1 Haltbarkeit Leitungswasser: Das ist zu beachten
Die Leitungswasser Haltbarkeit ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Bakterien oder auch Schwermetalle können dafür sorgen, dass das Wasser schlecht wird. Der Konsum kann im schlimmsten Fall zu gesundheitlichen Problemen führen. Vor allem Babys, Kleinkinder oder Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sind besonders gefährdet.
Um sicherzugehen, dass Leitungswasser frei von Bakterien oder Schwermetallen ist, kann auf Wasserfilter für Trinkwasser zurückgegriffen werden. Ein Aktivkohle-Blockfilter senkt die Belastung vor der Entnahme, unabhängig davon, ob vorher gemessen wurde. Welche Werte das Netz liefert, steht in der veröffentlichten Trinkwasseranalyse des Versorgers; was im Haus dazukommt, hängt von Baujahr und Leitungsmaterial ab.
Ein häufig unterschätzter Faktor ist dabei sogenanntes Stagnationswasser: Steht Wasser länger in der Leitung, etwa über Nacht oder nach dem Urlaub, können sich Legionellen vermehren oder sich Schwermetalle aus älteren Rohrleitungen und Armaturen lösen. Es empfiehlt sich daher, das Wasser vor dem Trinken oder Kochen kurz ablaufen zu lassen, bis es spürbar kühler wird.
Doch wie lange ist Leitungswasser haltbar? Für die Lagerung von Leitungswasser, beispielsweise für den Notfall, gibt es einige Dinge zu beachten. Grundsätzlich empfiehlt es sich, Leitungswasser vor der Einlagerung abzukochen. Auf diese Weise werden mögliche Keime und Bakterien abgetötet. Für die eigentliche Lagerung werden vorzugsweise Behälter aus Glas oder lebensmittelechtem Kunststoff verwendet. Auch diese Behälter sollten vor dem Befüllen abgekocht oder zumindest gründlich gereinigt werden.
Tipp:
Wasser kann auch eingekocht werden, um es länger haltbar zu machen. Das abgekochte Wasser wird in diesem Fall in desinfizierte Weckgläser gefüllt und verschlossen. Wie auch sonst bei der Lagerung sollte darauf geachtet werden, dass das Wasser vor Licht, Wärme und Frost geschützt ist.
Die Lagerung sollte an einem dunklen und kühlen Ort erfolgen. Als praktische Faustregel gilt: Selbst abgefülltes, ordnungsgemäß abgekochtes Leitungswasser hält sich unter diesen Bedingungen erfahrungsgemäß etwa ein bis zwei Jahre – anders als bei handelsüblichem Mineralwasser gibt es dafür allerdings kein amtlich geregeltes Haltbarkeitsdatum, es handelt sich um einen Erfahrungswert für die Notvorrats-Lagerung.
Aber kann Wasser schimmeln, wenn es eingelagert wird? Sofern das Wasser sauber ist, können sich keine Schimmelpilze bilden. Denn in dem Wasser sind weder Proteine noch Zucker enthalten. Auf diese Weise haben die Bakterien auch keine Nahrungsgrundlage und können sich nicht bilden.
2 Woran erkennt man, ob Wasser schlecht geworden ist?
Wer sich bei einer offenen Flasche oder länger stehendem Leitungswasser unsicher ist, kann auf folgende Warnzeichen achten:
- Trübung: Klares Wasser sollte klar bleiben. Eine sichtbare Trübung deutet auf Keime oder Ablagerungen hin.
- Geruch: Ein muffiger, fauliger oder ungewöhnlich chemischer Geruch ist ein klares Warnsignal.
- Geschmack: Ein schaler, bitterer oder metallischer Geschmack spricht für eine veränderte Wasserqualität.
- Film auf der Oberfläche: Ein dünner Film oder Schlieren auf dem Wasser zeigen eine beginnende Verkeimung an.
- Aufgeblähte oder beschädigte Verpackung: Bei Flaschenwasser ein Hinweis darauf, dass sich bereits Gase gebildet haben.
Trifft eines dieser Merkmale zu, sollte das Wasser vorsorglich nicht mehr getrunken werden.
3 PET- und Glasflaschen: Kann Wasser ablaufen?
Im Handel wird Wasser sowohl in Glas- wie auch Plastikflaschen angeboten. Was viele jedoch nicht wissen: Auch dieses Wasser hat ein Haltbarkeitsdatum. Wasser in Glasflaschen ist laut Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) demnach im Schnitt zwei Jahre haltbar – in Plastikflaschen etwa ein Jahr [1]. Das Haltbarkeitsdatum gilt allerdings nur für verschlossene Flaschen. Sofern das Wasser im geschlossenen Zustand und an einem dunklen Ort gelagert wird, kann es bis zum Haltbarkeitsdatum bedenkenlos getrunken werden.
Neben der reinen Haltbarkeit kann sich bei Wasser aus PET-Flaschen auch der Geschmack verändern: Bei der Herstellung von PET kann in geringen Mengen Acetaldehyd entstehen, das bereits in sehr kleinen Konzentrationen wahrnehmbar ist und einen deutlich wahrnehmbaren Fremdgeschmack verursachen kann. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist damit zwar kein gesundheitliches Risiko verbunden, ein deutlich wahrnehmbarer Geschmacksfehler gilt jedoch als Qualitätsmangel – betroffene Flaschen können reklamiert werden [2].
Geöffnete Wasserflaschen hingegen sollten laut BZfE innerhalb von ein bis drei Tagen aufgebraucht werden [1]. Sofern das Wasser in Gläser oder Karaffen gefüllt wird, sollte dieses binnen weniger Minuten getrunken werden.
Wasser, das über mehrere Stunden offensteht, birgt die Gefahr einer Verunreinigung. Sofern sich an der Oberfläche des Wassers ein Film gebildet hat, sollte dieses nicht mehr getrunken werden. Auch über Nacht wird Wasser schlecht. Denn in diesem Fall können sich bereits Keime bilden, die unter anderem Verdauungsbeschwerden hervorrufen.
Apropos Keime - diese bilden sich besonders gerne in Trinkflaschen, die vorzugsweise zum Sport mitgenommen werden. Aus dem Mund geraten Keime und Bakterien über die Flaschenöffnung ins Wasser. Dort können sie sich sehr schnell vermehren. Wird die Trinkflasche zudem auch noch an einem wärmeren Ort gelagert, kommt es noch schneller zu einer Bildung von Keimen.
4 Kaffeemaschine und Wasserkocher: Brutstätten für Keime
Grundsätzlich sollte offenes Wasser über einen längeren Zeitraum immer verschlossen werden. Da sich aber auch in Kaffeemaschinen und Wasserkocher Keime bilden können, sollte mögliches Restwasser immer entleert werden. Auf diese Weise wird einer Keimvermehrung entgegengewirkt. Denn gerade diese Haushaltsgeräte gelten als wahre Brutstätten für Keime und Bakterien und sollten demnach regelmäßig gründlich gereinigt werden. Siehe auch den Hinweisen zu Keimen im Wasserfilter.
5 Die Haltbarkeit von Wasser erhalten
Wasser kann durchaus schlecht werden – das gilt für Leitungswasser wie auch gekaufte Wasserflaschen. Um möglichst lange in den Genuss von sauberem und gesundem Wasser zu kommen, sollte in erster Linie darauf geachtet werden, dass Flaschen und Co. immer verschlossen sind. Für eine längere Lagerung von Wasser sollte darauf geachtet werden, dass dieses weder direkter Sonnenstrahlung noch starker Hitze ausgesetzt ist.
6 Fazit: Haltbarkeit ist eine Frage der Lagerung
Wasser kann durchaus schlecht werden – das gilt für Leitungswasser wie auch für gekaufte Wasserflaschen. Entscheidend ist immer die Lagerung: verschlossen, kühl, dunkel und ohne direkte Sonnenstrahlung oder starke Hitze.
Abgekocht und richtig gelagert etwa ein bis zwei Jahre haltbar; roh sollte es nach längerer Standzeit erst ablaufen.
Ungeöffnet je nach Flaschenmaterial ein bis zwei Jahre haltbar, geöffnet nur ein bis drei Tage.
Sorgt zusätzlich dafür, dass Bakterien und Schwermetalle im Leitungswasser gar nicht erst zum Problem werden.
7 Häufig gestellte Fragen zur Haltbarkeit von Wasser
Kann Wasser in der ungeöffneten Flasche schlecht werden?
Ungeöffnete Wasserflaschen sind bis zum aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdatum bedenkenlos genießbar, sofern sie kühl und dunkel gelagert wurden – bei Glasflaschen laut BZfE im Schnitt rund zwei Jahre, bei PET-Flaschen etwa ein Jahr [1].
Wie schnell wird geöffnetes Wasser schlecht?
Geöffnete Flaschen sollten laut BZfE innerhalb von ein bis drei Tagen aufgebraucht werden, Wasser in offenen Gläsern oder Karaffen idealerweise binnen weniger Stunden [1].
Woran erkennt man schlechtes Wasser am schnellsten?
Ein muffiger, fauliger oder ungewöhnlicher Geruch zählt zu den zuverlässigsten Warnzeichen für verkeimtes Wasser, ebenso wie eine sichtbare Trübung oder ein Film auf der Oberfläche.
Quellen
- Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) - Wie lange ist Mineralwasser haltbar?
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) - Fragen und Antworten zu PET-Flaschen
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