Glossar

Niederdruckarmatur

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Eine Niederdruckarmatur ist eine Armatur für offene, drucklose Warmwasserspeicher, erkennbar an drei Anschlüssen unter der Spüle statt zwei. Sie lässt sich nicht gegen eine Hochdruckarmatur tauschen.

Woran man sie erkennt

An der Zahl der Schläuche. Zwei Leitungen, Kalt und Warm, bedeuten Hochdruck: Das Warmwasser kommt zentral oder aus einem druckfesten Durchlauferhitzer. Drei Schläuche bedeuten Niederdruck: einer für Kaltwasser, zwei für den Kreislauf zu einem kleinen Speicher unter der Spüle.

Das zweite Erkennungszeichen ist verlässlicher, als es aussieht: Eine Niederdruckarmatur tropft nach dem Aufheizen kurz nach. Das erhitzte Wasser im offenen Speicher dehnt sich aus und entweicht über die Armatur, die damit die Rolle eines Überdruckventils übernimmt. Das ist bauartbedingt und kein Defekt.

Maßgeblich ist, wie das Warmwasser erzeugt wird, nicht der Leitungsdruck im Haus. Auch in einem Gebäude mit hohem Druck kann eine einzelne Küche drucklos betrieben werden.

Woran man das Gerät erkennt

Die Armatur verrät den Typ, das Gerät selbst sagt es direkt. Auf dem Typenschild von Boiler oder Durchlauferhitzer steht entweder druckfest oder geschlossen, dann arbeitet jede normale Armatur. Oder es steht dort drucklos, offen oder Niederdruck, und dann braucht es zwingend eine Niederdruckarmatur.

Zwei weitere Anhaltspunkte helfen, wenn das Schild unleserlich ist. Ein druckfester Speicher braucht eine Sicherheitsgruppe mit Ablauftrichter, ein offener nicht. Und ein druckloser Kleindurchlauferhitzer versorgt immer nur eine einzige Entnahmestelle, ein druckfestes Gerät mehrere Zapfstellen. Ausführlich steht das in unserem Ratgeber Woran erkennt man einen drucklosen Durchlauferhitzer oder Boiler.

Was das für Wasserfilter bedeutet

Ein Filter gehört bei drucklosen Boilern und Durchlauferhitzern immer vor das Gerät in die Kaltwasserleitung, nie dahinter: Ein Aktivkohleblock ist für kaltes Wasser ausgelegt. Und es braucht eine Niederdruck-3-Wege-Armatur; eine gewöhnliche 3-Wege-Armatur passt nicht. Der zulässige Betriebsdruck solcher Armaturen liegt meist bei rund 5 bar, die Herstellerangabe entscheidet.

Der teure Fehler ist der Tausch gegen den falschen Typ. Eine Hochdruckarmatur an einem offenen Speicher lässt auch bei geschlossenem Hahn den vollen Leitungsdruck auf dem Behälter stehen, für den er nicht gebaut ist. Undichte Nähte oder ein Wasserschaden sind die Folge, und versicherungstechnisch wird das unangenehm. Die Modelle sehen ihren Hochdruck-Pendants oft zum Verwechseln ähnlich, deshalb vor dem Kauf ausdrücklich prüfen, ob die Armatur als Niederdruck-Ausführung ausgewiesen ist.

Abgrenzung

Hochdruck- und Niederdruckarmatur unterscheiden sich in der Zahl der Anschlüsse und in der Aufgabe, nicht in der Qualität. Der Begriff hat nichts mit dem Fließdruck im Haus zu tun, auch wenn er danach klingt.

Quellen

  • Herstellerangaben zum zulässigen Betriebsdruck der jeweiligen Armatur
  • DIN 1988-200 - Planung, Bauteile, Apparate, Werkstoffe

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