Wasserhärte: Einheiten und Härtebereiche
Die Wasserhärte gibt die Konzentration von Calcium- und Magnesiumionen im Wasser an, in Deutschland meist in Grad deutscher Härte (°dH), international in Millimol je Liter.
Was genau gemessen wird
Gemessen wird die Summe der Erdalkaliionen, praktisch also Calcium und Magnesium. Strontium und Barium zählen formal dazu, spielen mengenmäßig keine Rolle. Nicht gemessen wird, woran diese Ionen gebunden sind. Für Kalkablagerungen kommt es aber genau darauf an, weshalb es zusätzlich die Unterscheidung in Carbonat- und Nichtcarbonathärte gibt.
Die Einheiten und ihre Umrechnung
Ein Grad deutscher Härte entspricht 10 Milligramm Calciumoxid je Liter. Rechnerisch sind das 0,1783 Millimol Erdalkaliionen je Liter. Umgekehrt entspricht 1 Millimol je Liter rund 5,6 °dH.
| Einheit | Verbreitung | 1 mmol/l entspricht |
|---|---|---|
| °dH, Grad deutscher Härte | Deutschland | 5,6 °dH |
| mmol/l Erdalkaliionen | gesetzliche Einheit, Analysen | 1 mmol/l |
| °fH, französische Härte | Frankreich, Belgien | 10,0 °fH |
| °e, englische Härte | Großbritannien | 7,0 °e |
| ppm CaCO₃ | USA, Gerätedokumentation | 100 ppm |
Wasserversorger geben in ihren veröffentlichten Analysen meist beides an, mmol/l und °dH. Bedienungsanleitungen von Kaffeevollautomaten und Spülmaschinen rechnen dagegen oft in ppm CaCO₃ oder in °fH. Beim Einstellen der Geräte führt das regelmäßig zu Fehlern.
Die drei Härtebereiche
Die Einteilung stammt nicht aus der Trinkwasserverordnung, sondern aus dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetz. Sie existiert, damit Waschmittel richtig dosiert werden können, und nicht aus gesundheitlichen Gründen.
| Bereich | mmol/l | °dH |
|---|---|---|
| weich | unter 1,5 | unter 8,4 |
| mittel | 1,5 bis 2,5 | 8,4 bis 14 |
| hart | über 2,5 | über 14 |
Der Versorger muss den Härtebereich angeben. Er steht in der jährlichen Trinkwasseranalyse und meist auch auf der Website des Wasserwerks, oft nach Ortsteil aufgeschlüsselt, weil größere Städte aus mehreren Wasserwerken gespeist werden.
Woher die Unterschiede kommen
Aus dem Untergrund. Regenwasser ist praktisch härtefrei. Erst auf dem Weg durch den Boden nimmt es Kohlendioxid auf, wird dadurch leicht sauer und löst Calcium und Magnesium aus dem Gestein. Über Kalkstein und Gips entsteht hartes Wasser, über Granit, Sandstein und Schiefer weiches. Deshalb ist das Wasser im norddeutschen Tiefland und in weiten Teilen Süddeutschlands hart, in Mittelgebirgsregionen mit Talsperrenversorgung dagegen weich.
Gesamthärte, Carbonathärte, Nichtcarbonathärte
Die Gesamthärte ist die Summe aller Erdalkaliionen. Der Teil, der an Hydrogencarbonat gebunden ist, heißt Carbonathärte und fällt beim Erhitzen als Kalk aus. Der Rest, gebunden an Sulfat, Chlorid oder Nitrat, heißt Nichtcarbonathärte oder permanente Härte und fällt nicht aus. Für die Frage, wie stark ein Wasserkocher verkalkt, ist die Carbonathärte die aussagekräftigere Zahl.
Abgrenzung und häufige Irrtümer
Die Trinkwasserverordnung kennt keinen Grenzwert für Härte. Calcium und Magnesium sind Mineralstoffe, die der Körper benötigt, und hartes Wasser ist gesundheitlich nicht nachteilig. Härte ist ein technisches Thema, kein gesundheitliches.
Zweiter Irrtum: Ein Aktivkohlefilter senkt die Härte nicht. Calcium und Magnesium liegen als gelöste Ionen vor, die weder adsorbiert noch mechanisch zurückgehalten werden. Wer die Härte senken will, braucht einen Ionentauscher, eine Nanofiltration oder eine Umkehrosmose.
Dritter Irrtum: Ein hoher Wert auf dem TDS-Messgerät bedeutet nicht hartes Wasser. TDS misst alle gelösten Feststoffe zusammen, auch Natrium, Chlorid und Sulfat.
Quellen
- Wasch- und Reinigungsmittelgesetz (WRMG) - Einteilung der Härtebereiche
- Umweltbundesamt - Trinkwasser aus dem Hahn
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