Wasser-Wissen · Wissenswertes

Welche Temperatur sollte Leitungswasser haben?

Leitungswasser schmeckt am besten bei einer Trinktemperatur von 8 bis 12 Grad Celsius, Kaltwasser in der Leitung sollte dabei unter 25 Grad bleiben. Ab 25 Grad vermehren sich Legionellen deutlich schneller, weshalb Warmwasser laut DVGW-Arbeitsblatt W 551 im System mindestens 55 und am Trinkwassererwärmer mindestens 60 Grad erreichen muss.

Marco FabianZuletzt aktualisiert am ca. 5 Min. Lesezeit5 Quellen
Analoges Holzthermometer mit doppelter Skala, halb in klares Wasser eingetaucht, Luftblasen darum

1 Wann schmeckt Leitungswasser am besten?

Geschmacklich entfaltet Leitungswasser bei einer Trinktemperatur von 8 bis 12 °C seine Optimalwirkung. Ist es deutlich kälter, empfinden wir es als unangenehm und ist es deutlich wärmer als schal. Je höher der Mineralgehalt des Wassers ist, desto wärmer kann es sein, um dennoch mit Genuss getrunken zu werden. So darf Heilwasser für ein wohltuendes Geschmackserlebnis ruhig etwas wärmer sein.

warm oder kaltes Wasser trinken?
Wie schmeckt es ihnen am besten? @Daria Shevtsova / pexels.com

2 Bei welcher Temperatur ist Trinkwasser am gesündesten?

Die Trinktemperatur beeinflusst die gesundheitliche Wirkung von Leitungswasser. Zudem hängt die richtige Trinktemperatur von der Außentemperatur ab. Grundsätzlich gilt, dass jede Abweichung von der menschlichen Körpertemperatur, die zwischen 36 °C und 37 °C liegt, anregend auf den Organismus wirkt, weil dieser das Wasser unter Einsatz von Energie wieder auf den Wert der Körpertemperatur regulieren muss.

Kalt unter 25, warm über 55

Temperaturvorgaben und Wachstumsbereich nach DVGW-Arbeitsblatt W 551 für Legionellen, Kaltwassergrenze nach DIN 1988-200. Die Übertragung auf die allgemeine Keimbildung ist im Text als solche zu kennzeichnen.

Deshalb ist kaltes Wasser bei drückender Sommerhitze ein schlechter Ratgeber, denn der zusätzliche Energiebedarf des Körpers für die Regulierung belastet den durch die Hitze ohnehin schon erschöpften Körper zusätzlich. Die fernöstliche Medizin empfiehlt aus diesen Gründen ausschließlich das Trinken von warmen Wasser.

In den Wüsten Arabiens trinken die Bewohner passend dazu traditionell warmen Tee. Bei grimmiger Kälte sollte das Leitungswasser hingegen besser zum Aufbereiten heißer Getränke genutzt werden, denn diese halten den Körper warm und verhindern das Auskühlen.

Temperaturen bis zu 50 °C sind für Europäer unerträglich. Doch die Araber wissen sich zu helfen: mit langen reflektierenden Gewändern und warmen Tee.

3 Weitere Vorteile von warmem Wasser

Hinzu kommt, dass sich durch warmes Wasser die Gefäße erweitern, was zur Entspannung von Muskeln und Nerven führt. Der Diabetologe und Ernährungswissenschaftler Dr. Matthias Riedl empfiehlt warmes Wasser deshalb zur Linderung von Kopf- und Bauchschmerzen, zur Förderung der Verdauung und zur besseren Lösung von Fetten als Beigabe zu besonders fetthaltigen Speisen.

Beim Aufstehen wirke warmes Wasser durch die Erhöhung der Körpertemperatur und die Anregung des Kreislaufes zudem als Wachmacher. Anhänger der traditionellen chinesischen Medizin und Ernährungsmediziner wie Dr. Matthias Riedl schreiben warmem Wasser weitere Effekte zu, die wissenschaftlich nicht abschließend belegt sind:

  • bessere Entgiftung
  • Anregung der Verdauung
  • bessere Lösung von Fetten
  • Förderung der Durchblutung durch Gefäßerweiterung
  • bessere Lösung von Schleimen
  • Stärkung der Körperabwehr
  • schmerzlindernde Wirkung

4 Gefahr von Keimbildung durch zu warmes Wasser in Leitungen

In den Leitungen selbst gelten allerdings hinsichtlich der Temperatur andere Gesetze als für das Trinken. Hier ist warmes Wasser nämlich schädlich. Legionellen verbreiten sich bereits ab Temperaturen von 25 °C besonders schnell. Dies geschieht immer dann, wenn sich in den Rohren ein Biofilm gebildet hat oder das Wasser aus anderen Gründen in den Leitungen stagniert.

Auch andere Keime können sich bei warmen Temperaturen schneller vermehren. Warmes, lange stehendes Wasser kann zudem mehr Kupfer aus den Leitungen lösen – mehr dazu in unserem Artikel Kupfer im Trinkwasser.

Konkrete Zahlen dazu liefert das DVGW-Arbeitsblatt W 551, auf dessen technische Regeln sich die Trinkwasserverordnung bei der Legionellenprävention stützt:

  • Kaltwasser sollte auch nach kurzem Ablaufenlassen (rund 30 Sekunden) unter 25 °C bleiben
  • Warmwasser muss dagegen im gesamten Leitungssystem mindestens 55 °C erreichen
  • und am Austritt des Trinkwassererwärmers mindestens 60 °C betragen, damit sich Legionellen nicht vermehren können
Keimmengen werden in kbE angegeben
Keimwachstum beim höheren Temperaturen @qimono / pixabay.com

Hier schafft ein Wasserfilter für Zuhause Abhilfe. Es gibt spezielle Filtereinsätze, die mittels einer Hohlfaser-Membran als zweiter Filterstufe zusätzlich zum Aktivkohleblock eine Keimsperre bilden. In wärmeren Gefilden (bei über 25° unter der Spüle) bietet sich ein solcher Filtereinsatz besonders an, um Keimen den Gar auszumachen. Da warmes Duschwasser einer der Hauptwege ist, über den man Legionellen einatmen kann, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf unsere Duschfilter gegen Keimbelastung.

5 Häufige Fragen zur Leitungswassertemperatur

Welche Temperatur hat Leitungswasser zum Trinken am besten?

Geschmacklich entfaltet Leitungswasser bei 8 bis 12 °C seine Optimalwirkung. Deutlich kälteres Wasser wirkt unangenehm, deutlich wärmeres schal.

Warum ist warmes Wasser in Leitungen gefährlich?

Legionellen verbreiten sich bereits ab Temperaturen von 25 °C besonders schnell, vor allem wenn sich in den Rohren ein Biofilm gebildet hat oder das Wasser stagniert.

Welche Temperaturen schreibt das DVGW-Arbeitsblatt W 551 vor?

Kaltwasser sollte auch nach kurzem Ablaufenlassen unter 25 °C bleiben. Warmwasser muss im gesamten Leitungssystem mindestens 55 °C und am Austritt des Trinkwassererwärmers mindestens 60 °C erreichen, damit sich Legionellen nicht vermehren können.

Kann ein Wasserfilter vor Legionellen schützen?

Spezielle Filtereinsätze mit einer Hohlfaser-Membran als zweiter Filterstufe zusätzlich zum Aktivkohleblock bilden eine Keimsperre – besonders sinnvoll, wenn es unter der Spüle wärmer als 25 °C wird.

6 Fazit

Zum Trinken schmeckt Leitungswasser am besten bei 8 bis 12 °C, während es in den Leitungen selbst kalt bleiben sollte: unter 25 °C, um Legionellen keine Chance zu geben. Warmwasser wiederum muss im System hohe Temperaturen erreichen, damit sich Keime dort gerade nicht vermehren können.

Trinken

8 bis 12 °C schmecken am besten.

Kaltwasserleitung

Unter 25 °C halten, sonst drohen Legionellen.

Wasserfilter mit Keimsperre

Eine Hohlfaser-Membran schützt zusätzlich, wenn es unter der Spüle warm wird.

Sorge vor Keimen im Wasser?Ein Wasserfilter mit Hohlfaser-Membran bildet eine zusätzliche Keimsperre, besonders bei wärmeren Leitungen.

Quellen

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Marco Fabian | Geschäftsführer Vitalhelden GmbH · Trinkwasseraufbereitung seit 2014

Marco Fabian ist Gründer der Vitalhelden GmbH und beschäftigt sich seit 2014 intensiv mit Trinkwasseraufbereitung. In dieser Zeit hat er tausende Haushalte bei der Auswahl passender Filtersysteme begleitet und arbeitet eng mit deutschen Herstellern wie Carbonit und Alvito zusammen.

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