Glossar

DVGW-Arbeitsblatt W 551

Aktualisiert am · Marco Fabian

Das DVGW-Arbeitsblatt W 551 ist die technische Regel zur Vermeidung von Legionellen in Trinkwassererwärmungs- und Leitungsanlagen.

Die Kernvorgaben

Warmwasser soll den Speicher mit mindestens 60 Grad verlassen, und im Zirkulationssystem soll die Temperatur an keiner Stelle unter 55 Grad fallen. Kaltwasser soll dauerhaft unter 25 Grad bleiben. Zwischen 25 und 45 Grad vermehren sich Legionellen am besten, weshalb genau dieser Bereich vermieden wird.

Die Drei-Liter-Regel

Eine Kleinanlage liegt vor, wenn der Trinkwassererwärmer höchstens 400 Liter fasst und in keiner Rohrleitung zwischen Abgang des Erwärmers und Entnahmestelle mehr als 3 Liter stehen. Wird eine der beiden Grenzen überschritten, ist es eine Großanlage mit den entsprechenden Untersuchungspflichten. Diese Zahlen entscheiden in der Praxis darüber, ob ein Mehrfamilienhaus regelmäßig auf Legionellen beprobt werden muss.

Ein- und Zweifamilienhäuser gelten unabhängig vom Inhalt des Erwärmers und der Leitungen immer als Kleinanlage. Für sie entfallen die Untersuchungspflichten, die Temperaturempfehlung bleibt trotzdem sinnvoll.

Was das für Wärmepumpen bedeutet

Wärmepumpen arbeiten mit niedrigen Vorlauftemperaturen. Die 60 Grad im Speicher sind damit nicht selbstverständlich und müssen über Auslegung, Frischwasserstation oder eine periodische Aufheizung sichergestellt werden. Das ist derzeit der häufigste Konflikt zwischen Energieeffizienz und Trinkwasserhygiene.

Für wen es gilt

Das Arbeitsblatt ist keine Rechtsnorm, sondern eine anerkannte Regel der Technik. Die Trinkwasserverordnung verweist aber auf diese Regeln. Wer davon abweicht, muss im Schadensfall nachweisen, dass sein Weg gleichwertig war.

Quellen

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