1 Wodurch entsteht die Wassertrübung?
Trübes Leitungswasser entsteht meist durch Luftbläschen, seltener durch Chlorung, Kalk oder Feststoffe wie Rost; es wirkt dann milchig-weiß. Auch im Geschmack und im Geruch macht das Wasser dann keinen appetitlichen Eindruck.
Für Trübung gibt es einen eigenen gesetzlichen Grenzwert: Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) legt für Trübung 1,0 NTU (Nephelometric Turbidity Units) fest. Dieser Grenzwert gilt als eingehalten, wenn er am Ausgang des Wasserwerks nicht überschritten wird.
Im Hausnetz kann leicht getrübtes Wasser also durchaus noch innerhalb der zulässigen Bandbreite liegen, auch wenn es beim Verbraucher subjektiv trüb wirkt.
2 Trübes Wasser durch überschüssige Luft
Hoher Druck bindet die Luft im Wasser. Der Druck wird durch einen Kompressor erzeugt und hat die Funktion, Metalle wie Eisen und Mangan vom Trinkwasser fernzuhalten, deren Bindungen zum Wasser durch den Luftkontakt gelöst werden. Bei einem Abfallen des Druckes können sich nun kleine Gasbläschen bilden.
In der Regel entweicht die Luft aus dem Wasser bereits in der Leitung. Ist dieser Prozess aber gestört, dann geschieht dies erst nach dem Austritt aus der Leitung, wenn das Trinkwasser beim Verbraucher ankommt. In diesem Fall bestehen keine Gesundheitsrisiken. Dasselbe gilt, wenn eine Mischdüse das Wasser unnötig aufschäumt.
3 Trübung nach Netzarbeiten und Chlorung
Nach Rohrbrüchen, Wartungsarbeiten oder bei erhöhten Keimzahlen erhöhen Wasserversorger vorübergehend die Chlorung des Trinkwassers, um die Hygiene sicherzustellen. Durch die Arbeiten selbst, etwa das Spülen von Leitungsabschnitten, werden häufig Ablagerungen aufgewirbelt, sodass das Wasser kurzzeitig trüb wirken und zugleich nach Chlor riechen oder schmecken kann, ohne dass die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung überschritten werden. Sobald die Maßnahme beendet ist, klart das Wasser üblicherweise innerhalb weniger Tage wieder auf; betroffene Haushalte werden vom Versorger in der Regel per Rundschreiben informiert.
4 Kontakt mit anderen Materialien
Trübung entsteht auch, wenn sich Wasser beim Kontakt mit bestimmten Materialien in einem ungesunden Verhältnis mit ihnen anreichert. Typische Kandidaten sind Chlor im Wasser, Eisen und Kalk. Zwar sind für Chlor und Eisen in der Trinkwasserverordnung (aktuelle Fassung von 2023, ursprünglich 2001 erlassen) [3] Grenzwerte festgelegt; für Kalk bzw. die Wasserhärte existiert dagegen kein verbindlicher gesundheitlicher Grenzwert, sondern lediglich ein empfohlener Richtwert. Dennoch gibt es eine Reihe möglicher Gründe, durch die diese und ähnliche Stoffe dennoch in bedenklichen Ausmaßen ins Trinkwasser gelangen können:
- stagnierendes Wasser durch Leitungsarbeiten
- unzureichend verbaute Leitungen aus Blei oder Kupfer
- defekte Armaturen
- Leitungsschäden durch Rostbildung
- Schäden am Warmwasserbereiter
- Keimbildung
5 Wie Sie die Trübung mit dem Glas-Test selbst einordnen
Füllen Sie ein Glas mit Leitungswasser und lassen Sie es einige Minuten stehen. Klart die Trübung von unten nach oben auf, handelt es sich meist um harmlose Luftbläschen. Bleibt das Wasser dauerhaft milchig-weiß oder setzt sich ein feiner Belag am Glasboden ab, deutet das eher auf Kalk oder Feststoffpartikel hin. In diesem Fall lohnt sich eine genauere Abklärung.
Drei Fragen zur Ursache
6 Kalk und Wasserhärte als Trübungsursache
Auch hartes, kalkreiches Wasser kann zu einer leichten, meist kurzzeitigen Trübung beitragen, insbesondere wenn Kalzium- und Magnesiumverbindungen durch Temperatur- oder Druckänderungen ausfallen. Ein Wasserfilter gegen Kalk kann hier vorbeugen.
Ein metallischer oder anderweitig künstlicher Geschmack ist ein relativ zuverlässiger Indikator, die Verunreinigung des eigenen Trinkwassers mit Fremdstoffen festzustellen. Doch auch wenn diese Prüfung negativ ausfällt, sollten lokale Wasserwerke und der Vermieter auf jeden Fall informiert werden, damit diese die Ursache für das Problem ermitteln und das Trinkwasser wieder in einen genießbaren Zustand bringen können.
7 Wie können Sie sich vor trübem Wasser schützen?
Ein Wasserfilter am Entnahmepunkt hält die Bestandteile zurück, die das Wasser trüben, und macht es wieder klar und genießbar. Denn geschmacklich anregend ist trübes Wasser nicht, ob gesundheitsschädlich oder nicht.
Unsere Wasserfilter halten daneben Schadstoffe anderer Art zurück, selbst Pestizide oder Arzneimittelrückstände, für die die Trinkwasserverordnung keinen Grenzwert kennt.
8 Was Leser zu trübem Wasser noch fragen
Ist trübes Wasser gefährlich?
In den meisten Fällen nicht: Trübung durch Luftbläschen ist harmlos und verschwindet nach kurzer Zeit von selbst. Bleibt das Wasser dauerhaft trüb oder kommen Geruch bzw. Verfärbung hinzu, kann dies auf Kalk, Rost oder Keimbildung hindeuten und sollte abgeklärt werden.
Wie lange dauert es, bis trübes Wasser wieder klar wird?
Bei Trübung durch Luft klart das Wasser im Glas meist innerhalb weniger Minuten von unten nach oben auf. Hält die Trübung länger an oder betrifft sie mehrere Wasserhähne dauerhaft, liegt die Ursache eher in der Leitung oder im Hausnetz und sollte durch den Wasserversorger oder einen Fachbetrieb geprüft werden.
Gibt es einen gesetzlichen Grenzwert für die Trübung von Trinkwasser?
Ja: Die Trinkwasserverordnung schreibt für Trübung einen Grenzwert von 1,0 NTU vor. Dieser gilt als eingehalten, wenn er am Ausgang des Wasserwerks nicht überschritten wird; Trübungen, die erst im Hausnetz entstehen, fallen also nicht automatisch unter eine Grenzwertüberschreitung des Versorgers.
9 Was tun bei trübem Wasser?
Machen Sie den Glas-Test und melden Sie eine bleibende Trübung dem Wasserversorger oder Vermieter; welcher Filter Rostpartikel und andere Trübstoffe am Entnahmepunkt zurückhält, steht unter Wasserfilter gegen Rost.
Harmlos, klart im Glas innerhalb weniger Minuten von selbst auf.
Dauerhafte Trübung sollte beim Wasserversorger oder Fachbetrieb abgeklärt werden.
Entfernt trübungsverursachende Stoffe zuverlässig; das Wasser wird wieder klar.
Quellen
- Bundesministerium der Justiz (2023) - Trinkwasserverordnung
- Bundesministerium der Justiz (2023) - Trinkwasserverordnung, Anlage 3 (Grenzwert Trübung)
- TZW Technologiezentrum Wasser (2011) - Schwarze Biofilme an Trinkwasserzapfstellen

