Da das Wasser aus mineralhaltigem Boden stammt, enthält es bereits auf natürliche Weise Mineralien, kann jedoch zusätzlich versetzt werden. @Mr_Fu / istockphoto.com

Wasser mit Mineralien anreichern – Wann ist dies sinnvoll?

Vitalhelden Redaktion
Aktualisiert: 15. November 2021
Lesedauer: 5 Minuten

Manchmal macht es Sinn, Trinkwasser wieder zu mineralisieren. Generell ist jedes einzelne Mineral ein Geschmacksträger mit jeweils spezifischen Eigenschaften und Mineralien werden gebraucht, um den Durst zu löschen. Vor allem bei Osmose-Wasser und destilliertem Wasser ergibt sich bei Kunden schnell der Wunsch, den Mineralgehalt ihres Trinkwassers wieder aufzufüllen und den ph-Wert wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Wir werden noch genauer auf diese Aspekte eingehen.

Warum mineralhaltiges Wasser den Durst besser löscht

Zugegeben, gerade beim Thema Wasser schwanken die Wahrnehmungen der Kunden erheblich. Manche Kunden können keinen geschmacklichen Nachteil von Leitungswasser im Vergleich zum Mineralwasser feststellen.

Anderen wiederum schmeckt das Leitungswasser zu lasch. Es sei weder Fisch noch Fleisch, und was besonders ärgerlich ist, wenige Minuten, nachdem es vom Wasserhahn geschöpft wurde, meldet sich wieder der Durst.

Diese Beobachtung ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass der menschliche Körper im Laufe des Tages viele Mineralstoffe durch Schwitzen sowie über die Nieren verliert. Das sind vor allem Natrium, Kalzium und Magnesium [1].

Wasserexperten haben sich mit der optimalen mineralischen Zusammensetzung beschäftigt und beraten die Hersteller von Mineralwasser in diesem Sinne.

Der Fokus in der Wasseraufbereitung von Leitungswasser liegt eher darauf, ein Überschreiten von Grenzwerten auch bei Mineralien des Wassers zu vermeiden. Bei entmineralisiertem Wasser fehlen die Mineralien sogar gänzlich.

In der Folge werden die Mineral-Verluste durch das Trinken nicht ausgeglichen, was sich bei Kunden durch ein auch nach wiederholtem Trinken persistierendes Durstgefühl äußern kann. Die von Verfechtern von entmineralisiertem Wasser gern vertretene Aussage, gutes Trinkwasser habe Transportmedium und nicht Lieferant von Mineralien zu sein, ist demnach mit Vorsicht zu genießen.

Mineralien sorgen für den richtigen pH-Wert im Trinkwasser

Eine Eigenschaft von entmineralisiertem Wasser ist zudem eine gewisse Säure, die entsteht, wenn sich Kohlendioxid aus der Umgebungsluft im Trinkwasser lösen kann.

Hinzu kommt, dass die Mineralien ebenso wie die Salze im Trinkwasser nicht mehr ihre Funktion erfüllen können, den ph-Wert des Wassers im Säure-Basen-Gleichgewicht zu halten. In der Folge kann der ph-Wert des Wassers leicht von etwa 7 auf 5 sinken.

Regenwasser z.B. nimmt über seinen natürlichen Verlauf Mineralien auf und erlangt so wieder Balance bei einem ph-Wert von 7.

Die Lösungsfähigkeit von weichem Wasser ist ein zweischneidiges Schwert

Verfechter von demineralisiertem Wasser weisen gern unter dem Hinweis auf eine Studie des Wasserforschers, Prof. Louis Claude Vincent, auf die bessere Fähigkeit der Entschlackung von weichem Wasser im Vergleich zu hartem Wasser hin [3]. Auch wenn diese Ansicht nicht ausschließlich falsch ist, spiegelt sie nur einen Teil der Wahrheit wider.

Tatsächlich reagiert weiches Wasser, dem es an Salzen, Mineralien, Ionen und anderen gelösten Stoffen fehlt, aggressiv und findet deshalb als Putzmittel und Reinigungsmittel Verwendung. Für den Menschen wird seine hohe Lösungskraft gefährlich, weil dieses ultraweiche Wasser nicht nur Giftstoffe aus dem Körper befördert, sondern auch seine lebensnotwendigen Mineralien. Dies kann zu folgenden Symptomen führen:

  • Herz-Kreislauf-Störungen
  • Beeinträchtigung der Nierenfunktion
  • Mangelerscheinungen

Der menschliche Körper ist auf Mineralien angewiesen

Da demineralisiertes Wasser den natürlichen Elektrolythaushalt des Menschen durcheinander bringen kann, rät die Gesellschaft für Ernährungsfragen vom Dauerkonsum von demineralisiertem Wasser ab [4]. Die WHO empfiehlt sogar einen Gehalt von Kalzium im Trinkwasser von 30 mg/l und einen Gehalt von Magnesium von 10 mg/l [2].

Auch ein dadurch bestimmter Nährstoffmangel durch die dem Körper vorenthaltenen lebenswichtigen Mineralien wie Kalzium, Natrium, Magnesium, Kalium, Eisen, Sulfat, Zink und anderen kann sich gesundheitlich als problematisch erweisen [5]. Unter anderem benötigt der Organismus die Mineralien für folgende Vorgänge:

  • Kalzium: Knochenfestigkeit, Blutgerinnung, Gewährleistung der Funktionsfähigkeit von Organen
  • Magnesium: Bewegung, Muskelkontraktion, Kommunikation der Nervenzellen
  • Natrium: Steuerung von Nerven und Muskeln; Gewährleistung des Elektrolytgleichgewichts, Förderung der Verdauung
  • Eisen: Blutgerinnung, Sauerstofftransport, Zellteilung, Zellbindung
  • Sulfat: Förderung der Verdauung, Anregung des Gallenflusses
  • Kalium: Zellkommunikation, Energiestoffwechsel, Regulation von elektrischer Spannung und ph-Wert
  • Zink: Zellwachstum, Wundheilung, Stärkung des Immunsystems

Mineralien als Geschmacksträger

Mineralien üben nicht nur lebensnotwendige Funktionen für den Körper aus, sondern sind auch Geschmacksträger. Auch auf diesem Gebiet wirkt jedes Mineral spezifisch. Kalzium sorgt zum Beispiel für einen leicht bitteren Geschmack und kann bei größeren Mengen ein trockenes Mundgefühl herbeiführen.

Magnesium wirkt je nach subjektivem Geschmacksempfinden süßlich bis bitter, während Natrium dem Wasser eine salzige Note verleiht. Dies hängt damit zusammen, dass sich unser typisches Kochsalz aus Natriumchloridverbindungen zusammensetzt.

Eine Auswahl spezieller Edelsteine zur Wasserveredlung @ Alexandra_Koch / pixabay.com

Hydrogencarbonat bindet schließlich Säure, sodass das Wasser im Endeffekt kaum noch säuerlich schmeckt [6].

Interessant:

Nach der Wasserexpertin Dr. Monique Bissen dominiere bei stark magnesiumhaltigem Trinkwasser der süßliche Geschmack, während Sulfat wie Kalzium dem Wasser einen leicht bitteren Geschmack verleihen könne.

Zudem weist die Hydrologin darauf hin, dass stark hydrogencarbonathaltiges Wasser nicht nur entsäuernd wirke, sondern auch für empfindliche Mägen bekömmlicher sei [7].

Nach der Sommeliére Yvonne Heistermann ist schließlich die richtige Komposition der Mineralstoffe, das heißt, das Verhältnis, in dem diese im Trinkwasser zueinander stehen, der ausschlaggebende Faktor für die Wirkung des Trinkwassers auf den Benutzer.

So wirke das Trinkwasser auf uns harmonisch, wenn höhere Anteile von Kalzium, Magnesium und Hydrogencarbonat kleineren Anteilen von Natrium, Sulfaten und Chlorid gegenüberstünden. Bei hohen Kalzium-Anteilen könne das Trinkwasser zudem einen metallischen Eindruck hinterlassen [8].

Möglichkeiten der Remineralisierung

Kunden stehen zahlreiche Möglichkeiten offen, ihr Wasser zu remineralisieren. Beliebte Verfahren sind dabei die folgenden [9] :

  • Aufsprudler
  • Kalkstein und andere Edelsteine
  • Kristallsalze wie Himalaya-Salz und Keltisches Salz
  • Solelösungen
  • Zeolithpulver
  • mineralische Tropfen
  • mineralisches Pulver
  • Mineralliquid

Fazit: Vorteile durch Remineralisierung unter bestimmten Voraussetzungen

Die Remineralisierung von Trinkwasser ist besonders dann sinnvoll, wenn das Trinkwasser vorher – zum Beispiel durch Destillation oder einen Osmose-Filter – demineralisiert wurde. Der menschliche Körper ist auf Mineralien angewiesen.

Zudem sind Mineralien Geschmacksträger, sodass sich der Kunde für ein Gerät entscheiden kann, das dem Trinkwasser gezielt die gewünschten Mineralien zusetzt. Auch deshalb, weil manchen Nutzern nur Trinkwasser mit genügend Mineralien den Durst löschen kann und das Wasser wieder einen harmonischen ph-Wert erhält, kann die Remineralisierung von Trinkwasser einen hohen Nutzen für den Kunden haben.

Aktivkohle-Blockfilter entnehmen dem Leitungswasser zuverlässig alle gängigen Schadstoffe, belassen Mineralien und Salze aber im Wasser und nehmen keinerlei Einfluss auf die natürliche Struktur oder den pH-Wert des Wassers.

Quellen & Weiterführende Informationen
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