Wasser-Wissen · Wasserfilterung

Silber aus dem Trinkwasser filtern

Bis zum WHO-Toleranzwert von 0,1 Milligramm pro Liter ist Silber im Trinkwasser gesundheitlich unbedenklich, silberhaltige Filterkartuschen können diesen Wert allerdings nachträglich erhöhen. Seit der Novellierung 2017 ist Silber zudem kein zugelassener Aufbereitungsstoff mehr nach der Trinkwasserverordnung. Ein hochwertiger Aktivkohle-Blockfilter ohne Silberlegierung schafft hier Abhilfe.

Marco FabianZuletzt aktualisiert am ca. 6 Min. Lesezeit
Schriftzug „Silber filtern“ im Farbbalken – Wasserhahn und Reagenzgläser einer Wasseranalyse

1 Warum kann Silber in unserem Trinkwasser vorkommen?

Silber kommt ins Trinkwasser heute vor allem über silberhaltige Filterkartuschen und Wasserbehälter im Haushalt, früher auch über die Desinfektion durch Wasserversorger. Das Edelmetall kommt in zahlreichen industriellen Anwendungen wie auch bei der Produktion von Alltagsgegenständen zum Einsatz. Neben der Elektro- und Medizintechnik nutzen unter anderem auch Haushaltsgerätehersteller oder Kleidungsproduzenten den Stoff.

In das Trinkwasser werden silberhaltige Verbindungen teilweise bewusst eingeleitet, da sie Bakterien, Pilze und weitere Mikroorganismen abtöten können. Das Edelmetall ist aus diesem Grund auch in Wasserentkeimungstabletten zu finden oder wird bei Filterkartuschen von Aktivkohle-Tischfiltern eingesetzt.

In der Trinkwasserverordnung ist Silber inzwischen kein zugelassener Aufbereitungsstoff mehr. Mit der Novellierung von 2017 wurde das Edelmetall aus der Liste der nach § 20 TrinkwV zulässigen Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren gestrichen. Und auch die aktuelle, vom Umweltbundesamt veröffentlichte Liste (Stand 2023) führt keinen Eintrag mehr für Silber oder Silberverbindungen. Öffentliche Wasserversorger dürfen Silber im Leitungswasser demnach nicht mehr gezielt zur Desinfektion zusetzen.

Die früher üblichen Werte von maximal 0,1 mg Silber pro Liter bei der Aufbereitung und höchstens 0,08 mg pro Liter nach der Einspeisung sind damit überholt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt für Fälle, in denen Silbersalze zur Konservierung eingesetzt werden, weiterhin einen gesundheitlich unbedenklichen Toleranzwert von bis zu 0,1 mg pro Liter.

2 Wann ist der Einsatz eines Wasserfilters gegen Silber sinnvoll?

Ein Wasserfilter gegen Silber ist sinnvoll, wenn silberhaltige Kartuschen oder Behälter im Haushalt den Wert nachträglich erhöhen; bis zum WHO-Toleranzwert von 0,1 mg pro Liter ist Silber für den menschlichen Körper nicht giftig. Da Silber in Deutschland seit 2017 kein zugelassener Aufbereitungsstoff mehr ist, prüfen die Wasserversorger diesen Wert im öffentlichen Netz allerdings nicht mehr routinemäßig als gesetzliche Pflicht. Und ihre Kontrollen reichen ohnehin nur bis zur Hausinstallation.

Werden beispielsweise Wasserfilter mit einer Silberlegierung verwendet, kann sich der Wert nachträglich erhöhen (siehe hierzu Wasserfilter ohne Silber). Hinzu kommt die unzureichende Forschungslage. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) verweist auf erheblichen Forschungsbedarf zur Wirkung von Silber und Silbernanopartikeln auf den menschlichen Körper und nennt Tierstudien, in denen sich Silber bereits bei vergleichsweise niedrigen Konzentrationen im Gewebe anreicherte.

Fest steht hingegen, dass Silberverbindungen wie Silberoxid oder Silbernitrat in höheren Dosen zu verschiedenen Symptomen wie Reizungen der Augen, der Atemwege und der Haut sowie Erbrechen, Schwindel oder Durchfall führen können.

Deshalb lohnt es sich, eine weitere Aufnahme über silberhaltige Wasserfilter zu vermeiden und bei Bedarf zu filtern.

3 Welche Filter entfernen Silber aus dem Wasser?

Silber lässt sich mit Aktivkohle-Blockfiltern, Sandfiltern oder Ionentauschern aus dem Wasser entfernen; im Rohwasser ist es in der Regel nur in minimalen Dosen enthalten. Da der Stoff seit 2017 nicht mehr auf der Liste zulässiger Aufbereitungsstoffe nach § 20 TrinkwV steht, setzen deutsche Wasserversorger ihn heute in aller Regel nicht mehr gezielt zur Desinfektion des öffentlichen Netzes ein.

Relevant bleibt Silber im Trinkwasser deshalb vor allem über den zweiten Weg: die nachträgliche Anreicherung durch silberhaltige Filterkartuschen oder Wasserbehälter im privaten Bereich. Die wichtigste Maßnahme, um sich vor einer übermäßigen Silberaufnahme aus dem Trinkwasser zu schützen, besteht daher darin, genau diese Anreicherung nach der Entnahme aus dem öffentlichen Rohrleitungssystem zu verhindern.

Beim Kauf von Wasserfiltern sollte deshalb darauf geachtet werden, dass diese auf Silberlegierungen verzichten. Anbieter hochwertiger Filter setzen auf andere Verfahren, um ihre Geräte keimfrei zu halten. Möchten Sie Silber und Silberverbindungen auch gezielt aus dem Wasser entfernen, haben Sie drei Möglichkeiten.

Aktivkohle-Blockfilter

Aktivkohle-Blockfilter haben ein breites Wirkungsspektrum und sind einfach zu warten. An den feinen Poren der Aktivkohlefilter bleiben Schwermetalle wie Silber ebenso wie andere unerwünschte Stoffe wie zum Beispiel Chlor hängen.

Die natürlichen Mineralien im Wasser werden hingegen nicht entfernt. Aktivkohle-Blockfilter, wie Sie sie unter anderem als Untertischfilter einsetzen können, lassen sich auch vom Laien nach Anleitung ohne Schwierigkeiten einbauen und müssen lediglich durch den regelmäßigen Austausch der Aktivkohle instand gehalten werden.

Die Herstellung unter hohem Druck und Hitze verhindert das Durchwachsen von Keimen, solange die Wartungsintervalle eingehalten werden. Und anders als bei Tischkannenfiltern ist kein plötzlicher Durchbruch der zurückgehaltenen Schadstoffe möglich: Der Blockfilter macht sprichwörtlich „dicht“ und reduziert die Durchflussmenge drastisch, sodass ein Wechsel der Einheit unumgänglich wird.

Sandfilter

Sandfilter arbeiten mit der natürlichen Filterungswirkung verschiedener Sandschichten. Mehrere Schichten, die sich in Korngröße und Dichte unterscheiden, befinden sich im Gerät übereinander. Das Wasser wird nun durch diese Schichten geleitet, wobei verschiedene unerwünschte Stoffe wie Silber festgehalten werden. Sandfilter können auch im Privathaushalt eingesetzt werden, finden jedoch vor allem in Industriebetrieben Verwendung.

Ionentauscher

Beim Ionentausch fließt das Wasser in einen Behälter mit Granulat, in dem die Silberionen kontinuierlich gegen andere, unschädliche Ionen ausgetauscht werden. Im engeren Sinne handelt es sich damit nicht um ein tatsächliches Filterverfahren, da die im Wasser enthaltenen Stoffe nicht vollständig herausgefiltert, sondern lediglich ersetzt werden. Geräte zum Ionenaustausch gibt es in verschiedenen Ausführungen mit jeweils unterschiedlichem Wirkspektrum.

Das recht aufwändige Verfahren kommt in Privathaushalten allerdings eher selten zum Einsatz und weist gewisse Nachteile auf. So muss berücksichtigt werden, dass statt der vormals enthaltenen Silberionen zwangsläufig andere Stoffe ins Wasser abgegeben werden, die wiederum potentiell schädliche Wirkungen haben können.

Und die Wartung ist aufwendig: Um die volle Wirkkraft der Geräte zu erhalten, muss permanent Regeneriersalz nachgefüllt werden.

4 Was Leser zu Silber im Trinkwasser noch fragen

Ist Silber im Trinkwasser gesundheitsschädlich?

Bis zum von der WHO genannten Toleranzwert von 0,1 mg pro Liter gilt Silber als gesundheitlich unbedenklich. Die Forschungslage zu Silbernanopartikeln ist laut Bundesinstitut für Risikobewertung aber noch lückenhaft; in Tierstudien reicherte sich Silber schon bei niedrigen Konzentrationen im Gewebe an.

Woher kommt Silber im Trinkwasser?

Meist aus nachträglicher Anreicherung über silberhaltige Filterkartuschen oder Wasserbehälter im privaten Bereich, selten aus dem öffentlichen Netz. Seit der Novellierung 2017 ist Silber kein zugelassener Aufbereitungsstoff nach § 20 Trinkwasserverordnung mehr, Versorger setzen es daher nicht mehr zur Desinfektion ein.

Worauf sollte man beim Kauf eines Wasserfilters achten?

Darauf, dass der Filter auf Silberlegierungen verzichtet; hochwertige Filter setzen auf andere Verfahren, um keimfrei zu bleiben. Aktivkohle-Blockfilter etwa werden unter hohem Druck und Hitze gesintert, was das Durchwachsen von Keimen verhindert, solange die Wartungsintervalle eingehalten werden.

Welche Filtermethoden entfernen Silber zuverlässig aus dem Wasser?

Aktivkohle-Blockfilter, Sandfilter und Ionentauscher können Silber aus dem Wasser entfernen; Aktivkohle-Blockfilter bieten dabei das breiteste Wirkungsspektrum bei einfacher Wartung, Sandfilter finden vor allem in Industriebetrieben Verwendung, und Ionentauscher ersetzen Silberionen nur durch andere Ionen und brauchen laufend Regeneriersalz.

5 Was Sie jetzt tun können

Prüfen Sie beim Filterkauf, ob die Kartusche ohne Silberlegierung auskommt, und verzichten Sie auf silberhaltige Wasserbehälter. Welche Filter dafür infrage kommen, steht unter Wasserfilter ohne Silber.

Meist unbedenklich

Bis zum WHO-Toleranzwert von 0,1 mg/l gilt Silber als gesundheitlich unbedenklich.

Beim Filterkauf achten

Filter ohne Silberlegierung verhindern eine nachträgliche Anreicherung.

Aktivkohle-Blockfilter

Breites Wirkungsspektrum, einfache Wartung, entfernt Silber zuverlässig.

Silberfrei filtern, ohne KompromisseUnsere Aktivkohle-Blockfilter kommen ohne Silberlegierung aus und filtern zuverlässig. Marco Fabian berät Sie gern.
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Marco Fabian | Geschäftsführer Vitalhelden GmbH · Trinkwasseraufbereitung seit 2014

Marco Fabian ist Gründer der Vitalhelden GmbH und beschäftigt sich seit 2014 intensiv mit Trinkwasseraufbereitung. In dieser Zeit hat er tausende Haushalte bei der Auswahl passender Filtersysteme begleitet und arbeitet eng mit deutschen Herstellern wie Carbonit und Alvito zusammen.

Über den Autor