Pseudomonaden im Trinkwasser sind mit dem bloßen Auge nicht erkennbar. @Dr_Microbe / istockphoto.com

Das Bakterium Pseudomonas aeruginosa im Trinkwasser - ein Problem?

Vitalhelden Redaktion
Aktualisiert: 10. August 2021
Lesedauer: 4 Minuten

In diesem Artikel sind wichtige Fakten zu dem Bakterium Pseudomonas aeruginosa (Pseudomonaden) im Trinkwasser zusammengestellt. Was ist dieses Bakterium, wo ist es zu finden, was bedeutet es für den Menschen, was löst es aus und was kann dagegen unternommen werden? Die Antworten auf diese Fragen sind im weiteren Verlauf näher ausgeführt.

Pseudomonaden sind Bakterien, welche vor allem in feuchten Umgebungen zu finden sind. Sie sind sehr resistent gegen verschiedene Antibiotika und Desinfektionsmittel und verursachen beim Menschen verschiedene Infektionen oder führt zu Komplikationen bei bereits bestehenden Erkrankungen. Daher stellt das Bakterium vor allem in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen eine große Gefahr dar. Aber auch im privaten Bereich kann eine Kontaminierung des Trinkwassers mit diesem Bakterium auftreten und Probleme verursachen.

Was sind Pseudomonaden?

Pseudomonas aeruginosa stellt ein humanpathogenes Stäbchenbakterium der Gattung Pseudomonas mit besonders geringen Ansprüchen an seine Lebensbedingungen dar. Es bevorzugt zwar eine feuchte Umgebung, weshalb es auch als Nass- oder Pfützenkeim bezeichnet wird, ist aber auch in einem trockenen Umfeld lange überlebensfähig.

Seine Anspruchslosigkeit in Bezug auf Nahrung und seine hohe Überlebensfähigkeit in verschiedenen Umgebungen sind die Ursachen dafür, dass dieses Bakterium nahezu überall beheimatet ist. Auch im Leitungswasser kann es vorkommen und stellt in Krankenhäusern eine der häufigsten Ursachen für Komplikationen im Genesungsverlauf dar.

Grenzwerte für Pseudomonas aeruginosa im Trinkwassser

Da ein Befall mit Pseudomonas aeruginosa ungesund und schädlich ist, legt die Trinkwasserverordnung einen strengen Grenzwert für das Bakterium von 0 KBE je 100 ml fest. Vor allem in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen muss dieser ständig eingehalten und kontrolliert werden.

Es kommt immer wieder zu vereinzelten Funden, vor allem nach Neuinstallationen im Trinkwassernetz. Daher muss eine ständige Kontrolle der Wasserqualität erfolgen. Sollte es zu Funden kommen, müssen entsprechende Schutzmaßnahmen eingeleitet werden und im Zweifelsfall die Wasserversorgung unterbrochen werden.

Gesundheitliche Auswirkungen in Pflegeeinrichtungen

Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann Pseudomonas aeruginosa schwere Krankheitsverläufe wie beispielsweise Lungenentzündungen, Wundinfektionen und Blutvergiftungen verursachen.

Gefährlich in der Luft:

Besonders gefährlich ist er für Personen mit Mukoviszidose. Mukoviszidose stellt eine erbliche Stoffwechselstörung, die häufig mit einer chronischen Bronchitis einhergeht, dar. Bei diesen Erkrankten können durch den Erreger neben weiteren Komplikationen auch chronische Infektionen der Atemwege folgen.

Auch treten häufig Infektionen bei Verbrennungswunden oder Harnwegserkrankungen als Folge einer Belastung durch das Bakterium auf. Pseudomonas aeruginosa kann zudem nicht selten Harnwegsinfektionen bis hin zu einer chronischen Nierenbeckenentzündung verursachen, vor allem bei dauerhaften Blasenkathetern sowie nach urologischen Operationen.

Nach offenen Operationen oder auch bei Hautdefekten und Verbrennungswunden kann das Bakterium weitere Hautinfektionen bis hin zu einer Blutvergiftung begünstigen.

Weitere Vorkommen und Infektionsmöglichkeiten

Auch im normalen Wassernetz sollte der Grenzwert penibel eingehalten werden. Zwar ist das Bakterium für einen gesunden Menschen ungefährlicher, jedoch können auch hier Komplikationen auftreten. Bei einem Vorkommen im Wasser von Schwimmbädern können Infektionen der Haut und Nägel, sowie eine Entzündung des Gehörgangs die Folgen sein.

Gut zu Wissen:

Besonders nach einem Whirlpoolbesuch besteht selbst bei gesunden Personen das Risiko, eine Entzündung der Haarbälge zu erlangen, dem Teil der Haut, welcher direkt die Haarwurzel umschließt. Für Kontaktlinsenträger ist die Kontaminierung der Kontaktlinsenlösung mit Pseudomonas aeruginosa gefährlich, da diese die Hornhaut des Auges angreifen und schädigen können.

Besonders schwere Folgen hat eine Wasserverunreinigung mit den Bakterien für Drogensüchtige, welche sich Lösungen in die Venen injizieren. Da die Einspritzung in den Blutkreislauf eine Entzündung der Herzinnenhaut verursachen kann.

Pseudomonaden eher selten im Leitungswasser:

Generell findet sich dieses Bakterium sehr selten im Trinkwasser.

Wie gelangt das Bakterium ins Leitungswasser?

Generell findet sich dieses Bakterium sehr selten im Trinkwasser. Hat es sich jedoch im Rohrsystem eines Hauses etabliert, ist es nur unter äußerst aufwendigen Prozeduren möglich, es wieder aus den Leitungen zu entfernen. Häufige Gründe für das Auftreten von Pseudomonas aeruginosa im Leitungswasser liegen meist an einer fehlerhaften Planung der Neuinstallation oder einer nicht sachgemäßen Inbetriebnahme dieser.

Es kann außerdem nicht ausgeschlossen werden, dass das Bakterium in seltenen Fällen auch in der Wasserentnahmestelle und im Wasserversorgungsnetz bereits zu finden ist und als Ursache für die Kontamination in Ihrem Trinkwasser verantwortlich ist. Pflegeeinrichtungen müssen ihr Wasser regelmäßig auf den Erreger testen lassen.

Besteht auch im privaten Bereich der Verdacht auf eine Kontamination, so können Wasserproben an externe Prüfinstitute geschickt werden. Bestätigt sich der Verdacht, muss schnellstmöglich gehandelt werden, da sich das Bakterium leicht vermehrt und sich auch in Biofilmen ansiedelt und im schlimmsten Fall das komplette Leitungsnetz befällt.

Filtermöglichkeiten gegen Pseudomonas aeruginosa im Leitungswasser

Sind Rohrleitungen einmal mit dem Erreger befallen, kann dieser nur durch aufwendige Sanierungen oder Desinfektionsmaßnahmen, beispielsweise dem Spülen der Rohre mit Chlor, wieder eliminiert werden. Um sein Trinkwasser effektiv vor Dem Bakterium zu schützen, empfiehlt sich eine Filterung des Wassers.

Die Lösung:

Professionelle Wasserfilter sind in der Lage, Ihr Wasser von dem Erreger zu befreien und verkeimen dabei selbst nicht. Auch Pilze, Mikroorganismen, Arzneimittelrückstände und viele weitere Schadstoffe können durch diese Systeme gefiltert werden.

Weitere Hygienemaßnahmen gegen Pseudomonaden

Pseudomonas aeruginosa können überall auftreten, wo ein feuchtes Milieu zu finden ist, z.B. in Luftbefeuchtern, Inhalatoren, Dialyse- und Beatmungsgeräten, Baby-Inkubatoren, zu schwach konzentrierten Desinfektionsmitteln, Waschbecken, Kosmetika, Blumenvasen, Seifen, Waschlappen, Salben, Kontaktlinsen-Flüssigkeiten, Augentropfen, destilliertem Wasser und vielem anderen.

Im privaten Umfeld sollten Hygienemaßnahmen gegen die Bakterien beachtet werden. Starke Desinfektionsmittel und regelmäßige Reinigung der verwendeten Geräte oder Gegenstände, welche mit Feuchtigkeit in Berührung kommen, sind ratsam. Bei dem Verdacht des Auftretens von Pseudomonas aeruginosa im Trinkwassersystem sollten auch notfallmäßig Sterilwasserfilter installiert werden, diese bilden eine sichere Barriere gegen die Erreger.

Fazit

Pseudomonas aeruginosa als resistentes Bakterium stellt gerade für Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr eine Gefahr für deren Gesundheit dar. Allerdings können Sie sich durch Hygienemaßnahmen sowie Wasserfilter vor einer Infektion mit Pseudomonas aeruginosa schützen. Auch die von ihm ausgelösten Krankheiten und Komplikationen sind medizinisch überwiegend gut therapierbar.

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