
Auch die Fruchtbarkeit von Menschen mit erhöhten PFOA-Werten im Blut könnte beeinträchtigt werden.
Warum ist die tägliche PFOA-Aufnahme so problematisch?
PFOA wirkt sich im Trinkwasser auch deshalb so massiv aus, weil unser Blut jeden Tag mit immer neuen Anteilen der Fremdstoffe belastet wird. Dass der Gesetzgeber die Grenzwerte 2026 und 2028 in zwei Stufen verschärft, zeigt, wie relevant er PFAS einstuft: Die bisherigen Grenzwerte reichten nicht aus.
Verstärkt wird das Problem dadurch, dass der Mensch PFOA auch über Nahrung, Staub und Luft aufnimmt, nicht allein über das Trinkwasser. Auf den Färöer Inseln gelangten Wissenschaftler in einer Studie zu dem Schluss, dass PFOA den Impfschutz beeinträchtigen könne, was in Zeiten der COVID-19-Pandemie besonders problematisch ist.
Auf dem Archipel zwischen Großbritannien und Island waren bei Kindern erhöhte PFOA-Werte festgestellt worden, deren Ursache die Forscher auf den Verzehr von Süßwasserfischen zurückführten.
4 Wer ist dafür verantwortlich?
Für die Grenzwerte ist der Gesetzgeber zuständig: Mit der Trinkwasserverordnung von 2023 wurde die Industriechemikaliengruppe der per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) in die Verordnung aufgenommen, als PFOA als Schadstoff auch im öffentlichen Bewusstsein präsent war.
PFAS: siebzig Jahre bis zum Grenzwert
Der neue Grenzwert für die PFAS-Gruppe wird in zwei Stufen eingeführt. Ab Mitte Januar 2026 gelten laut Trinkwasserverordnung 0,1 µg/Liter als summierter Grenzwert für eine Gruppe von 20 relevanten PFAS-Substanzen. Für vier spezielle Substanzen aus der PFAS-Gruppe (PFHxS, PFOS, PFOA, PFNA) sieht die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) ab 2028 einen weiteren Grenzwert von 0,02 µg/Liter für die Summe dieser Verbindungen vor.
Ob in ihrem Trinkwasser erhöhte Mengen von PFOA-Werten vorkommen, hängt von der jeweiligen lokalen Wasserqualität im deutschen Trinkwasser ab.
Eine Abfrage bei den zuständigen Wasserwerken lohnt sich.
5 Wie kann man sich gegen PFOA im Wasser schützen?
Gegen PFOA im Trinkwasser helfen Aktivkohle-Blockfilter. Unsere Trinkwasser-Wasserfilter nutzen natürliche Aktivkohleblöcke, die diese Substanzen zuverlässig aus dem Wasser filtern. Sie haben die Wahl zwischen Auftisch- und Untertisch-Modellen; für unterwegs führen wir auch mobile Wasserfilter im Sortiment.
Die eigene Wasserfilterung hat den weiteren Vorteil, dass neben PFAS auch andere Schadstoffe entfernt werden, die trotz aller Maßnahmen der Wasserwerke und des Bundes im Trinkwasser bleiben.
Je nach Wasserwerk und Leitungsnetz können neben PFAS auch Spuren anderer Stoffe im Trinkwasser vorkommen, die nicht routinemäßig durch die Trinkwasserverordnung erfasst werden, etwa Arzneimittelrückstände oder Mikroplastik. Ein Filter am Entnahmepunkt setzt dort an, wo das Wasser ins Glas kommt.
6 Was Leser zu PFOA im Trinkwasser noch fragen
Ist PFOA in Deutschland noch im Leitungswasser enthalten?
PFOA ist seit 2020 EU-weit für die Herstellung und Verwendung weitgehend verboten. Da die Substanz aber sehr langsam abgebaut wird, finden sich in belasteten Regionen, etwa in der Umgebung ehemaliger Industriestandorte, weiterhin Rückstände im Grund- und Trinkwasser. Ob Ihr Wasserwerk betroffen ist, erfahren Sie über die jährlichen Wasserqualitätsberichte Ihres Versorgers.
Was unterscheidet den PFAS-20- vom PFAS-4-Grenzwert?
Der PFAS-20-Grenzwert (0,1 µg/l, ab 12. Januar 2026) erfasst die Summe von 20 relevanten PFAS-Verbindungen. Der PFAS-4-Grenzwert (0,02 µg/l, ab 12. Januar 2028) ist strenger und bezieht sich nur auf die vier als besonders bedenklich eingestuften Substanzen PFOA, PFOS, PFHxS und PFNA; er gilt neben dem PFAS-20-Grenzwert, nicht anstelle davon.
Entfernen Aktivkohlefilter auch TFA?
Aktivkohle-Blockfilter sind für PFOA und weitere langkettige, regulierte PFAS-Substanzen durch unabhängige Prüfgutachten belegt wirksam. TFA hält wegen ihrer besonders kleinen, wasserlöslichen Moleküle weder Aktivkohle noch Umkehrosmose vollständig zurück; reine Aktivkohle verliert ihre Wirkung nach etwa 1.500 Litern, Kombinationskartuschen aus Aktivkohle und PFAS-Harz-Granulat halten konstant 50 bis 55 % zurück. Den Vergleich von Aktivkohle und Umkehrosmose finden Sie auf unserer Vergleichsseite fair ein.
7 Was Sie jetzt tun können
Fragen Sie beim Wasserwerk nach den PFAS-Werten Ihres Trinkwassers und wählen Sie bei Belastung einen Aktivkohle-Blockfilter mit Prüfgutachten; bei TFA hilft bislang nur eine Kombinationskartusche mit PFAS-Harz. Passende Modelle finden Sie im Wasserfilter-Sortiment.
Von Aktivkohle-Blockfiltern durch unabhängige Prüfgutachten belegt zu über 99,9 % zurückgehalten.
Kein Haushaltsverfahren hält sie vollständig zurück; Kombinationskartuschen leisten am meisten.
Zuverlässiger Schutz vor PFOA und weiteren Schadstoffen, Mineralien bleiben erhalten.
Quellen
- Trinkwasserverordnung - aktuelle Fassung (2023)
- Umweltbundesamt (2024) - Empfehlung zu PFAS im Trinkwasser
- Zeit Online (2018) - Chemie im Blut
- Bayrisches Landesamt für Umwelt (2024) - PFAS-Belastungen im bayrischen Abwasser
- IARC/WHO (November 2023) - IARC Monographs Volume 135 - Carcinogenicity of PFOA and PFOS
- Umweltbundesamt - FAQ: Ewigkeitschemikalie Trifluoressigsäure (TFA)
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