1 Wann schmeckt Leitungswasser am besten?
Geschmacklich entfaltet Leitungswasser bei einer Trinktemperatur von 8 bis 12 °C seine Optimalwirkung. Ist es deutlich kälter, empfinden wir es als unangenehm und ist es deutlich wärmer als schal. Je höher der Mineralgehalt des Wassers ist, desto wärmer kann es sein, um dennoch mit Genuss getrunken zu werden. So darf Heilwasser für ein wohltuendes Geschmackserlebnis ruhig etwas wärmer sein.
2 Bei welcher Temperatur ist Trinkwasser am gesündesten?
Die Trinktemperatur beeinflusst die gesundheitliche Wirkung von Leitungswasser. Zudem hängt die richtige Trinktemperatur von der Außentemperatur ab. Grundsätzlich gilt, dass jede Abweichung von der menschlichen Körpertemperatur, die zwischen 36 °C und 37 °C liegt, anregend auf den Organismus wirkt, weil dieser das Wasser unter Einsatz von Energie wieder auf den Wert der Körpertemperatur regulieren muss.
Kalt unter 25, warm über 55
Deshalb ist kaltes Wasser bei drückender Sommerhitze ein schlechter Ratgeber, denn der zusätzliche Energiebedarf des Körpers für die Regulierung belastet den durch die Hitze ohnehin schon erschöpften Körper zusätzlich. Die fernöstliche Medizin empfiehlt aus diesen Gründen ausschließlich das Trinken von warmen Wasser.
In den Wüsten Arabiens trinken die Bewohner passend dazu traditionell warmen Tee. Bei grimmiger Kälte sollte das Leitungswasser hingegen besser zum Aufbereiten heißer Getränke genutzt werden, denn diese halten den Körper warm und verhindern das Auskühlen.
Temperaturen bis zu 50 °C sind für Europäer unerträglich. Doch die Araber wissen sich zu helfen: mit langen reflektierenden Gewändern und warmen Tee.
3 Weitere Vorteile von warmem Wasser
Hinzu kommt, dass sich durch warmes Wasser die Gefäße erweitern, was zur Entspannung von Muskeln und Nerven führt. Der Diabetologe und Ernährungswissenschaftler Dr. Matthias Riedl empfiehlt warmes Wasser deshalb zur Linderung von Kopf- und Bauchschmerzen, zur Förderung der Verdauung und zur besseren Lösung von Fetten als Beigabe zu besonders fetthaltigen Speisen.
Beim Aufstehen wirke warmes Wasser durch die Erhöhung der Körpertemperatur und die Anregung des Kreislaufes zudem als Wachmacher. Anhänger der traditionellen chinesischen Medizin und Ernährungsmediziner wie Dr. Matthias Riedl schreiben warmem Wasser weitere Effekte zu, die wissenschaftlich nicht abschließend belegt sind:
- bessere Entgiftung
- Anregung der Verdauung
- bessere Lösung von Fetten
- Förderung der Durchblutung durch Gefäßerweiterung
- bessere Lösung von Schleimen
- Stärkung der Körperabwehr
- schmerzlindernde Wirkung
4 Gefahr von Keimbildung durch zu warmes Wasser in Leitungen
In den Leitungen selbst gelten allerdings hinsichtlich der Temperatur andere Gesetze als für das Trinken. Hier ist warmes Wasser nämlich schädlich. Legionellen verbreiten sich bereits ab Temperaturen von 25 °C besonders schnell. Dies geschieht immer dann, wenn sich in den Rohren ein Biofilm gebildet hat oder das Wasser aus anderen Gründen in den Leitungen stagniert.
Auch andere Keime können sich bei warmen Temperaturen schneller vermehren. Warmes, lange stehendes Wasser kann zudem mehr Kupfer aus den Leitungen lösen – mehr dazu in unserem Artikel Kupfer im Trinkwasser.
Konkrete Zahlen dazu liefert das DVGW-Arbeitsblatt W 551, auf dessen technische Regeln sich die Trinkwasserverordnung bei der Legionellenprävention stützt:
- Kaltwasser sollte auch nach kurzem Ablaufenlassen (rund 30 Sekunden) unter 25 °C bleiben
- Warmwasser muss dagegen im gesamten Leitungssystem mindestens 55 °C erreichen
- und am Austritt des Trinkwassererwärmers mindestens 60 °C betragen, damit sich Legionellen nicht vermehren können
Hier schafft ein Wasserfilter für Zuhause Abhilfe. Es gibt spezielle Filtereinsätze, die mittels einer Hohlfaser-Membran als zweiter Filterstufe zusätzlich zum Aktivkohleblock eine Keimsperre bilden. In wärmeren Gefilden (bei über 25° unter der Spüle) bietet sich ein solcher Filtereinsatz besonders an, um Keimen den Gar auszumachen. Da warmes Duschwasser einer der Hauptwege ist, über den man Legionellen einatmen kann, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf unsere Duschfilter gegen Keimbelastung.
5 Häufige Fragen zur Leitungswassertemperatur
Welche Temperatur hat Leitungswasser zum Trinken am besten?
Geschmacklich entfaltet Leitungswasser bei 8 bis 12 °C seine Optimalwirkung. Deutlich kälteres Wasser wirkt unangenehm, deutlich wärmeres schal.
Warum ist warmes Wasser in Leitungen gefährlich?
Legionellen verbreiten sich bereits ab Temperaturen von 25 °C besonders schnell, vor allem wenn sich in den Rohren ein Biofilm gebildet hat oder das Wasser stagniert.
Welche Temperaturen schreibt das DVGW-Arbeitsblatt W 551 vor?
Kaltwasser sollte auch nach kurzem Ablaufenlassen unter 25 °C bleiben. Warmwasser muss im gesamten Leitungssystem mindestens 55 °C und am Austritt des Trinkwassererwärmers mindestens 60 °C erreichen, damit sich Legionellen nicht vermehren können.
Kann ein Wasserfilter vor Legionellen schützen?
Spezielle Filtereinsätze mit einer Hohlfaser-Membran als zweiter Filterstufe zusätzlich zum Aktivkohleblock bilden eine Keimsperre – besonders sinnvoll, wenn es unter der Spüle wärmer als 25 °C wird.
6 Fazit
Zum Trinken schmeckt Leitungswasser am besten bei 8 bis 12 °C, während es in den Leitungen selbst kalt bleiben sollte: unter 25 °C, um Legionellen keine Chance zu geben. Warmwasser wiederum muss im System hohe Temperaturen erreichen, damit sich Keime dort gerade nicht vermehren können.
8 bis 12 °C schmecken am besten.
Unter 25 °C halten, sonst drohen Legionellen.
Eine Hohlfaser-Membran schützt zusätzlich, wenn es unter der Spüle warm wird.
Quellen
- NDR - Legionellen im Trinkwasser: Temperatur richtig einstellen
- DVGW e.V. Erhöhte Wassertemperaturen
- DVGW e.V. Vermeidung von Legionellen im Trinkwasser (Arbeitsblatt W 551)
- DVGW e.V. Verbraucherinformation Trinkwasser-Installation: Heizungsraum (60 °C am Trinkwassererwärmer, 55 °C im System)
- Gesetze im Internet - Trinkwasserverordnung (TrinkwV)
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